Entstehung und Veränderung von Vorurteilen unter Schülern

Vorurteil: Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund für "dumm"


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Arbeitsfeld der Schulsozialpädagogik

3. Vorurteil: ‚Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshinter-
grund für dumm‘
3.1 Erklärungsansätze
3.1.1 Kognitiver und sozialkognitiver Ansatz
3.1.2 Motivationale Ansätze
3.2 Interventions –und Präventionsmaßnahmen
3.2.1 Die Kontakthypothese
3.2.2 PARTS- Programm zur Förderung von Akzeptanz, Respekt, Toleranz
und sozialer Kompetenz

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Im Vorgespräch des Blockseminars „Entstehung und Veränderung von Vorurteilen und deren Bedeutung für das pädagogische Handeln“ wurde die Aufgabe an die Seminarteilnehmer übergeben, in Gruppen ein Vorurteil auszuwählen und anhand diesem einen Fragebogen zu konstruieren und anzuwenden. Die Ergebnisse der Befragung wurden dann am ersten Tag des Seminars vorgestellt. Desweiteren wurden den Seminarteilnehmern die Grundlagen über Vorurteile nahe gebracht. Am zweiten Tag kam die Thematik der Entstehung von Vorurteilen zum Gespräch, außerdem wurde ein Gruppenpuzzle zu Vorurteilen bei Kindern und Jugendlichen und zu den Risikofaktoren einer negativen Einstellungsentwicklung durchgeführt.

Ein Vorurteil beschreibt „Eine abwertende Einstellung oder Antipathie gegenüber bestimmten sozialen Gruppen oder ihren Mitgliedern“ (Stroebe & Hewstone, 2007, S. 489), kann aber auch positiv gemeint sein. Da jedoch die Meisten mit dem Begriff ‚Vorurteil‘ etwas Negatives assoziieren, ist in dieser Arbeit das Wort ‚Vorurteil‘ auch stets negativ konnotiert.

Wirft man einen Blick in unsere Gesellschaft, so wird ersichtlich, dass Vorurteile gegenüber den unterschiedlichsten sozialen Gruppen existieren. Dies wurde auch durch die im Rahmen des Seminars durchgeführten Befragungen mithilfe von Fragebögen deutlich. So herrschen z.B. Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit schwarzer Hautfarbe, bestimmten Studiengängen bzw. Berufszweigen u.v.m.

M.E. ist es so, dass viele Menschen gar nichts bzw. nur sehr wenig mit denjenigen persönlich zu tun haben, über die sie negative vorgefasste Meinungen hegen. Die Vorurteile entstehen meiner Meinung nach auch häufig dadurch, dass Medien über schlechtes Verhalten einer bestimmten Gruppe berichten, so z.B. über türkische U- Bahn- Schläger. Dies stellt m.E. einen Grund dafür da, dass Menschen Vorurteile gegenüber türkischen Mitmenschen entwickeln. Ist dies einmal geschehen, so ist es sehr schwer und oft sogar unerreichbar für einzelne türkische Menschen, sich in unser Leben zu integrieren. Denn wir gehen dann auf einzelne Zugehörige der vorurteilsbelasteten Gruppe mit einer Generalisierung zu und nehmen nicht wahr, dass sich diese Individuen - trotz der Zugehörigkeit - von der Gruppe unterscheiden können (ebd.).

Im Verlauf dieser Arbeit soll auf das Vorurteil im Arbeitsfeld der Schulsozialpädagogik eingegangen werden: ‚Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund für dumm‘.

Nachdem das Arbeitsfeld der Schulsozialpädagogik benannt und das Vorurteil erläutert wurde, werden zwei Erklärungsansätze für dieses Vorurteil dargestellt, sowie Präventions- bzw. Interventionsmaßnahmen.

2. Das Arbeitsfeld der Schulsozialpädagogik

Abb. 1: Aufgabenbereich der

Schulsozialpädagogik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch folgende Abbildung soll die allgemeine Ansiedlung des Arbeitsfeldes der Schulsozialpädagogik dargestellt werden:

Die Schulsozialpädagogik gehört zur Institution Schule und

fokussiert sich auf die Arbeit – wie aus nebenstehender Ab-

bildung ersichtlich wird – mit Schülern, Lehrern und Eltern.

Sie kommt bei konfliktbelasteten Situationen zum Einsatz,

z.B. bei Problemen zwischen Schülern und Lehrern.

Schulsozialpädagogik vermittelt also zwischen den drei Personengruppen, welche zum Schulalltag gehören. Außerdem ist es Aufgabe der Schulsozialpädagogik, spezielle Programme zu arrangieren, mit welchen z.B. Lernbarrieren und negativ auffallendes Verhalten abgebaut und verhindert werden können (Rossmeissl, 2006). Dazu zählt m.E. z.B. Konzentrationstraining und die Förderung der Fähigkeiten in der Streitschlichtung.

„Schulsozialpädagogik unterstützt durch ihre Arbeit auch den Erziehungsauftrag der Schule. Die Grundlage von Schulsozialpädagogik ist professionelles Handeln. Sie ist eine zusätzliche Maßnahme, die die pädagogische Qualität der Schule weiterentwickelt und das Repertoire pädagogischer Arbeitsformen und Lernchancen erweitert“ (ebd., S. 202).

Die Aufgaben der Schulsozialpädagogik liegen zum einen darin, die Fähigkeiten der Schüler im mit- und zwischenmenschlichen Bereich zu verbessern. Die Schüler sollen also lernen, das Miteinander human und friedlich zu gestalten, für ihr Handeln einzustehen und andere so zu akzeptieren, wie sie sind. Außerdem soll die Reflektion des eigenen Selbst der Schüler angeregt und weiterentwickelt werden. Dazu gehört meiner Meinung nach z.B., Fehler einzugestehen, aber auch positive Dinge über sich selbst darzustellen. Desweiteren soll die Identitätsfindung und innere Konfliktbewältigung gefördert werden. Zum anderen sollen Schüler das ‚Lernen lernen‘, also bestimmte Techniken entwickeln, welche es erleichtern, sich den Schulstoff einzuprägen und diesen dann auch anzuwenden.

Die soeben angeführten Aufgaben der Schulsozialpädagogik sollen Schülern die Voraussetzungen dazu schaffen, die Anforderungen und Hindernisse der Institution Schule gekonnt zu bewältigen und einen bestmöglichen Abschluss zu erzielen. Auch die Förderung der Sozialkompetenzen ist für den Alltag der Schüler zu gebrauchen und ist m.E. v.a. für einen zukünftigen Beruf unbedingt notwendig.

Doch auch über die Schule hinaus wird die Schulsozialpädagogik wirksam, denn diese nimmt sich zusätzlich die soziale Abstammung der Kinder und Jugendlichen zu Herzen und untersucht deren Auswirkung auf das alltägliche Leben. Überdies wird bei sozial benachteiligten Schülern versucht, die Eingliederung und das Niveau der Lebensweise zu steigern (ebd.).

Im dargestellten Arbeitsfeld existieren m.E. viele unterschiedliche Vorurteile. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll im Konkreten folgendes Vorurteil behandelt werden: ‚Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund für dumm. ‘

3. Vorurteil: ‚Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund für dumm‘

Betrachtet man die Bevölkerung in Deutschland, so wird ersichtlich, dass in keinem anderen EU- Land so viele Ausländer leben, wie in Deutschland (Springer, 2011). Deswegen besuchen auch viele Kinder mit Migrationshintergrund zusammen mit einheimischen Kindern die deutschen Schulen. M.E. darf behauptet werden, dass innerhalb der Schule viele Vorurteile existieren und somit auch welche von deutschen Schülern gegenüber ausländischen Kindern. Aufgrund der Andersartigkeit, sprich anderen Sitten und v.a. anderer Sprache etc. fällt es vielen Schülern mit Migrationshintergrund meiner Meinung nach schwer, sich in das deutsche Schulsystem einzugliedern, weshalb die Leistungen dieser oftmals schlechter ausfallen als die der deutschen Schüler. Doch deswegen darf noch lange nicht davon ausgegangen werden, dass alle Kinder mit Migrationshintergrund von Natur aus schlechter in der Schule - oder um es banal auszudrücken - dumm sind. Doch genau dies wird meiner Meinung nach von vielen angenommen, denn „[…] bereits Kinder im Vorschulalter [können] negative Empfindungen, feindselige Gedanken oder abwertende Verhaltensweisen gegenüber Altersgenossen, die fremden sozialen Gruppen angehören, aufweisen“ (Raabe & Beelmann, 2009, S. 114).

Nebenstehende Abbildung zeigt den vermuteten Verlauf von Vorurteilen bezogen auf das Alter. So haben Kinder im Alter von ca. sechs bis sieben Jahren die meisten Vorurteile, ein weiterer Hochpunkt liegt im Alter von ca. 14

bis 15 Jahren (ebd.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Entwicklungsverlauf von Vorurteilen

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Veränderung von Vorurteilen unter Schülern
Untertitel
Vorurteil: Deutsche Schüler halten ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund für "dumm"
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V209211
ISBN (eBook)
9783656371274
ISBN (Buch)
9783656371748
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, veränderung, vorurteilen, bereich, schulsozialpädagogik, vorurteil, deutsche, schüler, klassenkameraden, migrationshintergrund
Arbeit zitieren
Julia Trebes (Autor), 2012, Entstehung und Veränderung von Vorurteilen unter Schülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209211

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