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Postmoderne und Geschichtswissenschaft

Titre: Postmoderne und Geschichtswissenschaft

Thèse de Bachelor , 2010 , 27 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Janne Pohlmann (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Auf dem Synagogenplatz in Mülheim zwischen alter Post und neuem Medienhaus steht ein Brunnen. Die Pumpe ist schon lange abgestellt, er sprüht kein Wasser mehr, die Farben wirken im Grau des Winters verblasst.
Es ist ein Brunnen in postmodernem Stil, erbaut und entworfen in den 70iger Jahren von H.J.Hajek.

Diese Arbeit handelt von der Postmoderne: von ihrer Entstehung, ihren Ausprägungen und ihrer Grundhaltung. Sie handelt von einer Postmoderne, die nur langsam geboren wurde, auf ihrem Höhepunkt in strahlenden Farben leuchtete, viele sowohl faszinierte als auch abstießund deren Debatten ebenso erbittert wie endlos erschienen.
Sie handelt von einer Postmoderne, die sich selbst auf ihrem Höhepunkt weigerte, sich definieren zu lassen und deren Name heute nur noch mit größtem Widerwillen aus der Versenkung hervorgeholt wird.

Auf dem Synagogenplatz in Mülheim steht ein Brunnen im postmodernen Stil. Im Sommer wird er wieder Wasser sprühen. Seine Farben sind nicht verblasst, sie haben die Sonne nur zu lange nicht mehr gesehen, um zu strahlen.

Auch die Postmoderne hat ihre „Funktion“ nicht verloren. Es mag still geworden sein um sie in den letzten Jahren; Geisteswissenschaften wie die Ethnologie und die Geschichte haben sich von der „Verwüstung“, die sie angerichtet hat, erholt. Aber ihre Auswirkungen sind immer noch deutlich zu spüren, sei es in den Disziplinen, die durch ihren Einfluss entstanden
sind oder in den Anregungen, die sie immer noch für jeden bereit hält, der sich ernsthaft und mit einem offenen Geist mit ihr beschäftigt.

Diese Arbeit handelt von der Postmoderne. Wie sie war und wie sie ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Was ist Postmoderne?

2.2. Die Theoretiker

2.2.1. Jean-François Lyotard und „La condition postmoderne“

2.2.2. Michel Foucault und die Macht im Diskurs

2.2.3. Jacques Derrida, Text und Dekonstruktion

2.2.4. Hayden White und das „Enplotment“ der Geschichtsforschung

2.3. „Postmoderne“ als Streitbegriff

2.4. Grundhaltung: „Postmoderne“?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen der Postmoderne und der Geschichtswissenschaft. Das zentrale Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Postmoderne auf ihre Anwendbarkeit und erkenntnistheoretische Relevanz für die Geschichtsforschung zu prüfen, ohne dabei die disziplinäre Eigenständigkeit der Geschichtswissenschaft infrage zu stellen.

  • Die Entstehung und begriffliche Definition der Postmoderne im wissenschaftlichen Diskurs.
  • Analyse der Ansätze zentraler Theoretiker (Lyotard, Foucault, Derrida, White).
  • Die Kontroverse um die Wissenschaftlichkeit der Geschichtsschreibung.
  • Interdisziplinäre Einflüsse, insbesondere die Auswirkungen auf die Ethnologie.
  • Das Spannungsfeld zwischen sprachlicher Konstruktion und historischer Realität.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Jean-François Lyotard und „La condition postmoderne“

Jean-François Lyotard, geboren 1924 in Versailles und gestorben 1998 in Paris, war französischer Philosoph und Professor unter anderem an den Universitäten von Paris und Kalifornien; ein sogenannter öffentlicher Intellektueller. Aber vor allem war er der Autor der 1979 veröffentlichten Studie Das Postmoderne Wissen: Ein Bericht, die er im Auftrag der Regierung von Quebec, Kanada, anfertigte. Er sollte herausfinden, wie sich die neuen Medienmöglichkeiten auf das internationale Wissen auswirkten. Sein Ergebnis wird seine Auftraggeber überrascht haben. So stellte Lyotard fest, dass die Moderne von drei großen Erzählungen, die er „Metaerzählungen“ nennt, beherrscht wurde. Dies sind die Erzählung von der Emanzipation des Menschen, die Metaerzählung der Aufklärung, die Erzählung von der Selbsterkenntnis des Weltgeistes, die Metaerzählung des Idealismus und schlussendlich die Erzählung von der hermeneutischen Suche nach Sinn, der Metaerzählung des Historismus.

Diese Metaerzählungen haben sich durch das Scheitern der Moderne aufgelöst und verlieren unter der Perspektive der Postmoderne ihre Legitimationskraft. Jetzt sind es die vielen kleinen Erzählungen und Realitäten, die vorherrschen und vor allem vorherrschen können, weil sie nicht mehr in eine der Metaerzählungen hineingedrängt werden. Es gibt also kein universelles Wissen oder Wissensverständnis mehr und die Postmoderne wird als „rejection and war on the appeal to universality and its subsequent resolution of difference by the imposition of rule governing phrases“ verstanden. Was bedeutet diese Erkenntnis für die Geschichtswissenschaft? Zum einen natürlich, dass sich die Wissenschaft ihrer eigenen Metaerzählungen bewusst werden muss und deren Auswirkungen, die auch dann noch nachwirken, wenn die Metaerzählung selbst längst Vergangenheit ist. Zum anderen lässt sich die Erkenntnis ableiten - auch wenn sie in den 70er Jahren schon längst nicht mehr als neu bezeichnet werden konnte - dass man große, universale Geschichten nicht mehr erzählen kann. Oder besser gesagt, dass sie nur unter Vorbehalten und größten Verlusten zu erzählen sind. Wenn man aber die Metaerzählungen selbst betrachtet, geben sie der Geschichtswissenschaft ein Erklärungsmuster für die Ereignisse der letzten zwei Jahrhunderte vor – bezogen auf Europa. So partikularistisch Lyotard auch denkt, den Eurozentrismus legt er niemals vollständig ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Postmoderne unter Verwendung einer Metapher und Formulierung der Forschungsfrage nach der Bedeutung der Postmoderne für die Geschichtswissenschaft.

2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung des Begriffs Postmoderne sowie Analyse der Theorien von Lyotard, Foucault, Derrida und White und deren Einfluss auf die historische Forschung.

3. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die bleibende Relevanz postmoderner Impulse für die Geschichtswissenschaft und die Notwendigkeit, trotz theoretischer Herausforderungen die Wissenschaftlichkeit zu bewahren.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Geschichtswissenschaft, Metaerzählungen, Dekonstruktion, Diskursanalyse, Enplotment, Konstruktivismus, Historismus, Moderne, Quellenkritik, Kulturgeschichte, Narratologie, Wissensproduktion, Identität, Interdisziplinarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftstheoretischen Strömung der Postmoderne und deren kritischer Auseinandersetzung mit der Geschichtswissenschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Begriffsgeschichte der Postmoderne, die Dekonstruktion von Metaerzählungen sowie die Frage, ob Geschichtsschreibung als reine Literatur oder als wissenschaftliche Disziplin zu betrachten ist.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob sich Konzepte wie die Dekonstruktion oder Diskursanalyse für die Geschichtsforschung fruchtbar machen lassen, ohne deren wissenschaftlichen Anspruch aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (insbesondere poststrukturalistische) auf historiographische Texte und Methoden anwendet.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theoretiker Lyotard, Foucault, Derrida und White sowie eine Diskussion über die Postmoderne als Streitbegriff und deren Einfluss auf benachbarte Disziplinen wie die Ethnologie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Postmoderne, Dekonstruktion, Diskursanalyse, Metaerzählung und die Konstruktion von Wirklichkeit im historischen Prozess.

Warum wird die Ethnologie in dieser Arbeit thematisiert?

Die Ethnologie dient als Vergleichsbeispiel, da sie sich aufgrund ihrer Nähe zur Geschichtswissenschaft und ihrer Auseinandersetzung mit der „Writing Culture“-Debatte ebenfalls mit der Konstruktion von Realität durch Sprache auseinandersetzen musste.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Rolle der Quellen?

Die Autorin betont, dass trotz der postmodernen Skepsis gegenüber der Objektivität die historischen Quellen ein „Vetorecht“ besitzen, das die Geschichtswissenschaft von der fiktionalen Literatur unterscheidet.

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Résumé des informations

Titre
Postmoderne und Geschichtswissenschaft
Université
University of Tubingen
Note
1.0
Auteur
Janne Pohlmann (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
27
N° de catalogue
V207594
ISBN (ebook)
9783656349297
ISBN (Livre)
9783656350002
Langue
allemand
mots-clé
postmoderne geschichtswissenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Janne Pohlmann (Auteur), 2010, Postmoderne und Geschichtswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207594
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Extrait de  27  pages
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