In dieser Arbeit wird die Entwicklung der Studentenpresse von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit untersucht. Beobachtungsschwerpunkte sind dabei zum einen die politische Ausrichtung der Publikationen, zum anderen die Entwicklungen der Studentenpresse im Rahmen der Pressearbeit des Staates oder der Regierungen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Pressepolitik und Studentenpresse in der Weimarer Republik
2. Pressepolitik und Studentenpresse in der NS-Diktatur
2.1 Pressepolitik des NS-Regimes
2.2 Studentenpresse in der NS-Diktatur
3. Pressepolitik und Studentenzeitungen in der britischen Besatzungszone
3.1 Die Umerziehungspolitik der Besatzungsmächte
3.2 Pressevorstellungen der Besatzungsmächte
3.3 „Die Welt“ – erste überparteiliche und überregionale Tageszeitung der britischen Besatzungszone
3.4 Entwicklungen im Pressewesen 1949
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der deutschen Studentenpresse von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit. Dabei steht insbesondere im Fokus, wie politische Ausrichtungen, staatliche Pressearbeit und ideologische Strömungen die studentischen Publikationen prägten und als Instrumente der Meinungsbildung oder Umerziehung fungierten.
- Entwicklung der Studentenpresse in der Weimarer Republik und deren Politisierung.
- Pressepolitik und Gleichschaltung während der NS-Diktatur.
- Die Rolle der Reeducation-Politik der Alliierten in der Nachkriegszeit.
- Entstehung überparteilicher Presseorgane wie „Die Welt“ unter britischer Besatzung.
- Wandlung des deutschen Pressewesens hin zum Grundgesetz 1949.
Auszug aus dem Buch
1. Pressepolitik und Studentenpresse in der Weimarer Republik
Der Erste Weltkrieg hatte neben den sozialen und wirtschaftlichen auch für das Hochschulwesen schwere Folgen. Neben der Tatsache, dass ein Fünftel der akademischen Jugend gefallen war, wurden erhebliche Zweifel laut, ob das von Korporationen bestimmte studentische Leben ein Zukunftsmodell war. Max Weber schrieb in seiner Publikation „Wahlrecht und Demokratie in Deutschland“ (Dezember 1917):
„die geistige Inzucht (eigene Lesezimmer in den Couleurhäusern, besonders, nur von ‚Alten Herren’ mit einer unsäglich subaltern-kleinbürgerlichen Art gut gemeinter ‚patriotischer’ Politik versorgter Couleurblätter, Perhorreszierung oder doch sehr große Beschwerung des Verkehrs mit Gleichaltrigen anderen gesellschaftlichen oder geistigen Gepräges) ist in den letzten Jahrzehnten stetig gesteigert worden.“
Ein Teil der geistigen Elite des Landes hoffte also, dass die Wissenschaft vom Ballast des nationalistisch-patriotischen Mensurlebens befreit werden könnte. Bereits während des Krieges hatte die katholisch-sozialstudentische Bewegung begonnen an ihre eingezogenen Kommilitonen die „Sozialen Studentenblätter“ zu versenden. Diesem Beispiel folgten Studentenvertretungen in anderen Hochschulstädten, die in ihren Publikationen die „Vaterländische Agitation national gesinnter Professoren“ kaum rezitierten. Vielmehr waren es praktische Probleme wie die Wiedereingliederung invalider Kommilitonen, die in den Zeitungen behandelt wurden. In den Kriegszeiten rückten die sonst oft verfeindeten Korporationen zusammen und gründeten im Juli 1919 die „Deutsche Studentenschaft“ als Dachverband aller deutschen Studentenausschüsse. Die Vereinigung sollte die Schwierigkeiten im Studium, die vor allem durch steigende Studentenzahlen entstanden, zu beseitigen helfen und behandelte die politische Bildung als Teil einer Hochschulreform.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Entwicklung der Studentenpresse von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit unter dem Aspekt der politischen Ausrichtung und staatlichen Pressepolitik umrissen.
1. Pressepolitik und Studentenpresse in der Weimarer Republik: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der studentischen Korporationen, die Radikalisierung der Presse sowie staatliche Gegenmaßnahmen wie das Republikschutzgesetz.
2. Pressepolitik und Studentenpresse in der NS-Diktatur: Hier wird die totale Kontrolle und Gleichschaltung der Medien durch das NS-Regime sowie die Einbindung der Studentenpresse in die nationalsozialistische Ideologie analysiert.
3. Pressepolitik und Studentenzeitungen in der britischen Besatzungszone: Der Fokus liegt auf der Reeducation-Politik der Alliierten, der Lizenzierung von Medien und der Neugründung der Zeitung „Die Welt“ im Kontext des demokratischen Wiederaufbaus.
Schlüsselwörter
Studentenpresse, Weimarer Republik, NS-Diktatur, Pressepolitik, Reeducation, Gleichschaltung, Besatzungszone, Korporationen, Demokratisierung, Zeitungsgeschichte, Medienkontrolle, Publizistik, politisches System, Nachkriegszeit, NS-Propaganda.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wandlungsprozesse der deutschen Studentenpresse und deren politisches Umfeld in drei unterschiedlichen historischen Epochen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung studentischer Medien, der Rolle von Korporationen, staatlicher Pressepolitik und der alliierten Reeducation-Politik nach 1945.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich politische Rahmenbedingungen auf die Publizistik auswirkten und inwiefern Studentenzeitungen als Instrumente der Ideologie oder der Demokratisierung fungierten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Der Autor führt eine historische Analyse anhand von zeitgenössischer Literatur, Gesetzestexten und publizistikwissenschaftlichen Quellen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Weimarer Republik, der NS-Zeit sowie der britischen Besatzungszone mit besonderem Fokus auf die Reeducation und die Lizenzierungspraxis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Studentenpresse, Gleichschaltung, Reeducation, Pressepolitik und Demokratisierung.
Wie wirkte sich die nationalsozialistische Machtübernahme auf die Studentenpresse aus?
Die Presse wurde systematisch gleichgeschaltet, in den Machtapparat korporiert und als Erziehungsinstrument für die nationalsozialistische Weltanschauung funktionalisiert.
Welche Rolle spielte die Zeitung „Die Welt“ im Nachkriegsdeutschland?
Sie wurde von der britischen Besatzungsmacht als überregionale, überparteiliche Tageszeitung gegründet, um als Vorbild für eine neue, objektive und demokratische Presse zu dienen.
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- MA Guido Maiwald (Autor), 2005, Studentenzeitungen und Pressepolitik von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206615