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Der UN-Global Compact als Gestaltungsmöglichkeit von Global Governance

Am Beispiel des GTZ-VW-Projektes „Verbesserung des Arbeitsschutzes bei Zulieferern in Mexiko, Brasilien und Südafrika“

Título: Der UN-Global Compact als Gestaltungsmöglichkeit von Global Governance

Trabajo Escrito , 2011 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Martin Schröter (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Als Kofi Annan am 31. Januar 1999 auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos den „Global Compact“ ins Leben rief, schufen die Vereinten Nationen (UN) eine innovative Form von „Global Governance“, mit der sie erstmals Akteure aus der Wirtschaft darum warb, auf freiwilliger Basis und in Zusammenarbeit mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren Maßnahmen zu einer umfangreichen gesellschaftlichen Verantwortung zu ergreifen.
Annan richtete sich mit dem Global Compact insbesondere an multinationale Unternehmen (MNU), denen eine besondere Bedeutung für die Weltwirtschaft und damit verbunden eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung von Umweltschutz sowie Arbeits- und Sozialstandards zukommt.
Begreift man Global Governance als Gerüst gesellschaftlicher Selbstregulierung, an der nicht-staatliche Akteure wie Unternehmen, NGOs und Gewerkschaften beteiligt sind, so kann der UN-Global Compact als eine Form von Global Governance par excellence gedeutet werden.
Vor allem mithilfe so genannter Public-Private-Partnerships (PPP) soll es gelingen zur „Stärkung regulativer Kapazitäten in Entwicklungsländern“ (Beisheim/Fuhr 2008: 16) beizutragen, indem globale Governancestrukturen in regionale Kontexte implementiert werden. Gleichzeitig kommt dem Global Compact auch in Hinblick auf die Milleniumsentwicklungsziele der UN (englisch: Millenium Development Goals – MDGs) eine zentrale Rolle zu.
Am Beispiel einer Public-Private-Partnership im Rahmen des Global Compact zwischen dem Volkswagen Konzern (VW), der International Labour Organisation (ILO) und der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) soll im Folgenden die Durchsetzungsmöglichkeit des Global Compact als Gestaltungsmöglichkeit von Global Governance analysiert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, in wie weit die gesellschaftliche Selbstregulierung des Global Compact zur Stärkung regulativer Kapazitäten in Entwicklungsländern beitragen kann. Die Frage ist daher auch in Zusammenhang mit der Frage nach der allgemeinen Effektivität und Legitimität des Global Compact als Gestaltungsform von Global Governance zu sehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung und Problemstellung: Global Governance und internationale Erwerbsregulierung

3. Der Global Compact der Vereinten Nationen

4. Das GTZ-VW-Projekt „Verbesserung des Arbeitsschutzes bei Zulieferern in Mexiko, Brasilien und Südafrika“

4.1 Firmenprofil Volkswagen

4.2 Hintergrund

4.3 Durchführung

4.4 Zentrale Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der UN-Global Compact als Form der gesellschaftlichen Selbstregulierung dazu beitragen kann, regulative Kapazitäten in Entwicklungsländern zu stärken. Anhand des GTZ-VW-Kooperationsprojektes zur Verbesserung des Arbeitsschutzes bei Zulieferern wird analysiert, ob Public-Private-Partnerships (PPP) effektiv als Instrumente der Global Governance fungieren können.

  • Global Governance und internationale Erwerbsregulierung
  • Struktur und Funktionsweise des UN-Global Compact
  • Analyse einer Public-Private-Partnership (VW, ILO, GTZ)
  • Auswirkungen von CSR-Maßnahmen auf Arbeitsbedingungen
  • Potenziale und Grenzen von Unternehmenskooperationen

Auszug aus dem Buch

4.4 Zentrale Ergebnisse

Die Ergebnisse in den untersuchten Betrieben fielen länderübergreifend und auch innerhalb der Länder unterschiedlich aus: Die acht südafrikanischen Betriebe erfüllten zwischen 31 und 70% der verlangten Standards, der durchschnittliche Wert betrug 54%. Die zwölf Betriebe in Mexiko schnitten mit Werten zwischen 62 und 97% und einem Durchschnitt von 80% wesentlich besser ab. Die sieben brasilianischen Betriebe erzielten ein Ergebnis zwischen 53 und 86%, wobei der Durchschnitt bei 70% lag. Insgesamt wurden also sehr schlechte bis gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben vorgefunden. Insgesamt stellten die POCs aber ein erheblichen Mangel an Maßnahmen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz fest: „None of the audited suppliers had a comprehensive policy that was formulated through social dialogue, which would have ensured effective communication between management and worker representatives“ (Kristjansdottir 2007: 170).

Insbesondere wenn sich Verantwortliche ihren Verpflichtungen und Zuständigkeiten „nicht bewusst waren und keine systematische Kommunikation“ stattfand, traten Probleme in den Betrieben auf: So wurden Arbeitnehmer bei der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und des Gesundheitsschutzes nur unzureichend mit einbezogen. Gleichzeitig konnte jedoch ein großer Wille der Betriebe „zur Veränderung und zur Umsetzung der ihnen von der Arbeitsinspektion und dem POC-Team vorgeschlagenen Maßnahmen“ festgestellt werden.

Die Erfahrungen aus dem PPP-Projekt flossen in die Arbeitschutzpolitik des VW-Konzerns ein: So führte VW im Jahr 2008 einen einheitlichen Arbeitsschutzstandard ein, der einen allgemeinen Gesundheitscheck für alle Mitarbeiter beinhaltet. Nach Angaben des Konzerns überfüllt der Standard „zum Teil die landesspezifischen gesetzlichen Regelungen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Global Governance sowie den UN-Global Compact ein und definiert die Forschungsfrage anhand des spezifischen Kooperationsprojektes zwischen VW, ILO und GTZ.

2. Begriffsbestimmung und Problemstellung: Global Governance und internationale Erwerbsregulierung: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von Global Governance und diskutiert die Rolle multinationaler Unternehmen bei der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in einem globalisierten Umfeld.

3. Der Global Compact der Vereinten Nationen: Hier wird der UN-Global Compact vorgestellt, seine zehn Grundprinzipien erläutert und die Kritik an der Freiwilligkeit sowie fehlenden Sanktionsmechanismen der Initiative thematisiert.

4. Das GTZ-VW-Projekt „Verbesserung des Arbeitsschutzes bei Zulieferern in Mexiko, Brasilien und Südafrika“: Dieses Kapitel beschreibt das spezifische PPP-Projekt, inklusive des Firmenprofils von VW, der Hintergründe des Gesundheitsschutzes, der Projektdurchführung und der erzielten Ergebnisse in den drei Ländern.

4.1 Firmenprofil Volkswagen: Ein Überblick über die Struktur, die globale Marktsituation und das CSR-Engagement des Volkswagen-Konzerns.

4.2 Hintergrund: Darstellung der Bedeutung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz als fundamentales Menschenrecht und deren Relevanz für das Projekt.

4.3 Durchführung: Erläuterung des Zeitraums, der Auswahlkriterien für Lieferanten und der methodischen Herangehensweise des Expertenteams im Projekt.

4.4 Zentrale Ergebnisse: Zusammenfassung der Leistungsunterschiede bei den Lieferanten sowie der Auswirkungen auf die interne Arbeitsschutzpolitik von Volkswagen.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die Ergebnisse des Projektes und zieht Schlussfolgerungen zur Effektivität des Global Compact als Instrument der globalen Regulierung.

Schlüsselwörter

Global Governance, UN-Global Compact, Corporate Social Responsibility, Public-Private-Partnership, Volkswagen, Arbeitsschutz, Entwicklungsländer, Internationale Erwerbsregulierung, Lieferkette, Nachhaltigkeit, Soziale Standards, Unternehmensverantwortung, Arbeitsnormen, Institutionalisierung, Best Practices.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob und wie der UN-Global Compact als Initiative zur gesellschaftlichen Selbstregulierung dazu beitragen kann, globale Regulierungsstandards in lokalen Kontexten, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern, zu verankern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Global Governance, die soziale Verantwortung multinationaler Unternehmen (CSR), Public-Private-Partnerships (PPP) sowie die praktische Umsetzung von Gesundheits- und Arbeitsschutzstandards.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob PPP-Projekte wie das zwischen der GTZ und VW tatsächlich zur Stärkung regulativer Kapazitäten vor Ort beitragen können, oder ob ihre Wirkung auf das jeweilige Unternehmen begrenzt bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Fallstudienanalyse, die auf der Auswertung der Ergebnisse des Projektes „Better health and safety for suppliers“ sowie einer theoretischen Einordnung in den Diskurs der Global Governance basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung von Global Governance, die Struktur des Global Compact, eine detaillierte Vorstellung des VW-GTZ-Projektes inklusive Firmenhintergrund, Projektdurchführung und einer Auswertung der empirischen Ergebnisse in Mexiko, Brasilien und Südafrika.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Global Governance, UN-Global Compact, Public-Private-Partnership, Corporate Social Responsibility, Arbeitsschutz und Entwicklungsländer.

Welche Rolle spielt die Freiwilligkeit im Global Compact laut dem Autor?

Der Autor weist darauf hin, dass die Freiwilligkeit und die fehlenden Sanktionsmechanismen dazu führen, dass der Global Compact eher als Austauschplattform für Best-Practice-Beispiele dient, statt als effektives Regulierungsinstrument zu fungieren.

Was war das Hauptergebnis des Projektes bei den VW-Zulieferern?

Obwohl Arbeitsbedingungen in den Betrieben verbessert und Unfallzahlen reduziert werden konnten, stellte das Projekt fest, dass es an systematischen, sozial dialogbasierten Kommunikationsstrukturen fehlte und das Ziel einer langfristigen Stärkung der regionalen Regulierungsmechanismen kaum erreicht wurde.

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Detalles

Título
Der UN-Global Compact als Gestaltungsmöglichkeit von Global Governance
Subtítulo
Am Beispiel des GTZ-VW-Projektes „Verbesserung des Arbeitsschutzes bei Zulieferern in Mexiko, Brasilien und Südafrika“
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Curso
Institutionen von Global Governance in den Bereichen Welthandel, Finanzen und Entwicklung
Calificación
1,0
Autor
Martin Schröter (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
15
No. de catálogo
V209605
ISBN (Ebook)
9783656372004
ISBN (Libro)
9783656769323
Idioma
Alemán
Etiqueta
Global Compact UN Vereinte Nationen Wirtschaftspolitik Globalisierung CSR Sozialstandards Arbeitsstandards GTZ Best practise PPP Global Governance
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Schröter (Autor), 2011, Der UN-Global Compact als Gestaltungsmöglichkeit von Global Governance, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209605
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