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Der Einfluss des Hexenhammers auf einen konkreten Hexenprozess

Title: Der Einfluss des Hexenhammers auf einen konkreten Hexenprozess

Pre-University Paper , 2012 , 36 Pages , Grade: 6 = 1 Deutschland

Autor:in: Bernhard Hürbin (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Wenn ich vor oder während meiner Maturarbeit gefragt wurde, was der Hexenhammer sei, habe ich ihn meist als ein «Handbuch» zur Hexenverfolgung beschrieben.
Denn «für Befürworter der Verfolgungen stellte er die grundlegende Autorität dar», erläutert er doch theologische und juristische Fragen und gibt Antworten auf solche, die bis dahin stark umstritten waren. So klärt der Hexenhammer unter anderem, ob aus dem Beischlaf eines Dämons – oder des Teufels höchstpersönlich – mit einem Menschen ein Kind entstehen könne, ob Hexen und Zauberer real seien, wie ein Hexenprozess zu führen sei etc.
Dabei beruft sich, bzw. zitiert der Hexenhammer vor allem aus den Werken «Fornicarius» des Johannes Nider, «De civitate dei» des Kirchenvaters Aurelius Augustinus und aus der «Summa Theologiae» des Doctor Angelicus Thomas von Aquin.
Der Hexenhammer enthielt also «kaum neues»8 sondern fasste eher zeitgenössische Gedanken und Theorien zusammen. Indiz dafür ist die Tatsache, dass der «Fornicarius » im Hexenhammer am häufigsten zitiert wird.

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

2.1 Was ist der Hexenhammer?

2.2 Autorenschaft des Hexenhammers

2.3 Heinrich Kramer (Institoris)

2.4 Kritiker und Befürworter der Hexenverfolgungen

2.5 Was ist eine Hexe?

3. Untersuchung des Protokolls eines Hexenprozesses

4. Auffinden der Dokumente

5. Schlusswort

6. Anhang

6.1 Bildmaterial

6.2 Transkriptionen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den realen Einfluss des „Hexenhammers“ auf die Rechtsprechung anhand eines spezifischen Fallbeispiels, um die Diskrepanz zwischen der theoretischen Hexendoktrin und der tatsächlichen Anwendung in einem Hexenprozess aufzuzeigen.

  • Analyse der Entstehung und Intention des „Hexenhammers“
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Autorenschaft von Heinrich Kramer
  • Gegenüberstellung von Hexentheorie und juristischer Praxis
  • Untersuchung eines konkreten St. Galler Hexenprozesses
  • Quellenkritische Bewertung der Archivdokumente

Auszug aus dem Buch

2.1 Was ist der Hexenhammer? Über das «unheilvollste» Buch der Weltliteratur.

Wenn ich vor oder während meiner Maturarbeit gefragt wurde, was der Hexenhammer sei, habe ich ihn meist als ein «Handbuch» zur Hexenverfolgung beschrieben. Denn «für Befürworter der Verfolgungen stellte er die grundlegende Autorität dar», erläutert er doch theologische und juristische Fragen und gibt Antworten auf solche, die bis dahin stark umstritten waren.

So klärt der Hexenhammer unter anderem, ob aus dem Beischlaf eines Dämons – oder des Teufels höchstpersönlich – mit einem Menschen ein Kind entstehen könne, ob Hexen und Zauberer real seien, wie ein Hexenprozess zu führen sei etc.

Dabei beruft sich, bzw. zitiert der Hexenhammer vor allem aus den Werken «Fornicarius» des Johannes Nider, «De civitate dei» des Kirchenvaters Aurelius Augustinus und aus der «Summa Theologiae» des Doctor Angelicus Thomas von Aquin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl, die auf dem Geschichtsinteresse und der regionalen Nähe zu einem der Autoren des Hexenhammers basiert.

2. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Hexenhammer, diskutiert dessen Autorenschaft, porträtiert Heinrich Kramer und beleuchtet die zeitgenössische Kritik sowie das damalige Hexenbild.

3. Untersuchung des Protokolls eines Hexenprozesses: Anhand des St. Galler Falles der Anne Weyermännin wird aufgezeigt, wie die Obrigkeit punktuell Elemente des Hexenhammers anwendete, sich in Zweifelsfällen jedoch oft auf andere Rechtsgrundlagen stützte.

4. Auffinden der Dokumente: Die Kapitel beschreiben die hartnäckige Archivrecherche des Autors, um die korrekten Signaturen der Originaldokumente zur Ernennungsurkunde Heinrich Kramers zu verifizieren.

5. Schlusswort: Der Autor resümiert seine Erkenntnisse, insbesondere die Alleinautorenschaft Kramers und die Erkenntnis, dass der Einfluss des Hexenhammers auf Prozesse individuell sehr unterschiedlich war.

6. Anhang: Dieser Teil enthält ergänzendes Bildmaterial zu den historischen Dokumenten und Transkriptionen der lateinischen Quellentexte.

Schlüsselwörter

Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Heinrich Kramer, Hexenverfolgung, Hexenprozess, Inquisition, Teufelspakt, Schadenszauber, St. Galler Protokolle, Hexenglaube, Archivrecherche, Kirchenrecht, Hexenjagd, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den tatsächlichen Stellenwert und Einfluss des Hexenhammers als theoretisches Werk auf die reale Rechtsprechung in Hexenprozessen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der historischen Einordnung des Hexenhammers und seiner Autoren stehen die Analyse der Hexenverfolgung sowie die praktische Untersuchung eines konkreten Gerichtsprotokolls im Fokus.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit der Hexenhammer tatsächlich die Praxis von Hexenprozessen beeinflusste oder ob er eher ein theoretisches Konstrukt blieb, das in der gerichtlichen Realität nur selektiv angewendet wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Der Autor nutzt Literaturanalysen, den Vergleich zeitgenössischer theologischer und juristischer Quellen sowie die praktische Archivarbeit zur Identifikation und Verifizierung historischer Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Hexenhammers und eine Fallstudie über einen St. Galler Hexenprozess, ergänzt durch eine detaillierte Dokumentation der Quellenfundorte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hexenhammer, Inquisition, Teufelspakt, rechtshistorische Quellen und die differenzierte Betrachtung von Hexenbildern definiert.

Welche Bedeutung hatte der Hexenhammer für die St. Galler Obrigkeit?

Der Fall der Anne Weyermännin zeigt, dass die Behörden zwar einzelne Aspekte wie die „Tränenprobe“ übernahmen, bei Unklarheiten jedoch eher auf den „Canon Episcopi“ als auf Kramers Werk zurückgriffen.

Warum kam der Autor zu dem Schluss, dass Kramer der alleinige Autor war?

Nach Analyse der Druckgeschichte, der Diskrepanzen zwischen den Inquisitoren und der Quellenlage kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass Jakob Sprenger nicht als Mitautor des Hexenhammers fungiert haben kann.

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Details

Title
Der Einfluss des Hexenhammers auf einen konkreten Hexenprozess
Grade
6 = 1 Deutschland
Author
Bernhard Hürbin (Author)
Publication Year
2012
Pages
36
Catalog Number
V212787
ISBN (eBook)
9783656414100
ISBN (Book)
9783656415251
Language
German
Tags
Hexenverfolgung Inquisition Kirchengeschichte Kath. Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernhard Hürbin (Author), 2012, Der Einfluss des Hexenhammers auf einen konkreten Hexenprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212787
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