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Benennung öffentlicher Räume als Beitrag zu einer kollektiven Identität

Am Beispiel der Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings

Titre: Benennung öffentlicher Räume als Beitrag zu einer kollektiven Identität

Travail de Recherche , 2013 , 28 Pages , Note: 1

Autor:in: Claudia Liebeswar (Auteur)

Politique - Autres sujets
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Die kollektive Identität einer Gesellschaft basiert auf komplexen Ingroup-Outgroup-Bestimmungen und beeinflusst den politischen und gesellschaftlichen Status Quo. Als symbolische Einschreibungen in den Raum sind auch die Benennungen von öffentlichen Straßen und Plätzen als Faktoren zu sehen, die jene kollektive Identität beeinflussen. Auf Basis jener Überlegungen ist die Bedeutung der Debatte um den Dr.-Karl-Lueger-Ring offensichtlich. Die basalste Voraussetzung für die Integration der entsprechenden, vielfältigen Argumentationen in die Identität ist deren Kenntnisnahme. Tatsächlich stellte sich heraus, dass nur etwa drei Zehntel der Personen einer repräsentativen Stichprobe über die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings Bescheid wissen und dass die etwaige Kenntnisnahme nur ungenügend erfolgte, wobei ein höheres Bildungsniveau die Kenntnis wahrscheinlicher machte. Zudem stimmten Personen mit höherer Bildung symbolisch-moralischen Argumenten eher sowie praktisch-materiellen Argumenten weniger zu als Personen mit niedrigerer Bildung. Hieraus resultiert, dass es anzuraten wäre, bereits früh in der Bildungskarriere vergangenheitspolitische Elemente zu lehren und die Sensibilität für die moralische Schuld gegenüber den NS-Opfern zu stärken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Dr.-Karl-Lueger-Ring

Theorien und Konzepte

Methodik

Literaturanalyse

Empirischer Teil

Rekrutierung

Datenerhebung

Stichprobenzusammensetzung und Stichprobenrepräsentativität

Ethische Richtlinien

Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings

Öffentliche Kenntnis

Interpersonale Unterschiede

Unterschiede der kognitiven Verarbeitung

Öffentliche Meinung

Implikationen & Conclusio

Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Benennung öffentlicher Räume für die Konstruktion kollektiver Identität in Österreich am Beispiel der Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings. Ziel ist es, das Meinungsbild der Bevölkerung zu diesem komplexen vergangenheitspolitischen Thema zu erfassen und zu analysieren, welche Rolle der Bildungsstand und die kognitive Verarbeitung bei der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit spielen.

  • Bedeutung von Straßennamen für die kollektive Identität
  • Analyse der Debatte um den Dr.-Karl-Lueger-Ring
  • Quantitativ-statistische Untersuchung der öffentlichen Meinung
  • Einfluss des Bildungsniveaus auf die historische Kenntnisnahme
  • Zusammenhang zwischen symbolischer Politik und kollektivem Gedächtnis

Auszug aus dem Buch

Der Dr.-Karl-Lueger-Ring

Dr. Karl Lueger, der Namensstifter jenes Ringteils, war zunächst Abgeordneter im niederösterreichischen Landtag und später Vizebürgermeister Wiens, bevor er schließlich von 1897 bis 1910 amtierender Bürgermeister von Wien war (Vgl. Uhl, 2010). Während er aus dem Liberalismus kam, wurde er später der Gründer der Christlichsozialen Partei (Vgl. Kaindlstorfer, 2010). Während seiner Jahre als Bürgermeister kam es zu infrastrukturellen und kommunalpolitischen Verbesserungen in Bereichen wie der Gas-, Wasser- und Stromversorgung sowie des öffentlichen Verkehrs (Vgl. Uhl, 2010). Ein prominentes Beispiel für die Innovationen jener Zeit ist beispielsweise der Bau der zweiten Wiener Hochquellwasserleitung. Aufgrund jener Errungenschaften würdigte man Dr. Karl Lueger symbolisch im Stadtbild Wiens. Neben anderen Denkmälern und Gedächtnisstätten wurde 1934 in Gedenken an Lueger auch der Abschnitt jenes Rings von der Stadiongasse bis zur Schottengasse von den Austrofaschisten nach dem damaligen Bürgermeister benannt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Vergangenheitspolitik und die symbolische Bedeutung der Benennung öffentlicher Räume für die kollektive Identität.

Der Dr.-Karl-Lueger-Ring: Historischer Abriss über die Person Karl Lueger, seine Rolle als Bürgermeister sowie die Genese der Debatte um die Umbenennung des nach ihm benannten Ringteils.

Theorien und Konzepte: Theoretische Fundierung der Arbeit durch konstruktivistische Sichtweisen auf kollektive Identität, Ingroup-Outgroup-Bestimmungen und das kollektive Gedächtnis.

Methodik: Darstellung der methodentriangulativen Vorgehensweise, bestehend aus Literaturanalyse und einer statistisch-quantitativen Fragebogenstudie.

Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings: Analyse der Argumentationsstränge politischer Akteure und gesellschaftlicher Gruppen im Verlauf des 25-jährigen Diskurses.

Öffentliche Kenntnis: Deskriptive Auswertung des Fragebogens bezüglich des Wissensstandes der Bevölkerung über die Umbenennung und Untersuchung der interpersonalen Unterschiede.

Öffentliche Meinung: Analyse der Zustimmungswerte zu verschiedenen Argumenten bezüglich der Straßennamen-Debatte unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren.

Implikationen & Conclusio: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für die vergangenheitspolitische Bildung in Österreich.

Quellen: Dokumentation der verwendeten Literatur, Vorträge und Originaltextmeldungen der APA.

Schlüsselwörter

Kollektive Identität, Vergangenheitspolitik, Dr.-Karl-Lueger-Ring, Universitätsring, Konstruktivismus, kollektives Gedächtnis, Antisemitismus, öffentliche Meinung, Wissensstand, Bildungsniveau, Erinnerungspolitik, Umbenennung, Nationalsozialismus, Wiener Stadtgeschichte, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Straßennamen auf die kollektive Identität und analysiert am Beispiel des Dr.-Karl-Lueger-Rings, wie eine Gesellschaft mit kontroversen historischen Figuren im öffentlichen Raum umgeht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie, um das Wechselspiel zwischen Erinnerungspolitik, medialem Diskurs und dem individuellen Wissen der Bevölkerung zu untersuchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Erfassung des öffentlichen Meinungsbildes zur Umbenennung sowie die Untersuchung der Frage, inwieweit das Wissen über diese vergangenheitspolitische Maßnahme in der Bevölkerung verankert ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet einen methodentriangulativen Ansatz, der eine hermeneutisch-interpretative Literaturanalyse mit einer statistisch-quantitativen Online-Fragebogenstudie kombiniert.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die konträren Argumentationslinien politischer Parteien und Akteure im Zeitverlauf sowie die psychologischen Faktoren bei der kognitiven Verarbeitung von Informationen über die Umbenennung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Kollektive Identität, Vergangenheitspolitik, Antisemitismus, Erinnerungskultur und der Einfluss des Bildungsniveaus auf die historische Urteilsfähigkeit.

Welchen Einfluss hat das Bildungsniveau auf die Ergebnisse?

Es zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang: Ein höheres Bildungsniveau korreliert positiv mit einem fundierteren Wissen über die Umbenennung und einer stärkeren Sensibilität für moralisch-symbolische Argumente.

Warum wird der Dr.-Karl-Lueger-Ring als Fallbeispiel gewählt?

Der Ring dient als prominentes Beispiel für eine symbolische Auseinandersetzung, bei der die Person Lueger aufgrund ihrer historischen Rolle zwischen kommunalpolitischen Verdiensten und Antisemitismus ambivalente Debatten auslöste.

Was schlussfolgert die Autorin für die politische Bildung?

Es wird empfohlen, vergangenheitspolitische Themen bereits früh in der Bildungskarriere zu verankern, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte zu ermöglichen, die über passive Wissensaufnahme hinausgeht.

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Résumé des informations

Titre
Benennung öffentlicher Räume als Beitrag zu einer kollektiven Identität
Sous-titre
Am Beispiel der Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings
Université
University of Vienna
Note
1
Auteur
Claudia Liebeswar (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
28
N° de catalogue
V211567
ISBN (ebook)
9783656395041
ISBN (Livre)
9783656396284
Langue
allemand
mots-clé
symbolische einschreibungen raum beispiel debatte umbenennung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Claudia Liebeswar (Auteur), 2013, Benennung öffentlicher Räume als Beitrag zu einer kollektiven Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211567
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Extrait de  28  pages
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