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Ethik in der Sozialen Arbeit

Titre: Ethik in der Sozialen Arbeit

Dossier / Travail , 2011 , 13 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nicole Lindner (Auteur)

Travail Social
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In Anbetracht der Professionalisierung Sozialer Arbeit stellt sich die Frage, welchen Einfluss die Ethik als eigene wissenschaftliche Disziplin auf das sozialarbeiterische Verständnis und Praxisfeld ausübt. Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. beschreibt in seinen Berufsethischen Prinzipien Soziale Arbeit als „Institution der beruflich geleisteten Solidarität mit Menschen“ (vgl. DBSH: 359). Dies impliziert, dass Menschen in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander leben und deshalb Verantwortung füreinander tragen. Staub Bernasconi hingegen tituliert die Profession als „Menschenrechtsprofession“. Dieser Ansatz wiederum betont sowohl den Menschen als Mitglied einer Gesellschaft, als auch das Individuum als eigenständige und einzigartige Persönlichkeit mit unbedingten Rechten. Soziale Arbeit als Profession, die sich mit komplexen zwischenmenschlichen und institutionellen Beziehungen beschäftigt und sich innerhalb dieser Systeme bewegt, bedarf zur Unterstützung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit ethischer Prinzipien, die sich mit der Frage „sittlicher Phänomene“ auseinandersetzt, deren Gegenstand die rechte Normierung menschlichen Handelns ist (vgl. Kostka: 15). Sie bietet den Sozialarbeitern insbesondere aufgrund der Konflikthaftigkeit sozialer, institutioneller, politischer und wirtschaftlicher Situationen unterstützende praxisbezogene Handlungsrichtlinien.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Ethik und Soziale Arbeit?

2 Ethisch Handeln und Entscheiden in der Sozialen Arbeit

2.1 Werte und Normen als bestimmendes Moment ethischer Leitbilder

2.2 Sozialethische Prinzipien der Sozialen Arbeit

2.2.1 Personalität - Der Mensch als oberste Priorität

2.2.2 Verantwortungsübernahme als Konsequenz der Freiheit

2.2.3 Toleranz als Lösung für den Umgang mit Differenzen

2.2.4 Gerechtigkeit in und durch die Soziale Arbeit

2.2.5 Solidarität

2.3 Ethisch Handeln nach dem Entscheidungsmodell der Verantwortungsethik

3 Ethisch entscheiden in der Sozialen Arbeit - mit Fallbeispiel

3.1 Die Abwägung von Gütern

3.2 Die Abwägung übler Folgen

3.3 Das Gesetz der Gradualität

4 Ethisch verantwortliches Handeln als Grundhaltung in der Sozialen Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Relevanz und Anwendung ethischer Prinzipien in der professionellen Sozialen Arbeit auseinander. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie komplexe Dilemmata zwischen Theorie und Praxis durch ethische Leitlinien und Entscheidungsmodelle, insbesondere der Verantwortungsethik, methodisch bearbeitet werden können.

  • Grundlagen ethischer Diskurse und deren Einfluss auf die Soziale Arbeit
  • Analyse sozialethischer Prinzipien wie Personalität, Gerechtigkeit und Solidarität
  • Anwendung des Entscheidungsmodells der Verantwortungsethik in der Praxis
  • Abwägung von Gütern und Folgen bei der ethischen Urteilsbildung
  • Die Bedeutung einer reflektierten Grundhaltung als professionelle Kompetenz

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Abwägung von Gütern

Stehen sich in einer Situation, zwei sich einander ausschließende Werte gegenüber, so hat die Person abzuwägen, welche der angesprochenen Werte den Vorzug verdient (vgl. Gruber: 197). Um dies jedoch gerechtfertigt entscheiden zu können, müssen bestimmte Vorzugsregeln beachtet werden - die Ranghöhe und Dringlichkeit eines Gutes sowie die Abwägung zwischen Gemein- und Eigenwohl.

Grundsätzlich gelten solche Werte als die ranghöheren, die das grundlegende Menschsein beschreiben und bestimmen. Dazu gehören zum Beispiel die Gerechtigkeit, Freiheit, Liebe und viele Weitere. Obwohl diese einen höheren Rang genießen, stehen sich oft nicht ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. Denn diese grundlegenden Werte sind immer abhängig und bauen auf die vital-materiellen Werte. Da also die rangniedrigeren vital-materiellen Werte Voraussetzung für die Ranghöheren sind, genießen sie die höhere Notwendigkeit, da ohne sie die Werte des Seinsgrundes nicht erfüllt werden können. Die im vorgestellten Fallbeispiel konkurrierenden Werte sind die Autonomie und Eigenwohl des Menschen sowie der Schutz des Gemeinwohls und der Gerechtigkeit. Die Autonomie ist eine Voraussetzung, um ein Leben in Freiheit leben zu können. Genauso ist aber auch das Gemeinwohl die Bedingung für ein Leben in Gerechtigkeit. Es handelt sich dabei also um rangniedrigere Werte, die zur Erfüllung zwei grundlegender Güter beitragen. Beiden Positionen kommt daher eine hohe Priorität zu. Da sich beide Werte demnach als gleich-dringlich erweisen, muss nun eine Abwägung darüber stattfinden, ob das Gemeinwohl oder Eigenwohl von höherer Wichtigkeit ist. Das Gemein- und Eigenwohl scheinen auf den ersten Blick zwei sich ausschließende Güter zu sein, doch dem ist nicht so. Das Eigenwohl ist Voraussetzung des Gemeinwohls, andererseits jedoch ist das Gemeinwohl Voraussetzung für den Wert des Eigenwohls. Stehen diese beide in Konkurrenz zueinander, so ist dem Gemeinwohl unter der Bedingung nachzugehen, wenn dabei die Personenwürde des Einzelnen nicht angegriffen wird. Im vorliegenden Fall trifft dieser Aspekt zu. Dadurch, dass der Ausschluss der Person aus dem Programm des Betreuten Wohnens zugute des Gemeinwohls geschieht und der betroffene Klient dadurch keinen Verlust seiner persönlichen Würde einbüßt, scheint diese Maßnahme vorerst als gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ethik und Soziale Arbeit?: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Ethik als wissenschaftliche Disziplin und deren notwendige Unterstützung für die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit in der professionellen Sozialarbeit.

2 Ethisch Handeln und Entscheiden in der Sozialen Arbeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Werte, Normen und spezifische sozialethische Prinzipien erarbeitet, die als Kompass für das professionelle Handeln dienen.

3 Ethisch entscheiden in der Sozialen Arbeit - mit Fallbeispiel: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand eines konkreten Suchthilfeprojekts, wie die Abwägung von Gütern und Folgen unter Einbeziehung ethischer Modelle in der Praxis angewendet wird.

4 Ethisch verantwortliches Handeln als Grundhaltung in der Sozialen Arbeit: Das Fazit unterstreicht, dass Ethik in der Sozialen Arbeit nicht nur eine Methode, sondern eine verinnerlichte professionelle Grundhaltung erfordert, die ständiger Reflexion bedarf.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Ethik, Verantwortungsethik, Sozialethik, Personalität, Gerechtigkeit, Solidarität, Entscheidungsprozess, Güterabwägung, Folgenabwägung, Professionelles Handeln, Werte, Normen, Reflexion, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Anwendung ethischer Prinzipien und Entscheidungsmodelle innerhalb des Berufsfeldes der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von Theorie und Praxis, die Begründung ethischer Prinzipien sowie die methodische Umsetzung ethischer Entscheidungsfindung im Arbeitsalltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter komplexe ethische Dilemmata durch strukturierte Entscheidungsmodelle bewältigen und dabei professionell sowie verantwortlich agieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch sozialethische Fachliteratur und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein praktisches Fallbeispiel aus der Suchthilfe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung ethischer Leitbilder, die Darstellung des Verantwortungsethik-Modells und die konkrete Güter- und Folgenabwägung anhand eines Fallbeispiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Verantwortungsethik, Soziale Arbeit, Güterabwägung, Solidarität und professionelle Grundhaltung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen der Gesinnungsebene und der Sachebene?

Die Gesinnungsebene bezieht sich auf die innere Haltung und Absichten der handelnden Person, während die Sachebene die konkrete Umsetzung und die gewählten Mittel zur Erreichung des Ziels beschreibt.

Welche Bedeutung hat das Gesetz der Gradualität in der Arbeit?

Das Gesetz der Gradualität dient als ethisches Prinzip, das fordert, die individuelle Reife des Klienten zu berücksichtigen und keine Anforderungen zu stellen, die über dessen derzeitige Entwicklungsmöglichkeiten hinausgehen.

Warum wird im Fallbeispiel der Ausschluss aus dem Betreuten Wohnen als ethisch vertretbar bewertet?

Der Ausschluss wird als vertretbar angesehen, da er primär dem Schutz des Gemeinwohls und der anderen Teilnehmer dient, ohne dabei die Würde des betroffenen Individuums anzutasten.

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Résumé des informations

Titre
Ethik in der Sozialen Arbeit
Université
University of Applied Sciences Frankfurt am Main  (Soziale Arbeit)
Cours
Modul 10 - Gesellschaft, Ökonomie, Sozialstaat
Note
1,0
Auteur
Nicole Lindner (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
13
N° de catalogue
V206359
ISBN (ebook)
9783656335825
ISBN (Livre)
9783656338154
Langue
allemand
mots-clé
Ethik Soziale Arbeit Gesellschaft Ökonomie Sozialstaat
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nicole Lindner (Auteur), 2011, Ethik in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206359
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Extrait de  13  pages
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