Planung, Entwicklung und Durchführung eines erlebnispädagogischen Konzepts mit Pferden. Die "Rund ums Pferd" AG am Gymnasium


Examensarbeit, 2011

44 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1) Erlebnispädagogik bis heute
1.1) Die Reformpädagogik
1.2) Der Vater der Erlebnispädagogik: Kurt Hahn
1.3) Erlebnispädagogik nach 1945

2) Definition von Erlebnispädagogik
2.1) Erlebnispädagogik als Wissenschaft
2.2) Erlebnispädagogik als Methode
2.3) Erlebnispädagogik als Lernprozess
2.4) Und was ist nun die „richtige“ Definition?

3) Die Prinzipien der heutigen Erlebnispädagogik
3.1) Ein Erlebnis – Was ist das eigentlich?
3.2) Die Reflexion – ein wichtiger Baustein der Erlebnispädagogik
3.3) Das Lernen in der Erlebnispädagogik
3.4) Die Ziele der Erlebnispädagogik

4) Das Pferd in der Erlebnispädagogik
4.1) Welche Rolle spielt das Pferd in der Erlebnispädagogik?

5) Das Praxisbeispiel: Die AG „Rund um´s Pferd“ am Gymnasium in H.
5.1) Der S.hof in B. bei H.
5.2) Die Betreuer der AG „Rund um´s Pferd“
5.3) Planung, Entwicklung und Durchführung – Was bedeutet das?
5.4) Das alte Konzept der AG „Rund um´s Pferd“
5.5) Das neue Konzept der AG „Rund um´s Pferd“
5.6) Die positiven Effekte der AG „Rund ums Pferd“ für die SuS
5.7) Die Lehrerolle innerhalb der AG „Rund um´s Pferd“

6) Evaluation

7) Auswertung der beiden beschriebenen Stunden

8) Resümee

Literaturverzeichnis

Anhang

Vorwort

Ich habe mich für das Thema meiner Examensarbeit entschieden, da Pferde schon seit meiner Kindheit eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Ich bin auf einem Bauernhof im Kreis H. aufgewachsen und da meine Eltern, die hauptberuflich auf diesem Hof arbeiten, keine Zeit gehabt haben, mit uns gemeinsame Urlaube zu unternehmen, durften sich meine beiden Schwestern und ich ein Hobby auswählen. Wir haben uns für das Reiten entschieden und kamen so zu unserem ersten Familienpferd, der Westfalenstute Dorina. Damals war ich sechs Jahre alt.

Mein Hobby Reiten mit der Tätigkeit als Gymnasiallehrerin zu verknüpfen, ist schon immer ein Traum für mich gewesen. Schon seit einiger Zeit interessiere ich mich für AGs[1], die von Schulen angeboten werden und in denen es um das Tier Pferd und das Reiten geht. Viele dieser AGs werden sogar von der FN in Warendorf, der deutschen reiterlichen Vereinigung, unterstützt.

Als ich als Referendarin am XY Gymnasium in H. gestartet bin, habe ich mich intensiv mit der Suche nach einem geeigneten Reiterhof für eine AG beschäftigt. Durch eine Annonce im Internet bin ich auf den S.hof in B. aufmerksam geworden. Zufällig wird dieser sogar von einer ehemaligen Schülerin des Gymnasiums betrieben.

Seit dem Schuljahresbeginn 2010/ 2011 gibt es am Gymnasium in H. nun die AG „Rund um´s Pferd“, die von einer Lehrerin, einer weiteren Referendarin und von mir geleitet und betreut wird.

In dieser Arbeit möchte ich aufzeigen, wie sich eine AG mit Pferden in die Schule integrieren kann, und welche Vorteile der Besuch einer solchen AG für die Schülerinnen und Schüler haben kann.

Einleitung

Der Einsatz von Pferden in pädagogischen und therapeutischen Handlungsfeldern ist nicht unbekannt und wer sich dafür interessiert, wird auf eine ganze Flut an Möglichkeiten stoßen, wie man diesen gestalten kann.

Allerdings lassen sich die allermeisten dieser Ansätze nicht in Form einer Schul- AG durchführen, da sie einfach sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Mit meiner Arbeit möchte ich aufzeigen, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler erwerben können, wenn sie sich für die AG und damit für den Umgang mit dem Partner Pferd entscheiden.

Die Arbeit selbst ist in zwei übergeordnete Kapitel geteilt. Im ersten Teil geht es um die Theorie der Erlebnispädagogik. Hier wird ein Überblick über die Entwicklung von Erlebnispädagogik aufgezeigt. Im zweiten Teil geht es dann um den Einsatz des Pferdes in der Erlebnispädagogik und um die Umsetzung der erlebnispädagogischen Kriterien am Beispiel der AG „Rund um´s Pferd“ am XY Gymnasium in H..

Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Resümee, welches die wichtigsten Aspekte noch einmal zusammenfassen wird.

1) Erlebnispädagogik bis heute

Die Erlebnispädagogik erscheint als eine recht junge Disziplin innerhalb der Pädagogik, da sie immer wieder aktuell ist. Ihre Wurzeln reichen jedoch schon mehr als 2000 Jahre zurück bis hin zu Platon (427 v. Chr. – 347 v. Chr.), welcher die Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit in der Erziehung betonte.[2] Auch Rousseau (1712- 1778) orientierte sich an dieser Handlungsorientierung. Er hat treffend festgestellt, dass „Kinder (…) leicht (vergessen), was man ihnen gesagt hat, aber nicht, was sie getan haben und was man ihnen tat“.[3] Genau dieses Prinzip ist heute der Kern der Erlebnispädagogik. Als Urvater des handlungs- und produktionsorientierten Lernens in den USA und in Kanada kann man John Dewey (1859 – 1952) bezeichnen. Er vertrat die Ansicht, dass Lernen nur durch Handeln passieren kann, also genau das, was man noch heute unter dem Spruch „learning by doing“ versteht.

„Für ihn wird Theorie durch Handeln, das Erfahrung erzeugt, beständig umgestaltet. Erfahrung ist dabei nicht nur eine empirische Kategorie, sondern auch experimenteller Natur…“[4] Die Basis für Deweys Theorie ist der Lernort Erfahrung. Dies bedeutet, dass Wachsen und Lernen automatisch im Zuge der Erfahrung passieren.

Lernprozesse entstehen aus der Bewältigung von verschiedenen Herausforderungen und durch die anschließende Reflexion kommt es zur Generalisierung des Prozesses und damit auch zur Wiederverwertbarkeit bei zukünftigen Herausforderungen.[5] Die Aufgabe des Pädagogen ist nach Dewey, eine Lernumgebung so auszuwählen oder auch neu zu schaffen, dass solche Herausforderungen auch bewältigt werden müssen.

1.1) Die Reformpädagogik

Eine Strömung der Pädagogik, die man besonders zwischen 1890 und 1933 bevorzugte, ist die Reformpädagogik. Ich erwähne diese aus dem Grund, da viele ihrer Strömungen auch die heutige Erlebnispädagogik geprägt haben. Die Reformpädagogik orientiert sich an den Bedürfnissen des Kindes und entstand aus der Kritik am Schulwesen des 19. Jahrhunderts. Die Kinder sollten aktiv mitentscheiden und Eigenverantwortung für ihr Lernen und Handeln übernehmen. Zu den Bewegungen der Reformpädagogik zählen zum Beispiel die Kunsterziehungsbewegung oder auch die Landerziehungsheimbewegung. Die Erlebnispädagogik hat sich einiger dieser Aspekte bedient, zum Beispiel nimmt das künstlerische oft einen großen Platz ein oder auch die Jugendbewegungen wie die Pfadfinder, die aus der Landerziehungsheimbewegung hervorgegangen sind und sich noch heute großer Beliebtheit erfreuen.[6]

1.2) Der Vater der Erlebnispädagogik: Kurt Hahn

Ein Name, an dem man auf keinen Fall vorbeikommt, wenn man das Themengebiet Erlebnispädagogik behandelt, ist Kurt Hahn (1886 – 1974). Kurt Hahn entwickelte sein eigenes Schulkonzept und hat das Internat Salem gegründet.[7] Er kann als der Vater der Erlebnispädagogik angesehen werden und aus diesem Grund möchte ich auf ihn etwas näher eingehen.

Die Gesetze der Schule Salam, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreut, lauten: „Gebt den Kindern Gelegenheit, sich selbst zu entdecken… Lasst sie Triumph und Niederlage erleben… Weist ihnen verantwortliche Aufgaben zu, bei denen zu versagten, den kleinen Staat gefährden heißt… Übt Phantasie.“[8]

In Salem sollten die Schüler[9] zurück zu den Tugenden geführt werden, die das moderne Leben zerstört hat. Hahn entwickelte eine Erlebnistherapie, die auf einer Mängelliste basierte, die typische Mängel der Kinder zu der Zeit aufzeigte. Dazu gehörten zum Beispiel der Mangel an menschlicher Anteilnahme, der Verfall der körperlichen Tauglichkeit, der Mangel an Spontanität und der Mangel an Sorgsamkeit.[10]

Durch intensive Erlebnisse wollte Kurt Hahn seinen Schülern dazu verhelfen Stärken und Fähigkeiten des Individuums in sozialen Zusammenhängen zu entfalten. Hierbei folgte er dem Grundsatz, dass „nicht die Dauer eines Erlebnisses für einen Lernerfolg entscheidend ist, sondern der Intensitätsgrad und ebenso das Maß des persönlichen Engagements. Ein Erlebnis und der daraus resultierende Erfolg oder Misserfolg haben nur lerntheoretischen Einfluss auf den Jugendlichen, wenn sie prägend genug sind.“[11] Hahn setzt auf körperlichen Einsatz und das Erleben in der Gruppe. Seine Schüler werden im Rettungsdienst ausgebildet, bekommen gezieltes, körperliches Training, arbeiten in Projekten mit und gehen gemeinsam auf Expeditionen.

Hahn hat die heutige Erlebnispädagogik entscheidend beeinflusst. „Mit seinen erfahrungsorientierten Ansatzpunkten der Echtheit, Direktheit, Ganzheitlichkeit, Authenzität und der (Wieder-) Entdeckung der Körperlichkeit, dem Erziehungs- und Handlungsfeld Natur sowie der Bedingung und Voraussetzung von Ernsthaftigkeit und Unmittelbarkeit der Situation hat er neben seinen vier Elementen der Erlebnistherapie grundlegende Elemente der modernen Erlebnispädagogik strukturiert.“[12] Um noch mehr Schüler erreichen und fördern zu können, sind die Kurzzeitschulen entstanden, die heute unter dem Begriff Outward Bound bekannt sind. Die erste dieser Schulen entstand 1952 in Weißenhaus an der Ostsee. Es folgten weite 60 Schulen in verschiedenen Ländern.[13] In diesen Schulen wurden kurzzeitpädagogische Kurse angeboten, die einen Rahmen von wenigen Wochen einnahmen. Als Beispiel kann man einen Segeltörn nennen, der über wenige Tage oder Wochen verläuft.

„Heute verbirgt sich hinter Outward Bound ein freier Träger der Jugendarbeit, der sich selbst als „führender Anbieter von Outdoor- Trainings und Indoor- Seminaren für alle gesellschaftlichen Zielgruppen bezeichnet.“[14]

1.3) Erlebnispädagogik nach 1945

Im Krieg wurden die erlebnispädagogischen Ansätze missbräuchlich für das nationalsozialistische Regime verwendet, was ihrem Ruf sehr geschadet hat. Dennoch entwickelten sich auch nach dem 2. Weltkrieg einige Konzepte und Richtungen, die ich in dieser Arbeit jedoch nur kurz anreißen möchte, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Da wäre zum einen die Traumfabrik der Universität Regensburg zu nennen, die von Rainer Pawelke gegründet wurde. Pawelke führte den Begriff der neuen Sportkultur in die Sportpädagogik ein. Sein Konzept richtete sich gegen einen leistungsorientierten Sport und warb für erlebnisorientierte, kreative, originelle, experimentelle, musisch- äsethische und poetische Inhalte des Sportunterrichts.[15] Die Traumfabrik bietet etwa 80 verschiedene Sportkurse für Pädagogen an. Dazu gehören zum Beispiel Abenteuersport oder auch Seilkünste.

Ein anderes Beispiel für die Erlebnispädagogik nach 1945 ist die Entwicklung von City Bound. Dieses Konzept basiert auf dem Outward Bound Konzept von Hahn, orientiert sich jedoch an den Bedürfnissen von Kindern in der Stadt. Diese Projekte sind nun viel stärker am Alltag der Kinder angeknüpft, was einen Transfer auf die Alltagswelt leichter machen soll.

2) Definition von Erlebnispädagogik

Es ist gar nicht so einfach den Begriff Erlebnispädagogik korrekt zu definieren. Gibt man diesen Begriff in eine Suchmaschine des Internets ein, oder schlägt ihn in Lexika nach, so erhält man eine ganze Fülle an Definitionen, die jedoch recht unterschiedlich ausfallen.

Was muss eine Definition denn erfüllen, um auch als wissenschaftliche Definition ihre Berechtigung zu bekommen? Folgende Punkte müssen nach dem Internetlexikon Wikipedia erfüllt sein:

- Die Anzahl unterschiedlicher Interpretationsmöglichkeiten soll so weit wie möglich reduziert werden.
- Trotzdem soll eine Definition möglichst einfach formuliert sein.
- Eine Definition ist umso besser, je schärfer die Grenzen zu anderen Begriffen gezogen sind.
- Es dürfen nur Begriffe verwendet werden, die schon als Allgemeinbegriff eindeutig sind oder die bereits in der jeweiligen Wissenschaft definiert sind.
- Eine Definition soll möglichst keine Ausnahmeregelungen enthalten.[16]

Unter Berücksichtigung der eben aufgezählten Punkte, werde ich auf einige Definitionen des Begriffs Erlebnispädagogik nun näher eingehen.

2.1) Erlebnispädagogik als Wissenschaft

Die Erlebnispädagogik ist nach Jörg Ziegenspeck ein Kind der Erziehungswissenschaft und hat eigene Methoden.[17] Dies bedeutet, dass man sie als eigene Wissenschaft bezeichnen kann, was viele andere Wissenschaftler (noch) nicht so sehen.

2.2) Erlebnispädagogik als Methode

Gewöhnlicherweise ist eine Methode eine geistige Grundlage für planmäßiges, folgerichtiges Verfahren, Vorgehen, Forschen und Handeln.[18] Die Autoren Heckmair und Michl definieren Erlebnispädagogik als Methode so: „Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“[19] Auch Rehm ist der Ansicht, dass die Erlebnispädagogik eine Methode ist. Er hat zur Veranschaulichung ein Säulenmodell erstellt, welches aufzeigt, auf welche Bereiche sich die Erlebnispädagogik stützt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[20]

2.3) Erlebnispädagogik als Lernprozess

Das handlungsorientierte Lernen ist das Kennzeichen dieser Definition von Erlebnispädagogik. Erlebnispädagogik ist nach Ostenrieder und Weiß eine „… ganzheitlich orientierte Lernform, die in und mit der Natur als Medium ihre Lernziele ansteuert und verwirklicht. Für den Teilnehmer bedeutet dies eine innovative, sehr aktive, erlebnisorientierte und etwas exotische Form des Lernens. Er bewegt sich in realen, fordernden Situationen…“[21] Noch prägnanter formuliert es Heckmair: „Erlebnispädagogik ist ein Lernmodus, bei dem Individuen und Gruppen mit physischen, psychischen und sozialen Herausforderungen konfrontiert werden. Das Leitmotiv ist Bewegung, Handlungsräume sind Natur und Stadt. Ziele sind Verständnis, Wachstum und Entwicklung.“[22]

2.4) Und was ist nun die „richtige“ Definition?

Es ist deutlich geworden, dass man in der Literatur verschiedene Definitionen von Erlebnispädagogik auffinden kann.

Es ist aber nicht so leicht zu sagen, welche nun die „richtige“ Definition darstellt. Matthias Kaiser hat in seiner Diplomarbeit eine Definition aufgestellt, die versucht möglichst viele einzelne Definitionen zu verbinden und daher auch als gut gelungen bezeichnet werden kann. Er sagt: „Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Form der Pädagogik, die auf der Grundlage eines humanistischen Menschenbildes herausfordernde Situationen als reflektive Medien nutzt und sich dabei an erzieherischen, weiterbildenden, entwicklungsfördernden und therapeutischen Zielen orientiert.“[23] Kaiser hat dazu ein Schaubild entworfen, welches verdeutlichen soll, was die Erlebnispädagogik ausmacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[24]

Ich bin der Auffassung, dass es keine eindeutig „richtige“ Definition geben kann und werde mich in dieser Arbeit auf die Definition von Erlebnispädagogik als Lernprozess am ehesten beziehen, denn hier werden viele Aspekte genannt, die für mich als Lehrperson besonders hervorzuheben sind. Wie ich diese Definition in der AG „Rund um´s Pferd“ am Gymnasium in H. umsetze, darauf werde ich in einem nachfolgenden Teil dieser Arbeit genauer eingehen.

3) Die Prinzipien der heutigen Erlebnispädagogik

Die heutige Erlebnispädagogik besteht aus vielen Prinzipien, die in den beiden Abbildungen auch bereits namentlich erwähnt worden sind. Um zu verdeutlichen, was mit diesen Prinzipien eigentlich gemeint ist, gehe ich an dieser Stelle einmal etwas ausführlicher auf sie ein.

a) Handlungsorientierung

Die Handlungsorientierung ist das am häufigsten genannte Prinzip der Erlebnispädagogik. Erfahrungen müssen immer selbst gemacht werden, weil Wissen, Fähigkeiten und Werte nur über die direkte Erfahrung vermittelt, beziehungsweise erfahren werden können.[25]

b) Herausforderung

Eine Herausforderung in einer erlebnispädagogischen Situation kennzeichnet sich „Durch einen hohen Aufforderungscharakter, Außergewöhnlichkeit, Ernsthaftigkeit, Authenzität und (bietet) Möglichkeiten zu Grenzerfahrungen. Dies gilt für jede Art von Herausforderungen, psysisch- kognitiver, emotional- affektiver, physisch- aktionaler sowie sozial- kommunikativer Art.“[26]

c) Ganzheitlichkeit

Was Kurt Hans Grundsatz: „Lernen für´s Leben – Lernen mit Herz und Hand“[27] so einfach formuliert hat, bedeutetet, dass in der Erlebnispädagogik mit Hilfe von verschiedenen Lernelemente immer der Mensch in seiner Gesamtheit gefordert und gefördert werden soll.

d) Aktion und Reflexion

Aktion ist das Prinzip, welches sich schon in dem Prinzip der Ganzheitlich wiederfindet.

Die Reflexion ist dem Bereich des kognitiven Lernens zugeordnet und ist nach Paffrath absolut wertvoll und notwendig. „Reflexionen verdichten Erlebnisse zu Erfahrungen, welche wiederum die Vorraussetzung für einen Lernerfolg darstellen.“[28]

e) Gruppenorientierung

Der Pädagoge, oder in meinem Fall der Lehrer, sollte nach Möglichkeit nur den ersten, den einführenden Teil in das anstehende Projekt oder Vorhaben steuern. Danach ist es wichtig der Gruppe freie Hand zu lassen und so den Teilnehmern der Gruppe auch Verantwortung zu überlassen.[29]

f) Freiwilligkeit

Ein entscheidendes Prinzip der Erlebnispädagogik ist der freie Wille etwas zu tun, oder auch es zu lassen. Manchmal ist es schon eine Herausforderung diese Entscheidung überhaupt zu treffen, denn es kann große Überwindung kosten, nein zu sagen. Die Aufgabe des Pädagogen, beziehungsweise des Lehrers ist es, die Teilnehmer zu motivieren, damit sich diese der Herausforderung stellen. Die getroffene Entscheidung der Teilnehmer muss aber auf jeden Fall akzeptiert werden.[30]

[...]


[1] Die Abkürzung AG steht für Arbeitsgemeinschaft. Eine freiwillige Zusammenkunft von Schülerinnen und Schülern nach der eigentlichen Unterrichtszeit.

[2] Vgl. Reiners 1995, S.15

[3] a.a.O. S. 16

[4] Heckmair/ Michel 1998, S.32

[5] vgl. Reiners 1995, S.12

[6] Vgl. Hibbeler 2005, S. 6f

[7] Vgl. Brandt, S.31

[8] Reiners 1993, S. 1

[9] Ich spreche von Schülern, aber natürlich sich immer auch Schülerinnen gemeint.

[10] Vgl. Reiners 1993, S. 1

[11] Reiner 1993, S. 2

[12] Vgl. Brandt, S. 33

[13] Vgl. Brandt, S. 34

[14] Vgl. Hibbler, S. 10

[15] Vgl. Brand, S. 35

[16] Vgl. Stichwort „Definition“ unter http://de.wikipedia.org/wiki/Definition

[17] Vgl. Ziegenspeck in Stimmer, 2000, S. 185

[18] Vgl. Stichwort „Methode“ unter http://de.wikipedia.org/wiki/Methode

[19] Heckmair/ Michl, 1994, S.66

[20] „Das erlebnispädagogische Säulenmodell“ in: Rehm, „Was ist Erlebnispädagogik?“

[21] Vgl. Kaiser, Matthias S.72

[22] Vgl. Kaiser, Matthias S. 72

[23] Kaiser, Matthias, S. 84

[24] „Das Haus der Erlebnispädagogik“ in: Kaiser, S. 80

[25] Vgl. Kaiser, Matthias S.27

[26] Kaiser, Matthias S. 27

[27] Vgl. Ziegenspeck 1986, S.5

[28] Hibbler, S. 25

[29] Vgl. Reiners, 1995, S. 35

[30] Vgl. Reiners, 1995, S. 98

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Planung, Entwicklung und Durchführung eines erlebnispädagogischen Konzepts mit Pferden. Die "Rund ums Pferd" AG am Gymnasium
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Detmold
Veranstaltung
Erziehungswissenschaften/ Hauptseminar
Autor
Jahr
2011
Seiten
44
Katalognummer
V207101
ISBN (eBook)
9783668144996
ISBN (Buch)
9783668145009
Dateigröße
1122 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
planung, entwicklung, durchführung, konzepts, pferden
Arbeit zitieren
Ina Hartmann (Autor), 2011, Planung, Entwicklung und Durchführung eines erlebnispädagogischen Konzepts mit Pferden. Die "Rund ums Pferd" AG am Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207101

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