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Facebook Revolutions? Social Media und der politische Wandel in Ägypten

Titre: Facebook Revolutions? Social Media und der politische Wandel in Ägypten

Thèse de Bachelor , 2013 , 39 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Katrin Hillenbrand (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

In den ersten Monaten des Jahres 2011 begann in der arabischen Welt das, was später als „Arabische Revolution“ oder „Arabischer Frühling“ überall auf der Welt durch die Medien bekannt werden sollte. Tunesier und Ägypter gingen als erste auf die Straßen ihrer Länder um die Diktaturen aufzubrechen, die sie schon jahrzehntelang beherrscht hatten, viele weitere Menschen in anderen Staaten folgten ihnen. Das Internet und besonders die sozialen Medien fanden in diesem Zusammenhang erstmals eine große Aufmerksamkeit; Besonders den Kommunikationsplattformen Facebook und Twitter, sowie dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera, der Film- und Audioaufnahmen von Bürgern einer breiten Masse zugänglich gemacht hat, werden häufig eine besondere Verantwortung an den Ereignissen zugesprochen. Welche Rolle haben soziale Medien während des Arabischen Frühlings eingenommen? Handelte es sich tatsächlich um eine, wie von Vielen behauptete, „Facebook Revolution“? Das Internet und seine modernen Kommunikationsmöglichkeiten haben sicherlich einen Eindruck darauf hinterlassen, wie auch Staaten sich verhalten und Politik gemacht wird, wie Geschäfte durchgeführt werden, wie Menschen miteinander kommunizieren. Der öffentliche Raum ist durch das Internet größer geworden, Interaktionen müssen nicht mehr persönlich stattfinden. Soziale Kreise, in denen Menschen sich bewegen, haben nun viel weniger Grenzen, in denen Menschen sich aufhalten und handeln können. Besonders in Gesellschaften, die unter Zensur und staatlicher Kontrolle leben, können soziale Medien in diesem Zusammenhang Kanäle schaffen, um Barrieren und Zensur zu umgehen und auch kritische Meinungen anonym und sicher auszudrücken. Das Ziel dieser Arbeit soll sein, ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, welchen Einfluss soziale Medien bei den politischen und sozialen Entwicklungen der arabischen Welt hatten. Da die Geschehnisse in Ägypten besonders gut dokumentiert sind, werde ich mich speziell mit diesem Land beschäftigen. Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, die zur Bedeutung sozialer Medien unterschiedliche Standpunkte annehmen, werden gegenübergestellt. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Hintergründe des arabischen Frühlings in Ägypten

1.1 Arbeit, Brot und freie Wahlen

1.2 Medien(r)evolution in Ägypten

1.3 Shabab Al-Facebook – Bild einer Generation

2. Ägypten steht auf

2.1 18 Tage bis zum Fall Mubaraks – eine Chronik

2.2 Soziale Medien als Werkzeug der Bewegung

3. Mensch und Medien

3.1 Medien, Raum und Lokalität

3.2 Wir alle sind #Tharir – Medien und Gemeinschaft

3.3 Neue Medien, neue Anführer?

4. #OccupyEverywhere – Zwei Bewegungen im Vergleich

4.1 Organisation

4.2 Gemeinschaft

4.3 Nutzung sozialer Medien

5. Eine Facebook Revolution?

5.1 “Everybody Can’t Be Che Guevara“– Oder doch?

5.2 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle sozialer Medien während der politischen Umbrüche in Ägypten ab 2011 und analysiert, inwiefern diese Plattformen als Katalysatoren für sozialen Wandel und politische Mobilisierung fungierten. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die Bezeichnung „Facebook Revolution“ eine zutreffende wissenschaftliche Einordnung darstellt oder ob die Bedeutung der digitalen Vernetzung in der öffentlichen Wahrnehmung überbewertet wird.

  • Politische und sozioökonomische Hintergründe des ägyptischen Umbruchs
  • Entwicklung und Transformation der ägyptischen Medienlandschaft
  • Die Rolle der Generation „Shabab Al-Facebook“ bei der Protestorganisation
  • Medienanthropologische Betrachtung von Raum, Lokalität und digitaler Gemeinschaft
  • Vergleichende Analyse der Occupy-WallStreet-Bewegung zur Kontextualisierung

Auszug aus dem Buch

2.2 Soziale Medien als Werkzeug der Bewegung

Autorität gehört dem, der Informationen besitzt, schreibt Wael Ghonim. Staatlich kontrollierte Medien sorgen dafür, dass der Staat entscheidet, welche Informationen er weitergibt, und welche besser nicht. Doch die sich immer weiter entwickelnde Technik und die damit verändernde Medienlandschaft macht es dem Staat zunehmend schwerer, das Monopol auf Informationen zu erhalten. Soziale Medien ermöglichen jedem mit den technischen Mindestvoraussetzungen, sich am Dialog zu beteiligen und Informationen zu konsumieren, weiterzugeben und selbst zu schaffen. Soziale Plattformen, in Fall von Wael Ghonim vor allem Facebook, diente als Infrastruktur, um Ereignisse zu mobilisieren und damit eine große Masse zu erreichen.

Einige ägyptische Aktivisten nutzten soziale Medien nicht nur, um Informationen einer breiten Maße zur Verfügung zu stellen und Proteste zu organisieren. Als Raum, der Möglichkeit der freien Ausdrucks bietet in einer Gesellschaft, die stark von Zensur geprägt ist, waren das Austauschen von Meinungen und der Dialog mit Anderen für viele der Anstoß, sich an den Protesten zu beteiligen. Die Orte, die während der Umbrüche am meisten Aufmerksamkeit erfahren haben, wie die Facebookseite „Wir alle sind Khaled Said“ und die 6. April Bewegung, dienten nicht nur als Treffpunkt, um Teilnehmer zu mobilisieren, darüber hinaus wurden sie auch zur Plattform für Meinungsausdrücke in Form von geposteten Fotos, SMS, Tweets und Videos, die Interaktion der Mitglieder war so viel höher als bei einem Portal, das lediglich neue Termine zu Protesten bekannt gibt und keinen Dialog zulässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hintergründe des arabischen Frühlings in Ägypten: Dieses Kapitel beleuchtet die sozioökonomischen Missstände wie Arbeitslosigkeit und autoritäre Herrschaftsstrukturen sowie die historische Entwicklung der Medienlandschaft in Ägypten.

2. Ägypten steht auf: Eine chronologische Darstellung der 18-tägigen Proteste, die zum Sturz Mubaraks führten, sowie eine Analyse der strategischen Nutzung sozialer Medien als Werkzeug der Mobilisierung.

3. Mensch und Medien: Dieser Abschnitt bietet eine medienanthropologische Perspektive auf die Veränderungen von Raum, Lokalität und die Bildung kollektiver Identitäten durch digitale Netzwerke.

4. #OccupyEverywhere – Zwei Bewegungen im Vergleich: Ein komparativer Ansatz, der die ägyptische Revolution mit der Occupy-WallStreet-Bewegung kontrastiert, um die Bedeutung lokaler Rahmenbedingungen aufzuzeigen.

5. Eine Facebook Revolution?: Das abschließende Kapitel hinterfragt kritisch die mediale Zuschreibung einer „Facebook Revolution“ und zieht ein Fazit über die dauerhaften Auswirkungen digitaler Kommunikation auf politische Transformationsprozesse.

Schlüsselwörter

Arabischer Frühling, Ägypten, Soziale Medien, Facebook, Wael Ghonim, Politische Mobilisierung, Medienanthropologie, Revolution, Khaled Said, Digitale Transformation, Protestbewegung, Internet, Zensur, Demokratisierung, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle, die soziale Medien und das Internet bei den politischen Umbrüchen in Ägypten ab 2011 gespielt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der politische Wandel, die Entwicklung der ägyptischen Medienlandschaft, der Einfluss digitaler Plattformen auf die Protestorganisation und die Rolle der jungen Generation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob soziale Medien tatsächlich als „Motor“ für Revolutionen fungierten oder ob ihre Rolle als rein technisches Werkzeug in einer komplexen politischen Realität überbewertet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine medienanthropologische Perspektive und eine vergleichende Analyse von Bewegungen, um soziale Interaktionsprozesse im digitalen Raum zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Analyse der ägyptischen Proteste, die Untersuchung der Nutzung von Facebook als Mobilisierungstool und einen Vergleich mit internationalen Protestbewegungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arabischer Frühling, digitale Transformation, soziale Medien, politische Partizipation und Medienanthropologie charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Figur Wael Ghonim in der Untersuchung?

Er wird als zentraler Akteur analysiert, der durch die Facebookseite „Wir alle sind Khaled Said“ ein digitales Ventil für gesellschaftliche Unzufriedenheit und emotionale Mobilisierung schuf.

Wie bewertet die Autorin die „Führerlosigkeit“ moderner Bewegungen?

Die Arbeit diskutiert, dass trotz der proklamierten Führungslosigkeit soziale Medien oft eine informelle „Regie“ oder Koordination durch Schlüsselpersonen (wie Administratoren von Facebookseiten) erforderten.

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Résumé des informations

Titre
Facebook Revolutions? Social Media und der politische Wandel in Ägypten
Université
University of Marburg  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Note
1,5
Auteur
Katrin Hillenbrand (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
39
N° de catalogue
V213151
ISBN (ebook)
9783656430346
ISBN (Livre)
9783656435433
Langue
allemand
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katrin Hillenbrand (Auteur), 2013, Facebook Revolutions? Social Media und der politische Wandel in Ägypten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213151
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Extrait de  39  pages
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