Ethik und Recht im Boulevardjournalismus


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das österreichische Mediengesetz
2.1. Erster Abschnitt: Begriffsbestimmungen
2.2. Zweiter Abschnitt: Schutz der journalistischen Berufsausübung
2.3. Dritter Abschnitt: Persönlichkeitsschutz
2.4. Vierter Abschnitt: Impressum, Offenlegung und Kennzeichnung

3. Der Ehrenkodex der österreichischen Presse
3.1. Freiheit
3.2. Genauigkeit
3.3. Unterscheidbarkeit
3.4. Einflussnahmen
3.5. Persönlichkeitsschutz
3.6. Intimsphäre
3.7. Materialbeschaffung
3.8. Redaktionelle Spezialbereiche
3.9. Öffentliches Interesse

4. Beispiele aus dem Alltag
4.1. Namensänderung mit Folgen
4.2. Die Persönlichkeitsrechte von Kindern missachtet
4.3. Klarer Fall von Schleichwerbung
4.4. Kurzerhand als Verdächtiger abgestempelt
4.5. Wirbel um Nacktfoto
4.6. Öffentlich gedemütigt
4.7. Empörte Bundeskanzlerin

5. Fazit

6. Quellen

1. Einleitung

Schon seit ihrer Gründung tragen die Massenmedien eine hohe Verantwortung in der Gesellschaft. Ihre Aufgabe liegt primär darin, wichtige Informationen zugänglich zu machen und auch eine gewisse Kontrollfunktion im Staat zu übernehmen. Objektivität und Zuverlässigkeit sind daher nur zwei von vielen Eigenschaften, die von der medialen Berichterstattung erwartet werden.

In einer Zeit, in der der Konkurrenzkampf der Medien untereinander stetig zunimmt, versuchen viele, mithilfe reißerischer Schlagzeilen und skandalöser Berichte mehr Leser für sich zu gewinnen. Dies geschieht leider oft ohne Rücksichtnahme auf die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen. Es scheint so, als würden die Massenmedien immer dreister und gewissenloser. Oder entspricht deren Berichterstattung doch nur dem, was die Leser wollen? Denn auch seitens der Leser findet man häufig ein hohes Maß an Sensationsgier. „Das Menschliche, Normale ist nicht spektakulär genug, um Erfolg zu haben. Nur das Abnorme – um nicht zu sagen: Perverse – hat jene Auffälligkeit, die auch öffentliche Auffälligkeit findet. ‚Bad news are good news’.“ (Stolte 2004: 113) Trotzdem erwartet man seitens der Medien eine verantwortungsbewusste Erfüllung ihrer gesellschaftlichen Aufgaben. Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit und eine gewisse Sensibilität im Umgang mit Persönlichkeitsrechten sollten demnach unumgänglich sein.

Wie weit Medien in ihrer Berichterstattung gehen dürfen und wo die Grenzen zwischen Recht und Unrecht liegen, soll in der vorliegenden Arbeit ermittelt bzw. aufgezeigt werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf das Österreichische Medienrecht und den Ehrenkodex der Österreichischen Presse gelegt. Da es besonders im Boulevardjournalismus oft zu Verstößen gegen Medienethik und -recht kommt, wird auf diese Sparte besonders hingewiesen.

Am Anfang der Arbeit stehen eine Beschreibung des österreichischen Medienrechts sowie eine Einführung in die einzelnen Abschnitte desselben. Im Anschluss daran wird der Begriff „Medienethik“ erklärt, und anhand des österreichischen Ehrenkodex der Presse kommen sowohl Persönlichkeitsrechte als auch Vorschriften für die journalistische Arbeit zur Sprache. Das letzte Großkapitel versucht, anhand verschiedenster Beispiele aus bekannten Boulevardblättern die vorher behandelte Theorie zu veranschaulichen.

Im Fazit der Arbeit werden die wichtigsten Kritikpunkte des Medienrechts und des Ehrenkodex erwähnt. Auch die Frage, warum immer häufiger Rügen seitens des Presserates erteilt werden, wird zu beantworten versucht.

In der vorliegenden Arbeit werden Begriffe wie Zeitung, Blatt und Medium meist synonym verwendet. Auch wenn manche Aussagen für alle Arten von Massenmedien gelten, so liegt hier das Augenmerk ausschließlich auf Tageszeitungen.

2. Das österreichische Mediengesetz

Das österreichische Mediengesetz umfasst zehn Abschnitte, die alle möglichen Paragraphen zu Begriffsdefinitionen, Redaktionsstatuten bis hin zum Persönlichkeitsschutz beinhalten. Das aktuelle Mediengesetz gilt seit 12. Juni 1981 und wurde speziell auf die Presse und andere publizistische Medien ausgerichtet. Im Folgenden werden die Abschnitte eins bis vier etwas näher erläutert. Auf die Abschnitte fünf bis zehn wird in dieser Ausführung nicht weiter eingegangen, da diese im Zusammenhang mit dem zentralen Thema der Arbeit nur unzureichend relevant sind.

2.1. Erster Abschnitt: Begriffsbestimmungen

Der erste Abschnitt des österreichischen Mediengesetztes beschäftigt sich mit Begriffsbestimmungen aller Art. In diesem Sinne ist ein Medium beispielsweise „jedes Mittel zur Verbreitung von Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild an einen größeren Personenkreis im Wege der Massenherstellung oder der Massenverbreitung (MedienG 1981:1)“.

Medieninhalte sind demnach „Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild, die in einem Medium enthalten sind (ebd.)“ und ein Medienwerk ist „ein zur Verbreitung an einen größeren Personenkreis bestimmter, in einem Massenherstellungsverfahren in Medienstücken vervielfältigter Träger von Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem Inhalt (ebd.)“. Weiters werden auch diverse Berufsgruppen in den Medien näher definiert. So ist beispielsweise der Herausgeber eines Mediums, „wer die grundlegende Richtung des periodischen Mediums bestimmt“, der Medienhersteller, „wer die Massenherstellung von Medienwerken besorgt“, und der Medienmitarbeiter, „wer in einem Medienunternehmen oder Mediendienst an der inhaltlichen Gestaltung eines Mediums oder der Mitteilungen des Mediendienstes journalistisch mitwirkt, sofern er als Angestellter des Medienunternehmens oder Mediendienstes oder als freier Mitarbeiter diese journalistische Tätigkeit ständig und nicht bloß als wirtschaftlich unbedeutende Nebenbeschäftigung ausübt“. (Vgl. MedienG 1981: 1)

Definitionen dieser Art scheinen oft schwammig und unklar formuliert. Der Begriff des „größeren Personenkreises“, der von einem Medium erreicht werden muss, um als Massenmedium zu gelten, lässt genau so viele Fragen aufkommen wie jener der „ständigen“ und der „wirtschaftlich unbedeutenden“ Tätigkeit. Jarras (1982) definiert den „größeren Personenkreis“ folgendermaßen: „Ein größerer Personenkreis liegt vor, wenn der Kreis der Empfänger vom ‚Absender’ personell nicht mehr kontrolliert werden kann.“ Allerdings weist er darauf hin, dass auch ein Verein, in dem sich die Mitglieder gegenseitig kennen, als „größerer Personenkreis“ gilt, der Begriff also nicht zur Gänze klar ausformuliert ist. (Vgl. Jarras 1982: 208) Wachter hat sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, die journalistische Arbeit „ständig“ und nicht bloß als „wirtschaftlich unbedeutende Tätigkeit“ auszuüben. Er kam zu dem Schluss, dass diese Bedingungen nur dann gegeben sind, wenn die betroffenen zumindest unter „arbeitnehmerähnlichen“ Umständen arbeiten. (Vgl. Wachter 1980: 67) Seiner Ansicht nach hat es der Gesetzesgeber jedoch vermieden, sich in dieser Richtung genauer festzulegen (vgl. ebd.).

2.2. Zweiter Abschnitt: Schutz der journalistischen Berufsausübung

Der zweite Abschnitt des österreichischen Mediengesetzes beschäftigt sich mit dem Schutz der journalistischen Berufsausübung sowie den Berufsstatuten. Darin sind die Rechte eines Journalisten aufgelistet, auf die er sich berufen kann. Der Überzeugungsschutz als erster Punkt erlaubt es einem Journalisten, die Arbeit an der inhaltlichen Gestaltung eines Beitrages zu verweigern, wenn dieser seiner Überzeugung in grundsätzlichen Fragen oder den Grundsätzen des journalistischen Berufes widerspricht. Dem Medienmitarbeiter darf demnach kein Nachteil erwachsen, wenn er sich gerechtfertigterweise weigert, einen Bericht zu verfassen. (Vgl. MedienG 1981: 2)

An zweiter Stelle steht der Schutz namentlich gekennzeichneter Beiträge. Dieser beinhaltet, dass ein Beitrag, der inhaltlich geändert wurde, nur unter dem Namen seines ursprünglichen Verfassers veröffentlicht werden darf, wenn dieser der Änderung zustimmt.

Der dritte und letzte Punkt zum Schutz der journalistischen Berufsausübung weist den Medienmitarbeiter darauf hin, dass es ihm nicht zusteht „die Veröffentlichung eines von ihm verfassten Beitrages oder einer Darbietung, an deren inhaltlichen Gestaltung er mitgewirkt hat, zu erzwingen (ebd.)“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Ethik und Recht im Boulevardjournalismus
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
Tabloid-Journalismus
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V210684
ISBN (eBook)
9783656384205
ISBN (Buch)
9783656387107
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In einer Zeit, in der der Konkurrenzkampf der Medien untereinander stetig zunimmt, versuchen viele, mithilfe reißerischer Schlagzeilen und skandalöser Berichte mehr Leser für sich zu gewinnen. Dies geschieht leider oft ohne Rücksichtnahme auf die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen. Wie weit Medien in ihrer Berichterstattung gehen dürfen und wo die Grenzen zwischen Recht und Unrecht liegen, zeigt vorliegende Arbeit.Der Schwerpunkt liegt auf dem Österreichische Medienrecht und dem Ehrenkodex der Österreichischen Presse.
Schlagworte
Medien, Boulevardjournalismus, Tabloid, Boulevard, Qualität, Recht, Ethik, Ehrenkodex, Presse
Arbeit zitieren
Bakk. Komm. Maria Vögele (Autor), 2011, Ethik und Recht im Boulevardjournalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210684

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