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Vom Ehrenamt zur Selbsthilfegruppe

Title: Vom Ehrenamt zur Selbsthilfegruppe

Term Paper , 1997 , 15 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Maria-Margareta Weitzig (Author)

Social Work
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Das Vorhandensein einer grundsätzlichen Bereitschaft zum sozialen Engagement wird überwiegend an der Resonanz auf die traditionellen Angebote gemessen, wie zum Beispiel dem freiwilligen sozialen Engagement. Kommt durch die Individualisierung der Bürger die nachlassende Bereitschaft dazu ersatzlos zum Erliegen?
Neben den hier nicht berücksichtigten Formen der herkömmlichen individuellen und familialen Selbsthilfe haben sich neue Muster wechselseitiger Hilfe herausgebildet, wie sie sich u. a. in sozialen Selbsthilfegruppen finden. Traditionelle Werte von sozialem Engagement sind auf Anhieb in einer Selbsthilfegruppe nur schwer erkennbar. Aufopferung, zeitliche Unbegrenztheit, Zurückstellen der eigenen Person und Interessen bis hin zum Altruismus, wie sie sich in der ehrenamtlichen sozialen Tätigkeit zeigen haben hier keine Anwendung.
Der Rückgang traditioneller Normen als Triebfeder sozialen Engagements, der in den ersten beiden Teilen der vorliegenden Broschüre nachgezeichnet werden soll, muss allerdings nicht bedeuten, dass das Engagement in einer Selbsthilfegruppe nichts mehr mit freiwilligem sozialem Ehrenamt zu tun hat. Es soll vielmehr nachgewiesen werden, dass durch die Selbsthilfegruppe neue Formen freiwilligen sozialen Engagements entstanden sind, die sich vom traditionellen Ehrenamt in Motivation und Strukturen grundlegend unterscheiden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Merkmale und historische Entwicklung des sozialen Ehrenamts

III Rückgang traditioneller sozialer Hilfeleistung und ehrenamtlicher Tätigkeit

IV Zunehmender Bedarf an Lebenshilfen

V "Neues" soziales Engagement

VI Soziale Selbsthilfegruppen

a) Bestimmungselemente

b) Arbeitsweise

c) Motivation am Beispiel der Gruppenselbstbehandlung

VII Vom freiwilligen Ehrenamt zum solidarischen Handeln. Neue Begriffe für neue Formen freiwilligen sozialen Engagements

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel vom traditionellen, altruistisch geprägten sozialen Ehrenamt hin zu modernen Formen freiwilligen Engagements, insbesondere im Kontext von Selbsthilfegruppen. Dabei wird analysiert, wie sich Motivlagen, Strukturen und die Wahrnehmung von sozialer Verantwortung durch gesellschaftliche Individualisierungsprozesse verändert haben.

  • Historische Genese des sozialen Ehrenamts und seine institutionelle Einbindung.
  • Ursachen für den Rückgang traditioneller ehrenamtlicher Strukturen.
  • Die Entstehung neuer sozialer Bedürfnisse und Identitätskrisen in der Moderne.
  • Merkmale, Arbeitsweisen und Motivationsstrukturen sozialer Selbsthilfegruppen.
  • Der Übergang von der organisierten Fremdhilfe zur solidarischen Selbsthilfe.

Auszug aus dem Buch

c) Motivation am Beispiel der Gruppenselbstbehandlung

In Unterscheidung zum traditionellen Engagement haben sich die Motivlagen und die Hand lungsorientierungen verschoben.

Die Motive, sich einer SSG anzuschließen, resultieren in erster Linie aus sozialer oder see lischer Not, aus körperlicher Krankheit oder aus persönlichen Lebenskrisen. Bedürfnisse nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, nach Wiederaneignung von Kompeten zen und solidarischer Sozialveränderung entwikeln sich oftmals erst im Laufe der Grup penarbeit mittels kommunikativer Problem- und Konfliktbewältigungsstrategien. Triebfeder des sozialen Engagements wird zunehmend die eigene Betroffenheit, und aus ihrem Tun erwarten die engagierten Menschen einen Nutzen und Effekte für sich selbst. Unter dieser Voraussetzung entwickeln sie Solidarität, Verständnis und gegenseitige Hilfe.

Man lernt voneinander und miteinander, tauscht Erfahrungen aus, entlastet und ermutigt sich gegenseitig, um den Alltag besser bewältigen zu können, eine größere Stabilität und mehr Selbstvertrauen zu erlangen. Die Mitglieder übernehmen Verantwortung für sich, für die Gruppe und darüber hinaus für die Lösung von Problemen auf einer allgemeinen Ebene und dienen daher dem Gemeinwohl. Zudem drückt sich etwas Bedeutsames aus. Bei vielen Menschen hat sich die Auffassung vom "Helfen" ebenso gewandelt wie die Auffassung von "sich helfen lassen". Wie die Bereitschaft schwindet, "Schwachen" aus altruistischen Motiven auf der Grundlage humanitärer oder karitativer Werte zu helfen, schwindet auch die schicksalsergebene, devote, sich zu Dank verpflichtet fühlende Haltung der Hilfe Empfangenden "Schwachen".

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Wandels ehrenamtlicher Strukturen ein und stellt die These auf, dass Selbsthilfegruppen neue Formen des sozialen Engagements bilden.

II Merkmale und historische Entwicklung des sozialen Ehrenamts: Das Kapitel beleuchtet die Wurzeln des Ehrenamts am Beispiel des "Elberfelder Modells" und definiert das klassische ehrenamtliche Verständnis.

III Rückgang traditioneller sozialer Hilfeleistung und ehrenamtlicher Tätigkeit: Hier wird der qualitative und quantitative Rückgang traditioneller ehrenamtlicher Hilfsbereitschaft in Verbänden und Kirchen analysiert.

IV Zunehmender Bedarf an Lebenshilfen: Das Kapitel beschreibt, wie gesellschaftlicher Wandel und der Zerfall traditioneller Netzwerke den Bedarf an neuen, niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten erhöhen.

V "Neues" soziales Engagement: Es wird dargelegt, wie sich Motive hin zu Selbstverwirklichung und persönlicher Betroffenheit gewandelt haben.

VI Soziale Selbsthilfegruppen: Dieses Kapitel definiert soziale Selbsthilfegruppen als moderne Form der solidarischen Kooperation und erläutert deren Arbeitsweisen und Motivationsstrukturen.

VII Vom freiwilligen Ehrenamt zum solidarischen Handeln. Neue Begriffe für neue Formen freiwilligen sozialen Engagements: Das abschließende Kapitel fasst die Transformation vom "Selbsthelfer" zum neuen Staatsbürgertypus zusammen, der aktiv nach gemeinschaftlichen Lösungen sucht.

Schlüsselwörter

Ehrenamt, Soziales Engagement, Selbsthilfegruppe, Solidarität, Individuallisierung, Gruppenselbstbehandlung, Sozialer Wandel, Eigeninitiative, Bürgerschaftliches Engagement, Selbstverwirklichung, Lebenshilfe, Identitätswerkstatt, Problembewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des traditionellen, institutionell gebundenen Ehrenamts hin zu neuen, selbstbestimmten Formen der sozialen Unterstützung durch Selbsthilfegruppen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Ehrenamts, den Ursachen des Rückgangs traditioneller Hilfeformen, dem Anstieg individueller Krisen sowie der Analyse der Struktur von Selbsthilfegruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Rückgang traditioneller ehrenamtlicher Arbeit nicht den Wegfall von Hilfsbereitschaft bedeutet, sondern in eine neue Form solidarischen Handelns mündet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse soziologischer Fachliteratur sowie vorhandener empirischer Daten und Berichte über den Wandel des freiwilligen Engagements.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die Gründe für den Rückgang des klassischen Ehrenamts und die spezifischen Merkmale sowie Motivationslagen innerhalb von Selbsthilfegruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind: Soziales Ehrenamt, Selbsthilfegruppe, Solidarität, Individualisierung und gesellschaftlicher Wandel.

Inwiefern unterscheiden sich moderne Selbsthilfegruppen vom traditionellen Ehrenamt?

Im Gegensatz zum klassischen Ehrenamt, das oft altruistisch und institutionsgebunden ist, basieren Selbsthilfegruppen auf gemeinsamer Betroffenheit, Austauschprinzipien und dem Ziel der persönlichen Problemlösung.

Warum kann eine "verordnete" Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe problematisch sein?

Wenn die Teilnahme nicht auf eigenem Antrieb basiert, werden die grundlegenden Prinzipien der Selbsthilfe untergraben, da die betroffene Person den Anschluss an die Gruppe nicht finden kann und als Störfaktor wirken kann.

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Details

Title
Vom Ehrenamt zur Selbsthilfegruppe
College
University of Bremen  (Sozialarbeitswissenschaften)
Grade
sehr gut
Author
Maria-Margareta Weitzig (Author)
Publication Year
1997
Pages
15
Catalog Number
V20899
ISBN (eBook)
9783638246583
ISBN (Book)
9783638747431
Language
German
Tags
Ehrenamt Selbsthilfegruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria-Margareta Weitzig (Author), 1997, Vom Ehrenamt zur Selbsthilfegruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20899
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