Einen wichtigen Beitrag zu der Suche nach dem Naturgesetzbegriff leistete David Hume in seinem „Ein Traktat über die menschliche Natur“ und seiner „Untersuchung über den menschlichen Verstand“. Seine Regularitätstheorie war die Grundlage für viele weitergehende Überlegungen. Diese Hausarbeit konzentriert sich auf eine modernere Auseinandersetzung mit der Regularitätstheorie. David Malet Armstrong veröffentlichte 1983 seine Monographie „What is a law of Nature?“. Die deutsche Übersetzung „Was ist ein Naturgesetz?“ erschien 2004 und soll die Grundlage dieser Hausarbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Regularitätstheorie
3. Armstrongs Kritik an Humes Regularitätstheorie
3.1 Sind alle Humeschen Regularitäten Naturgesetze?
3.2 Sind alle Naturgesetze Humesche Regularitäten?
3.3 Probleme trotz Idealbedingungen
4. Fazit
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Argumentation von David Malet Armstrong gegen David Humes Regularitätstheorie der Naturgesetze. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob Armstrongs Kritikpunkte Humes Konzeption erfolgreich widerlegen können oder ob sie Schwächen in der eigenen Argumentationsführung aufweisen.
- Grundlagen der Humeschen Regularitätstheorie
- Kritik an der Gleichsetzung von Regularitäten und Naturgesetzen
- Problematik uninstantiierter Naturgesetze
- Auseinandersetzung mit Wahrscheinlichkeits- und Funktionsgesetzen
Auszug aus dem Buch
3.1 Sind alle Humeschen Regularitäten Naturgesetze?
Armstrong beginnt seine Kritik mit dem Problem von Einzelfall-Einförmigkeiten. Humes Konzeption von Naturgesetzen reduziert sie auf Regularitäten, im Folgenden Humesche Regularitäten genannt. Dies bringt Schwierigkeiten mit sich, da dies zum Teil dem allgemeinen Verständnis von Naturgesetzen zuwider läuft. Es kann Humesche Regularitäten geben, die allgemein nicht als Naturgesetze angesehen werden.
Was Armstrong allerdings im ersten Abschnitt seiner Kritik anbringt, scheint an Humes Argumentation vorbeizulaufen. Armstrong bringt an, dass sich wahrscheinlich jeder Gegenstand von jedem anderen in seinen Eigenschaften unterscheidet. Zumindest eine individuierende Verbindung von Eigenschaften sei vermutlich jedem Einzelding eigen. Damit meint Armstrong eine „Verbindung von Eigenschaften, die so beschaffen ist, dass jene Einzelheit diese Verbindung instantiiert und sonst nichts.“
Daher müsse es unendlich viele Humesche Regularitäten geben, wenn solche Einzelfall-Regularitäten zugelassen würden. Tatsächlich spricht Hume selbst aber immer wieder von „species of events“ und will auf diese Weise vermutlich deutlich machen, dass auch er solche Fälle nicht als Naturgesetze und somit auch nicht als Humesche Regularitäten bezeichnen würde. Hier liegt also ein nicht unerhebliches Problem vor, allerdings scheint Hume dies erkannt zu haben. Seine Antwort auf diesen Fall bleibt dabei jedoch unklar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Naturgesetzbegriffs ein und umreißt die Zielsetzung der Hausarbeit, insbesondere die Untersuchung von Armstrongs Kritik an Humes Regularitätstheorie.
2. Die Regularitätstheorie: Das Kapitel erläutert Humes Auffassung, dass Naturgesetze keine notwendigen Verbindungen darstellen, sondern als beobachtete Regelhaftigkeiten in der Natur zu verstehen sind.
3. Armstrongs Kritik an Humes Regularitätstheorie: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Argumente Armstrongs, darunter die Frage nach Einzelfall-Regularitäten und nicht-instantiierte Gesetze.
3.1 Sind alle Humeschen Regularitäten Naturgesetze?: Hier wird Armstrongs Kritik an der weiten Definition von Humeschen Regularitäten diskutiert, die möglicherweise auch rein lokale Einförmigkeiten als Naturgesetze auslegen würde.
3.2 Sind alle Naturgesetze Humesche Regularitäten?: Der Abschnitt behandelt Armstrongs Versuch aufzuzeigen, dass es Naturgesetze geben könnte, die die Kriterien einer Humeschen Regularität nicht erfüllen, beispielsweise durch lokale Einförmigkeiten.
3.3 Probleme trotz Idealbedingungen: Dieses Kapitel prüft Armstrongs These, dass die Regularitätstheorie selbst bei idealen Voraussetzungen vor unlösbaren Problemen, wie dem Haufen-Paradox, steht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Armstrong wichtige Einwände vorbringt, seine eigene Kritik jedoch an vielen Stellen lückenhaft und unzureichend fundiert bleibt.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Regularitätstheorie und Armstrongs Kritik.
Schlüsselwörter
David Hume, David Malet Armstrong, Regularitätstheorie, Naturgesetz, Notwendige Verbindung, Einförmigkeit, Induktion, Kontrafaktische Aussagen, Wahrscheinlichkeitsgesetze, Einzelfall-Regularität, Metaphysik, Erfahrung, Erkenntnistheorie, Logik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung zwischen David Malet Armstrong und David Hume bezüglich der Definition und Gültigkeit von Naturgesetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die Regularitätstheorie, die Problematik der notwendigen Verbindung, die Rolle der Induktion sowie die Kritik an uninstantiierten Naturgesetzen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Stärken und Schwächen von Armstrongs Kritik an Humes Regularitätstheorie herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Einwände gegen Hume stichhaltig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Literaturrecherche, bei der sie Armstrongs Monographie „Was ist ein Naturgesetz?“ mit den Originaltexten von Hume konfrontiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die prüfen, ob Humes Regularitäten stets Naturgesetze sind, ob alle Naturgesetze in sein Schema passen und inwieweit die Theorie bei idealen Bedingungen versagt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Regularitätstheorie, Naturgesetz, Induktion, notwendige Verbindung und erkenntnistheoretische Skepsis charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin Armstrongs Einwand der „lokalen Einförmigkeit“?
Die Autorin sieht diesen Einwand kritisch, da Armstrong keine realen Beispiele anführen kann und die Argumentation potenziell jede Naturgesetztheorie vor Probleme stellen würde.
Warum hält die Autorin Armstrongs Kritik an manchen Stellen für „trotzig“?
Die Autorin empfindet Armstrongs Bemühen, die Rationalität induktiver Schlüsse zu beweisen, als trotzig, da diese Argumente erst vorgebracht werden, nachdem seine direkten Widerlegungsversuche nicht zum Erfolg führen.
- Citation du texte
- Sophie Pahl (Auteur), 2010, David Malet Armstrongs Kritik an Humes Regularitätstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209387