Die Probandin, Frau N., ist zum Zeitpunkt der Untersuchung 16 Jahre alt. Sie ist Schülerin eines Gymnasiums und befindet sich zum Zeitpunkt der Untersuchung in der elften Klasse. Im kommenden Jahr wird Frau N. das Gymnasium mit der allgemeinen Hochschulreife abschließen und somit eine der Schülerinnen sein, die von den Auswirkungen der Schulzeitverkürzung betroffen sind. Da in 2013 zwei Jahrgänge gleichzeitig den Schulabschluss erlangen (würde ich weglassen), überlegt Frau N. schon länger, für welche Berufsausbildung oder welches Studium sie sich interessiert und wo ihre Stärken liegen könnten. Aus diesem Grund hat sie während der Schulferien vom 02.-13. April 2012 bereits ein freiwilliges Schülerpraktikum im Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg absolviert: Dort habe sie in der Frauenklinik in der Fachabteilung Geburtshilfe assistiere dürfen. Dieses Praktikum habe ihr einen anfänglichen Einblick in den Berufsalltag einer Gesundheits- und Krankenpflegerin ermöglicht und gleichzeitig ihr Interesse für diesen Beruf geweckt. Nun ist sie unsicher, ob sie für den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorinformation und Fragestellung
1.1. Berufsbild: Gesundheits- und Krankpflegerin
1.2. Anforderungsprofil
2 Psychologische Variablen
3 Gesprächsleitfaden
3.1 Begrüßung
3.2 Motivationale Variablen
3.3 Kognitive Variablen
3.4 Soziale Variablen
3.5 Emotionale Variablen
3.6 Organismusvariablen
3.7 Umgebungsvariablen
4 Beobachtungsplan
Zielsetzung und Themen der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Eignung der 16-jährigen Schülerin Frau N. für das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflegerin auf Basis psychologisch-diagnostischer Kriterien zu überprüfen. Hierzu wird ein systematischer Leitfaden entwickelt, der sowohl psychologische Variablen als auch eine strukturierte Verhaltensbeobachtung einbezieht, um die für diesen Beruf essenziellen Anforderungen abzugleichen.
- Analyse des Berufsbildes der Gesundheits- und Krankenpflegerin
- Erstellung eines anforderungsorientierten Eignungsprofils
- Strukturierung psychologischer Variablen (kognitiv, motivational, sozial, emotional)
- Konzeption eines Gesprächsleitfadens zur Exploration der Eignung
- Entwicklung eines Beobachtungsplans zur Verhaltensanalyse
Auszug aus dem Buch
1.1. Berufsbild: Gesundheits- und Krankpflegerin
Zunächst ist anzumerken, dass das Krankenpflegegesetz in 2003 überarbeitet wurde und im Januar 2004 ein neues Gesetz in Kraft trat, das die Ablösung der alten Berufsbezeichnung „Krankenschwester“ durch die Bezeichnung „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ beinhaltete (Danzglock, 2005). Das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflegerin umfasst demzufolge die Behandlungspflege, die Grundpflege bei pflegebedürftigen Personen, das Leisten individueller psychosozialer Hilfestellung sowie die Beratung und Anleitung von Patienten und Angehörigen. Zudem sind Gesundheits- und Krankenpflegerinnen für organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben zuständig, arbeiten in Pflegeteams, assistieren Ärzten/innen und stehen in engem Kontakt mit medizinisch-technischem Personal. Ausgeübt werden diese Tätigkeiten überwiegend im Gesundheits- und Sozialwesen wie beispielsweise in Krankenhäusern, Facharztpraxen, Gesundheitszentren, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder in Einrichtungen der Kurzzeitpflege (Bundesagentur für Arbeit, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorinformation und Fragestellung: Dieses Kapitel führt in die biografische Situation der Probandin ein und definiert die zentrale Fragestellung hinsichtlich ihrer beruflichen Eignung.
2 Psychologische Variablen: Hier werden die für das Berufsbild relevanten Variablen (kognitiv, emotional, sozial, motivational etc.) in tabellarischer Form definiert und den entsprechenden Messinstrumenten zugeordnet.
3 Gesprächsleitfaden: Dieses Kapitel enthält den detaillierten Fragenkatalog zur Exploration der Probandin, strukturiert nach den zuvor definierten Variablen.
4 Beobachtungsplan: Hier wird dargelegt, wie bestimmte Verhaltensmerkmale wie Stressresistenz oder Selbstvertrauen mittels Beobachtungsbögen und Ratingskalen während der Untersuchung erfasst werden können.
Schlüsselwörter
Gesundheits- und Krankenpflegerin, Eignungsdiagnostik, Gesprächsleitfaden, Berufsberatung, psychologische Untersuchung, Anforderungsprofil, Verhaltensbeobachtung, Stressresistenz, Berufswahl, Kompetenzanalyse, Personalauswahl, berufliche Orientierung, Pflegewissenschaft, Diagnostik, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Planung einer psychologischen Untersuchung, um zu prüfen, ob die Schülerin Frau N. die erforderlichen Kompetenzen und Eigenschaften für den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin mitbringt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Berufsbildes, die Erstellung eines Anforderungsprofils sowie die Ableitung diagnostischer Vorgehensweisen, insbesondere durch Gesprächsführung und Verhaltensbeobachtung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin eine geeignete Berufswahl für die Probandin darstellt, basierend auf einer Abgleichung ihrer individuellen Voraussetzungen mit den beruflichen Anforderungen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt die entscheidungsorientierte Diagnostik nach Westhoff und Kluck, indem sie ein strukturiertes diagnostisches System aus Exploration (Gesprächsleitfaden) und Beobachtung (Beobachtungsbogen) aufbaut.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung psychologischer Variablen, die Konzeption eines umfassenden Gesprächsleitfadens zu verschiedenen Kompetenzbereichen sowie die Ausarbeitung eines Beobachtungsplans zur Verhaltensanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eignungsdiagnostik, Berufseignung, Gesundheitswesen, psychologische Exploration und Kompetenzprofil beschreiben.
Warum wird im Leitfaden speziell nach dem Schülerpraktikum gefragt?
Die Fragen zum Praktikum dienen dazu, einen Realitätsabgleich zwischen den Vorstellungen der Probandin und den tatsächlichen, in der Praxis erfahrenen Arbeitsinhalten und Belastungen vorzunehmen.
Welche Bedeutung haben die Beobachtungsbögen im Kontext der Eignungsdiagnostik?
Die Beobachtungsbögen dienen der objektiven Erfassung von nonverbalen und verhaltensbezogenen Indikatoren (z.B. Stressresistenz bei Fingertrommeln oder sicherem Auftreten), die über rein verbale Antworten der Probandin hinausgehen.
- Citation du texte
- Miriam Nestmann (Auteur), 2012, Planung einer psychologischen Untersuchung zur Eignung der Schülerin Frau N. für den Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212550