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Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten

Sozialphilosophische Überlegungen zur internen Exklusion in Deutschland

Titel: Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten

Studienarbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sebastian Wendt (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn Deutschland nicht aussterben will und seinen wirtschaftlichen Status in den Welt bewahren will, dann ist es in den kommenden Jahren mehr denn je auf ausländische Anwärter angewiesen. Diese systemlogische Konsequenz wird dazu führen, dass unsere Gesellschaft „bunter“ und vielfältiger werden wird. Was auf den ersten Blick als natürlicher progressiver Prozess der Globalisierung erscheint, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir schon jetzt mit Problemen bezüglich der Integration von Migranten konfrontiert sind. Die Rede ist von der Etablierung sogenannter ‚Parallelgesellschaften‘ sowie der markanten Benachteiligung von Immigranten in vielen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und sozialen Bereichen. Wollen wir uns als zukunftsfähige Gemeinschaft behaupten, die den Anforderungen der Globalisierung im 21. Jahrhundert gewachsen ist, dann müssen wir unseren Blick zuerst auf diejenigen richten, die aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt sind und diskriminiert werden.
Die folgenden Ausführungen verstehen sich als sozialphilosophische Analyse über die aktuelle Situation von Migranten in Deutschland. Es wird die Ansicht vertreten, dass Migranten hierzulande, trotz zahlreicher Bemühungen und Projekte der letzten Jahre, immer noch den Status zweitklassiger Mitglieder haben. Die These von der „internen Exklusion“ wird zunächst durch mehrere wichtige Begriffsbetrachtungen eingeleitet, gefolgt von einer mehrdimensionalen sozialempirischen Bestandsaufnahme – der Erfassung sozialer Tatbestände vorwiegend auf der Meso- und Makroebene. Schließlich werden mit Bezug auf die Sozialphilosophie Micheal Walzers die Voraussetzungen für gesellschaftliche Gleichheit und Gerechtigkeit beleuchtet und abschließend ein Fazit für unsere Gesellschaft gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Akuität und Aktualität eines alten Themas

2 Migration – Was ist das?

3 Zum Begriff der Staatsbürgerschaft

4 Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten

5 Gerechtigkeit und Gleichheit? – Gedanken von MICHAEL WALZER

6 Staatsbürgerschaft als Lösung aller Probleme? – Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Migranten in Deutschland unter sozialphilosophischen Gesichtspunkten. Ziel ist es zu analysieren, warum Migranten trotz vielfältiger Bemühungen weiterhin oft den Status „Mitglieder zweiter Klasse“ innehaben, wobei insbesondere die Rolle von Staatsbürgerschaft und institutionellen Strukturen kritisch hinterfragt wird.

  • Sozialphilosophische Analyse der internen Exklusion
  • Bedeutung von Staatsbürgerschaft und Citizenship
  • Systemische Benachteiligung im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Michael Walzers Konzept der komplexen Gleichheit
  • Kritik an der Kopplung von gesellschaftlicher Teilhabe an die Staatsangehörigkeit

Auszug aus dem Buch

Zum Begriff der Staatsbürgerschaft

Ein Staatsbürger ist ein vollwertiges Mitglied in einer politischen Gemeinschaft. Die Staatsangehörigkeit regelt dabei die völkerrechtliche Zuordnung eines Individuums zu einem, oder besser gesagt, zu seinem Staat. Im Gegensatz zu Wohnbürgern, die nur auf einem (staatlichen) Territorium leben, genießen Staatsbürger innerhalb einer Gesellschaft zusätzlich einen besonderen rechtlichen, politischen und wohlfahrtsstaatlichen Schutz, der – wie ZURBUCHEN einmal sagte – „als modernes Äquivalent von feudalen Privilegien [fungiert]“. Der angelsächsische Begriff Citizenship ist nicht kongruent zum Staatsbürgerschaftsbegriff, auch wenn er oft in der gleichen Bedeutung Verwendung findet. Ersterer betont mehr den aktiven und gestaltenden Status der Mitglieder, während der Staatsbürger zunächst ein passiver, ja privater „Empfänger“ von Rechten und Pflichten ist. In der Staatsbürgerschaft offenbart sich auch ein kontraktualistisches Verhältnis zwischen den Bürgern und dem Staat. Als Rechtssubjekt kann der Staatsbürger seine Ansprüche einklagen; andererseits sind die Mitglieder dazu angehalten, bestimmte Pflichten gegenüber dem Staat zu erfüllen (z.B. Steuern zahlen; Verpflichtung auf die deutsche Verfassung etc.) – sonst drohen Sanktionen. Man erkennt, dass sich hinter dieser Konzeption eine idealisierte Vorstellung von Staatsbürgerschaft verbirgt.

Die Entwicklung der Staatsbürgerschaft ist historisch eng mit der Herausbildung von Nationalstaaten verbunden. Die „nationale Idee“ wurde besonders nach der französischen Revolution von 1789 in die Welt fortgetragen, bei der Rechte für Bürger und universale Rechte für Menschen (‚Menschenrechte‘) juristisch formuliert wurden. Zwar sind die Bürgerrechte in gewisser Weise auch ‚universalistisch‘; diesen Anspruch realisieren sie jedoch nur partikularistisch, indem sie die nicht zur eigenen Nation gehörenden Menschen exkludieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Akuität und Aktualität eines alten Themas: Das Kapitel führt in die aktuelle Migrationssituation in Deutschland ein und verdeutlicht den demografischen Druck bei gleichzeitiger Problematik der sozialen Exklusion von Einwanderern.

2 Migration – Was ist das?: Hier wird der Migrationsbegriff semantisch und historisch hergeleitet sowie in verschiedene Kategorien (z.B. Asyl-, Konventionsflüchtlinge) differenziert, um die Komplexität der Zuwanderung aufzuzeigen.

3 Zum Begriff der Staatsbürgerschaft: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Bedeutung der Staatsbürgerschaft als notwendige Voraussetzung für die vollwertige Mitgliedschaft in einer politischen Gemeinschaft und als Instrument der Exklusion.

4 Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten: Das Kapitel analysiert konkrete Ausgrenzungsmechanismen, insbesondere den Ausschluss von politischer Teilhabe sowie strukturelle Nachteile im Bildungs- und Sozialsystem.

5 Gerechtigkeit und Gleichheit? – Gedanken von MICHAEL WALZER: Die Arbeit diskutiert Michael Walzers Theorie der „Sphären der Gerechtigkeit“ und wendet sein Konzept der komplexen Gleichheit auf die Frage der Zuwanderung und Zugehörigkeit an.

6 Staatsbürgerschaft als Lösung aller Probleme? – Ein Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass der Status der Staatsbürgerschaft allein keine Chancengleichheit garantiert und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Integrationsstrukturen.

Schlüsselwörter

Migration, Staatsbürgerschaft, Exklusion, Integration, Michael Walzer, Komplexe Gleichheit, Politische Teilhabe, Deutschland, Soziale Gerechtigkeit, Diskriminierung, Bildungssystem, Citizenship, Zuwanderung, Menschenrechte, Gesellschaftsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialphilosophischen Analyse der Situation von Migranten in Deutschland und der These, dass diese trotz rechtlicher Bemühungen oft als Mitglieder zweiter Klasse behandelt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Migrationsbegriff, die Funktion der Staatsbürgerschaft als Exklusionsinstrument sowie die strukturelle Diskriminierung von Migranten in Politik, Bildung und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen offizieller Einwanderungspolitik und der tatsächlichen sozialen Teilhabe von Migranten aufzuzeigen und theoretisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialphilosophische Analyse, die theoretische Konzepte (insbesondere von Michael Walzer) mit sozialempirischen Bestandsaufnahmen und rechtlichen Analysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung von Migration, die Untersuchung des Staatsbürgerschaftsbegriffs, eine Bestandsaufnahme von Diskriminierungsformen und die Anwendung der Gerechtigkeitstheorie von Michael Walzer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Migration, Staatsbürgerschaft, Exklusion und komplexe Gleichheit geprägt.

Welche Rolle spielt Michael Walzer in der Argumentation?

Walzer dient als theoretische Basis, um durch sein Konzept der „komplexen Gleichheit“ zu verdeutlichen, dass einfache Gleichbehandlung allein nicht ausreicht, um gerechte soziale Teilhabe in komplexen Gesellschaften zu gewährleisten.

Warum betrachtet der Autor das Bildungssystem als problematisch für Migranten?

Der Autor argumentiert, dass das deutsche Schulsystem durch frühe Selektion und defizitorientierte Strukturen die Chancenungleichheit für Kinder aus Migrationsfamilien massiv verstärkt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten
Untertitel
Sozialphilosophische Überlegungen zur internen Exklusion in Deutschland
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Staatsbürgerschaft und Menschenrechte
Note
1,7
Autor
Sebastian Wendt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V211961
ISBN (eBook)
9783656399162
ISBN (Buch)
9783656399445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migranten Migration Staatsbürgerschaft Menschenrechte Citizenship Kulturwissenschaften Philosophie Asyl Michael Walzer Benachteiligung Gesellschaft Deutschland Sozialphilosophie interne Exklusion politische Philosophie Diskriminierung Paralellgesellschaft Integration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Wendt (Autor:in), 2013, Benachteiligung und Diskriminierung von Migranten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211961
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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