Konflikte in Projekten. Arten und Strategien zur Bewältigung


Hausarbeit, 2010

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Begriffsbestimmungen und Zusammenhänge
2.1 Definition eines Konfliktes
2.2 Begriffsbestimmung eines Projektes
2.2 Zusammenhang zwischen Konflikten und Projekten
2.3 Definition Projekt-/Konfliktmanagement
2.4 Begriffsbestimmung Konfliktlösung

3 Konflikte in Projekten und deren Bewältigung
3.1 Ursachen/Symptome von Konflikten
3.2 Konfliktarten
3.3 Schadens-/Nutzenpotential von Konflikten
3.4 Eskalation von Konflikten
3.5 Strategien zur Konfliktbewältigung/Umgang mit Konflikten
3.5.1 Prävention
3.5.2 Konflikterkennung
3.4.3 Mögliche Strategien zur Konfliktbewältigung

4 Schlusswort

5 Literaturverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Mögliche Ursachen von Konflikten

Abbildung 2: Drohungsdreieck nach Glasl

Abbildung 3: Mögliche Frühwarnindikatoren

Abbildung 4: Methoden zur Konfliktbewältigung

1 Einleitung

Konflikte begegnen uns jeden Tag, in den verschiedensten Situationen und es ist kaum/nicht möglich sie zu vermeiden. Sie repräsentieren einen bestimmten Ausschnitt aus der alltäglichen Lebenspraxis1 und treten in mehr oder minder schwerwiegenden Formen auf. Die Ursachen für Konflikte können genauso unterschiedlich sein wie deren Art, Auswirkung (negativ als auch positiv) und die strategischen Möglichkeiten ihrer Behandlung/Bewältigung.

1.1 Problemstellung

Auch im Berufsleben und im speziellen in Projekten2 sind Konflikte unvermeidbar, z.B. wenn mehrere Beteiligte um eine bestimmte Rolle/Position konkurrieren. Nur die wenigsten Schwierigkeiten entstehen in Projekten durch Technik, viel mehr menschliche Probleme sind die Ursache von Verzögerungen, Überziehungen des Budgets, Misserfolg3 oder anderen weitreichenden negativen Konsequenzen, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Ein umfangreiches Konfliktmanagement ist von Nöten, um Konflikten präventiv entgegenzuwirken oder sie durch strategische Maßnahmen ohne größere Schäden bewältigen bzw. die positiven Begleiterscheinungen für sich nutzen zu können. Neben den möglichen negativen Folgen, wie z.B. Lähmung, Motivationsverlust, Unproduktivität und Frustration4 können Konflikte nämlich auch Potentiale, Kreativität und Innovativität freisetzen, Probleme, Fehler und Irrtümer aufdecken und damit zu Qualitätsverbesserungen führen und auch die Chance für Veränderungen und Lerneffekte zur Weiterentwicklung sein. Entscheidend ist, wie mit den Konflikten umgegangen wird. Im Projektumfeld soll das Konfliktmanagement deshalb einen Rahmen für eine nutzbringende und förderliche Konfliktkultur bilden.

„ Entscheidend ist, dass Konflikte nicht weiter eskalieren. Konstruktive Konfliktbearbeitung dient dazu, dies zu verhindern"5.

Konflikte müssen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zu deren Bewältigung veranlasst werden. So können negative Auswirkungen vermieden/verringert und positive Begleiterscheinungen zur Steigerung der Ergebnisqualität genutzt werden.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser ein umfassendes Verständnis zu vermitteln, welche Arten von Konflikten in Projekten auftreten können, wie diese entstehen, wie sie sich auswirken und welche Möglichkeiten der Konfliktbewältigung bzw. -prävention möglich sind. Dabei sollen die bekannten Konfliktursachen vorgestellt und die -arten typologisch voneinander abgegrenzt werden. Anschließend werden für diese verschiedenen Konflikttypen Möglichkeiten der Prävention und Strategien zur Behandlung der Konflikte vorgestellt.

1.3 Vorgehensweise

Der folgende Abschnitt (2) soll zunächst die Grundlagen von Konflikten in Projekten beschreiben. Die Begrifflichkeiten (Projekt, Konflikt) sollen dabei beschrieben und anschließend in Zusammenhang gebracht werden. Außerdem werden die Begriffe Projekt- und im speziellen Konfliktmanagement vorgestellt. In Abschnitt 3 sollen die möglichen Konflikttypen genannt und verschiedene Ursachen der Entstehung dieser Konflikte und deren Symptome sowie negative als auch positive Auswirkungen aufgezeigt werden. Des Weiteren sollen präventive Maßnahmen wie auch strategische Maßnahmen zur Konfliktbewältigung genannt und erläutert werden.

2 Begriffsbestimmungen und Zusammenhänge

Im Folgenden sollen die wichtigsten Begriffe definiert und in Zusammenhang gebracht werden.

2.1 Definition eines Konfliktes

Bei Menschen, die zusammen leben bzw. arbeiten entstehen früher oder später unvermeidbare Spannungen und resultieren (fast) unumgänglich in Konflikten. Diese treten auf, da jede einzelne Person eigene Ziele, Bedürfnisse, Erwartungen und Wertvorstellungen hat, die er/sie verwirklichen möchte. Die unterschiedlichen Ziele, Bedürfnisse, Erwartungen und Wertvorstellungen führen zu verschiedenen - meist in Widerspruch stehenden - Handlungen. Bei konkurrierenden und nicht vereinbaren Vorstellungen der Beteiligten kommt es zum Konflikt6. Aus wissenschaftlicher Sicht existiert kein einheitlicher Konfliktbegriff7.

Laut Glasl ist ein „ sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken/ Vorstellen/ Wahrnehmen und/ oder Fühlen und/ oder Wollen mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren) in der Art erlebt, - dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge."8

Der Duden beschreibt einen Konflikt als „ Zusammenstoß, Zwiespalt, Wiederstreit". Nach Tillet/French kann von einem Konflikt gesprochen werden, wenn die Bedürfnisse und Wertvorstellungen von mehreren Projektbeteiligten voneinander abweichen9. Patzak/Rattay erweitern die Definition des Konflikt-Begriffes wie folgt:

„ Ein Konflikt ist eine Situation, in der unterschiedliche Erwartungen von Personen aufeinanderprallen. Zumindest eine Partei fühlt sich dabei in der Erreichung der persönlichen Ziele eingeschränkt. Daraus entsteht eine massive emotionale Betroffenheit, die eine sachliche Verhandlung unmöglich macht. “

Alle genannten Begriffsdefinitionen unterscheiden sich inhaltlich nicht großartig voneinander, größtenteils nur im Wortlaut.

2.2 Begriffsbestimmung eines Projektes

Aufgrund der schwierigen Grundvoraussetzungen in Projekten und dem mit Projekten verbundene Veränderungsdruck, sowie die Einzigartig- und Neuartigkeit des Vorhabens und die Unterschiede zum Routinebetrieb, die viele Reibungsflächen ermöglichen, sind Projekte typischerweise wesentlich stärker mit Konflikten belastet, als Arbeit in der Linie10.

Ein Projekt ist „ ein einmaliger Prozess, der aus einem Satz von abgestimmten und gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs-und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit, Kosten und Ressourcen ein Ziel zu erreichen, das spezifische Anforderungen erfüllt"11

Es handelt sich bei einem Projekt also um ein Vorhaben, bei dem innerhalb eines definierten Zeit- und Budgetrahmens ein festgelegtes Ziel erreicht werden soll. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es ein neuartiges und einmaliges Vorhaben ist. Aufgrund der genannten Eigenschaften eines Projekts, birgt ein solches - im Gegensatz zu regelmäßigen und größtenteils identischen „Business as Usual"-Aktivitäten - ein höheres Risiko des Scheiterns.

2.2 Zusammenhang zwischen Konflikten und Projekten

Ein Projekt ist wie bereits erwähnt „Nährboden" für Konflikte. Häufig kommt es zu Konflikten mit den verschiedensten Beteiligten im Projektumfeld (Stakeholdern): Mit Kunden oder Auftraggebern zu Differenzen bezüglich des Umfangs oder bestimmter Inhalte, mit Lieferanten über die Verfügbarkeit von Ressourcen bzw. Zulieferleistung oder mit Teammitgliedern über deren Arbeitsleistung12. Konflikte im Projekt sind (meist) unvermeidbar und kosten wertvolle Zeit bzw. reduzieren häufig die Ergebnisqualität. (Potentielle) Konflikte müssen deshalb wie Risiken (regelmäßig) behandelt werden. Ein umfangreiches Konfliktmanagement muss im Rahmen des Projektmanagements definiert werden.

2.3 Definition Projekt-/Konfliktmanagement

Damit Konflikte nicht zu einer Gefährdung des Projekterfolgs werden, müssen sie rechtzeitig erkannt, richtig analysiert und konstruktiv bearbeitet werden. Diese systematische Vorgehensweise wird unter dem Begriff Konfliktmanagement zusammengefasst.

„ Konfliktmanagement bedeutet, dass sich die Interventionen hauptsächlich auf den Konfliktprozess richten, so dass die Konflikte einen guten Verlauf nehmen. Es wird mit einer Verbesserung der Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Konfliktparteien versucht, die gegenseitige Aggressionssteigerung zu durchbrechen. Oft liegt dem Konfliktmanagement die Auffassung zugrunde, dass Gegensätze wesentliche Elemente des sozialen Lebens sind und deshalb die Konfliktparteien lernen sollten, mit ihnen weniger destruktiv umzugehen"13.

In der Projektarbeit treten zwar immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Stakeholdern auf, jedoch ist es möglich sie durch Projektmanagement rechtzeitig zu erkennen und einfach zu handhaben. Das Projektmanagement ist eine Führungskonzeption, die dazu dient, Projekte zielorientiert und effizient abzuwickeln. Dazu gehören organisatorische, methodische und zwischenmenschliche Aspekte - unter anderem das Konfliktmanagement14. Die Aufgabe des Konfliktmanagements ist darin begründet, Konfliktursachen im Hinblick auf die Erfüllung der Projekt zu beeinflussen und bereits ausgebrochene Konflikte zu behandeln/lösen.

2.4 Begriffsbestimmung Konfliktlösung

Unter dem Begriff Konfliktlösung versteht man das Eingreifen, das positiv auf die Konfliktsituation einwirkt und eine Deeskalation des Konfliktes zum Ziel hat.

„ Konfliktlösung wirkt auf den Konfliktprozess ein, durch Klärung der Vorstellungen und Haltungen der Parteien oder durch wirksame Beeinflussung der Bedingungen für eine De-Eskalation des Konfliktprozesses"15.

3 Konflikte in Projekten und deren Bewältigung

Nachdem in Abschnitt 2 der Konfliktbegriff und alle relevanten Zusammenhänge näher definiert wurden, sollen nun die verschiedenen Konfliktarten, deren mögliche Ursachen und Symptome vorgestellt und Methoden zu deren Bewältigung bzw. Prävention genannt und beschrieben werden.

3.1 Ursachen/Symptome von Konflikten

Tritt während eines Projektes ein Konflikt auf, so muss dieser schnell erkannt und die Ursache/n gefunden werden, um ihn in einer angebrachten Art und Weise lösen zu können. Ein Konflikt kann aus den verschiedensten Gründen entstehen. Abbildung 1 soll einen Überblick über (die im Folgenden näher erläuterten) mögliche Konfliktursachen geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Mögliche Ursachen von Konflikten16

3.1.2 Konfliktursache: Interessen

In Projekten arbeiten Menschen mit den verschiedensten Charaktereigenschaften zusammen und verfolgen genauso unterschiedliche Ziele. Diese Gegebenheit ist eine potentielle Ursache eines Konfliktes im Projekt. Interessen aus dem näheren Umfeld, wie z.B. die Vorstellungen von Vertragspartnern, konkurrieren mit den persönlichen Interessen der Projektteilnehmer. Wenn die Stakeholder des Projektes nicht die Anerkennung bekommen, die ihnen (ihrer Meinung nach) zusteht, erhöht sich das Konfliktpotential innerhalb des Projektteams. Der Einsatzwille und die Leistungsbereitschaft der betroffenen Mitarbeiter sinkt, die Ergebnisqualität des Projektes leidet. Auch Einfluss, Gemeinwohl oder Macht sind mögliche Symptome eines Interessenskonfliktes. Vor allem Interessen, die von den betroffenen Projektbeteiligten nicht geäußert werden sorgen für ein hohes Konfliktpotential, da hier Motive für ein bestimmtes Handeln/Verhalten nicht direkt für alle nachvollziehbar sind.

[...]


1 vgl. (Oechsler, 1995), S. 9

2 Laut DIN69901 ist ein Projekt "ein Vorhaben, das im wesentlichen durch eine Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist."

3 vgl. (Kellner, 2000), S. 7

4 vgl. (Rademacher & Philipp, 2002), S. 56

5 vgl. (Rademacher & Philipp, 2002), S. 18

6 vgl. (Heeg, 1993), S. 105

7 vgl. (Heeren & Schild, 2003), S. 84

8 vgl. (Glasl, Selbsthilfe in Konflikten, 1998), S. 14f

9 vgl. (Tillett & French, 2006), S. 17

10 vgl. (Patzak & Rattey, 2008), S. 368f

11 vgl. (Deming, 2005), abgerufen am 04.05.2010

12 vgl. (Projekt Management Beratung, 2009), abgerufen am 04.05.2010

13 vgl. (Glasl, Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, 2002), S. 20

14 vgl. (Coach Academy: Managementtechniken, 2010), abgerufen am 20.05.2010

15 vgl. (Glasl, Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, 2002), S. 20

16 Nach Vorlage von (Cronenbroeck, 2008), S. 205

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Konflikte in Projekten. Arten und Strategien zur Bewältigung
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Projektmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V209466
ISBN (eBook)
9783656374411
ISBN (Buch)
9783656375593
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Projektmanagement, Konflikte, Projekt, Konflikte im Projekt, Management, Bewältigung, Konfliktmanagement, Ursachen, Symptome
Arbeit zitieren
Benjamin Vorwalder (Autor), 2010, Konflikte in Projekten. Arten und Strategien zur Bewältigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209466

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