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Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodl vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg

Ein Vergleich der Legitimationsstrategien

Titre: Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodl vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg

Dossier / Travail , 2011 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tanja Zakrzewski (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Zweite Weltkrieg ist untrennbar mit Kriegsverbrechen verbunden. Das gravierendste Kriegsverbrechen ist und bleibt die Shoah, der Mord an sechs Millionen europäischen Juden. Allein die Opferzahl reicht aus, um alle anderen Gräueltaten zu überschatten. Das Handeln der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg teilt sich in zwei Bereiche, erstens die normale Kriegführung und zweitens den Vernichtungskrieg gegen Juden, Zivilisten und Kriegsgefangenen, insbesondere sowjetischen Kriegsgefangenen.
Hier soll es jedoch nicht um eine Auflistung sämtlicher Verbrechen und Völkerrechtsverletzungen gehen, sondern um die Rechtfertigungsstrategien der Generalität wie sie vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg vorgetragen wurden. Wie legitimierten Keitel und Jodl, dass sie als Berufssoldaten der alten preußischen Militärelite den Vernichtungskrieg mittrugen und ihre militärischen Kenntnisse in den Dienst von Politikern stellten, denen ideologische Aspekte oftmals wichtiger waren als objektive militärische Durchführbarkeit?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg

3. Personalia

4. Die Legitimationsstrategien in der Hauptverhandlung

4.1. Der unpolitische Soldat

4.2. Verantwortung - Der tugendhafte preußische Offizier

4.3. Befehl, Gehorsam und Widerstand

4.4. Aufgezwungene Maßnahmen

4.5. Völkerrecht – Definitionen - Interpretationen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend die Legitimationsstrategien von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und Generaloberst Alfred Jodl, wie sie diese vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg nutzten, um ihre Rolle im Vernichtungskrieg zu rechtfertigen.

  • Analyse der Verteidigungsstrategien hoher Wehrmachtsoffiziere
  • Einfluss militärischer Sozialisation und preußischer Traditionen
  • Umgang mit dem Völkerrecht und dem Konflikt zwischen Gehorsam und Gewissen
  • Die Rolle der "Unpolitisch"-Behauptung als Schutzbehauptung

Auszug aus dem Buch

4.1. Der unpolitische Soldat

Der angeblich unpolitische Soldat ist eine häufig vorgebrachte Verteidigung sowohl im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wie auch in Nachfolgeprozessen. Die bequeme Haltung des unpolitischen Beobachters hatte sich das Offizierskorps zu Beginn der Weimarer Republik zugelegt. Solange die Regierung den Ansichten der Militärs nicht im Weg stand oder gegen diese arbeitete und außenpolitische Risiken überschaubar waren, verhielt sich das Militär scheinbar loyal zu seiner Regierung, unternahm nichts zu ihrer Stabilisierung. Auf das Bild dieses unpolitisch und konservativen Offiziers arbeitete Prof. Dr. Exner hin, wenn er seinen Mandanten Jodl gleich zu Beginn der Aussage nach dessen politischer Einstellung und Parteizugehörigkeit fragte.

Jodls Antwort sollte zwar inhaltlich unpolitisch wirken, war zwischen den Zeilen jedoch hochpolitisch: „Die ganze Parteipolitik lag mir als Offizier außerordentlich fern, insbesondere die Auswüchse der Nachkriegszeit.“ Schlüsselt man diese kurze aber gehaltreiche Aussage auf, so kommt man zu dem Schluss, dass Jodl sich nicht von Politik allgemein, sondern von Parteipolitik, also demokratischer Pluralität, distanzierte. Er begründete das mit seinem Beruf als Offizier und legt damit die Grundlage, um sich im Verlauf der Verhandlung zu den unpolitischen Generälen zählen zu können, die im Gegensatz zu SS-Offizieren und zivilen Größen des Nationalsozialismus kein direktes Interesse an politischen Feindbildern hatten.

Im Nebensatz offenbarte Jodl dann, wohl unbewusst, seine eigentliche Einstellung. „Auswüchse“ deutet daraufhin, dass Jodl die Parteien der Weimarer Republik ablehnte und zwar nicht nur wegen ihrer politischen Ideologie, sondern schon auf Grund ihrer bloßen Existenz. Aus dem System im Kaiserreich war etwas entstanden, das als Überschuss, unnötig und chaotisch, wahrgenommen wurde. Auffallend ist zudem, dass Jodl die gemeinte Zeitspanne nicht Weimarer Republik, sondern Nachkriegszeit nannte. Für ihn als Offizier lag der Fokus berufsbedingt auf der Tatsache, dass gerade ein Krieg beendet worden war, und nicht auf dem entstandenen politischen System.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Untersuchungsgegenstands, der Kriegsverbrechen der Wehrmacht und der methodischen Herangehensweise an die Nürnberger Protokolle.

2. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg: Kurzer Überblick über den Prozessverlauf und die Anklagepunkte gegen Keitel und Jodl.

3. Personalia: Darstellung der militärischen Werdegänge und der sozialen Prägung der Angeklagten im Kaiserreich.

4. Die Legitimationsstrategien in der Hauptverhandlung: Zentrale Analyse der verschiedenen Verteidigungsmuster wie Unpolitisch-Sein, Berufsethos und völkerrechtliche Umdeutungen.

5. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse bezüglich der Verantwortung, der moralischen Diskrepanz und der gefestigten Verhaltensmuster.

Schlüsselwörter

Wehrmacht, Nürnberg, Internationaler Militärgerichtshof, Wilhelm Keitel, Alfred Jodl, Legitimationsstrategien, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus, Völkerrecht, Preußische Offiziere, Gehorsam, Vernichtungskrieg, Selbstverteidigung, Soldatische Ehre, Schuldfrage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit analysiert, wie die Wehrmachtführung, konkret Keitel und Jodl, vor dem Internationalen Militärgerichtshof versuchten, ihr Handeln im NS-Regime moralisch und juristisch zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle des "unpolitischen Soldaten", die Instrumentalisierung des Offiziers-Eides, die Interpretation des Völkerrechts zu eigenen Gunsten und die Frage der individuellen Verantwortung gegenüber dem "Führerbefehl".

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Rechtfertigungsstrategien im Gerichtsprozess offenzulegen und aufzuzeigen, wie diese Strategien als Schutzbehauptungen dienten, um die moralische Verantwortung zu leugnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Prozessprotokolle vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, ergänzt durch historische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Verteidigungslinien untersucht: die Inszenierung als unpolitischer Berufssoldat, die Unterscheidung zwischen militärischer und moralischer Verantwortung sowie die Relativierung von Verbrechen durch Verweise auf das Verhalten der Alliierten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wehrmacht, Legitimationsstrategien, Kriegsverbrechen, Völkerrecht, Gehorsam, Vernichtungskrieg und die Personalia von Keitel und Jodl.

Warum betonte Jodl die Haager Landkriegsordnung?

Jodl nutzte seine Kenntnis der Haager Landkriegsordnung, um sich als juristisch versierten Soldaten zu profilieren und durch eine selektive Auslegung oder "Grauzonen-Interpretation" völkerrechtswidrige Befehle rechtfertigen zu können.

Wie versuchte Keitel, sich seiner Verantwortung zu entziehen?

Keitel übernahm zwar formal die juristische Verantwortung für Befehle mit seiner Unterschrift, versuchte jedoch moralisch zu differenzieren und die Hauptschuld auf Hitler sowie auf das System zu verschieben, während er gleichzeitig einfache Soldaten als "anständig" entlastete.

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Résumé des informations

Titre
Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodl vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg
Sous-titre
Ein Vergleich der Legitimationsstrategien
Université
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Cours
Seminar: Das "Dritte Reich" im Zweiten Weltkrieg
Note
1,3
Auteur
Tanja Zakrzewski (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
26
N° de catalogue
V210108
ISBN (ebook)
9783656383383
ISBN (Livre)
9783656383604
Langue
allemand
mots-clé
vergleich legitimationsstrategien generalfeldmarschall keitel generaloberst jodl internationalen militärgerichtshof nürnberg
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tanja Zakrzewski (Auteur), 2011, Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodl vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210108
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Extrait de  26  pages
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