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Gerüchte in der Unternehmenskommunikation

Relevanz und Handlungsoptionen zur Abwehr extern kursierender negativer Unternehmensgerüchte

Title: Gerüchte in der Unternehmenskommunikation

Bachelor Thesis , 2011 , 56 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mandy Gernandt (Author)

Business economics - Corporate communication
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Summary Excerpt Details

Das Gerücht ist bislang ein vernachlässigtes Forschungsgebiet. Die Entstehung und
Verbreitung von Gerüchten, als unbestätigte Informationen, ist in psychologischen wie
auch soziologischen Prozessen begründet. Sie entstehen spontan z. B. aus Unsicherheit,
Angst, Informationsdefiziten und Werteverlusten oder künstlich aus interessensbezogenen
Motiven. Im Kontext der Wirtschaftskommunikation stellt sich die Frage nach
der Relevanz von negativen Gerüchten für Unternehmen sowie den Erfolgschancen
möglicher Abwehrreaktionen. Eine Ursachenbeleuchtung zeigt, dass Unternehmensgerüchte
nicht allein das Resultat feindlicher Wettbewerbsmotive sondern ebenso
natürlicher Prozesse sind. Psychologische Folgen, wie der Vertrauensverlust der
Kunden, entwickeln sich für das Unternehmen nicht selten zu ökonomischen Auswirkungen.
In Anbetracht dessen, dass alle herangezogenen Reaktionsmöglichkeiten
Vor- und Nachteile aufweisen und nicht jede Reaktion auf jedes Gerücht anwendbar ist,
gibt es keine allgemein gültige Erfolgsstrategie. Im Gegenteil, einige Reaktionen, wie
das Dementi, können das Gerücht noch bestärken. Die Empfehlung der Experten ist
daher oft, der Gerüchteverbreitung vorsorglich durch ein positives Image,
Vertrauensaufbau und kundenfreundlicher Kommunikation den Boden zu entziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thematik, Fragestellung und Struktur

2. Definitionsversuche und Merkmale von Gerüchten

3. Typologisierung von Gerüchten

4. Der Prozess des Gerüchts

4.1 Lebenszyklus eines Gerüchts

4.2 Entstehung von Gerüchten

4.2.1 Psychologische Betrachtung

4.2.2 Soziologische Betrachtung

4.2.3 Nährböden und Funktionen des Gerüchts

4.3 Verbreitung von Gerüchten

4.3.1 Die Beteiligten

4.3.2 Verzerrungen während der Weitergabe

4.4 Sterben und Wiederaufleben von Gerüchten

5. Das Gerücht in Massenmedien und Internet

5.1 Klassische Massenmedien

5.2 Internet

6. Gerüchte in Bezug auf Unternehmen

6.1 Ursachen für die Entstehung von Gerüchten über Unternehmen

6.2 Auswirkungen von Gerüchten auf Unternehmen

6.3 Fragen im Vorfeld einer Reaktion

6.4 Handlungsalternativen zur Abwehr von Gerüchten

6.4.1 Das Dementi

6.4.2 Rechtliche Mittel

6.4.3 Das Gerücht verändern

6.4.4 Informationen zur Verfügung stellen

6.4.5 Schweigen

6.4.6 Vorsorge

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Relevanz negativer Unternehmensgerüchte und analysiert, welche Handlungsoptionen Unternehmen zur Verfügung stehen, um diesen effektiv zu begegnen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation der Entstehungsursachen, den psychologischen und ökonomischen Auswirkungen auf das Unternehmen sowie der Bewertung verschiedener Abwehrstrategien.

  • Psychologische und soziologische Grundlagen der Gerüchteentstehung
  • Einfluss von Massenmedien und Internet auf die Verbreitung von Gerüchten
  • Analyse der ökonomischen Konsequenzen wie Vertrauens- und Umsatzverlust
  • Kritische Bewertung von Reaktionsmöglichkeiten wie Dementi, rechtliche Schritte oder präventive Kommunikation

Auszug aus dem Buch

6.4.1 Das Dementi

Fühlen sich Unternehmen augrund negativer Gerüchte zu Unrecht angegriffen, ist der Drang nach einer sofortigen und umfassenden Richtigstellung meist sehr groß. Sich vorschnell für ein umfangreiches und aufsehenerregendes Dementi zu entscheiden, kann jedoch Nachteile mit sich bringen. In der Literatur ist man sich einig, dass ein Dementi ungewollt zu einer schnelleren Verbreitung beitragen kann. Denn mit einer Dementierungskampagne erreicht man nicht nur die Rezipienten, die bereits Kenntnis von dem Gerücht haben und vom Gegenteil überzeugt werden sollen, sondern auch jene, denen das Gerücht bis dahin unbekannt war. Die Problematik liegt darin, etwas zu bekämpfen, ohne dessen Existenz zu unterstreichen. Eine Wiederholung des Gerüchts im Rahmen des Dementis birgt neben der großen Reichweite zusätzliche Gefahren in sich. So werden die bei den Gerüchtekennern bereits im Gedächtnis gespeicherten Informationen des Gerüchteinhalts trotz der Verneinung ein weiteres Mal aufgefrischt.

Sie rufen erneut spontane Assoziationen des Unternehmens mit dem Gerücht hervor und werden von negativen Emotionen begleitet, die auch zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Dieser Bumerangeffekt zeigt laut Kapferer, dass nicht allein der Glaube sondern bereits die Emotionen, die durch den Gedanken an das Gerücht ausgelöst werden, einen Einfluss auf uns haben, selbst wenn uns das Dementi überzeugt. Durch Dementis werden daher keine Informationen gelöscht sondern viel mehr zusätzliche gespeichert. Des Weiteren können ungeschickte oder zu heftige Dementis den Eindruck einer Schutzbehauptung vermitteln oder als indirektes Schuldeingeständnis empfunden werden. Wer sich für eine öffentliche Richtigstellung entscheidet, muss sich daher auch über die negativen Wirkungen einer solchen Publicity im Klaren sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thematik, Fragestellung und Struktur: Einleitung in die Problematik unternehmensschädlicher Gerüchte und Definition der zentralen Forschungsfragen sowie des methodischen Aufbaus.

2. Definitionsversuche und Merkmale von Gerüchten: Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Definitionen und Identifikation der Kernmerkmale, wie Unsicherheit bezüglich Quelle und Wahrheitsgehalt.

3. Typologisierung von Gerüchten: Darstellung verschiedener Kategorisierungsansätze für Gerüchte, basierend auf Motiven, Entstehungsprozessen und Funktionen.

4. Der Prozess des Gerüchts: Analyse des Lebenszyklus eines Gerüchts sowie der psychologischen und soziologischen Faktoren, die zu seiner Entstehung und Verbreitung führen.

5. Das Gerücht in Massenmedien und Internet: Untersuchung der Rolle moderner Medientechnologien als Multiplikatoren für die Verbreitung und Verstärkung von Gerüchten.

6. Gerüchte in Bezug auf Unternehmen: Detaillierte Analyse von Ursachen, Auswirkungen und konkreten Handlungsalternativen für Unternehmen, inklusive Strategien wie Dementi, Vorsorge oder Schweigen.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung, insbesondere in sozialen Netzwerken.

Schlüsselwörter

Gerüchte, Unternehmenskommunikation, Krisenmanagement, Dementi, Wirtschaftspsychologie, Mundpropaganda, Internet, Reputation, Markenimage, Krisenkommunikation, Stakeholder, Vertrauensverlust, Informationsdefizit, Sozialpsychologie, Strategische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der unternehmensschädlichen Gerüchte, ihrer psychologischen und soziologischen Entstehung und der Frage, wie Unternehmen strategisch auf diese reagieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Typisierung von Gerüchten, den Lebenszyklus dieser Informationen, die Rolle der Massenmedien und des Internets als Verbreitungskanäle sowie spezifische Unternehmensreaktionen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Hauptfragestellung fokussiert sich darauf, wie Unternehmen, die sich mit negativen Gerüchten konfrontiert sehen, reagieren können und welche Handlungsoptionen in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern am erfolgversprechendsten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Bachelorarbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Theorien und Erkenntnisse der Wirtschaftskommunikation, Kommunikationspsychologie und -soziologie zusammengetragen und auf die Praxis der Unternehmenskommunikation angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Gerüchteprozesses und die praxisorientierte Analyse der Auswirkungen auf Unternehmen sowie der verschiedenen Abwehr- und Vorsorgestrategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das Dementi, Reputation, Informationsdefizit, Krisenkommunikation sowie der Einfluss digitaler Netzwerke auf die Verbreitung von Falschinformationen.

Welche Rolle spielt das Internet bei der Gerüchteverbreitung?

Das Internet fungiert als "Gerüchteküche" mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit und Multiplikatoreffekten, was die Abgrenzung zwischen Fakten und unbestätigten Meldungen erschwert und die Reichweite von Gerüchten massiv erhöht.

Warum ist ein Dementi oft problematisch?

Ein Dementi kann das Gerücht ungewollt weiter verbreiten, da es bisher Unwissende auf das Gerücht aufmerksam macht und bei der Zielgruppe negative Emotionen sowie spontane Assoziationen mit dem Thema auffrischt.

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Details

Title
Gerüchte in der Unternehmenskommunikation
Subtitle
Relevanz und Handlungsoptionen zur Abwehr extern kursierender negativer Unternehmensgerüchte
College
University of Applied Sciences Berlin
Course
Wirtschaftskommunikation
Grade
1,3
Author
Mandy Gernandt (Author)
Publication Year
2011
Pages
56
Catalog Number
V208597
ISBN (eBook)
9783656430575
ISBN (Book)
9783656434917
Language
German
Tags
gerüchte unternehmenskommunikation relevanz handlungsoptionen abwehr unternehmensgerüchte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Gernandt (Author), 2011, Gerüchte in der Unternehmenskommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208597
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