Der Einsatz von Pferden in pädagogischen und therapeutischen Handlungsfeldern ist nicht unbekannt und wer sich dafür interessiert, wird auf eine ganze Flut an Möglichkeiten stoßen, wie man diesen gestalten kann. Allerdings lassen sich die allermeisten dieser Ansätze nicht in Form einer Schul-AG durchführen, da sie einfach sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Mit meiner Arbeit möchte ich aufzeigen, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler erwerben können, wenn sie sich für die AG und damit für den Umgang mit dem Partner Pferd entscheiden.
Die Arbeit selbst ist in zwei übergeordnete Kapitel geteilt. Im ersten Teil geht es um die Theorie der Erlebnispädagogik. Hier wird ein Überblick über die Entwicklung von Erlebnispädagogik aufgezeigt. Im zweiten Teil geht es dann um den Einsatz des Pferdes in der Erlebnispädagogik und um die Umsetzung der erlebnispädagogischen Kriterien am Beispiel der AG „Rund um´s Pferd“ an einem Gymnasium in H.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Resümee, welches die wichtigsten Aspekte noch einmal zusammenfassen wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1) Erlebnispädagogik bis heute
1.1) Die Reformpädagogik
1.2) Der Vater der Erlebnispädagogik: Kurt Hahn
1.3) Erlebnispädagogik nach 1945
2) Definition von Erlebnispädagogik
2.1) Erlebnispädagogik als Wissenschaft
2.2) Erlebnispädagogik als Methode
2.3) Erlebnispädagogik als Lernprozess
2.4) Und was ist nun die „richtige“ Definition?
3) Die Prinzipien der heutigen Erlebnispädagogik
3.1) Ein Erlebnis – Was ist das eigentlich?
3.2) Die Reflexion – ein wichtiger Baustein der Erlebnispädagogik
3.3) Das Lernen in der Erlebnispädagogik
3.4) Die Ziele der Erlebnispädagogik
4) Das Pferd in der Erlebnispädagogik
4.1) Welche Rolle spielt das Pferd in der Erlebnispädagogik?
5) Das Praxisbeispiel: Die AG „Rund um´s Pferd“ am Gymnasium in H.
5.1) Der S.hof in B. bei H.
5.2) Die Betreuer der AG „Rund um´s Pferd“
5.3) Planung, Entwicklung und Durchführung – Was bedeutet das?
5.4) Das alte Konzept der AG „Rund um´s Pferd“
5.5) Das neue Konzept der AG „Rund um´s Pferd“
5.6) Die positiven Effekte der AG „Rund ums Pferd“ für die SuS
5.7) Die Lehrerolle innerhalb der AG „Rund um´s Pferd“
6) Evaluation
7) Auswertung der beiden beschriebenen Stunden
8) Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie ein erlebnispädagogisches Konzept mit Pferden erfolgreich in den schulischen Kontext eines Gymnasiums integriert werden kann, um Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern und den Umgang mit dem Partner Pferd methodisch sinnvoll zu gestalten.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Erlebnispädagogik.
- Methodische Bedeutung des Pferdes als Co-Pädagoge in pädagogischen Settings.
- Praktische Implementierung einer Arbeitsgemeinschaft an einem Gymnasium.
- Reflexion und Evaluation der Konzeptionsentwicklung und pädagogischer Lerneffekte.
Auszug aus dem Buch
1) Erlebnispädagogik bis heute
Die Erlebnispädagogik erscheint als eine recht junge Disziplin innerhalb der Pädagogik, da sie immer wieder aktuell ist. Ihre Wurzeln reichen jedoch schon mehr als 2000 Jahre zurück bis hin zu Platon (427 v. Chr. – 347 v. Chr.), welcher die Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit in der Erziehung betonte. Auch Rousseau (1712- 1778) orientierte sich an dieser Handlungsorientierung. Er hat treffend festgestellt, dass „Kinder (…) leicht (vergessen), was man ihnen gesagt hat, aber nicht, was sie getan haben und was man ihnen tat“. Genau dieses Prinzip ist heute der Kern der Erlebnispädagogik. Als Urvater des handlungs- und produktionsorientierten Lernens in den USA und in Kanada kann man John Dewey (1859 – 1952) bezeichnen. Er vertrat die Ansicht, dass Lernen nur durch Handeln passieren kann, also genau das, was man noch heute unter dem Spruch „learning by doing“ versteht.
„Für ihn wird Theorie durch Handeln, das Erfahrung erzeugt, beständig umgestaltet. Erfahrung ist dabei nicht nur eine empirische Kategorie, sondern auch experimenteller Natur…“ Die Basis für Deweys Theorie ist der Lernort Erfahrung. Dies bedeutet, dass Wachsen und Lernen automatisch im Zuge der Erfahrung passieren.
Lernprozesse entstehen aus der Bewältigung von verschiedenen Herausforderungen und durch die anschließende Reflexion kommt es zur Generalisierung des Prozesses und damit auch zur Wiederverwertbarkeit bei zukünftigen Herausforderungen. Die Aufgabe des Pädagogen ist nach Dewey, eine Lernumgebung so auszuwählen oder auch neu zu schaffen, dass solche Herausforderungen auch bewältigt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Erlebnispädagogik bis heute: Vermittelt einen historischen Überblick über die Wurzeln der Erlebnispädagogik von der Antike über Kurt Hahn bis hin zur Entwicklung nach 1945.
2) Definition von Erlebnispädagogik: Erläutert verschiedene wissenschaftliche Ansätze und Definitionen, wobei der Schwerpunkt auf der Einordnung als Lernprozess liegt.
3) Die Prinzipien der heutigen Erlebnispädagogik: Detaillierte Darstellung der zentralen Säulen wie Handlungsorientierung, Herausforderung, Ganzheitlichkeit sowie die Bedeutung von Reflexion.
4) Das Pferd in der Erlebnispädagogik: Analysiert das Pferd als spezielles Medium, seine Rolle im pädagogischen Prozess und die Besonderheiten der Interaktion.
5) Das Praxisbeispiel: Die AG „Rund um´s Pferd“ am Gymnasium in H.: Beschreibt detailliert die Konzeption, Organisation und Durchführung des Schulprojekts sowie die Rollenverteilung der Lehrkräfte.
6) Evaluation: Reflektiert die Erfahrungen aus der ersten Phase der AG und die daraus resultierende Optimierung des Konzepts für das zweite Halbjahr.
7) Auswertung der beiden beschriebenen Stunden: Konkrete Analyse von zwei Praxiseinheiten zur Schrittfolge des Pferdes und zum Fütterungsverhalten.
8) Resümee: Fassen die gewonnenen Erkenntnisse zur erfolgreichen Umsetzung des erlebnispädagogischen Konzepts am Gymnasium zusammen.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Schulisches Konzept, AG Rund um's Pferd, Handlungsorientiertes Lernen, Kurt Hahn, Pädagogik mit Pferden, Reflexion, Soziale Kompetenz, Persönlichkeitsentwicklung, Lernprozess, Praxisbeispiel, Gymnasium, Schulpferde, Bodenarbeit, Transfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration eines erlebnispädagogischen Konzepts mit Pferden in den Alltag eines Gymnasiums durch die Etablierung einer Arbeitsgemeinschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik, der pädagogische Einsatz des Partners Pferd und die praktische Umsetzung in einer Schul-AG.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern durch den Umgang mit Pferden gefördert werden können und wie ein solches Projekt erfolgreich an einer Schule realisiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche sowie auf eine praxisorientierte Fallstudie am Beispiel einer spezifischen Arbeitsgemeinschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Erlebnispädagogik, die Rolle des Pferdes in diesem Kontext sowie die detaillierte Darstellung und Evaluation der AG „Rund um´s Pferd“.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Erlebnispädagogik, Lernprozess, pädagogische Kooperation, Handlungsorientierung und die praktische Arbeit mit Pferden in einem schulinternen Rahmen.
Wie unterscheidet sich das neue Konzept vom ursprünglichen Plan?
Das neue Konzept reduziert klassische Theorieeinheiten zugunsten eines höheren Praxisanteils, um die aktive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Pferden zu intensivieren.
Warum ist die Reflexion für dieses Projekt so essenziell?
Die Reflexion dient dazu, die Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler in Erfahrung zu verdichten, Lerneffekte bewusst zu machen und den Transfer in den Alltag zu unterstützen.
Welche Rolle spielt der Lehrer in der betrachteten Arbeitsgemeinschaft?
Der Lehrer fungiert weniger als Frontalunterrichter, sondern primär als Impulsgeber, Organisator und Begleiter, der im Hintergrund bleibt, um eigenständiges Lernen und soziale Interaktionen zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Ina Hartmann (Auteur), 2011, Planung, Entwicklung und Durchführung eines erlebnispädagogischen Konzepts mit Pferden. Die "Rund ums Pferd" AG am Gymnasium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207101