In der vorliegenden Studienarbeit wird untersucht, ob es einen Fachkräftemangel in Deutschland gibt, in welcher Form sich dieser darstellt und worin er begründet liegt. Ebenso werden Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels aufgezeigt und erklärt. Es wird auf prekäre bzw. atypische Arbeitsverhältnisse eingegangen und es werden die unterschiedlichen Formen dieser Arbeitsverhältnisse dargestellt. Anschließend wird angeführt, welche Auswirkungen sie auf den Arbeitsmarkt und die Beteiligten haben. Es erfolgt darüber hinaus eine Analyse des Wirtschaftsstandortes Deutschland, u.a. anhand des Bruttoinlandsproduktes und umfragebasierter Konjunkturindikatoren. Des Weiteren wird ein internationaler Vergleich angestellt, um die bedeutsamen Sektoren der deutschen Volkswirtschaft herauszuarbeiten. Abschließend erfolgt eine Darstellung der Beeinflussung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch den Fachkräftemangel, insbesondere in Bezug auf die Entwicklungen des Arbeitsmarktes und des Bruttoinlandsproduktes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fachkräftemangel
2.1. Definition
2.2. Ermittlung der aktuellen Fachkräftesituation in Deutschland
2.3. Ursachen des Fachkräftemangels
2.3.1. Demografische Entwicklung
2.3.2. Mismatch
2.4. Strategien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
2.5. Handlungsfelder
2.5.1. Fachkräfte-Offensive
2.5.2. Studienabbrecherquote reduzieren
2.5.3. Zuwanderung von Fachkräften erhöhen
2.5.4. Erwerbstätigkeit von Frauen erhöhen
2.5.5. Erwerbstätigkeit von Personen über 55 Jahren erhöhen
2.6. Betriebliche Instrumente zur Deckung des Fachkräftebedarfs
3. Prekäre Arbeitsverhältnisse
3.1. Abgrenzung Normalarbeitsverhältnis, atypische und prekäre Arbeitsverhältnisse
3.2. Formen atypischer Beschäftigung
3.2.1. Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung
3.2.2. Befristete Beschäftigung
3.2.3. Leiharbeit
3.3. Ursachen für atypische Beschäftigungsverhältnisse
3.4. Auswirkungen atypischer Beschäftigungsverhältnisse
4. Wirtschaftsstandort Deutschland
4.1. Analyse der derzeitigen wirtschaftlichen Situation Deutschlands
4.1.1. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
4.1.2. Das volkswirtschaftliche Rechnungswesen
4.1.3. Bruttoinlandsprodukt
4.1.4. Umfragebasierte Konjunkturindikatoren
4.2. Der Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich
4.3. Bedeutsame Wirtschaftssektoren des Wirtschaftsstandortes Deutschland
5. Beeinflussung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch den Fachkräftemangel
5.1. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
5.2. Auswirkungen auf das BIP und Wertschöpfungsverluste
5.3. Auswirkungen auf das Personal
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Studienarbeit ist die Untersuchung des Konfliktpotenzials zwischen einem drohenden Fachkräftemangel und dem zunehmenden Ausbau prekärer bzw. atypischer Arbeitsverhältnisse. Dabei wird analysiert, inwieweit der Fachkräftemangel den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden kann und welche Rolle die strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt hierbei spielen.
- Analyse der Ursachen und Auswirkungen des Fachkräftemangels in Deutschland.
- Untersuchung von Handlungsfeldern und Strategien zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.
- Abgrenzung und Bewertung atypischer Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und Teilzeit.
- Analyse des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb.
- Beurteilung der Folgen des Fachkräftemangels für Wertschöpfung und Personal.
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Demografische Entwicklung
Die Bevölkerungsentwicklung eines Landes hängt zum einen von der Geburtenhäufigkeit und der Lebenserwartung, und zum anderen vom Wanderungssaldo ab. Insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland wird es in den kommenden Jahren immer schwieriger sein, die frei werdenden Stellen, sowie die Stellen, welche durch Expansionsbedarf entstehen, adäquat besetzen zu können. Laut der 11. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, wird sich die Bevölkerung in Deutschland von heute rund 82 Millionen auf 69 bis 74 Millionen Menschen im Jahr 2050 verringern. Da die Zahl der Gestorbenen die Zahl der Geborenen immer weiter übersteigen wird und nicht genügend Menschen nach Deutschland einwandern. Daraus folgt, dass dem Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2025 etwa sechs Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen werden.
Hinzu kommt, dass sich die Relation zwischen Alt und Jung weiter verändern wird. Waren im Jahr 2005 noch 20 Prozent der Bevölkerung jünger als 20 Jahre, so werden es im Jahr 2050 nur noch 15 Prozent sein. Im Gegensatz dazu wird es immer mehr Menschen über 65 Jahren geben. Und auch die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (20 bis 65 Jahre) wird nicht nur deutlich abnehmen, sondern im Durchschnitt auch merklich älter werden. Aus dem demografischen Wandel ergibt sich ferner ein Mangel an Hochqualifizierten, die derzeit ungefähr 30 Prozent eines Geburtsjahrgangs ausmachen. Sinkt die Geburtenzahl, wird auch in den Folgejahren die Zahl der Hochschulabsolventen und somit die der Hochqualifizierten sinken. Noch dramatischer wird dies laut Koppel, Plünnecke bei Betrachtung der Jahre 2027 und 2028, in denen ca. 100.000 mehr Hochqualifizierte den Arbeitsmarkt verlassen, als junge Hochqualifizierte nachrücken werden. Eine zunehmende Fachkräftelücke, insbesondere im Segment der Hochqualifizierten, ist die Folge.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Studienarbeit und skizziert den Aufbau der Untersuchung zu Fachkräftemangel, atypischen Arbeitsverhältnissen und dem Wirtschaftsstandort Deutschland.
2. Fachkräftemangel: Dieses Kapitel erläutert den Begriff, die Ursachen sowie Strategien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, wobei insbesondere der demografische Wandel und Mismatch-Probleme im Vordergrund stehen.
3. Prekäre Arbeitsverhältnisse: Hier werden atypische Beschäftigungsformen definiert, deren Ursachen beleuchtet und ihre Auswirkungen auf Arbeitnehmer und soziale Sicherungssysteme kritisch hinterfragt.
4. Wirtschaftsstandort Deutschland: Das Kapitel analysiert die wirtschaftliche Situation Deutschlands anhand volkswirtschaftlicher Indikatoren und vergleicht den Standort im internationalen Kontext.
5. Beeinflussung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch den Fachkräftemangel: Dieses Kapitel untersucht die konkreten negativen Folgen des Fachkräftemangels auf den Arbeitsmarkt, die Wertschöpfung und das Personal in deutschen Unternehmen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit politischer sowie unternehmerischer Maßnahmen zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Fachkräftemangel, Wirtschaftsstandort Deutschland, MINT-Berufe, demografischer Wandel, atypische Beschäftigung, prekäre Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit, Mismatch, Wertschöpfungsverluste, Arbeitsmarkt, Normalarbeitsverhältnis, Personalgewinnung, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft, Bruttoinlandsprodukt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen einem zunehmenden Fachkräftemangel und der gleichzeitigen Ausbreitung prekärer Arbeitsverhältnisse in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Kerngebiete umfassen die demografische Entwicklung, die Dynamik des deutschen Arbeitsmarktes, Formen atypischer Beschäftigung sowie die Analyse des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Fachkräftemangel auf die deutsche Wirtschaft auswirkt und ob die aktuellen arbeitsmarktpolitischen Strategien ausreichen, um diese Herausforderungen zu bewältigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung statistischer Daten (z.B. der Bundesagentur für Arbeit) und der Analyse aktueller wirtschaftspolitischer Kennzahlen und Studien.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil behandelt die Definition und Ursachen des Fachkräftemangels, die Auswirkungen atypischer Beschäftigung sowie eine detaillierte Analyse der Stärke des Wirtschaftsstandortes Deutschland im globalen Wettbewerb.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Zentrale Begriffe sind Fachkräftemangel, demografischer Wandel, MINT-Sektor, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft.
Welche Bedeutung haben MINT-Berufe für den Fachkräftemangel?
Besonders in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) klafft eine Lücke, da die Nachfrage nach Hochqualifizierten das Angebot übersteigt, was zu Wertschöpfungsverlusten führt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der atypischen Beschäftigung?
Atypische Beschäftigung wird zwiegespalten betrachtet: Sie dient zwar der Flexibilisierung der Unternehmen, führt jedoch häufig zu prekären Verhältnissen für Arbeitnehmer und schwächt langfristig die soziale Sicherheit.
- Citation du texte
- Carolin Buder (Auteur), 2012, Könnte ein Fachkräftemangel den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208236