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Die Tragik der Medea: Ein Vergleich zwischen Euripides' 'Medea' und Christa Wolfs 'Medea. Stimmen.'

Título: Die Tragik der Medea: Ein Vergleich zwischen Euripides' 'Medea' und Christa Wolfs 'Medea. Stimmen.'

Trabajo de Seminario , 2011 , 24 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Charlotte Seeger (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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Die Rezeption antiker Mythen erfreut sich bereits seit Jahrhunderten besonderer Beliebtheit. Schon in der Antike selbst wurden die meist mündlich tradierten Sa¬gen immer wieder neu erzählt und verändert. Auf Grund der Variationsvielfalt der mythischen Stoffe, ihrer Zeitlosigkeit und der Offenheit der Überlieferungen, ist ein breites Interpretationsspektrum gegeben. Diese Varianz hat im Besonderen Autoren der Moderne gereizt und somit zu immer wieder neuartigen Varianten des Mythos beigetragen.

So auch der Medea-Mythos, der im Laufe der Literaturgeschichte bereits zahlrei¬che Bearbeitungen, Umdeutungen und Korrekturen erfahren musste. Über Jahr¬tausende beweist sich die Figur der Medea als höchst ambivalente Persönlichkeit. Ihre umstrittenen Taten und ihr charakterstarkes Wesen rücken sie in ein sehr viel¬schichtiges Licht. Tabuisierte und düstere Seiten von Liebe und Mütterlichkeit werden aufgeschlagen und erinnern an barbarische, unzivilisierte Zeiten, die mit dem Lauf der Jahrhunderte überwunden werden konnten. Positive und negative Eigenschaften sind in dieser Figur vereint und in zahlreichen literarischen Varia-tionen zugespitzt, oder auch abgeschwächt. Die vielfache Mörderin und rachsüch¬tig Liebende steht dabei im Gegensatz zur intellektuellen, erotischen, sowie selbstbewussten Frau und sorgender Mutter. Als tragische Heldin wird ihre gren¬zenlose Liebe, die sie anderen Individuen gegenüber empfindet zum Verhängnis und lässt sie in ihrer ambiguen Gestalt besonders interessant wirken. Die zahlrei¬chen Widersprüche, in der sich die Figur Medeas bewegt macht die Bearbeitung eines solchen Sujets besonders reizvoll.

Die Tragik, die diesem mythischen Stoff inhärent ist, soll anhand zweier Beispiele analysiert werden. Zunächst soll die antike Vorlage des Medea-Stoffes, in Form von Euripides Tragödie „Medea“ auf ihre tragischen Komponenten untersucht und in einen direkten Vergleich zu Senecas Medea-Bearbeitung gestellt werden. Nach eingehender Analyse von Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“, soll ein Vergleich der beiden tragischen Konzepte Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufdecken und somit eine vielseitige Sicht auf den Mythos Medea ermöglichen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Tragik der euripideischen Medeafigur

2.1. Das Los der gedemütigten Ehefrau

2.2. Medea als Inkarnation von Affekt und Emotionalität?

2.3. Medeas Rache

2.4. Exkurs: Medea, die Furie – Senecas Medea

3. Die Tragik in Christa Wolfs „Medea. Stimmen.“

3.1.Die Sündenbockproblematik

3.2. Medea als Projektionsfigur für Ethnizität und Fremdheit

3.3. Medea als Identifikationsfigur im Kampf der Geschlechter

4.Vergleich

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

6.1. Primärliteratur

6.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Tragik des Medea-Mythos, indem sie die antike Vorlage von Euripides mit Senecas Bearbeitung sowie dem modernen Roman "Medea. Stimmen" von Christa Wolf vergleicht, um Unterschiede in der Konzeption der Figur und ihrer Handlungsweise aufzuzeigen.

  • Die psychologische Dimension der Medea-Figur bei Euripides.
  • Die Affekt- und Leidenschaftsdarstellung in Senecas Version.
  • Medea als Sündenbock und Projektionsfläche in Christa Wolfs Werk.
  • Die soziologische und geschlechtsspezifische Analyse von Fremdheit und Patriarchat.

Auszug aus dem Buch

2.2. Medea als Inkarnation von Affekt und Emotionalität?

In der Stoffgeschichte Medeas, wird ihre Persönlichkeit stets mit ungezügelter Emotionalität in Verbindung gebracht. Medea steht für das leidenschaftlich Weibliche, für die Unbedingtheit von zur zweiten Natur gewordenen Gefühlen, im Gegensatz zu Jason, der für Vernunft und Anpassung an äußere Umstände steht. Er fühlt sich als besonnener, rationaler Mensch, ihrer Emotionalität überlegen.

„Jason: […] Doch also seid ihr Frauen: Wenn der Ehe Glück Durch nichts getrübt wird, fühlt ihr euch vollkommen wohl ; Wenn dann ein Unfall euer Glück Glück zu stören droht, gilt euch das Beste, Schönste für das Feindlichste.“

In ihrem großen Streitgespräch verurteilt Jason ihre Affektivität und macht diese verantwortlich für ihre Verbannung. Im Gegensatz zu Medea sieht er nur den übergeordneten Nutzen der neuen Verbindung mit Kreusa, die emotional aufgeladene Medea steht dagegen für unmissverständliche Ehrlichkeit.

Medea wird nicht, wie in anderen Tragödien üblich, vom Göttlichen gelenkt, sondern von ihrem eigenen Charakter. Das dämonisch-leidenschaftliche in ihrer Persönlichkeit wird durch ihr eigenes Selbst geformt. Das Thema Hass wird durch die Amme bereits im Prolog vorgestellt, wenn sie, der Emotionalität Medeas wissend, schon schlimmes für die Kinder ahnt. Als engste Vertraute spürt sie das aufkommende Unheil bereits aufkommen, vergleicht sie mit einer Löwin.

„Amme: […] Die Kinder haßt sie, und ihr Anblick erfreut sie nicht, Sie brütet, fürcht ich, über etwas Gräßlichem ; Denn ihr Gemüt ist heftig, unrecht wird es nicht Ertragen; ja, ich kenne sie und fürchte sehr, [...]“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeption des Medea-Mythos ein und umreißt die methodische Vorgehensweise des Vergleichs von Euripides, Seneca und Christa Wolf.

2. Die Tragik der euripideischen Medeafigur: Dieses Kapitel analysiert Medea als ambivalente Persönlichkeit, deren soziales Schicksal und emotionale Affektivität zu ihrem tragischen Racheplan führen.

3. Die Tragik in Christa Wolfs „Medea. Stimmen.“: Hier wird Medea als Opfer gesellschaftlicher Intrigen und Sündenbock interpretiert, wobei die ethnische Fremdheit und geschlechtsspezifische Machtstrukturen im Zentrum stehen.

4. Vergleich: Dieser Abschnitt stellt die unterschiedlichen Konzepte der Medea-Figur – von der psychologisierten Heldin bei Euripides bis hin zur bewussten Umdeutung bei Christa Wolf – gegenüber.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die literarische Ambivalenz des Mythos und betont die Bedeutung der Figur als Symbol für die tragische Position der Frau in einer patriarchal geprägten Gesellschaft.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Medea, Euripides, Seneca, Christa Wolf, Mythos, Tragödie, Sündenbock, Patriarchat, Affektivität, Kindermord, Emanzipation, Fremdheit, Literaturgeschichte, Geschlechterkampf, Rollenbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Medea-Figur über verschiedene Epochen hinweg und analysiert, wie Autoren den Mythos nutzen, um menschliche Abgründe und gesellschaftliche Rollen zu verhandeln.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Felder sind die Ambivalenz der Hauptfigur, die Stigmatisierung der Frau, der Kampf zwischen den Geschlechtern sowie die politische und soziale Dimension von Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den tragischen Konzepten von Euripides, Seneca und Christa Wolf aufzuzeigen und die jeweilige Motivation für Medeas Handlungen kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf einem textnahen Vergleich der ausgewählten Werke basiert, ergänzt durch die Einordnung in den jeweiligen geistesgeschichtlichen Kontext.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der euripideischen Medea, den Exkurs zu Seneca und die Untersuchung der modernen Interpretation von Christa Wolf im Kontext der Sündenbockproblematik und Identitätsfindung.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ambivalenz, Entmythisierung, Patriarchat, Fremdheit und die literarische Rezeption eines antiken Stoffes geprägt.

Wie unterscheidet sich die Medea bei Seneca von der bei Euripides?

Während Euripides Medea als psychologisch motivierte, zerrissene Frau darstellt, zeichnet Seneca sie primär als von irrationalen Affekten gesteuerte, dämonische Urgewalt.

Warum wird Medea in Christa Wolfs Roman zum Sündenbock?

Bei Wolf wird Medea durch politische Intrigen in Korinth marginalisiert; ihre Klugheit und ihre nicht-patriarchalen Denkweisen werden von den Herrschenden als existenzielle Bedrohung wahrgenommen, die man durch Rufmord neutralisieren will.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Tragik der Medea: Ein Vergleich zwischen Euripides' 'Medea' und Christa Wolfs 'Medea. Stimmen.'
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Calificación
2,7
Autor
Charlotte Seeger (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
24
No. de catálogo
V212353
ISBN (Ebook)
9783656402633
ISBN (Libro)
9783656402886
Idioma
Alemán
Etiqueta
tragik medea euripides christa wolfs stimmen vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Charlotte Seeger (Autor), 2011, Die Tragik der Medea: Ein Vergleich zwischen Euripides' 'Medea' und Christa Wolfs 'Medea. Stimmen.', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212353
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