Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Die Repräsentation der Monarchie in John Drydens „Oedipus: A Tragedy“

Title: Die Repräsentation der Monarchie in John Drydens „Oedipus: A Tragedy“

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Janina Vahrenholt (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

John Dryden gilt als einer der prägendsten Autoren der Restaurationszeit und sein Stück „Oedipus: A Tragedy“ von 1679 wurde von ihm auf dem Gipfel seiner Schaffenszeit in Zusammenarbeit mit Nathaniel Lee verfasst. Das Stück regt in vieler Hinsicht zur Betrachtung und Interpretation an, nicht nur, weil sein Plot eine Mischung ist aus denen mehrerer verschiedener - sowohl antiker als moderner - Vorlagen. Gepaart ist diese auch mit typischen Eigenschaften des Dramas der Restaurationszeit und besitzt zwei dicht ineinander verschlungene Handlungsstränge. Die Restaurationszeit selbst gibt Anlass, das Stück genauer in Augenschein zu nehmen, da die Wiedereinsetzung des englischen Monarchen sich beträchtlich ausgewirkt hat auf die Literatur dieser Zeit. Die Legitimität des neuen Stuart-Königs und das Machtverhältnis zwischen Krone und Parlament galt es auf literarischem Wege zu hinterfragen, zu diskutieren und zu unterstützen. Dryden als konservativer Royalist machte hier keine Ausnahme. Seine Oedipus-Version steht ganz im Zeichen der legitimen Monarchie, die es zu verteidigen und zu stützen galt. Seine Figur des Königs Oedipus fungiert hierbei als Abbild des englischen Königs und reflektiert die positiven Eigenschaften, die einem idealen Monarchen, als welcher Charles II. aufgefasst werden sollte, zugeschrieben wurden.
Um zu verstehen, warum es für einen konservativen Poeten der Restaurationszeit wie Dryden angebracht war, die Hauptfigur eines doch eigentlich tragischen Stückes als einen mit positiven Merkmalen ausgestatteten Herrscher „von Gottes Gnaden“ darzustellen, wird es zunächst unerlässlich sein, sich den historischen Kontext zu betrachten und die Voraussetzungen und Umstände der Restaurationszeit zu klären. Ebenfalls soll das Drama der Restaurationszeit und seine Eigentümlichkeiten untersucht werden, da dies, ebenso wie der historische Kontext, maßgeblich ist für diese Art von Figurenzeichnung. Anhand des Stückes selbst – sowohl sollen die Angaben des Autors im „Preface“ berücksichtigt werden, als auch Drydens Figurenkonzeption – soll anschließend erörtert werden, wie die Intention, mit der er die Oedipus-Figur erschuf, zum Tragen kommt. Auch soll eine Figurenanalyse des Oedipus die Beweise dazu liefern, dass die Figur eine Spiegelung des englischen Königs darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontextualisierung

2.1. Die politische Situation vor und in der Restaurationszeit

2.2. Das Drama der Restaurationszeit als verarbeitendes und legitimierendes Medium

3. Drydens Oedipus: Die Reflexion des idealen Herrschers

3.1. Versuch einer ersten Einordnung: Oedipus: A Tragedy

3.2. Die intendierte Figurenkonzeption des Oedipus bei Dryden

3.3. König Oedipus: Eine Figurenanalyse

4. Fazit

Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Repräsentation der Monarchie in John Drydens Stück „Oedipus: A Tragedy“ vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche in England während der Restaurationszeit, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie die Oedipus-Figur als Spiegelbild des idealen, gottgewollten Herrschers fungiert.

  • Historische Einordnung der politischen Situation Englands im 17. Jahrhundert.
  • Analyse des „heroischen Dramas“ als Medium zur Legitimierung der Stuart-Monarchie.
  • Untersuchung der Figurenkonzeption des Oedipus im Vergleich zu antiken Vorlagen.
  • Reflexion über das Gottesgnadentum des Königs im Spiegel der literarischen Darstellung.
  • Einfluss der konservativen royalistischen Weltanschauung auf Drydens Werk.

Auszug aus dem Buch

3.1. Versuch einer ersten Einordnung: Oedipus: A Tragedy.

Dryden konzipierte seine heroischen Dramen in Anlehnung an antike Stoffe. So auch im Fall von „Oedipus: A Tragedy“, welches er in einer Zeit verfasste, in der die „Exclusion Crisis“ begann und in der sich König Charles II. immer wieder gegen das Parlament und seine Versuche, die Macht der Monarchie zu limitieren, behaupten musste. Dies legt nahe, dass das Stück ein „heroic drama“ sein müsste. Doch wie der Titel schon besagt, ist es eine Tragödie, und zwar eine Adaption des Stückes von Sophocles, allerdings mit eindeutigen Umwandlungen, damit es dem zeitgenössischen Verständnis eher entspricht. Doch auch wenn es eine Veränderung aufweist, die es eindeutig als „heroic drama“ identifiziert, beinhaltet Drydens Fassung des Oedipus-Stückes auch Merkmale der klassisch orientierten Tragödie. Drydens Stück ist dennoch in die Gattung der heroischen Dramen einzuordnen, da seine Figuren sehr statisch sind und sich kaum in ihren Merkmalen verändern auch die typisierte Figur des König Oedipus gerät in einen – für das heroische Drama auch maßgeblichen – Konflikt. Oft wird in diesen Dramen thematisiert, wie der heroische Held beim Versuch, seinen Vorstellungen von Ehre zu entsprechen, in einen Zwiespalt gerät von Liebe und Ehre. Doch im heroischen Drama ist dieser Widerspruch letztlich nicht unauflöslich, denn hier ist nicht der tragische Fall des Helden kennzeichnend und es führt nicht zur Katharsis. Anders dagegen die klassizistisch orientierten Tragödien: Sie beinhalten eigentlich keine Konzeption eines heroischen Helden, eher findet man hier den Protagonisten, „der menschlichere Dimensionen entspricht und keinesfalls fehlerfrei ist, also eine ,tragic flaw‘ besitzt.“ Mit dieser Figurenkonzeption kann eine Handlung verlaufen, die dem aristotelischen Konzept vom tragischen Fall des Helden folgt. Das Oedipus-Stück von Dryden vereinbart durch den klassischen Stoff eines tragischen Helden, der unschuldig schuldig wird, die Subgattung der klassisch orientierten Tragödie mit der Subgattung des heroischen Dramas, da die Figur des Oedipus erlaubt, ihn als tugendhaften, ehrenvollen Herrscher darzustellen, der über jeden menschlichen Zweifel erhaben ist, jedoch durch das Schicksal, das niemand beeinflussen kann, zum tragischen Helden wird, der dem Untergang geweiht ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von John Drydens Werk „Oedipus: A Tragedy“ ein und stellt die Forschungsfrage nach der Repräsentation der idealen Monarchie im historischen Kontext.

2. Kontextualisierung: Dieses Kapitel erläutert die politisch instabile Situation Englands zur Restaurationszeit und die Funktion des Theaters als Instrument zur gesellschaftlichen und monarchischen Legitimierung.

3. Drydens Oedipus: Die Reflexion des idealen Herrschers: Hier wird das Werk auf seine dramatische Gattung hin untersucht und die bewusste Konstruktion des Oedipus als tugendhafter, gottgewollter Herrscher analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Oedipus-Figur maßgeblich zur Stützung der Stuart-Monarchie beiträgt, indem sie das Idealbild des absolutistischen, gottgnädigen Herrschers verkörpert.

Schlüsselwörter

John Dryden, Oedipus: A Tragedy, Restaurationszeit, Stuart-Monarchie, heroisches Drama, Gottesgnadentum, König Charles II., politische Legitimierung, Aristoteles, Tragödie, Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Figurenkonzeption, Machtverhältnis, königliche Prerogative.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie John Dryden in seinem Stück „Oedipus: A Tragedy“ das Idealbild der englischen Monarchie während der Restaurationszeit durch die literarische Charakterisierung der Hauptfigur reflektiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die politische Geschichte Englands im 17. Jahrhundert, die Gattungsmerkmale des „heroischen Dramas“ und die gezielte Konstruktion von Identifikationsfiguren zur Sicherung monarchischer Legitimität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Drydens Oedipus-Figur als „Spiegelbild“ des idealen, gottgewollten Herrschers entworfen wurde, um die Herrschaft von König Charles II. in einer Zeit politischer Spannungen zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den historischen Kontext als auch eine strukturierte Figuren- und Gattungsanalyse umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Einordnung des Stücks in die Epoche, der Analyse der „heroic drama“-Elemente und einer detaillierten Figurenanalyse des Oedipus, inklusive seines Verhältnisses zu anderen Charakteren wie Kreon oder Adrastus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Restaurationszeit“, „Gottesgnadentum“, „heroisches Drama“, „Stuart-Monarchie“ und „literarische Legitimierung“ beschreiben.

Warum wählte Dryden gerade den Oedipus-Stoff für sein politisches Anliegen?

Der antike Stoff bot die Möglichkeit, eine klassische Tragödie mit den Merkmalen eines heroischen Dramas zu verbinden, um einen tugendhaften, gottgleichen Herrscher darzustellen, der dennoch eine tragische, aber „unschuldig schuldige“ Figur verkörpert.

Inwieweit lässt sich die Oedipus-Figur mit König Charles II. in Verbindung bringen?

Die Figur wird als idealer, gottgewollter Herrscher gezeichnet, der die Vorbildfunktion des Königs unterstreicht und die royalistische Auffassung von einer gottgegebene Ordnung gegen die Angriffe des Parlaments verteidigt.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Repräsentation der Monarchie in John Drydens „Oedipus: A Tragedy“
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Anglistik)
Course
Proseminar: Wisdom of the Ancients? Antikenrezeption in der britischen Literatur
Grade
3,0
Author
Janina Vahrenholt (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V212903
ISBN (eBook)
9783656409212
ISBN (Book)
9783656409120
Language
German
Tags
Dryden Oedipus: A Tragedy Antikenrezeption 17. Jahrhundert Restauration England Monarchie Charles II
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Vahrenholt (Author), 2009, Die Repräsentation der Monarchie in John Drydens „Oedipus: A Tragedy“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212903
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint