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Kulturpolitische Leitlinien der BRD seit 1949 und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft

Título: Kulturpolitische Leitlinien der BRD seit 1949 und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft

Trabajo Escrito , 2012 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Vera Ohlendorf (Autor)

Ciencias Culturales - Otros
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Was verstehen wir eigentlich unter Kulturpolitik? Bis heute scheint sie sich kaum als eigenständiges Forschungsfeld innerhalb der Politikwissenschaften etabliert zu haben. Dies könnte mit den Schwierigkeiten in Zusammenhang stehen, den Begriff Kulturpolitik eindeutig zu formulieren. Denn was als Kulturpolitik verstanden wird, hängt eng mit dem zugrunde liegenden Kulturbegriff zusammen, der entsprechend der dynamischen gesellschaftlichen Prozesse im zeitlichen Verlauf stetig geändert und neu definiert wird. Es ist deshalb nahezu unmöglich, die verschiedenen Verständnisweisen von Inhalt, Geltungsbereich und Aufgaben der Kulturpolitik auf einen überzeitlich gültigen Begriff zu bringen. Die heutige Komplexität des kulturpolitischen Feldes ist das Ergebnis heterogener Entwicklungen, die in Teilen in Form von Gesetzen oder geschaffenen Institutionen bis heute fortwirken. Eine Vielzahl verschiedener Auffassungen besteht gleichsam nebeneinander. Um zu verstehen, was Kulturpolitik heute bedeutet, ist eine Analyse der verschiedenen historischen Phasen kulturpolitischen Handelns unumgänglich. Die vorliegende Arbeit unternimmt einen solchen Versuch, indem sie die kulturpolitischen Leitlinien der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis heute idealtypisch nachzeichnet. Im Verlauf der Untersuchung wird dabei die historische Entwicklung der drei Dimensionen der bundesdeutschen Kulturpolitik in den Blick genommen: Die Schaffung gesetzlicher und institutioneller Rahmenbedingungen, das Betreiben öffentlicher Kultureinrichtungen und die Förderung nichtstaatlicher Kulturangebote. Diese Dimensionen unterlagen in den letzten sechs Dekaden spürbaren Modifikationen, je nachdem ob Kulturerhalt und Kulturpflege, Soziokultur und Demokratisierung, Kulturmarketing und Kulturökonomie oder die Bündelung der Bundeskulturpolitik im Zentrum des kulturpolitischen Diskurses standen.
In einem zweiten Teil geht die Arbeit dann auf aktuelle kulturpolitische Herausforderungen und Tendenzen ein. Angesichts der drohenden Überalterung der Gesellschaft, dem zunehmenden Konsolidierungsdruck der öffentlichen Haushalte und der vielfältigen Konkurrenz von Kulturangeboten aller Art durch einen ausdifferenzierten Freizeit- und Eventmarkt in der gegenwärtigen Erlebnisgesellschaft sind die Ausweitung sinnvoller kultureller Bildungsangebote und die umfassende Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund als Akteure und Rezipienten in die Kulturbetriebe von herausragender Bedeutung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung.

1. Der Begriff Kulturpolitik

2. Kulturpolitische Leitlinien seit 1949

2.1. Kulturerhalt und Kulturpflege

2.2. Demokratisierung und Soziokultur

2.3. Kulturmarketing und Kulturökonomisierung

2.4. Bündelung der Bundeskulturpolitik

3. Kulturpolitische Tendenzen und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft

3.1. Kulturelle Bildung

3.2. Kultur mit allen – Migranten als Akteure und Rezipienten

Schluss

Zielsetzung und Themenfelder

Diese Arbeit zeichnet idealtypisch die historischen Phasen und Leitlinien der Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 nach, analysiert deren institutionelle und inhaltliche Transformationen und untersucht aktuelle Herausforderungen wie den demografischen Wandel sowie die notwendige Inklusion von Migranten im Kulturbetrieb.

  • Historische Entwicklung kulturpolitischer Leitmotive (Hochkultur, Soziokultur, Markt).
  • Struktureller Wandel des Bundes als kulturpolitischer Akteur.
  • Bedeutung kultureller Bildung für die Audience-Development-Strategien.
  • Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund in Kulturinstitutionen.
  • Reaktionen auf demografischen Wandel und gesellschaftlichen Konsolidierungsdruck.

Auszug aus dem Buch

2.1. Kulturerhalt und Kulturpflege

Die erste Phase kulturpolitischer Bemühungen in Nachkriegsdeutschland kann in der Zeit von der Gründung der Bundesrepublik 1949 bis Mitte der 60er Jahre verortet werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg unterstand Deutschland der Kontrolle der Alliierten (Frankreich, USA, Großbritannien, Sowjetunion). Die meisten Städte sowie die Infrastruktur lagen zu einem Großteil in Trümmern, die Wirtschaft war aufgrund von Personal- und Rohstoffmangel sowie umfassender Zerstörungen fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Millionen von Menschen waren durch den Krieg zu Invaliden oder Waisen geworden. Materielle Not, Obdachlosigkeit, Hunger und die Ausbreitung von Krankheiten prägten das Bild. Der Zusammenbruch Deutschlands war auch in geistig-moralischer Hinsicht umfassend: die meisten Menschen waren traumatisiert, tiefe Niedergeschlagenheit und Depression machten sich breit. Deutsche Traditionen galten als diskreditiert, weil sie scheinbar zur Entstehung des Nationalsozialismus beigetragen bzw. diesem nichts entgegenzusetzen gehabt hatten. Trotz oder gerade wegen großer Not wurde Kultur im weitesten Sinne jedoch als unverzichtbares moralisches Lebens- bzw. Überlebensmittel angesehen. Der Viermächte-Kontrollrat bildete die oberste Regierungsinstanz der Alliierten seit dem Kriegsende, zerfiel jedoch schon bald aufgrund umfassender politischer Spannungen in die Westzonen unter den USA, Frankreich, sowie Großbritannien und die Ostzone (die spätere DDR) unter Einfluss der Sowjetunion. Der anstehenden politischen Neuregelung durch die Alliierten lag die Frage zugrunde, wie man eine Wiederholung der Verbrechen durch den Nationalsozialismus in Deutschland dauerhaft ausschließen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung.: Die Einleitung erläutert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition von Kulturpolitik und skizziert die historische sowie aktuelle Analyseperspektive der Arbeit.

1. Der Begriff Kulturpolitik: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Mehrdimensionalität des Kulturbegriffs und dessen Bedeutung für die kulturpolitische Steuerung durch staatliche Akteure.

2. Kulturpolitische Leitlinien seit 1949: Die historische Entwicklung der Bundeskulturpolitik wird anhand von vier prägenden Phasen in vier Unterkapiteln nachgezeichnet.

2.1. Kulturerhalt und Kulturpflege: Dieses Kapitel behandelt die frühe Nachkriegsphase, in der der Wiederaufbau traditioneller Institutionen und die Pflege der Hochkultur dominierten.

2.2. Demokratisierung und Soziokultur: Es wird die sozialliberale Ära ab den späten 60er Jahren untersucht, die durch das Paradigma der Partizipation und die Ausweitung der Soziokultur geprägt war.

2.3. Kulturmarketing und Kulturökonomisierung: Hier wird der Wechsel zu einer marktwirtschaftlichen Orientierung und der verstärkten Wahrnehmung von Kultur als Wirtschaftsfaktor in den 80er und 90er Jahren dargelegt.

2.4. Bündelung der Bundeskulturpolitik: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung des Amtes des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM) zur Zentralisierung kulturpolitischer Aufgaben.

3. Kulturpolitische Tendenzen und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft: Es werden die zentralen Zukunftsaufgaben wie der demografische Wandel und die Besucherbindung analysiert.

3.1. Kulturelle Bildung: Dieses Kapitel betont die Bedeutung kultureller Bildung als ganzheitliches Konzept zur Sicherung zukünftiger Generationen von Kulturteilnehmern.

3.2. Kultur mit allen – Migranten als Akteure und Rezipienten: Es wird die Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung und der Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund als zentrales Zukunftsfeld beschrieben.

Schluss: Das Fazit fasst die vier kulturpolitischen Phasen zusammen und bewertet die Notwendigkeit einer konsequenten nachfrageorientierten Strategie zur Sicherung der Existenz von Kultureinrichtungen.

Schlüsselwörter

Kulturpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Kulturförderung, Hochkultur, Soziokultur, Kulturökonomisierung, Kulturmanagement, Bundeskulturpolitik, Kulturelle Bildung, demografischer Wandel, Interkulturalität, Audience Development, Partizipation, Identitätsbildung, Migrationshintergrund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der kulturpolitischen Leitlinien in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart sowie die damit verbundenen strukturellen Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel von kulturpolitischen Paradigmen, die institutionelle Bündelung der Bundeskulturpolitik und die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie demografische Veränderungen und Inklusion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der bundesdeutschen Kulturpolitik zu systematisieren, die Auswirkungen gesellschaftlicher Trends auf Kulturbetriebe aufzuzeigen und Strategien für eine zukunftsfähige Kulturarbeit abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Typologisierung der verschiedenen Dekaden, um dominante kulturpolitische Strömungen und Konzepte als idealtypische Phasen zu identifizieren und zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der vier kulturpolitischen Phasen von 1949 bis heute sowie einen Abschnitt über aktuelle Herausforderungen wie kulturelle Bildung und die interkulturelle Öffnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kulturpolitik, Kulturökonomisierung, Kulturelle Bildung, Interkulturalität, Bundeskulturpolitik und demografischer Wandel sind zentrale Begriffe, die den Inhalt der Arbeit prägen.

Warum wird die Phase der "Bündelung der Bundeskulturpolitik" als so wichtig angesehen?

Diese Phase, beginnend mit der Einrichtung des BKM, markiert eine signifikante Stärkung der Bundesebene, die notwendig wurde, um komplexe nationale Aufgaben und die europäische Integration im Kulturbereich effektiv zu steuern.

Welche Rolle spielen Migranten nach Ansicht der Autorin für die Zukunft der Kultureinrichtungen?

Migranten werden als wichtige Zielgruppe und Akteure identifiziert; ihre Einbindung wird als notwendiger Innovationsimpuls gesehen, um dem drohenden Besucherschwund entgegenzuwirken und die gesellschaftliche Relevanz der Institutionen zu sichern.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Kulturpolitische Leitlinien der BRD seit 1949 und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Kultur- und Medienmanagement)
Calificación
1,0
Autor
Vera Ohlendorf (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
29
No. de catálogo
V209851
ISBN (Ebook)
9783656374213
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kulturmanagement Kulturpolitik Migration kulturelle Bildung Interkulturalität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vera Ohlendorf (Autor), 2012, Kulturpolitische Leitlinien der BRD seit 1949 und Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209851
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