Target Costing als Controllinginstrument im Unternehmen


Seminararbeit, 2010

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 ZUR NOTWENDIGKEIT DES TARGET COSTING

2 GRUNDLAGEN DES TARGET COSTING
2.1 Definition und Zielsetzung
2.2 Ursprünge
2.3 Anwendungsbereiche

3 DER TARGET COSTING - PROZESS
3.1 Zielkostenfindung
3.1.1 Market into Company
3.1.2 Out of Company
3.1.3 Into and out of Company
3.1.4 Out of Competitor
3.1.5 Out of Standard Costs
3.2 Zielkostenspaltung
3.2.1 Funktionsmethode
3.2.2 Komponentenmethode
3.3 Zielkostenerreichung

4 KRITISCHE WÜRDIGUNG

5 SCHLUSSBEMERKUNG

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vergleich des Kostenmanagements der USA/Japan

Abbildung 2: Anwendungsbereiche des Target Costing

Abbildung 3: Zusammenhang zwischen Target Profit und Target Cost

Abbildung 4: Arten der Zielkostenbestimmung

Abbildung 5: Zielkostenkontrolldiagramm

Abbildung 6: Instrumente der Zielkostenerreichung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Zur Notwendigkeit des Target Costing

Die veränderte wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat zu einem heute vollständig veränderten Wettbewerb geführt. Aufstrebende Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien konkurrieren verstärkt mit den etablierten Industrienationen. Globalisierung1 und steigender Wettbewerbsdruck stellen immer höhere Erfordernisse an Unternehmen, die Kundenanforderungen nicht nur hinsichtlich der Produkt- und Serviceeigenschaften, sondern auch hinsichtlich der Kosten zu erfüllen.2 Ebenso durch die Wandlung vom Verkäufer- hin zum Käufermarkt hat sich die Wettbewerbslandschaft grundlegend verändert.3 Der Kunde hat heute eine wesentlich stärkere Position inne und Werbeslogans, wie „ Geiz ist geil “, spiegeln das gesteigerte Preisbewusstsein der Verbraucher in vielen Produktbereichen wider.

Auf diese Veränderungen müssen Unternehmen heute eingehen, um den erfolgreichen Fortbestand ihrer Unternehmung zu gewährleisten. In Bezug auf das Controlling sind traditionelle Instrumente, wie die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, jedoch nicht mehr ausreichend, um den gewachsenen Anforderungen des Marktes Rechnung zu tragen.4 Vor allem die fehlende Orientierung am Kunden und somit am Markt sind hierfür verantwortlich. Marktorientierung liegt nur dann vor, wenn unternehmerische Entscheidungen auch auf die Kunden und Wettbewerber ausgerichtet werden.5 Dahingehend sind moderne Ansätze des Kostenmanagement ausgerichtet. Diese ergänzen die traditionelle Kostenrechnung um moderne Instrumente, welche die marktorientierte Kostengestaltung integrieren. Target Costing ist ein solch beschriebenes Instrument.

Die vorliegende Arbeit wird einleitend die Grundlagen des Konzepts Target Costing erörtern. Hier steht zunächst eine Begriffsdefinition und eine Erläuterung der Ziele des Target Costing im Vordergrund (2.1). Anschliessend werden die Ursprünge dieses Konzepts aufgezeigt (2.2) und mögliche Anwendungsgebiete (2.3) dargestellt. Das Hauptaugenmerk der Arbeit richtet sich auf die zu berücksichtigende Vorgehensweise, den

Target Costing-Prozess (3). Dieser wird im Hauptteil eingehend betrachtet. Einer kritischen Würdigung (4) folgt abschließend dieSchlussbemerkung (5).

2 Grundlagen des Target Costing

2.1 Definition und Zielsetzung

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Robert S. Kaplan schrieb einst: „ The Concept of target costing is simple to state and hard to accomplish ” .6

In der Tat lässt sich die Grundaussage des Target Costing in einem einfachen Satz zusammenfassen. Die Frage „ Was wird ein Produkt kosten ?“ wird durch „ Was darf ein Produkt kosten? “ ersetzt. Infolgedessen ändert sich der Ablauf der Kostenermittlung.7 Die traditionelle Cost-Plus Kalkulation weicht einer Retrograden Kalkulation.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vergleich des Kostenmanagements der USA und Japan9

Wieso jedoch erwähnt Robert S. Kaplan die Schwierigkeit, Target Costing letztlich umzusetzen? Die Problemstellung ergibt sich aus einer Vielzahl existierender Definitionen; denn bis heute hat sich kein einheitlicher Standard für das Target Costing durchgesetzt.

Zurückführen lässt sich dies auf differierende Ansätze, welche durch verschiedenartige Herangehensweisen entstanden. Drei wesentliche Ansätze haben sich herausgebildet:

Der marktorientierte Target Costing-Ansatz nach Hiromoto fokussiert sich auf Kostenmanagement in den frühen Phasen des Produktentwicklungsprozesses sowie konsequente Marktorientierung. Dieser Ansatz bietet sich laut Hiromoto vor allem für Unternehmen mit intensivem Wettbewerbsdruck und hohem Innovationsgrad an.

Der Ingenieursorientierte Target Costing-Ansatz nach Sakurai und Monden betont die Wichtigkeit einer Senkung des Standardkostenniveaus zur Gewinnmaximierung. So schreibt Sakurai: „ Target Costing kann als Instrument des Kostenmanagements definiert werden, mit Hilfe dessen die gesamten Kosten eines Produkts ü ber den gesamten Lebenszyklus unter Einbeziehung der Bereiche Produktion, Konstruktion, F&E, Marketing und Controlling gesenkt werden sollen “ .10 Ein Marktbezug liegt hier nicht vor. Vielmehr konzentriert sich dieser Ansatz auf den frühzeitigen Einsatz kostenbeeinflussender Instrumente.

Der dritte Ansatz ist der Produktfunktionsorientierte Target Costing- Ansatz nach Tanaka und Yoshikawa. Im Vordergrund steht hier die Aufteilung des Produkts in einzelne Funktionen und die Beurteilung der Bedeutung dieser Funktionen. Die anfallenden Kosten werden dem Kundennutzen gegenübergestellt und somit eine höchstmögliche Marktorientierung erreicht.11 Eine elementare Stellung nimmt hier die Marktforschung ein, denn sie ermittelt die als relevant erachteten Merkmale und Funktionen.

Deutsche Autoren wie Horváth und Seidenschwarz greifen Elemente aller oben genannten Ansätze auf. So definiert Horváth Target Costing als ein umfassendes Bündel von Kostenplanungs-, Kostenkontroll- und Kostenmanagementinstrumenten, die bereits in den frühen Phasen der Produkt- und Prozessgestaltung zum Einsatz kommen, um die Kostenstrukturen frühzeitig im Hinblick auf die Marktanforderungen gestalten zu können.12 Aus dieser Definition lassen sich folgende wesentliche Zielsetzungen des Target Costing ableiten:13

- Marktorientierung des Kostenmanagements und des gesamten Unternehmens: Infolge der umfassenden Kunden- und Marktorientierung wird Over-Engineering reduziert. Produktfunktionen welche keinen zusätzlichen Kundennutzen stiften, weichen zu Gunsten von Kostensenkungen. Qualitativ ist das Produkt also nur so gut, wie es auch vom Kunden honoriert wird.14
- Strategieorientierung durch markt- und zielorientierte Forschung und Entwicklung (F&E): Jedes Produkt sollte langfristig seine verursachten Kosten und einen Gewinn erwirtschaften. Die strategische Ausrichtung durch markt- und zielorientierte F&E begünstigt die Planung und Gestaltung von Kostenbestimmungs- faktoren, welche langfristig die Konkurrenzfähigkeit des Produkts sichern.
- Die frühzeitige Einbindung des Kostenmanagements bei der Produktentwicklung gewährleistet die Erreichung eines niedrigen Produktkostenniveaus.
- Eine Dynamisierung des Kostenmanagements durch ständige marktgetriebene Überprüfung der Kostenziele: Veränderungen der Prozess- und Verfahrenstechnologie werden in den Kostenplanungsprozess integriert und eine stetige, dynamische Kostenreduktion erreicht.15
- Motivationale Aspekte bei den Mitarbeitern, da die Strategie durch leicht nachvollziehbare Marktanforderungen und nicht durch abstrakte Unternehmensziele beeinflusst wird.

2.2 Ursprünge

Die Ursprünge des Target Costing finden sich in den frühen sechziger Jahren in Japan.16 1963 entwickelte Toyota einen ersten konzeptionellen Entwurf dieses neuartigen Kostenmanagementsystems.17 Der Grund hierfür war die Dringlichkeit auf den steigenden Wettbewerbsdruck der Märkte durch höhere Kosten- und Qualitätsstandards einzugehen.18 In den Folgejahren wurde Target Costing von konkurrierenden japanischen Automobilherstellern, Zulieferern und Unternehmen anderer Industrien übernommen.19

Ende der achtziger Jahre veröffentlichten japanische Autoren, wie Hiromoto, Sakurai und Tanaka, erstmals englischsprachige Literatur zu diesem Thema.20 Folglich drang die Idee und Methodik des Target Costing in den späten Achtzigerjahren über den angloamerikanischen auch in den deutschen Sprachraum.21

[...]


1 Vgl. Houlihan (1985), S. 22.

2 Vgl. Ross (1997), S. 26.

3 Vgl. Weber (2008), S. 131.

4 Vgl. Johnson/Kaplan (1987), S. 22.

5 Vgl. Fröhling (1991), S. 8.

6 Kaplan/Atkinson (1998), S. 226.

7 Vgl. Horváth (2008), S. 479.

8 Vgl. Arnaout (2001), S. 43.

9 In Anlehnung an: Worthy (1991), S. 49.

10 Vgl. Horváth et al. (1993), S. 3 f.

11 Vgl. Seidenschwarz (1993), S. 6 ff.

12 Vgl. Horváth et al. (1993), S. 4.

13 Vgl. ebd., S. 4.

14 Vgl. Meyer (2003), S. 263.

15 Vgl. Seidenschwarz (1993), S. 85.

16 Vgl. Horváth (2008), S. 479.

17 Vgl. Arnaout (2001), S. 19.

18 Vgl. Franz (1993), S. 124 f.

19 Vgl. Tanaka (1993), S. 4.

20 Vgl. Horváth et al. (1993), S. 3.

21 Vgl. Horváth (2008), S. 479.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Target Costing als Controllinginstrument im Unternehmen
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg  (Wirtschaft und Recht)
Veranstaltung
Schwerpunktseminar Controlling
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V211286
ISBN (eBook)
9783656393030
ISBN (Buch)
9783656394365
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Target Costing, Controlling, Kostendruck, Controllinginstrument
Arbeit zitieren
Michael Ledvinka (Autor:in), 2010, Target Costing als Controllinginstrument im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211286

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