„Klimawandel – und es gibt ihn doch“ oder „UNO Studie – Großkonzerne verursachen billionenschwere Umweltkosten“ . So oder so ähnlich lauten Schlagzeilen zum Klimawandel, aus denen sich Debatten über die Verantwortung von Gesellschaft und Wirtschaft für Umwelt- und Energiethemen entwickeln. Politiker und Wissenschaftler fordern öffentlich den aktiven Umweltschutz und eine nachhaltige ökologische Entwicklung. Parallel zu dieser Diskussion werden Stimmen lauter, die von Unternehmen die Teilnahme an der Schaffung sozialen Wohlstandes postulieren. Deutlich wird dies z.B. unter Anbetracht des Globalisierungsprozesses. Im Zuge der weltweiten Verflechtung verlagern Unternehmen ihre Produktionen in Billiglohnländer, wo sie zu einem Bruchteil der Kosten ihres Ursprungslandes produzieren. Ist man kritischer Natur, fragt man sich, was die Unternehmen den jeweiligen Menschen und ihren Familien vor Ort dafür zurückgeben.
Kehrt man zurück vor die eigene Haustür, muss man sich nur vor Augen führen, wie sehr der Arbeitsplatz im Alltag eines Jeden verwurzelt ist. Arbeitnehmer verdienen nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern verbringen oft den Großteil des Tages in der Arbeit. Es werden neue soziale Kontakte geknüpft und man darf davon ausgehen, dass manch einer seinem zukünftigen Lebenspartner am Arbeitsplatz begegnen wird.
In Zeiten der Weltwirtschaftskrise, in Zeiten von Unternehmensskandalen, die die skrupellosesten Auswüchse wirtschaftskriminellen Handelns offenbaren, mag es dem Laien jedoch schwer fallen an das „Gute“ in Unternehmen zu glauben, die nur an höchstmöglichen Gewinnen interessiert sind. Laut einer aktuellen Studie der KPMG beläuft sich der Schaden für Unternehmen durch Kartellrechtsverstöße, Korruption oder Bilanzfälschungen in den letzten drei Jahren auf durchschnittlich 200 Millionen Euro. Bei solchen exorbitanten Zahlen verwundert es nicht, dass die Bürger wenig Vertrauen in die Wirtschaft haben. Die Zustimmung wächst zwar langsam wieder, liegt jedoch noch unter ihrem Höchststand von 2000 und wird dabei von 71% der Befragten als sozial ungerecht angesehen. Da die Staaten sich jedoch immer mehr verschulden, stehen die Unternehmen noch mehr in der Verantwortung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Themeneinstieg
1.2 Vorgehensweise
2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Moral, Ethos und Ethik
2.2 Ausgangspunkt ethischer Urteile in der Wirtschaft
2.3 Gliederung der Ethiken – Unternehmensethik als Teil der angewandten Ethik
2.4 Das Unternehmen
2.5 Unternehmensethik
2.6 Drei Ebenen Modell – ein Grundkonzept der Ethik in der Wirtschaft
3 Konzepte unternehmensethischer Verantwortungsübernahme
3.1 Corporate Governance
3.2 Stakeholder Approach – Grundlage der Unternehmensethik
3.2.1 Voraussetzung für die Implementierung des Stakeholder-Ansatzes innerhalb der unternehmensethischen Diskussion
3.2.2 Vorgehensweise bei der Implementierung des Stakeholder Ansatzes innerhalb der unternehmensethischen Diskussion
3.2.3 Stakeholderdialog – Praxisbeispiel
3.3 Verantwortungsübernahme im Rahmen von Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
3.3.1 Corporate Social Responsibility
3.3.2 Corporate Social Responsibility – Implementierung
3.3.3 Corporate Citizenship
3.3.4 Corporate Citizenship – Implementierung
3.3.5 Corporate Social Responsibility – Bewertung
3.3.6 Corporate Citizenship – Bewertung
3.3.7 CSR und CC - Praxisbeispiele
4 Standardisierungsinitiativen im Bereich der CSR
4.1 UN Global Compact
4.2 Standardisierung nach ISO Richtlinien – ISO 26000
4.3 Reporting – Global Reporting Initiative
4.4 Social Accountability – SA 8000
4.5 Standardisierungen – Zusammenfassende Betrachtung
5 Werteorientierung im Unternehmen – WerteManagementSystemZfW
5.1 WerteManagementSystemZfW – Ziele
5.2 WerteManagementSystemZfW – Implementierung
5.3 WMSZfW – Attribute
5.4 WMSZfW – Erkenntnisse aus der Praxis
5.5 Implementierung eines Wertemanagements – Instrumente
5.5.1 Ethik-Kodex
5.5.2 Ethik-Vorstand
5.5.3 Ethik-Beauftragter/ „Ethics Officer“
5.5.4 Ethik-Kommission
5.5.5 Ethik-Training/ -Seminar/ - Workshop
5.5.6 Ethik-Diskussionsforen/ -Hotline
5.5.7 Ethik-Audits/ -Controlling
5.5.8 Sozio-/ Öko-/ Ethik-Bilanzierung
5.6 Wertemanagement – Bewertung
6 Führungsethik
7 Schluss
7.1 Zusammenfassende inhaltliche Betrachtung
7.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass Betriebswirtschaft ethisch sein kann und dass Unternehmensethik betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch verschiedene Konzepte und Instrumente moralische Verantwortung in ihre strategischen und operativen Prozesse integrieren können.
- Theoretische Grundlagen von Ethik und Unternehmensethik
- Konzepte zur Verantwortungsübernahme (Corporate Governance, Stakeholder Approach, CSR und CC)
- Standardisierungsinitiativen wie UN Global Compact und ISO 26000
- Das WerteManagementSystemZfW als Instrument zur Implementierung
- Die Rolle der Führungsethik bei der Umsetzung ethischer Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
Unternehmensethik
Unternehmensethik ist die permanente Reflektion der Moral im praxisnahen und einzelfallbezogenen Unternehmenskontext, „eine Synthese aus wirtschaftswissenschaftlicher und ethischer Theorie“ mit dem Ziel ein moralisch verantwortungsbewusstes Wahrnehmen der unternehmerischen Handlungsfreiheit zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Forderung nach unternehmerischer Verantwortung angesichts von Skandalen und globalen Herausforderungen und steckt den Rahmen der Arbeit ab.
2 Begriffliche Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Moral, Ethos und Ethik und erläutert die Voraussetzungen für ethische Urteile in der Wirtschaft.
3 Konzepte unternehmensethischer Verantwortungsübernahme: Hier werden verschiedene Ansätze wie Corporate Governance und Stakeholder Management vorgestellt, um Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Rolle zu unterstützen.
4 Standardisierungsinitiativen im Bereich der CSR: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über internationale Standards und Initiativen, die Unternehmen bei der Implementierung von CSR-Maßnahmen leiten sollen.
5 Werteorientierung im Unternehmen – WerteManagementSystemZfW: Der Autor beschreibt das WerteManagementSystemZfW als strukturierten Prozess zur Förderung einer werteorientierten Unternehmenskultur.
6 Führungsethik: Hier wird die Schlüsselrolle von Führungspersönlichkeiten als Initiatoren und Vorbilder bei der Implementierung von Unternehmensethik beleuchtet.
7 Schluss: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und beurteilt die Vereinbarkeit von Ethik und wirtschaftlichem Erfolg.
Schlüsselwörter
Unternehmensethik, Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Citizenship, CC, Stakeholder Management, Corporate Governance, WerteManagementSystem, Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Führungsethik, Compliance, Unternehmenskultur, Verantwortung, Wertschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit analysiert Ansätze zur Implementierung ethischer Maßnahmen in Unternehmen und untersucht die ökonomische Vorteilhaftigkeit dieser Konzepte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Ethiktheorien, das Stakeholder-Modell, CSR, Corporate Citizenship, verschiedene internationale Standards sowie die Bedeutung der Führungsethik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass betriebswirtschaftliches Handeln ethisch sein kann und Unternehmensethik gleichzeitig einen betriebswirtschaftlichen Mehrwert bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Aufarbeitung von Praxisbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Instrumente und Managementkonzepte detailliert beschrieben und anhand von Modellen in den unternehmerischen Entscheidungsprozess integriert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Unternehmensethik, CSR, Stakeholder-Ansatz, Wertemanagement und Führungsethik aus.
Was bedeutet der "positive Kompatibilitätsfall"?
Der positive Kompatibilitätsfall beschreibt eine erwünschte Situation, in der sowohl ethische als auch ökonomische Aspekte im Unternehmen harmonieren und das Rentabilitätsstreben mit moralischer Akzeptanz vereint wird.
Warum ist die Führungsethik entscheidend?
Führungskräfte fungieren als Initiatoren und Vorbilder; ihre ethische Einstellung beeinflusst direkt die Organisationskultur und die Bereitschaft der Mitarbeiter zu verantwortungsvollem Handeln.
- Citar trabajo
- Bartosz Przytula (Autor), 2010, Implementierung ethischer Maßnahmen in Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210117