Die Transaktionskostentheorie: Eine Betrachtung der Koordinationsformen internationaler Transaktionen


Hausarbeit, 2011

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einführung in die Thematik
1.1 Ziel und Fragestellung des Beitrages
1.2 Vorgehensweise

2.0 Theoretische Einordnung der Transaktionskostentheorie
2.1 Transaktionskosten
2.2 Verhaltensannahmen der Transaktionskostentheorie
2.3 Spezifität und Häufigkeit von Transaktionen
2.4 Koordinationsformen von Transaktionen (allgemein)

3.0 Transaktionskosten im internationalen Kontext
3.1 Wettbewerbsvorteile und Ressourcen im internationalen Kontext
3.2 Standortvorteile
3.3 Koordinationsformen für internationale Transaktionen
3.3.1 Lizenzierung
3.3.2 Franchising
3.3.3 Export
3.3.4 Joint Venture
3.3.5 Tochterunternehmen

4.0 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.0 Literaturverzeichnis

1.0 Einführung in die Thematik

Das oberste Ziel eines jeden Unternehmens ist und bleibt die Gewinnmaximierung. Dies geschieht mitunter durch das Ausnutzen von entscheidenden Wettbewerbsvorteilen. In Zeiten der fortschreitenden Globalisierung und der international orientierten Volkswirtschaften sind Unternehmen dazu gezwungen zu Rationalisieren, detaillierte Finanzierungsplanung zu betreiben, Kosten einzusparen und jeden ihrer Schritte genau zu durchdenken. Neben den Kosten für den eigentlichen Produktionsprozess von Gütern und Dienstleistungen, entstehen dem Unternehmen auch Kosten für die Übertragung von sogenannten Verfügungsrechten an Gütern und Dienstleistungen. Diese Kosten bezeichnet man als Transaktionskosten. (vgl. Picot/Dietl 1990, S. 178)

1.1 Ziel und Fragestellung des Beitrags

Mit der vorliegenden Arbeit soll ein transaktionskostentheoretischer Erklärungsversuch für eine internationale Unternehmenstätigkeit aus der Sicht der einzelnen Unternehmung erfolgen. Im Folgenden soll erörtert werden was ein Unternehmen dazu veranlassen kann von der inländischen Unternehmertätigkeit abzuweichen und mit welchen Risiken und Kosten dieser Schritt verbunden ist. Diese Risiken und Kosten stellen einen nicht unerheblichen Teil der finanziell belastenden Faktoren für ein international agierendes Unternehmen dar. Es bedarf komplexer Koordinationsformen um standortbasierende und Vorteile in Bezug auf einen transnationalen Leistungsaustausch effizient zu nutzen. Die Wahl der Koordinationsform hat Einfluss darauf wie stark die Kosten steigen. Diese sollen im nachstehenden Beitrag, mit besonderem Bezug auf die Transaktionskostentheorie diskutiert werden.

1.2 Vorgehensweise

Zunächst soll die Transaktionskostentheorie in ihren wichtigsten Komponenten dargestellt werden. Diese theoretische Einordnung soll zum besseren Verständnis der vorgegebenen Thematik beitragen. Anschließend werden die Dimensionen und Einflussfaktoren von internationalen Transaktionen erörtert. Dabei wird auf die entstehenden Unsicherheiten und deren Auswirkunken, sowie auf die Höhe der Transaktionskosten Bezug genommen. Darauf folgend sollen einige Gründe für ein Abweichen der Unternehmertätigkeit, aus dem in der Regel relativ bekannten und relativ stabilen nationalen Umfeld skizziert werden. Aufgrund des engen Rahmens dieser Arbeit wird jedoch bezüglich dieses Abschnittes der vorliegenden Arbeit auf eine ausführliche Darstellung bewusst verzichtet.

Nachdem diese Problematik ausreichend diskutiert wurde, sollen Koordinationsformen aufgezeigt werden, die Unternehmen nutzen können, um internationale Transaktionen effizient zu steuern und die entstehenden Transaktionskosten im Ausland zu minimieren. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden abschließend zusammengefasst und kritisch diskutiert.

2.0 Theoretische Einordnung der Transaktionskostentheorie

Die Transaktionskostentheorie gehört neben den der Theorie der Verfügungsrechte und dem Principal-Agent-Ansatz zu den Theorien der Institutionenökonomik. Ihr Ursprung basiert auf den Arbeiten von Coase. Dieser schafte 1937 durch seinen Aufsatz „Nature of the Firm“ die Basis für den Transaktionskostenansatz, indem er skizzierte, das die Teilnahme am Markt und die Nutzung des marktlichen Preismechanismus nicht kostenlos ist. (vgl. Coase 1937, S. 18) Damit revidierte er die vorher bestehenden neoklassischen Ansätze, die von vollkommener Markttransparenz und einem kostenlosen Markt ausgingen. Williamson knüpfte 1975 an die Überlegungen von Coase an indem er die Ursache für die Entstehung von Transaktionskosten darstellte. Diese entstehen nach Williamson unter der Voraussetzung das Transaktionen vorhanden sind und diese durchgeführt werden. (vgl. Williamson 1975, S. 21)

2.1 Transaktionskosten

Transaktionen stellen die Basiseinheiten zur Analyse der Transaktionskostentheorie dar. […] Als Transaktion wird, wie bereits angedeutet, die Übertragung von Verfügungsrechten, d. h. mit materiellen bzw. immateriellen Gütern verbundene, institutionell legitimierte Handlungsrechte eines oder mehrerer Wirtschaftssubjekte, auf der Grundlage eines vertraglich vereinbarten Tausches bezeichnet.“ (Schwartzer 2006, S. 2) Transaktionen sind also die expliziten und impliziten (Vertrags-)Verhandlungen über Güter und Dienstleistungen zwischen mindestens zwei Akteuren. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten bezeichnet man als Transaktionskosten. (vgl. Williamson 1985, S. 2) Die Transaktionskostentheorie erhebt den Anspruch, dass jeder Analysegegenstand, welcher sich explizit oder implizit als Vertragsproblem beschreiben lässt, der transaktionskostentheoretischen Analyse zugeführt werden kann. (vgl. Williamson 1985, S. 41) Dies meint, dass die zu untersuchende Theorie durchaus globalen Charakter hat. Sie lässt sich anwenden auf die Gesamtheit aller sozioökonomischen Austauschbeziehungen innerhalb von Institutionen. Obwohl der Begriff Institution in der einschlägigen Literatur nicht eindeutig definiert ist, lassen diese sich im Wesentlichen als System von Regeln und Verträgen mit ihren jeweiligen Durchsetzungsmechanismen spezifizieren, durch die das Verhalten von Individuen kanalisiert werden soll. (vgl. Schwartzer 2006, S.2) Institutionen sind also formelle Regeln als auch Konventionen und andere sog. informelle Regeln.

Transaktionskosten können im Vorfeld (d.h. bei der Anbahnung), im Verlauf und nach einer Austauschbeziehung entstehen. Man unterscheidet deshalb zwei Formen von Transaktionskosten. Kosten welche dem materiellen Güteraustausch vorausgehen werden als Ex-ante-Transaktionskosten bezeichnet. Sie müssen aufgewendet werden um das Zustandekommen von Verträgen und Austauschbeziehungen vorzubereiten. (vgl. Süß 2004, S. 44) Unter der Kategorie der Ex-ante-Transaktionskosten lassen sich drei wesentliche Kostenarten subsumieren. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Informations-/ und Anbahnungskosten, Vereinbarungskosten und die Abwicklungskosten. Auch während, oder nach einer Austauschs- und Vertragsbeziehungen treten Kosten auf, welche aufgewendet werden müssen um den Produktions- und Austauschprozess kontrollieren zu können. Bei Bedarf entstehen darüber hinaus auch Kosten zur Anpassung und Auflösung von bestehenden Verträgen. Diese werden als Ex-Post-Transaktionskosten bezeichnet. (vgl. Stock-Homburg 2010, S. 37)

2.2 Verhaltensannahmen der Transaktionskostentheorie

Die Transaktionskostentheorie geht im Gegensatz zu den neoklassischen Ansätzen davon aus, dass ökonomische Akteure begrenzte Rationalität aufweisen. Williamson geht zwar davon aus, das Transaktionspartner bestrebt sind rational und nach dem Muster der Homo oeconomicus zu handeln, hierzu jedoch nur begrenzt in der Lage sind. (vgl. Stock-Homburg 2010, S. 37) Einen Beleg für die dafür liefert z.B. die Spieltheorie, welche aufzeigte, dass die Verhaltenshypothese des Homo oeconomicus nicht zutreffend ist. Sobald ein Akteur zum strategisch handelnden Wirtschaftssubjekt wird, ist dieser auch bereit kurzfristige Verluste in Kauf zu nehmen um langfristige Ziele zu erreichen. (vgl. Wöhe 2010, S. 100)

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Transaktionskostentheorie: Eine Betrachtung der Koordinationsformen internationaler Transaktionen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V210574
ISBN (eBook)
9783656383154
ISBN (Buch)
9783656385448
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transaktionskostentheorie, eine, betrachtung, koordinationsformen, transaktionen
Arbeit zitieren
Thomas Berger (Autor), 2011, Die Transaktionskostentheorie: Eine Betrachtung der Koordinationsformen internationaler Transaktionen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210574

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