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Berufliche Weiterbildung für Menschen mit geringer Qualifikation - mehr Grenzen als Möglichkeiten?

Título: Berufliche Weiterbildung für Menschen mit geringer Qualifikation - mehr Grenzen als Möglichkeiten?

Trabajo Escrito , 2012 , 29 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Laura Bachmann (Autor)

Pedagogía - Formación profesional, capacitación profesional
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Aus dem Trend der deutschen Wirtschaft zur Spezialisierung auf hochwertige Güter
und Dienstleistungen resultieren veränderte Anforderungen an die Qualifikation der
Beschäftigten, wodurch die Arbeitskräftenachfrage in Richtung einer Höherqualifizierung
tendiert (vgl. Kalina 2005, S.15). Demzufolge verlieren die typischen Arbeitsplätze
für Menschen ohne Berufsabschluss, also Tätigkeiten mit geringen Qualifikationsanforderungen
konträr zu den qualifizierten Beschäftigungen zunehmend an
Bedeutung und werden infolgedessen immer mehr abgebaut (vgl. ebd.). Angesichts
dieses wirtschaftlichen Umbruchs stehen die Menschen mit geringer Qualifikation
vor einer Beschäftigungsmisere (vgl. Reinberg 2003, S.13). Aber wie können die
sog. „Modernisierungsverlierer“ jene erfolgreich bewältigen (ebd.)?
Der Grundtenor des beherrschenden Diskurses lautet, dass dem lebenslangen Lernen
und der beruflichen Weiterbildung in der „Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft“
eine Schlüsselfunktion bei der Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Chancengleichheit
sowie der Verbesserung der Integrationschancen zukommt (vgl. Dehnbostel
2008, S. 9). Demnach wird den Geringqualifizierten aufgrund der kompensatorischen
Funktion der Weiterbildung die Möglichkeit eingeräumt versäumte Bildungsmöglichkeiten
nachzuholen und somit einen Zugang zu existenzsichernder Arbeit
und sozialer Teilhabe in der Gesellschaft zu erhalten (vgl. Filla 2011, S. 102). Aber
wird diese ‚zweite Bildungsphase’ als Chance im Sinne einer Verbesserung der wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Lage der Menschen ohne beruflichen Abschluss
überhaupt wahrgenommen (Rosenbladt/ Bilger 2011, S. 206)? Die vorliegende Arbeit
stellt in Frage, dass diese Option von gering qualifizierten Menschen im umfangenden
Maß genutzt wird und stellt demgegenüber die These auf, dass es derzeit zu
viele Barrieren bzw. Grenzen gibt, die eine Weiterbildungsteilnahme der Geringqualifizierten
weitestgehend verhindern.
Zunächst erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „ gering qualifiziert“, um
eine definitorische Klarheit über den Untersuchungsgegenstand zu bekommen. Hierbei
werden auch die Kennzeichen der Gruppe von Menschen mit formal niedriger
Qualifikation eruiert.[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gering qualifiziert - Was heißt das überhaupt?

2.1 Merkmale der Zielgruppe

3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten

4. Das Weiterbildungsverhalten der Menschen mit geringer Qualifikation

4.1 Zwischenfazit

5. Gründe für die Nichtteilnahme an beruflicher Weiterbildung

6. Ansatzpunkte für die Förderung der Weiterbildungsaktivitäten Geringqualifizierter

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Barrieren, die Menschen mit geringer Qualifikation von der beruflichen Weiterbildung abhalten, und hinterfragt kritisch, ob Weiterbildung für diese Zielgruppe tatsächlich eine Chance zur Verbesserung ihrer Arbeitsmarktposition darstellt oder ob strukturelle Faktoren eine Teilnahme weitestgehend verhindern.

  • Definition und Merkmale gering qualifizierter Personen
  • Analyse der prekären Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten
  • Untersuchung des Weiterbildungsverhaltens und der spezifischen Zugangsbarrieren
  • Diskussion von Ansatzpunkten zur Förderung der Weiterbildungsaktivitäten

Auszug aus dem Buch

3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten

Seit mehreren Jahren haben sich die Risiken von gering qualifizierten Personen auf dem Arbeitsmarkt radikalisiert und ihre Erwerbschancen haben sich verringert (vgl. Solga 2005, S. 57). Die Gründe hierfür sind multikomplex. Zu nennen sind „[…] schlechtere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, gestiegene gesellschaftliche Bildungsstandards und sozialstrukturelle Veränderungen innerhalb der Gruppe gering qualifizierter Personen“ (ebd., S. 56).

Betrachtet man sich den Anteil der Geringqualifizierten an den Erwerbstätigen insgesamt, so hat sich dieser in den letzten Jahrzehnten beinahe halbiert. Der Anteil ging in Westdeutschland von 33, 4 % im Jahr 1976 auf 17,3 Prozent im Jahr 2009 zurück (s. Tab. 1 im Anhang).

Die Zunahme der Arbeitslosenquote gering qualifizierter erwerbsfähiger Personen seit Beginn der 90er Jahre verdeutlicht ebenfalls den Trend der schlechteren Arbeitsmarktchancen der Menschen ohne beruflichen Abschluss. 1991 betrug der Anteil der gering qualifizierten Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren, noch 15 Prozent, im Jahre 2009 ist er auf 21, 9 Prozent gestiegen (s. Abb. 2, S. 7).

Zudem klafft die Schere der Beschäftigungschancen zwischen den Menschen mit höheren und niedrigeren Qualifikationen seit Beginn der 90er immer weiter auseinander (vgl. Kalina/ Weinkopf 2005, S.1). Während die Akademiker in den letzten Jahren kaum von Erwerbslosigkeit betroffen sind (2009: 2,5 Prozent) und auch die mittlere Qualifikationsebene unterdurchschnittlich erwerbslos ist, haben sich die Arbeitsmarktchancen der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung zunehmend verschlechtert (s. Abb. 2, S. 7). Die Beschäftigungschancen steigen also parallel mit dem Qualifikationsniveau an. Derzeit sind die gering qualifizierten Personen überdurchschnittlich oft arbeitslos (vgl. Kapitel 2). Ihre Erwerbsverläufe sind demnach von Diskontinuität geprägt, ergo ein ständiges Wechselspiel von Beschäftigungs und Arbeitslosigkeitsphasen bestimmt ihre Arbeitsverläufe (vgl. Solga 2005, S. 17 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wirtschaftlichen Umbruch und die damit verbundene Beschäftigungsmisere für Menschen mit geringer Qualifikation, wobei die These aufgestellt wird, dass zu viele Barrieren eine Weiterbildungsteilnahme verhindern.

2. Gering qualifiziert - Was heißt das überhaupt?: Dieses Kapitel setzt sich mit der definitorischen Vielfalt des Begriffs der Geringqualifizierten auseinander und grenzt die Zielgruppe anhand formaler Qualifikationsniveaus ein.

2.1 Merkmale der Zielgruppe: Hier wird die hohe Heterogenität der Gruppe hinsichtlich Alter, Herkunft und Erwerbsbiografie sowie deren prekäre Stellung auf dem Arbeitsmarkt thematisiert.

3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten: Das Kapitel analysiert die verschlechterten Arbeitsmarktchancen und die zunehmende Arbeitslosigkeit von Menschen ohne beruflichen Abschluss im Vergleich zu höher Qualifizierten.

4. Das Weiterbildungsverhalten der Menschen mit geringer Qualifikation: Es erfolgt eine quantitative Analyse der Weiterbildungsbeteiligung, die verdeutlicht, dass der Bildungshintergrund die wichtigste Determinante für Teilhabechancen ist.

4.1 Zwischenfazit: Dieses Fazit resümiert, dass berufliche Weiterbildung die ihr zugeschriebene Kompensationsfunktion nicht erfüllt, sondern durch Selektionsmechanismen bestehende Disparitäten eher verfestigt.

5. Gründe für die Nichtteilnahme an beruflicher Weiterbildung: Das Kapitel arbeitet die vielschichtigen Barrieren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene heraus, die eine Weiterbildungsteilnahme der Zielgruppe verhindern.

6. Ansatzpunkte für die Förderung der Weiterbildungsaktivitäten Geringqualifizierter: Hier werden Empfehlungen vorgestellt, wie durch bessere Finanzierung, Transparenz, didaktische Anpassungen und Unterstützung durch das soziale Umfeld die Teilnahme gefördert werden kann.

7. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz der Zielsetzung der Inklusion die berufliche Weiterbildung weiterhin exkludierend wirkt und die Aktivierung dieser "Reservearmee" eine zentrale Herausforderung für die Zukunft bleibt.

Schlüsselwörter

Geringqualifizierte, berufliche Weiterbildung, Arbeitsmarkt, Weiterbildungsbarrieren, Bildungsungleichheit, Beschäftigungsfähigkeit, Qualifizierung, Lebenslanges Lernen, Selektionsmechanismus, Sozialstruktur, Weiterbildungsbeteiligung, Inklusion, Exklusion, Arbeitslosigkeit, Nachqualifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die prekäre Situation von Menschen mit geringer Qualifikation im Kontext der modernen Wissensgesellschaft und untersucht deren mangelnde Beteiligung an beruflicher Weiterbildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Definition der Zielgruppe, ihre Arbeitsmarktsituation, die Analyse ihres Weiterbildungsverhaltens sowie die Identifikation von Barrieren, die eine Teilnahme an Bildungsmaßnahmen erschweren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die These zu untermauern, dass strukturelle und subjektive Grenzen eine Weiterbildungsteilnahme der Geringqualifizierten verhindern und das Versprechen der "zweiten Bildungsphase" als Chance nur begrenzt eingelöst wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, bei der aktuelle Studien und statistische Berichte (wie das Berichtssystem Weiterbildung) ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Arbeitsmarktchancen der Zielgruppe, quantifiziert deren Weiterbildungsbeteiligung im Zeitverlauf und systematisiert die vielfältigen Hemmnisse, die eine aktive Weiterbildung verhindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Geringqualifizierte, Weiterbildungsbarrieren, Bildungsungleichheit, Selektionsmechanismen und die prekäre Arbeitsmarktsituation.

Wie wirkt sich die Arbeitsplatzqualität auf die Weiterbildung aus?

Da viele Geringqualifizierte in Jobs mit geringem Lerngehalt und hoher Standardisierung arbeiten, fehlen die nötigen Anreize und die betriebliche Förderung für eine Weiterbildung, was die Teilnahme zusätzlich mindert.

Welche Rolle spielen "negative Lernerfahrungen"?

Negative Erfahrungen in der Schulzeit führen bei der Zielgruppe oft zu einem gebrochenen Verhältnis zu formalen Bildungsinstitutionen, was Schwellenängste auslöst und das informelle Lernen am Arbeitsplatz attraktiver erscheinen lässt.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Berufliche Weiterbildung für Menschen mit geringer Qualifikation - mehr Grenzen als Möglichkeiten?
Universidad
University of Trier
Calificación
1,3
Autor
Laura Bachmann (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
29
No. de catálogo
V208657
ISBN (Ebook)
9783656362630
Idioma
Alemán
Etiqueta
Berufliche Weiterbildung Betriebliche Weiterbildung Menschen mit geringer Qualifikation Gering qualifiziert Niedrig qualifiziert Weiterbildungsverhalten Lebenslanges Lernen Wissensgesellschaft Beschäftigungsfähigkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Laura Bachmann (Autor), 2012, Berufliche Weiterbildung für Menschen mit geringer Qualifikation - mehr Grenzen als Möglichkeiten?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208657
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