In der vorliegenden Studie wurde überprüft, welche Dimensionen des Classroom- Managements einen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden der Schüler haben und inwiefern sich Vorhersagen für den Schulalltag treffen lassen. Im Rahmen einer Querschnittsuntersuchung wurden 845 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen in Sachsen-Anhalt befragt. Zunächst wird im Text das Konstrukt Wohlbefinden erläutert und sein Bezug zur Schule hergestellt. Danach werden die vier Dimensionen des Classroom-Managements betrachtet. Dabei wurde ein sehr signifikanter Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Zuwendung und dem schulischen Selbstwert sowie zwischen der Unterrichtsqualität und der Einstellung zur Schule gefunden. Des weiteren wurde ein hoch signifikanter Unterschied in der Wahrnehmung des Lehrereingreifens zwischen Mädchen und Jungen festgestellt. Ein Unterschied in der Beurteilung der Lehrerzuwendung konnte hingegen nicht belegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie
1.1 Wohlbefinden in der Schule
1.2 Classroom-Management
2 Methode
2.1 Stichprobe
2.2 Untersuchungsinstrument
2.3 Durchführung
3 Ergebnisse
4 Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Dimensionen des Classroom-Managements auf das subjektive Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern der achten Klasse. Dabei soll insbesondere analysiert werden, wie Lehrkraftverhalten, Unterrichtsqualität und geschlechtsspezifische Unterschiede das schulische Wohlbefinden und die Einstellung zur Schule beeinflussen, um daraus Handlungsempfehlungen für den pädagogischen Alltag abzuleiten.
- Analyse des Konstrukts "Wohlbefinden in der Schule"
- Untersuchung der Wirkungsweise von Classroom-Management
- Erfassung der Bedeutung von Lehrerzuwendung und Unterrichtsqualität
- Analyse geschlechtsspezifischer Wahrnehmungsunterschiede
- Ableitung pädagogischer Handlungsmuster zur Unterrichtsverbesserung
Auszug aus dem Buch
1.2 Classroom-Management
Es gibt zahlreiche Ansätze CM zu beschreiben, aber keine dieser Definitionen kann, ob der Komplexität, eine Darstellung all seiner Aspekte abgeben. ANDERSON, EVERTSON und EMMER (1980) stellen in diesem Zusammenhang drei Verhaltenscluster von Lehrern dar. Der Erste beschreibt Verhaltensweisen, welche dem Schüler das „Warum?“ der schulischen Aktivitäten vermittelt. Der Zweite beschreibt Verhaltensweisen, die sich dem „Wie?“ des guten Benehmens beschäftigen und der letzte Cluster beschreibt das Erkennen von Schülerbedürfnissen und der nachfolgenden Adaption des Unterrichts in Richtung dieser. Für LEMLECH (1988) ist CM „the orchestration of classroom life: Planning curriculum, organising procedures and resources, arranging the environment to maximize efficiency, monitoring student progress, anticipating potential problems“ (S. 3). V. JONES (1989) beschreibt fünf Fähigkeitsbereiche, die bei gutem CM abgedeckt werden müssen: Disziplinierung, Prävention, Organisieren/Instruieren, Entwickeln positiver zwischenmenschlicher Beziehungen und das Verstehen der persönlichen und akademischen Bedürfnisse der Schüler. ROLAND (1998) fasst für CM zusammen, „that the teacher should be concerned with both the cohesion and the on- task domains, and on both prevention and problem solving“ (p. 110). Hierbei führt er vier maßgebliche Dimensionen an, die in Abbildung 4 zusammengefasst sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theorie: Dieses Kapitel definiert das Konstrukt des subjektiven Wohlbefindens im Kontext der Schule und führt die Grundlagen des Classroom-Managements sowie dessen Einflussfaktoren ein.
2 Methode: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, einschließlich der Charakteristika der Stichprobe von 845 Schülern, der verwendeten Messinstrumente und des Ablaufs der Datenerhebung.
3 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, insbesondere hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen Lehrerzuwendung, Unterrichtsqualität und Schülerselbstwert.
4 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse im Lichte der Hypothesen kritisch reflektiert und pädagogische Handlungsempfehlungen für die Unterrichtspraxis formuliert.
Schlüsselwörter
Wohlbefinden, Classroom-Management, Schule, Lehrerzuwendung, Unterrichtsqualität, Schülerselbstwert, geschlechtsspezifische Unterschiede, Lehrerintervention, Lernfreude, Schulklima, pädagogische Psychologie, Empirische Bildungsforschung, Fragebogenstudie, Schulleistung, Klassenzusammenhalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Bedingungen, die das subjektive Wohlbefinden von Schülern in der Schule maßgeblich beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind das Classroom-Management (unterteilt in Zuwendung, Unterrichtsqualität, Aufsicht und Eingreifen) sowie deren Wirkung auf das Wohlbefinden und die schulische Selbstwahrnehmung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, wie Dimensionen des Classroom-Managements das Wohlbefinden von Achtklässlern beeinflussen und ob geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung dieser Faktoren existieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsuntersuchung, bei der 845 Schülerinnen und Schüler mittels eines standardisierten, schriftlichen Fragebogens befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Konstrukts Wohlbefinden, eine methodische Darstellung der Untersuchung und eine empirische Ergebnisanalyse samt anschließender Diskussion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Studie?
Wesentliche Begriffe sind Wohlbefinden, Classroom-Management, Lehrerzuwendung, Unterrichtsqualität sowie geschlechtsspezifische Stereotypisierung.
Wie bewerten Jungen und Mädchen das Eingreifen der Lehrkräfte?
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Unterschied: Mädchen bewerten die Lehrerintervention im Durchschnitt positiver als Jungen.
Wurde die Hypothese bestätigt, dass Mädchen die Zuwendung durch Lehrer positiver beurteilen?
Nein, diese Hypothese konnte nicht verifiziert werden; es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in der Wahrnehmung der Lehrerzuwendung zwischen den Geschlechtern.
- Citar trabajo
- Nico Hübner (Autor), 2012, Subjektives Wohlbefinden in der Schule - Bedingungen und Zusammenhänge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211808