Die Rolle der Vorurteile in der Hermeneutik Gadamers


Hausarbeit, 2010

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.
2.1 Wie meint Gadamer „Vorurteile“? - Beschreibung des Gadamerschen Vorurteilsbegriffs
2.2 Das Verständnis
2.3 Der Zirkel des hermeneutischen Verstehens
2.4 Wie tragen Vorurteile zum Verstehen bei?
2.5 Was wird durch Vorurteile (besser) verstanden?

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Toleranz ist eine Tugend. Vorurteile stehen dem gänzlich im Weg. Nun soll die nachfolgende Arbeit von Vorurteilen handeln. Sogar von Vorurteilen in einer wissenschaftlichen Methode. Bei dieser Methode handelt es sich um die Hermeneutik. Diese wurde keinesfalls erst von Hans-Georg Gadamer entwickelt. Sie steht in einer sehr alten Tradition, die bis auf Aristoteles zurückreicht. Dass sie bereits so lange besteht könnte auch der Grund sein, weshalb sie heute eher kritisch betrachtet wird. Die Hermeneutik ist eine geisteswissenschaftliche Herangehensweise. Die Geisteswissenschaften selbst müssen sich in der Moderne ständig der Diskussion um ihre Berechtigung als Wissenschaft stellen.

Zusätzlich zu diesem bereits schwierigen Kontext, führt Gadamer den Begriff des Vorurteils in die Hermeneutik ein und unternimmt den Versuch den Begriff von seinem schlechten Ruf zu befreien und ihn wieder für das Herangehen an Gegebenheiten zu legitimieren.

Er plädiert sogar für deren Platz in der Wissenschaft. Allerdings geht es ihm nicht darum, dass es als wissenschaftlich bezeichnet wird, denn das würde bedeuten, dass die Geisteswissenschaften einen ähnlich starren Blick annähmen wie die Naturwissenschaften. Das geisteswissenschaftliche Erkennen ist für Gadamer „genau betrachtet, überhaupt kein Tun, sondern Erfahrung, ein Geschehen also, das widerfährt, indem es dem gegenwärtigen Bewusstsein das Überlieferte als seine Wahrheit zuspielt.“(Figal, S. 4)

2.

2.1 Wie meint Gadamer „Vorurteile“? – die Beschreibung des Gadamerschen Vorurteilsbegriffs

Der Begriff des Vorurteils erscheint im modernen Verständnis als negativ beladen. Vorurteil ist dabei mit vorschnell verknüpft. Etwas voreiligem, das nicht geprüft ist. Was nicht bewiesen ist, hat jedoch keine Berechtigung. Im modernen Verständnis, und in besonderem Maße in der Wissenschaft, ist Überprüfbarkeit das entscheidende Kriterium.

Gadamer führt diese Ablehnung der Vorurteile auf die Aufklärung zurück, denn sie ist es, die die Rationalität zum Sieg geführt hat. „Dies grundlegende Vorurteil der Aufklärung ist das Vorurteil gegen die Vorurteile überhaupt und damit die Entmachtung der Überlieferung. […] Das deutsche Wort ‚Vorurteil‘ scheint […] durch die Aufklärung und ihre Religionskritik auf die Bedeutung ‚unbegründetes Urteil‘ beschränkt worden zu sein. Die Begründung, die methodische Sicherung erst (und nicht das sachliche Zutreffen als solches), gibt dem Urteil seine Dignität.„ (Gadamer, S. 275)

Es ist nicht schon immer so, dass das Vorurteil mit Vorurteilen behaftet ist. Der Sinn, in dem Gadamer es verstanden sehen möchte und wie er auch das frühere Verständnis des Wortes begreift, ist der von etwas Vorläufigen, im Gegensatz zu etwas Voreiligem.

Das Vorurteil im Sinne Gadamers könnte auch als Vorentwurf verstanden werden, ein Anfangspunkt. Damit würde dem Verständnis des Begriffs auch seine negative Konnotation genommen. Hier ist wohl weniger der Raum für die Spekulation, warum Gadamer gerade einen derart vorbelasteten Begriff , wie den des ‚Vorurteils‘ wählte. Vielleicht gerade um von dieser Art der Vorurteile zu befreien.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Vorurteile in der Hermeneutik Gadamers
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V212334
ISBN (eBook)
9783656399094
ISBN (Buch)
9783656399438
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle, vorurteile, hermeneutik, gadamers
Arbeit zitieren
Michaela Kuhn (Autor), 2010, Die Rolle der Vorurteile in der Hermeneutik Gadamers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212334

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