Der Ausnahmezustand als Ende der Geschichte. Zur Kritik der Gewalt bei Walter Benjamin


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

7 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Einleitung

„Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, dass der << Ausnahmezustand >>, in dem wir leben, die Regel ist. Wir müssen zu einem Begriff der Geschichte kommen, der dem entspricht. Dann wird uns als unsere Ausgabe die Herbeiführung des wirklichen Ausnahmezustandes vor Augen stehen; und dadurch wird unsere Position im Kampf gegen den Faschismus sich verbessern. Dessen Chance besteht nicht zuletzt darin, dass die Gegner ihm im Namen des Fortschritts als einer historischen Norm begegnen.“[1]

Bei der Auseinandersetzung mit dem zwischen 1920 und 1921 erschienen Aufsatz „Zur Kritik der Gewalt“ von Walter Benjamin soll erarbeitet werden, welche gesellschaftlichen Umstände zum Ende der Rechtsordnung führen können, um die Metaphysik einer neuen Geschichtsphilosophie begründen zu können. Hierbei spielt der << Ausnahmezustand>> eine tragende Rolle. In der Geschichte sind nicht wenige solcher Ausnahmezustände zu verzeichnen. Im Vordergrund wird hierbei der revolutionäre Generalstreik stehen. Aber auch die Revolution 1789 in Frankreich ist für Benjamin Ausdruck göttlicher Gewalt. In seinem Aufsatz bezieht sich Benjamin auf ebendieses Phänomen, welches innerhalb einer bestehenden Rechtsordnung, und durch das Volk verursacht, zu einem Umbruch der gesellschaftlichen Missstände und einer neuen Moral führt. „Benjamin beschränkt sich in seiner Studie auf die Auseinandersetzungen mit Gewalt, die hinreichend moralische Legitimität besitzt um ihrerseits sittliche Veränderungen in einer Gesellschaft erzwingen zu können.“[2] Zunächst sollen in der Hausarbeit die Positionen des Naturrechts und des Positivismus erarbeitet werden, um im nächsten Schritt auf die differenzierten Arten von Gewalt bei Benjamin eingehen zu können. Im Anschluss soll geklärt werden, inwiefern nur eine Rückkehr zu einer reinen, göttlichen Gewalt die historische Geschichte beenden kann. Geschichtsschreibung ist für Benjamin ein defizitäres Verfahren, welches keine Rekonstruktion des Vergangenen im eigentlichen Sinn zulässt. Sein Interesse gilt dem dem unwiederbringlichen und brüchigen „Bild der Vergangenheit, das mit jeder Gegenwart zu verschwinden droht.“[3] (Quelle nachschauen) In seinem Aufsatz zur <<Kritik der Gewalt>> schlägt er 1921 eine „apokalyptische Legitimierung gewaltvoller Dezision vor, um auf recht kapriziöse Weise zu erklären, dass und wie auch revolutionäre Gewalt möglich ist.“[4]

[...]


[1] Walter, Benjamin: Illuminationen. Suhrkamp Verlag. Franfkurt am Main 1961.S.272.

[2] Lindner,Burkhardt (Hrsg.):Axel Honneth:Zur Kritik der Gewalt.Benjamin Handbuch.Sonderausgabe.Metzlar Verlag.Stuttgart 2011.S.195.

[3] Emden, Christian J.:Walter Benjamins Archäologie der Moderne.Kulurwissenschaft um 1930.S.52

[4] Ebd. S.52

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Der Ausnahmezustand als Ende der Geschichte. Zur Kritik der Gewalt bei Walter Benjamin
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Krise und Kritik
Note
2.0
Autor
Jahr
2013
Seiten
7
Katalognummer
V212475
ISBN (eBook)
9783656406716
ISBN (Buch)
9783668285743
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walter Benjamin, Kritik der Gewalt, Ende der Geschichte
Arbeit zitieren
Inga Mueller (Autor), 2013, Der Ausnahmezustand als Ende der Geschichte. Zur Kritik der Gewalt bei Walter Benjamin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212475

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