Kundenorientiertes Marketing - Managementinstrumente im Prozess der interkulturellen Öffnung


Masterarbeit, 2010

127 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Gliederung der Arbeit
1.2 Notwendigkeit von Marketing im Altenpflegemarkt

2 Kultursensible Altenhilfe
2.1 Migrationshintergrund der türkischen Migranten
2.2 Lebenswelten älterer türkischer Migranten in Deutschland
2.3 Anforderungen an eine kultursensible Altenhilfe

3 Einführung in Marketing
3.1 Marketing in der Sozialwirtschaft
3.2 Ethnomarketing als Zielgruppenansprache für türkische Migranten

4 Empirische Studie zum Thema „kultursensible Altenhilfe“
4.1 Planung und Durchführung
4.2 Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse

5 Marketingkonzeption zur Umsetzung kultursensibler Altenhilfeangebote
5.1 Marketingsituationsanalyse
5.2 Strategisches Marketing
5.3 Operatives Marketing
5.4 Implementierung und Kontrolle der Marketingkonzeption

6 Fazit und Ausblick

Anhang:

Fragebögen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beurteilung von bestimmten Merkmalen eines Pflegeheims

Abbildung 2: Rangfolge der Merkmale

Abbildung 3: Merkmal „Rituale im Sterbefall“

Abbildung 4: Merkmal „eigenes Bad“

Abbildung 5: Merkmal „Einzelzimmer“

Abbildung 6: Merkmal „TV-/ Radiosender“

Abbildung 7: Merkmal „Probewohnen“

Abbildung 8: Merkmal „geschlechtsspezifische Betreuung“

Abbildung 9: Einzug ins Pflegeheim

Abbildung 10: Konzeptionsphasen des Marketings

Abbildung 11: Suchfelder zur Identifizierung

Abbildung 12: 4-Feld Matrix

Abbildung 13: Marketing Mix

1 Einleitung

Eine interkulturelle Öffnung ist die notwendige Reaktion unserer Gesellschaft und aller ihrer Institutionen auf die multikulturelle Zusammensetzung unseres Gemeinwesens. Öffnung bedeutet zunächst ganz elementar, dass diese Gesellschaft offen ist für Einwanderung und ihre Institutionen für alle hier lebenden Menschen öffnet. Öffnung impliziert aber auch, von Migrantinnen nicht eine bedingungslose Anpassung als Vorleistung für ihre gesellschaftliche und politische Integration zu fordern. Öffnung heißt nicht zuletzt, offen zu sein für eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, um darin notwendige gesellschaftliche Übereinkünfte immer wieder neu zu bestimmen. Jede Gesellschaft ist - wenn wir Kultur nicht nur ethnisch definieren - auch schon ohne Migration multikulturell und muss daher interkulturell geöffnet werden, wenn sie demokratisch legitimiert sein und in Bewegung bleiben will. Migration und Globalisierung erfordert nun, in diesem Prozess auch die neuen Mitglieder der Gesellschaft einzubeziehen.

„Interkulturelle Öffnung“ ist eine institutionelle Aufgabe, die sich quer durch die Gesellschaft zieht. Sie betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens von Wirtschaft, Politik, kulturellen Institutionen bis hin zu Verwaltung/Behörden, Polizei, medizinischen Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und sozialen Diensten. In all diesen Institutionen muss ein Umfeld gestaltet werden, das Migrantinnen nicht benachteiligt, sondern ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht wird. Erste Aufgabe ist dabei, bestehende Zugangsbarrieren abzubauen[1].

Interkulturelle Öffnung im Rahmen des Managementprozesses ist so definiert, dass in einer Einwanderungsgesellschaft jede soziale Dienstleistung und jedes soziale Handlungsfeld so zu gestalten ist, dass sich alle Menschen, und somit auch Migrantinnen und Migranten, entsprechend ihrer Handlungs- und Orientierungsmuster angenommen fühlen können[2].

Migration und Alter, eine thematische Kombination, die angesichts des demografischen Wandels an Aktualität zunimmt, denn unsere Gesellschaft wird sowohl älter als auch vielfältiger. Die wachsende Zahl älterer Zuwanderer sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für den deutschen Pflegemarkt haben dazu geführt, dass Unternehmen sich mit den Bedürfnissen dieser Zielgruppe auseinandersetzen, um den Anspruch alt gewordener Migranten auf professionelle Pflege sicherzustellen.

Allein zur Versorgung türkischer Senioren werden deutschlandweit geschätzte 80 Pflegeheime bis zum Jahr 2011 benötigt[3]. Die Erfahrungen zeigen, dass für ältere zugewanderte Menschen Zugangsbarrieren zu den Angeboten der Altenhilfe wie des Gesundheitswesens bestehen.

Wesentliche Hindernisse liegen einerseits in den Strukturen der Einrichtungen, die auf ältere Zuwanderinnen und Zuwanderer nicht ausgerichtet sind, andererseits fühlen sich ältere Migrantinnen und Migranten durch die Institutionen der Altenhilfe nicht angesprochen und begreifen diese auch nicht als ihre Ansprechpartner.

Hinzu kommt, dass sich ältere Zuwanderinnen und Zuwanderer von einer auf Individualismus ausgerichteten Angebotsstruktur wenig angesprochen fühlen, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass sich die Angebote in der Regel an den Bedürfnissen einheimischer älterer Menschen orientieren. Daher kann von einer Regelversorgung der älteren Zuwanderinnen und Zuwanderer nicht ausgegangen werden.

Marketing im Altenpflegemarkt ist für einige Anbieter noch immer ein relativ neues Gebiet. Ein Unternehmen muss sich heutzutage im Zuge des verstärkten Wettbewerbs im Markt klar positionieren und seine Besonderheiten herausstellen können, um sich von seinen Mitbewerbern eindeutig abzuheben. Sowohl im Krankenhaus- als auch im Altenpflegemarkt ist Marketing ein absolutes Zukunftsthema und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Deshalb ist es eine besondere Herausforderung, dieses vorwiegend in der Industrie zum Einsatz kommende Instrument auf den Altenpflegemarkt zu übertragen.

Die Thematik richtet sich vor allem an Führungskräfte, die im Altenpflegemarkt tätig sind. Die Arbeit soll ihnen das spannende Feld des Marketing und dessen Anwendung im Altenpflegemarkt vor Augen führen. Dabei soll es auch Hilfestellung bei der Entwicklung einer eigenen Konzeption geben.

1.1 Gliederung der Arbeit

Es sollen in dieser Arbeit Antworten darauf gefunden werden, wie „kultursensible Altenhilfe" im Prozess der interkulturellen Öffnung im Altenhilfesektor umgesetzt werden kann und worin für Altenhilfeeinrichtungen die Vorteile des Marketings liegen. Dazu werden die Grundlagen des Marketings bezogen auf Alten- und Pflegeheime erläutert.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Teile. Nach der Einleitung gibt Kapitel 2 einen Überblick über die kultursensible Altenhilfe und spiegelt u. a. die Lebenswelten älterer türkischer Migranten in Deutschland wider. Es wird detailliert auf die Merkmale der in Deutschland lebenden Türken eingegangen.

Kapitel 3 stellt zunächst eine Einführung in Marketing dar. Anschließend folgen die Besonderheiten des Marketings in der Sozialwirtschaft. In diesem Zusammenhang werden die Besonderheiten der Dienstleistung herausgestellt, die den Unterschied des Dienstleistungsmarketing zum Konsumgüter­marketing verdeutlichen. Als neue Marketingstrategie wird Ethnomarketing vorgestellt, ein spezielles Instrument für Zielgruppen mit Migrations­hintergrund.

Die Besonderheiten und Bedürfnisse der älteren türkischen Migranten bilden die Basis für die empirische Untersuchung zum Thema „Kultursensible Altenpflege“ in Kapitel 4. Die Befragung von 192 Personen soll darüber Aufschluss geben, welche Merkmale eines Pflegeheimes bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielen.

Auf Basis der Ergebnisse der Befragung sowie der genannten theoretischen Grundlagen wird im Kapitel 5 der Arbeit ein Marketingkonzept für ein Pflegeheim beschrieben, das sich zum bisherigen Angebot zusätzlich auch für Senioren aus der Türkei öffnet und kultursensible Angebote schaffen möchte.

Darin werden eine Situationsanalyse erstellt, anschließend Marketingziele und Marketingstrategien formuliert und schließlich operative Maßnahmen im Rahmen des Marketing-Mix entwickelt.

Im Folgenden wird zudem für sämtliche personenbezogenen Bezeich­nungen aus Vereinfachungsgründen keine geschlechterspezifische Unter­scheidung vorgenommen. Die männliche Form (z. B. Kunde, Klient, Bewohner) wird einheitlich und neutral auch für die weibliche gewählt. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff „Kunden“ synonym für Heimbewohner und andere Zielgruppen und damit aufgrund der betriebswirtschaftlichen Orientierung ein erweiterter Kundenbegriff verwendet, d. h., es wird zwischen externen und internen Kunden unterschieden. Zudem werden alte und pflegebedürftige Menschen zwar einerseits als die wichtigste Kundengruppe angesehen, andererseits stellen sie nur einen Teil der Kunden des Alten- und Pflegeheimes dar.

1.2 Notwendigkeit von Marketing im Altenpflegemarkt

Im Vergleich zu Märkten anderer Wirtschaftszweige weist der Alten­pflegemarkt als ein Teilmarkt des Gesundheitswesens kennzeichnende Charakteristika auf, die kurz erläutert werden sollen. Um dem Leser die Wichtigkeit moderner Altenpflege für unsere Gesellschaft und die damit verbundene Verantwortung vor Augen zu führen, sollen die wesentlichen Ziele und Grundsätze dieser Arbeit, die auch für das jeweilige Marketingverständnis von Bedeutung sind, kurz vermittelt werden.

Die anfänglichen vielfachen Befürchtungen, dass der Gesetzgeber über den Zwang zu mehr Wirtschaftlichkeit und einem effizienteren Leistungsangebot die Implementierung eines vollkommenen Pflegemarktes beabsichtige, erscheinen aufgrund der rechtlichen, organisatorischen und institutionellen Gegebenheiten unbegründet.

Entscheidende Marktbedingungen, wie beispielsweise der uneingeschränkte Austausch von Gütern und Dienstleistungen als Voraussetzung eines Marktes von Pflegeleistungen, werden nicht erfüllt.

Der Pflege- bzw. Gesundheitsmarkt wird durch Steuerungsinstrumente wie Budgetlimitierung oder Leistungsausgrenzung von außen reglementiert. Zudem existiert keine unmittelbare Anbieter-Nachfrager-Beziehung, sondern eine Dreiteilung. In den meisten Fällen werden Pflegeleistungen erst erbracht, wenn der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit attestiert hat. Ähnlich verhält es sich bei der Vergütung der Leistungen. Der Bewohner bezahlt lediglich die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Versicherungsbeiträge, die Kosten für die Pflege­grund­leistungen übernimmt die Pflegekasse. Außerdem erhalten die Pflegeein­richtungen statt "Markt-Preisen" in Pflegesatzverhandlungen festgeschriebene Entgelte. Erschwerte Marktbedingungen resultieren des Weiteren daraus, dass die potentiellen Bewohner nur über sehr unzureichende Informationen über das Preis-Leistungsverhältnis der in den einzelnen Heimen angebotenen Dienstleistungen verfügen (eingeschränkte Konsumenten-Souveränität).

Von einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb kann somit nicht gesprochen werden, zumal die Heime infolge ihres Versorgungsvertrages weder aus Wettbewerbs- noch aus Preisgründen Leistungen ablehnen dürfen. Im Gegen­satz zu klassischen Unternehmen bzw. Dienstleistern agieren Alten- und Pflegeheime unter modifizierten Marktbedingungen in einem "Quasi-Markt"[4].

Einrichtungen der Altenpflege können den Gesundheitsbetrieben zugeordnet werden. Wie auch in den anderen Wirtschaftszweigen besteht im Alten­pflege­markt Anlass zu wirtschaftlichem Handeln, der sich aus der Knappheit der Güter ergibt. Aufgrund der Beitragsfinanzierung haben wir auch hier nur begrenzte Ressourcen, wie z. B. Personal und Finanzen, zur Verfügung, die zur Produktion der Dienstleistung benötigt werden. Ziel des Wirtschaftens ist es, möglichst viele menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Sind die Bedürfnisse mit Kaufkraft ausgestattet, werden sie zum Bedarf und damit zu einer wichtigen Steuerungseinheit des Marktes[5].

Der Altenpflegemarkt gliedert sich in zwei Teilmärkte, den stationären und den ambulanten Pflegemarkt. Ungeachtet der gegenwärtigen Entwicklung neuer Wohnformen zählen zu den stationären Altenhilfeeinrichtungen grundsätzlich Altenwohnheime, Altenheime, Altenpflegeheime und mehrgliedrige Einrichtungen[6].

Der ambulante Bereich umfasst Einrichtungen wie Sozialstationen, Ambulante Soziale Dienste, Betreuungsdienste, einzelne freiberufliche Pflegekräfte, aber auch „unentgeltliche Anbieter“ wie Familienangehörige, die als Substitutions­konkurrenz anzusehen sind[7]. Während die Finanzierung im stationären Sektor ausschließlich die Pflegeversicherung (SGB XI) regelt und sichert, setzen sich die Kostenträger des ambulanten Sektors aus unterschiedlichen Regelwerken zusammen.

Es wird davon ausgegangen, dass beide Märkte im Rahmen des Marketings im Geschäftsfeld „Leben im Alter, Senioren“ nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, da sie oft fließend ineinander übergehen bzw. sich gegenseitig ergänzen. Werden nachfolgend die Begriffe der Altenhilfe- oder Pflegeeinrichtung verwendet, schließen diese damit sowohl den ambulanten als auch den stationären Altenpflegemarkt mit ein.

Der Wandel in den sozialen Märkten wird immer spürbarer. Gesetzes­änderungen und Marktöffnungen sorgen für eine deutliche Verschärfung des Wettbewerbs und erhöhte Markttransparenz in einem bisher überwiegend staatlich gelenkten Oligopol der Wohlfahrtsverbände[8]. Die Altenpflege hat sich mit der Entwicklung dieses Marktes und der Professionalisierung der Pflege immer mehr zu einer modernen Dienstleistung entwickelt, die von der Solidargemeinschaft über die Pflegeversicherung aus der öffentlichen Hand und durch Betroffene selbst finanziert wird.

Weiterhin machen sich auch auf dem Altenpflegemarkt eine zunehmende Globalisierung und Internationalisierung und damit einhergehend auch eine Deregulierung und Liberalisierung bemerkbar sowie verkürzte Innovations- und Produktlebenszyklen.

Die bestehenden und entstehenden Käufer- oder Nachfragemärkte sind durch ein hohes Maß an Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet[9]. Dies gilt sowohl für den Profitals als auch für den Non-Profit-Bereich. Zudem differenzieren sich Zielgruppen durch neue, höhere Ansprüche.

Es besteht die Notwendigkeit, dem Kunden den eigenen Marktvorteil zu unterbreiten und alle Aktivitäten stets an Markt und Kunden auszurichten. Ein Anbieter im Altenhilfesektor muss den Wettbewerb über seine Andersartigkeit und Ganzheitlichkeit seiner Leistungen für sich entscheiden, wobei die eigenen Leistungen unter ökonomischen Gesichtspunkten so zu gestalten sind, dass sie auch wettbewerbsfähig sind. Mittels einer konsequenten Marktorientierung auf der Grundlage eines zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnenden, systematischen Marketingkonzepts ist eine Positio­nierung des Anbieters im Wettbewerbsumfeld zwingend notwendig[10].

Dabei ist es sinnvoll, innerhalb eines Geschäftsfeldes, in diesem Fall „kultursensible Altenhilfe“, alle Angebote zu erfassen und im Rahmen der Vernetzung u. a. Synergieeffekte zu entdecken. Angesichts der Informations­fülle und dem wachsenden Konkurrenzdruck muss sich der Anbieter mit seinem speziellen Profil als „Marke“ in den Köpfen der Öffentlichkeit manifestieren, um auch auf Dauer weiter erfolgreich Leistungen anbieten zu können.

Obwohl auf dem Altenpflegemarkt eine gewisse Nachfragesteuerung innerhalb eines Quasi Marktgeschehens stattfindet, lassen sich Angebot und Nachfrage wegen der von den Kostenträgern abhängigen Preisbildung nur geringfügig beeinflussen. Der Wandel zum Nachfragemarkt und der zunehmende Verdrängungswettbewerb, der nun auch den Pflegemarkt erfasst hat, macht eine verstärkte Kunden- und Marktorientierung notwenig und Marketing zu einem bedeutenden Instrument zur Positionierung im Wettbewerb. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wird angesichts der komplexen, dynamischen Markt- und Umweltbedingungen eine schlüssige, ganzheitliche Marketingkonzeption, bestehend aus Zielen, daraus abgeleiteten Strategien und Instrumenten, vorausgesetzt[11].

2 Kultursensible Altenhilfe

„Angesichts des demografischen Wandels werden steigende quantitative und qualitative Anforderungen an die Einrichtungen der Altenhilfe erwartet. Die Gruppe der älteren Migranten/-innen ist eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen in Deutschland.“ [12]

Die hier altgewordenen Zuwander/-innen sind heute in Institutionen der Altenhilfe noch wenig präsent. Wir stehen hier vor der Herausforderung, die hohen Ansprüche der Bewohner/-innen und ihrer Angehörigen sicher­zustellen, den alt gewordenen Migranten/-innen und ihren Angehörigen zu helfen, ihre Zugangsbarrieren zu überwinden und die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der Altenhilfe zu erleichtern und Vorurteile untereinander abzubauen.

Kultursensible Pflege ist nicht nur ein Zusatzangebot, sondern betrifft die gesamte Einrichtung und erfordert einen transparenten langfristigen Entwicklungsprozess auf allen Ebenen.

Die geringe Inanspruchnahme von Diensten und Angeboten der Altenhilfe durch ältere Migranten kann unter anderem als Hinweis für bestehende Zugangsbarrieren sowohl auf Seiten der Institutionen wie auf Seiten der potentiellen Nutzer interpretiert werden. Vor diesem Hintergrund wird, auch mit Blick auf ein zukünftig erwartbar wachsendes Bedarfsprofil, die Forderung nach einer interkulturellen Öffnung der Altenhilfe erhoben.

Die Forderungen einer modernen Altenpflege beinhalten einen kultursensiblen Umgang mit zugewanderten älteren Menschen und älteren Einheimischen gleichermaßen. Der Ansatz knüpft an ein Verständnis einer ganzheitlichen Betrachtungsweise an und vertieft die Wertschätzung unterschiedlicher Verhaltensweisen.

Kultursensible Altenhilfe baut auf folgenden Grundlagen auf:

- Orientierung an den Lebensverhältnissen
- dem Prinzip einer „guten Betreuung und Pflege“, die daran zu erkennen ist, dass ältere Menschen sich so wohl fühlen, wie es ihre jeweiligen Umstände erlauben
- Sensibilität für die eigene kulturelle Prägung zu entwickeln und die damit verbundene begrenzte eigene Wahrnehmung zu erkennen
- für alle Beteiligten des deutschen Altenhilfesystems die optimale Nutzung zu ermöglichen[13]

Für die interkulturelle Öffnung zeigen sich drei unterschiedliche Strategien, die sich untereinander aber keineswegs ausschließen sollten, sondern sich insgesamt in ihrer Wirkung ergänzen können. Isoliert haben sie alle unerwünschte Nebenwirkungen, deswegen sind Kompromisse unverzichtbar.

(1) Die erste Strategie richtet sich auf eine generelle interkulturelle Öffnung der Regelversorgung, primär mit Hilfe entsprechender Qualifizierung und gezielter Personalentwicklung bei den Fachkräften.
(2) Die zweite Strategie zielt auf kulturspezifische Inseln, spezifische Angebote und Versorgungsräume innerhalb des Regelsystems.
(3) Eine dritte Strategie setzt auf die sozialräumliche Zentrierung und Vernetzung, die Stärkung von Eigenpotentialen, die in den ethnischen Strukturen sowie familiären Kontexten bereits vorhanden sind[14].

Diese Arbeit orientiert sich im Prozess der interkulturellen Öffnung im Wesentlichen auf die Schaffung kulturspezifischer Angebote für türkisch­stämmige Migranten innerhalb einer Altenhilfeeinrichtung. (Beispiel: ein bestehendes Alten- u. Pflegeheim, das bisher nur einheimische Kunden hatte, öffnet sich für eine neue Kundengruppe, wie den türkischstämmigen Senioren.)

2.1 Migrationshintergrund der türkischen Migranten

Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland

Nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich die schlechte wirtschaftliche Lage Deutschlands nach der Währungsreform 1948 sehr schnell. Voraussetzung für die Nutzung der damaligen Industriekapazitäten waren Kapital, das u. a. durch Auslandshilfen (Marshallplan) zur Verfügung stand, sowie Arbeitskräfte, die in großem Umfang benötigt wurden. Der Arbeitskräftebedarf konnte damals von den rund 8,3 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen gedeckt werden, die bis 1950 in die Bundesrepublik gekommen waren. Ohne deren zusätzliches Arbeitskräfte­potential wäre das damalige Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen[15].

Mit dem Begriff "Gastarbeiter" wurde die Gruppe der Zuwanderer während der ersten Phase der Arbeitsmigration in die Bundesrepublik bezeichnet. Er symbolisiert das Verständnis, das die Aufnahmegesell­schaft von den Zuwan­dernden und diese von dem temporären Charakter ihres Aufenthalts hatten[16]. Die so genannten "Gastarbeiter" arbeiteten vorwiegend als un- oder angelernte Arbeiter in der Industrie. Die meisten waren im sekundären Sektor tätig. Die höchsten Ausländerquoten waren im Baugewerbe, in der Eisen- und Metallindustrie sowie im Bergbau zu verzeichnen[17].

Insbesondere die Zahl der türkischen Arbeitskräfte, die 1967 noch bei 130.000 gelegen hatte, wuchs bis 1973 auf mehr als 600.000 an. Seit Ende 1972 waren die Türken die größte unter den nationalen Gruppen der "Gastarbeiter". Zur gleichen Zeit wurde von den Regierungen und Unternehmern mit Sorge betrachtet, dass die Aufenthaltsdauer der ausländischen Arbeitnehmer stetig anstieg. Auch die Struktur der ausländischen Bevölkerung hatte sich schrittweise geändert. Waren zunächst nur Arbeitskräfte nach Deutschland gekommen, so zogen im Nachhinein Ehegatten und Kinder aus den Heimat­ländern nach und Kinder wurden in Deutschland geboren.All dies waren Hinweise auf einen längerfristigen oder sogar auf einen Daueraufenthalt einer immer größer werdenden Zahl von Ausländern in Deutschland. So folgte 1973 ein Anwerbe­stopp, der als wirtschaftlicher Wendepunkt der Ausländerbeschäftigung gilt[18]

Zentrale Werte der Gesellschaft

In der Türkei existieren zentrale Werte der Gesellschaft, die das Leben der Menschen entscheidend prägen. Das im Folgenden dargestellte Wertegefüge hat nicht überall in der Türkei uneingeschränkte Gültigkeit. Sowohl der Umgang mit Werten als auch mit ihren Verletzungen ist nach Regionen und Grad der Traditionsverbundenheit der Familie unterschiedlich.

Die Ehre (Namus) ist in der türkischen Gesellschaft ein abstraktes Gut, welches nicht erworben, sondern nur verteidigt oder verloren werden kann. In der Solidargemeinschaft Familie wird die Ehre als gemeinsamer Besitz angesehen und bestimmt auch das geschlechtsspezifische Rollenverhalten zwischen Mann und Frau. Der Mann ist für die Ehre seiner Familie verantwortlich. Er muss ausreichend für die Mitglieder seines Haushaltes sorgen und sie gegen tätliche Angriffe oder sexuelle Belästigungen durch Außenstehende schützen. Außerdem muss er für die sexuelle Integrität der weiblichen Familienmitglieder garantieren. Die Ehre der Frau bezieht sich vorrangig auf ihre sexuelle Integrität. Enthaltsamkeit vor der Ehe und monogame Lebensführung in der Ehe gewährleisten die "Ehrbarkeit" der weiblichen Familienmitglieder. Von den Frauen wird auch "korrekte" Kleidung und "korrektes" Verhalten im Umgang mit fremden Männern verlangt.

Während "namus" vorwiegend über das Verhalten der Familienmitglieder bezüglich der häuslichen Gemeinschaft definiert wird, ist der Wert "seref", unter dem man Ansehen, Würde und Prestige versteht, auf die Öffentlichkeit gerichtet. "seref' ist die Ehrerbietung, die einer Person in der Gesellschaft entgegen gebracht wird.Dieser Wert steht somit im engen Zusammenhang mit dem sozialen Status, mit den von der jeweiligen Gesellschaft als tugendhaft bezeichneten Eigenschaften und mit der persönlichen Würde einer Person. Reichtum, Macht, Einfluss, Großzügigkeit, Wissen, Ehrlichkeit tragen ebenso zum Ansehen bei wie Stolz und Empfindsamkeit gegenüber Beleidigungen.

Das Attribut "serefli" (ehrenhaft) wird für ältere Frauen, welche sich aufgrund ihres Alters relativ ungezwungen in der Öffentlichkeit bewegen können benutzt, aber auch für Männer. Ein Mann gilt als ehrenhaft, wenn er Verantwortung für seine Familie übernimmt, von seiner Familie geachtet wird, verlässlich und höflich ist, ehrlich lebt und handelt. Eine ältere Frau kann aufgrund ihres Wissens, ihres "guten Rufes" und ihres Einflusses als "ehrenhaft" angesehen werden.

Unter "saygi" versteht man Achtung, Respekt und Ehrerbietung, die ein Mensch einem anderen entgegenbringt. Dieser Wert regelt die Beziehungen zwischen Personen, die sich vor allem aufgrund des Alters, aber auch aufgrund des Sozialstatus voneinander unterscheiden. Während der Ältere Anspruch auf "saygi" hat, wird von ihm "sevgi" (Zuneigung) für den Jüngeren erwartet. Beide Begriffe sind unmittelbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Zeigt der Jüngere dem Älteren gegenüber keinen Respekt, so verliert er seinen Anspruch auf Zuneigung und umgekehrt[19].

-Familienstruktur-

Die Familie im ländlichen Lebensraum, z. B. in Anatolien, hat als Lebens­grundlage die Landwirtschaft. Jede Familie ist eine wirtschaftliche Einheit, in der gemeinsam produziert und konsumiert wird. Feldarbeit machen Frauen wie Männer. Die feudalen und patriarchalen Strukturen sowie traditionellen Werte haben in einer Agrargesellschaft häufig noch ihre volle Gültigkeit[20]. Deshalb sind die weiblichen Familienangehörigen den männlichen nach­geordnet, ebenso die jüngeren den älteren. Der älteste Mann in der Familie ist somit der höchste Entscheidungsträger.Der älteste Sohn der Familie hat eine angesehene, führende und zugleich fürsorgliche Stellung. Die Erziehung des ältesten Sohnes ist darauf ausgerichtet, dass er in allen familiären und außerfamiliären Bereichen seinen Vater zu vertreten lernt[21].

-Religion-

Da die Religion besonders bei türkischen Migranten eine bedeutende Rolle darstellt, werden nun im Folgenden die wichtigsten Eckpunkte des Islam aufgezeigt. In der Türkei haben 99 % der Bevölkerung den islamischen Glauben (70 - 75 % Sunniten, 15 - 20 % Aleviten), nur eine sehr kleine Minderheit sind Christen, Juden und Jesiden. Der Islam ist eine streng monotheistische Religion, d. h. Allah ist der alleinige Gott. Allah lenkt mit seiner uneingeschränkten Macht das Schicksal der Menschen. Die Menschen werden jedoch für ihre Taten vor dem Jüngsten Gericht zur Verantwortung gezogen. Gute Menschen erhalten den Eintritt ins Paradies, überwiegt jedoch das Böse, so werden die Sünder in die Hölle verdammt. Der Islam ist nicht nur reine Glaubenslehre. Durch seine Verhaltensvorschriften prägt er den Lebensstil der Gläubigen[22]. Für alle Gläubigen gelten im Islam fünf Pflichten, die sogenannten "fünf Säulen" des Islams:

1. Das Glaubensbekenntnis stellt die Basis für die anderen Pflichten dar. Da es im Islam keine Taufe gibt, hat jeder, der öffentlich bekennt: "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist", den Islam angenommen.
2. Das Pflichtgebet gibt vor, dass jeder fromme Moslem fünfmal am Tag sein Gebet verrichten soll und zwar bei Sonnenaufgang, zu Mittag, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und beim Verglimmen des Abendrotes. Das Gesicht ist beim Gebet nach Mekka zu richten. Um das Gebet würdig verrichten zu können, muss sich jeder zuvor waschen: Füße, Hände, Arme und das Gesicht. Das Waschen muss unter fließendem Wasser erfolgen. Gebetet wird auf einer würdigen Unterlage, z. B. einem Gebetsteppich, Schuhe sind dabei abzulegen[23].
3. Das Fasten im Monat Ramadan umfasst insgesamt 30 Tage. Es wird vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang eingehalten und beinhaltet neben dem Verzicht auf Nahrungsaufnahme und Flüssigkeit auch den Verzicht auf Genussmittel (Tabak) und sexuelle Enthaltsamkeit. Da das Fasten keine gesund­­heitlichen Nachteile oder Schäden verursachen darf, sind kranke Menschen, Reisende und Schwangere von dieser Pflicht ausgenommen. Im Fasten erlebt der Muslim, dass er durch seine Disziplin Gott ehren kann und Teil einer großen Gemeinschaft ist. Darum fühlen sich viele aus der Gemeinde ausgeschlossen, wenn sie aus Krankheits- oder Altersgründen nicht mehr mitfasten können, auch wenn sie ausdrücklich von der Fastenpflicht befreit sind[24]. Der Fastenmonat prägt das soziale und öffentliche Leben in der Türkei. Diese Zeit zeichnet sich durch eine erhöhte soziale Aktivität aus, da der abendliche Abschluss eines Fastentages häufig gemeinsam mit Verwandten oder Bekannten begangen wird[25]
4. Bei der Armensteuer handelt es sich um eine genau geregelte gesetzliche Abgabe, die Armen und Bedürftigen zugute kommen soll.
5. Die Wallfahrt nach Mekka soll von jedem erwachsenen Muslim einmal im Leben unternommen werden. Wer sich von seinen Sünden reinigen will, muss einen raschen Lauf zwischen den Hügeln Marwa und Safa, die in der Nähe der Kaaba liegen, vollbringen. Die Kaaba ist das zentrale Heiligtum des Islam, welches sich im Innenhof der großen Moschee in Mekka im heutigen Saudi-Arabien befindet. Die Kaaba muss siebenmal umschritten werden. Bei den Ritualen ist der Pilger nur in ein weißes Tuch gehüllt, er ist also nackt, wie Gott die Menschen erschaffen hat. Soziale Unterschiede und Ränge werden eliminiert: Alle Menschen sind gleich[26].

Eine besondere Bedeutung kommt den islamischen Festen im Jahres­kreislauf zu. Die beiden wichtigsten islamischen Feste sind das Ramadanfest und das Opferfest. Beide Feste sind in der Türkei offizielle Feiertage.

Das Ramadanfest oder Zuckerfest (Ramazan Bayrami bzw. Seker Bayrami) wird am Ende des gleichnamigen Fastenmonats begangen. Nach der gemeinsamen Feier innerhalb der Familie am Ende des Fastenmonats werden die älteren Verwandten, Bekannten oder Nachbarn besucht, um ihnen ein frohes Fest zu wünschen. Die Kinder erhalten neue Kleidung oder Geld. Die Ehrerweisung durch den Handkuss gegenüber älteren Personen wird mit kleinen Geld­geschenken, Süßigkeiten oder traditionell mit einem Taschentuch honoriert. Die Feiertage werden, wie in der islamischen Glaubenspraxis vorgesehen, dazu genutzt, Fehden und Streitigkeiten zwischen Personen und Familien beizulegen.

Das Opferfest (Kurban Bayrami) fällt zeitlich mit der Pilgerfahrt nach Mekka zusammen. Dieses ist das bedeutendste islamische Fest, bei dem im Gedenken an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Ismael zu opfern, ein Tier geschlachtet wird. Das Fleisch des Opfertieres wird zu je zwei Dritteln an arme Menschen und an (bedürftige) Verwandte und Bekannte verteilt, das restliche Drittel verbleibt zum eigenen Verzehr. Das Fest dauert 4 Tage[27].

Wie die Ausführungen in diesem Kapitel zeigen, kommen die ehemaligen türkischen "Gastarbeiter" aus einem völlig anderen Kulturkreis.

2.2 Lebenswelten älterer türkischer Migranten in Deutschland

Zahlen, Daten, Fakten

Heute, mehr als 30 Jahre nach Erlass der Anwerbestopps (1973) erreichen immer mehr Angehörige der ersten Generation das Rentenalter und beabsichtigen, gemeinsam mit ihren Familien auch ihren Lebensabend in Deutschland zu verbringen. Bei älteren Migranten handelt es sich nicht um eine zahlenmäßige Randgruppe und sie wird, ähnlich wie bei der deutschen Bevölkerung, auch künftig weiter zunehmen. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der türkischen Migranten am 31.12.2008 bei insgesamt 1.688.370 davon 889.003 männlich und 799.367 weiblich.

Damit stellen Staatsangehörige aus der Türkei die größte ausländische Personengruppe in Deutschland dar. Die Anzahl der türkischen Migranten, die über 65 Jahre alt sind, liegt laut den Daten des Statistischen Bundesamtes Ende 2008 bei 156.360[28].

Materielle Lebensbedingungen

Bei allen alten Menschen, einheimischen wie ausländischen, besteht die Gefahr, dass im Alter nur auf geringe materielle Ressourcen zurückgegriffen werden kann.

Einkommen und Vermögen als individuelle Ressource bestimmen jedoch den Spielraum für die Lebensgestaltung und beeinflussen die Lebenssituation im Alter maßgeblich. Eine gesicherte finanzielle Existenz ermöglicht eine aktive und selbst bestimmte Lebensführung. Geringe finanzielle Ressourcen führen zu Defiziten in den Lebenslagen wie z. B. die Reduzierung sozialer Kontakte oder Verzicht auf notwendige Arztbesuche. Wie das Alterssurvey von 2005 zeigt, müssen ältere Migranten mit sehr geringem Einkommen leben[29].

Özcan und Seifert zeigen dies an Daten des Mikrozensus 2002: Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen lag bei deutschen Haushalten mit über 64-jährigen 2002 bei durchschnittlich 1.603 Euro, türkische Haushalte dagegen lagen bei 1.208 Euro.

In den Wohngebieten mit hoher Konzentration ausländischer Familien hat sich durch die langjährige Bindung an das Wohngebiet eine spezifische Infra­struktur entwickelt: religiöse Einrichtungen, ethnische Lebensmittelgeschäfte, Treffpunkte und Organisationen. Das seit Jahren vertraute, ethnisch geprägte Wohnumfeld bietet vielen älter werdenden Migranten wichtige Hilfsquellen an, die wiederum entscheidend für die Aufrechterhaltung einer Selbstversorgung im Alter sein können: Orientierung, soziale Bindungen und Hilfen im Alltag. Außerdem finden sich in den ethnischen Enklaven Netzwerke, die für ihr Leben eine zentrale Ressource darstellen: kulturelle Traditionen, Orientie­rungsmuster und Verhaltensweisen, die in der Einwanderungsgesellschaft häufig auf Unverständnis stoßen, sind hier selbstverständlich[30].

Indikatoren zur soziokulturellen Situation

"Aus einem Land kann man auswandern - aus der Muttersprache nicht"
Ben-Chorin

-Sprache-

Die ethnische Enklave bietet die Möglichkeit der Kommunikation in der Muttersprache. Auf dem Fundament der gemeinsamen Sprache findet der Versuch der Migranten statt, das Ziel, welches in ihrem Leben angestrebt war mit dem, was tatsächlich zu realisieren war, in Einklang zu bringen[31]. Innerhalb der Enklaven kann sich dies fördernd auf das Wohlbefinden der älteren Migranten auswirken. Außerhalb der Enklaven können jedoch die mangelnden Kenntnisse der deutschen Sprache ein erhebliches Hindernis darstellen. Es ist zu beobachten, dass sich Deutschkenntnisse im Zeitverlauf verschlechtert haben, da nach der Pensionierung das Sprechen der deutschen Sprache im Alltag zurückgeht und der Kontakt zu Deutschen, der durch die Berufstätigkeit möglich war, abnimmt. Migranten wenden sich also im Alter verstärkt der eigenen Sprache zu[32].

Die Deutschkenntnisse von älteren Migranten sind nach dem Mikrozensus und eigenen Berechnungen von Özcan und Seifert deutlich schlechter als bei jüngeren Altersgruppen. Während im Jahr 2001 73 % der 18- bis 44-jährigen angaben, sehr gut bzw. gut Deutsch zu sprechen, betrug dieser Anteil bei den über 64-jährigen Ausländern nur 28,6 %. Bemerkenswert ist dabei, dass sich bei Ausländern im Alter über 64 Jahren die Deutschkenntnisse im Zeitverlauf verschlechtert haben: 1997 gaben 24,9 % an, ihre Deutschkenntnisse seien eher schlecht bzw. sie würden überhaupt kein Deutsch sprechen - vier Jahre später gaben 47,6 % diese Einschätzung an[33].

-Religion-

Religiöse Einrichtungen gewinnen im Alter an Bedeutung. Jede Religion muss Antwort geben auf den Tod und auf ein Leben danach. Die Religion wird mit zunehmendem Alter wichtiger. Religiöse Einrichtungen spielen deshalb bei der ideellen und oft auch materiellen Unterstützung alter Menschen eine zentrale Rolle.

Wenn sich eine Religionsgemeinschaft in einer Minderheitenposition befindet, dann wird dies als "Diasporasituation" begriffen. Religion wird transformiert zu einem Instrument der Identitätsbildung: die bewusste Praxis wird zu einem Instrument, wie man Zugehörigkeit zur Minderheit glaubhaft machen kann[34]. Im Alter wird Religion für Migranten ein Mittel, die Dynamik des Bezugs­gruppenwechsels und des Lebensortes zu verarbeiten. Es geht darum, Rechenschaft über das gelebte Leben und das Projekt der Migration zu rechtfertigen. Die soziale Abstützung der religiösen Konstruktionen der Wirklichkeit und des Lebenslaufs sind dabei besonders wichtig[35].

-Mehrgenerationenhaushalte-

Über 64-jährige Migranten (78,1 %) sind häufiger verheiratet als Deutsche (55,4 %). Während Deutsche dieser Altersgruppe schon zu 34,3 % verwitwet waren, waren es bei den Türken nur 15,4 % (vgl. Özcan/Seifert 2006, S. 52). Ältere Migranten leben seltener allein, in größeren Haushalten und vergleichsweise häufiger in Mehrgenerationenhaushalten. Allerdings ist auch bei ihnen der Mehrgenerationenhaushalt nicht die typische Form des Zusammenlebens[36]. Dreigenerationenhaushalte sind heute bereits die Aus­nahme. Es ist zu vermuten, dass - wie in der deutschen Bevölkerung auch - zukünftig weit mehr ältere Migranten in Ein- oder Zweipersonenhaushalten leben werden als dies heute bereits der Fall ist[37].

Wird über pflegebedürftige ältere Migrantinnen und Migranten gesprochen, herrscht oft die sozialromantische Vorstellung vom Leben der alten Migrantinnen und Migranten im Schoß der Großfamilie. Diese Vorstellung erweist sich jedoch als „Vor-Urteil“. Nur 26 % der Migrantinnen und Migranten leben in Mehrgenerationenhaushalten.

Der Anteil der Einpersonenhaushalte bei den über 60-jährigen Migrantinnen und Migranten liegt mit 22 % über dem der Deutschen (17%). Bei den 65- bis 70-jährigen liegt diese Quote bei den Migrantinnen und Migranten bei 36%, bei den Deutschen bei 27 %, bei den über 75-jährigen liegt er sogar bei 43 %[38]. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit können diese Menschen eben nicht – traditionellen Vorstellungen entsprechend – von ihrer Familie gepflegt werden, sondern sind auf professionelle Pflege angewiesen.

-Die Funktion der Familie-

Die Familie stellt das wichtigste Unterstützungssystem des Alters dar. Die Mehrheitsgesellschaft verwehrt den ethnischen Minderheiten Elemente der sozialen Anerkennung, wie z. B. das Gefühl von Zugehörigkeit. Somit muss eine andere Form gefunden werden, um dieses Defizit zu kompensieren. Dabei dient die Familie als ein Ort der Identitätswahrung, wenn der Aufnahmekontext kulturell als fremd empfunden wird. Diese sozialen Mikromilieus haben in einem fremden und oft ablehnenden Kontext eine für die Menschen stabilisierende und beschützende Wirkung[39].

Unterstützungsleistungen zwischen den Generationen in der Familie sind zudem ein bedeutender Beitrag zur Lebensqualität. Sie festigen den sozialen Zusammenhalt, vermitteln Solidarität und Identität und tragen bis ins hohe Alter wesentlich zu den Möglichkeiten einer selbstständigen Lebensführung im vertrauten sozialräumlichen Umfeld bei. Insgesamt zeigt sich, dass Ausländer zu einem größeren Teil auf die Familie als Erbringer von Hilfe zurückgreifen als dies Deutsche in ähnlicher sozioökonomischer Lage tun[40].

Ein charakteristisches Merkmal für die Eltern-Generation in türkischen Familien ist eine ausgeprägte ökonomisch-utilitaristische Nutzenerwartung an die Kinder[41]. Kinder der ersten Generation haben sich jedoch stärker auf einen dauerhaften Verbleib ausgerichtet, eigene Familien gegründet und leben ein an die Aufnahmegesellschaft angepasstes Leben. Die Vorstellung, die älter werdenden Eltern in die eigene Familie aufzunehmen und einen Dreigenerationenhaushalt zu gründen, ist für die jüngeren Migranten keineswegs mehr selbstverständlich.

Kinder aus Migrantenfamilien leben in einer gewissen "Zerrissenheit" zwischen den Ansprüchen der Elterngeneration - insbesondere bei ein­tre­ten­der Pflege­bedürftigkeit - und den eigenen Lebensentwürfen. Angehörige der ersten Generation verweisen auf die "eigene Kultur", in der älter werdende Menschen in der Familie verbleiben und von den Kindern Unterstützung erfahren. Dies wird mit dem kulturellen Anspruch der Älteren auf Respekt, Achtung und Ehre erklärt. Dadurch treten Erwartungen und Anforderungen gegenüber Kindern zum Vorschein, die diese nur mit erheblichen Schuldgefühlen ablehnen können. Diese Erwartungen nicht zu erfüllen bedeutet, sich kulturellen Normen zu entziehen und sie damit zu verletzen. Es ist daher anzunehmen, dass durch das veränderte Kulturverhalten die "Gastarbeiterfamilien" in ihren traditionellen Vorstellungen auseinander brechen.

Die ältere Generation fühlt sich durch den Verzicht auf türkische Gewohnheiten ausgegrenzt und verängstigt, da doch die Kinder mit der wichtigste Grund für das Bleiben in Deutschland sind. Die aufopfernde Haltung der Kinder, die die alten Ausländer erwarten, ist in dem Maße, wie es sich die älteren Migranten wünschen, nicht mehr vorhanden.

-Gesundheit-

Es gibt Einschätzungen die besagen, dass die Gefahr der Pflegebedürftigkeit für älter werdende Migranten erheblich früher besteht als für Deutsche. Es ist absehbar, dass sich der Bedarf an medizinischen, gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen mit dem Altern der Migranten in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöhen wird. Denn je älter sie werden, desto mehr werden auch unbemerkte Krankheiten, Auswirkungen gesundheitlicher Belastung und gesundheitsschädlicher Lebensweisen offenbar[42]. Die Problematik der Pflegebedürftigkeit wird für die in den 1960er Jahren angeworbene erste Generation jedoch erst in 5 bis 10 Jahren voll zum Tragen kommen, wenn eine größere Anzahl von Migranten das achtzigste Lebensjahr überschritten haben wird[43].

Barrieren bei der Inanspruchnahme öffentlicher Hilfen

Auf Seiten der Dienstleistungserbringer bestehen Barrieren, da ein Problem­bewusstsein bzw. Sensibilität für die Situation älterer Migranten nach wie vor häufig nicht ausgeprägt ist. Dazu kommen die Vorstellungen und Annahmen, dass ausländische Senioren in intakten Großfamilien leben und von diesen im Krankheits- und Pflegefall versorgt werden. Eine nur geringe oder gar keine Inanspruchnahme von sozialen Diensten und Einrichtungen werden also mit einem nicht vorhandenen Bedarf gleichgesetzt.

Tendenzen: nach potentiellen Helfern gefragt, sind Kinder (30 %) und Ehe­partner (25 %) an erster und zweiter Stelle. Weitere 10 % wollen die Hilfe von anderen Familienangehörigen in Anspruch nehmen, 8 % von Bekannten und nur 11 % von Institutionen[44].

2.3 Anforderungen an eine kultursensible Altenhilfe

Eine kultursensible Altenhilfe will pflegebedürftigen Menschen ein Leben mit ihren eigenen Prägungen und Bedürfnissen ermöglichen. Laut Ottawa-Charta der WHO gelten Migranten als "verletzliche Gruppe", denen eine besondere Priorität in Public-Health-Strategien (gesundheitsfördernde Politik, Vergrö­ßerung sozialer Hilfsnetze und unterstützender Sozialbetreuungsformen sowie Ausbau von Wissensvermittlung und Motivationen für gesundes Verhalten) einzuräumen ist[45]. Es gilt anzustreben, dass Migranten mit zielgruppen­gerechten und personenbezogenen Dienstleistungen der Pflege ebenso gut versorgt werden wie die deutschen Senioren. Altenhilfeangebote müssen sich an den jeweiligen Lebenswelten der Adressaten orientieren[46].

Die Unterstützungs- und Hilfebedarfe ergeben sich zum einen aus universellen biologischen und physischen Alterungsprozessen und unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von den Bedarfen der einheimischen Senioren.

Zum anderen entstehen zusätzliche migrationsspezifische Bedarfe, die aus dem Ausländer- bzw. Migrantenstatus und den jeweiligen kulturellen, ethnischen, religiösen und sprachlichen Hintergründen resultieren. Dietzel-Papakyriakou und Olbermann unterscheiden bezüglich des Bedarfs von älteren Migranten an sozialen Diensten zwischen zwei Gruppen.

Die mit Abstand größere Gruppe älterer Migranten rekrutiert sich aus denjenigen, deren bisherige Orientierung im Alltag und im Lebensstil ausschließlich auf die jeweilige eigene Nationalitätengruppe ausgerichtet war und deren Zugang zum regulären deutschen Altenhilfesystem dementsprechend äußerst beschränkt ist.

Die zweite Gruppe umfasst ausländische Senioren, die über deutsche Sprachkenntnisse sowie über Kompetenzen und Bereitschaften im Umgang mit dem deutschen Umfeld verfügen und dementsprechend eher Zugang zu Diensten und Einrichtungen der Altenhilfe finden könnten[47].

Transkulturelle Kompetenz

Im Folgenden soll eine Einführung in das Thema der kultursensiblen, auch transkulturellen Pflege erfolgen. Die Schnittmenge der Begrifflichkeiten "kultursensibel und "transkulturell" ist groß, deshalb werden sie im Rahmen dieser Arbeit synonym verwendet.

In der Pflege gibt es keine einheitliche Begrifflichkeit: Es wird von multi­kul­tu­reller, interkultureller oder transkultureller Pflege gesprochen. Multikulturalität gründet auf einem gesellschaftlichen Konzept des friedlichen Nebenein­anders von verschiedenen Kulturen. Interkulturalität betont die Begegnung zwischen zwei Kulturen und beleuchtet mögliche Reibungsflächen. Beide Begriffe produzieren einen Kulturbegriff, indem "Kulturen" als klar voneinander abgegrenzte Wesenheiten dargestellt werden. Im Unterschied dazu stellt Transkulturalität nicht das Zwischen- oder das Nebeneinander, sondern das über das Kulturelle Hinausgehende, Grenzüberschreitende und somit letztlich auch Verbindende und Gemeinsame ins Zentrum[48]. Um Migranten situations­gerecht pflegen zu können, muss sich die Pflegeperson die dafür notwendigen Voraussetzungen aneignen.

Eine professionelle Pflege muss die transkulturelle Pflege mit einbeziehen, sodass Professionalität auch Transkulturalität bedeutet. Es geht also nicht darum, für Migranten ein spezifisches Pflegemodell zu konstruieren, da eine professionelle Pflege auch eine auf die Bedürfnisse von Migranten angepasste Pflege einschließen muss. Transkulturelle Kompetenz ist demnach Teil der professionellen Pflege und stellt nicht "Kulturen" ins Zentrum, sondern die Interaktion zwischen Pflegenden und Migranten. Transkulturelle Kompetenz besteht im Kern aus einer transkulturell kompetenten Interaktionsfähigkeit im Migrationskontext.

Praktische Umsetzung kultursensibler Pflege bei türkischen Migranten

"Vor lauter Kultur den Menschen nicht vergessen." [49]

Viele Pflegeeinrichtungen pflegen nach der Pflegetheorie von Monika Krohwinkel, einer deutschen Pflegeforscherin. Diese hat 13 Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens (AEDL) für die Pflegeplanung entwickelt. Im Folgenden werden davon 7 AEDLs im Hinblick auf die Pflege relevanter Bedürfnisse türkischer Migranten erläutert[50].

-Essen und Trinken-

Essen hat in der islamischen Kultur einen hohen Stellenwert und ist eng mit Gastfreundschaft verknüpft. Beim Essen trifft sich die ganze Familie. Deshalb ist es auch üblich, dass die Familie den Kranken mit Essen versorgt und die Mahlzeiten mit ihm zusammen einnimmt. Dies hängt auch damit zusammen, dass Muslime teilweise dem von der Institution gekochten Essen misstrauen und befürchten, dieses könne für einen Muslim verbotene Nahrungsmittel enthalten[51]. Für Muslime sind z. B. Wein und jegliche anderen alkoholischen Getränke eine Todsünde. Ein Nachtisch aus Weinschaumcreme oder eine Rotweinsoße muss deshalb von einem Muslim gemieden werden.

Ein weiteres verbotenes Nahrungsmittel ist Schweinefleisch, da es nach islamischem Verständnis unrein ist. Deshalb ist auch alles, was mit Schweinefleisch in Berührung gekommen ist, ebenfalls unrein[52].

Eine weitere Besonderheit bei den Mahlzeiten ist, dass eine islamische Frau nicht im Beisein von fremden, ihr nicht blutsverwandten Männern isst. Wenn also eine Frau beim Essen und Trinken unselbstständig ist, dann sollte ihr möglichst eine Frau das Essen anreichen.

In vielen Ländern, in denen Muslime leben, wird mit den Händen gegessen. Außerdem trinken sie gern schwarzen Tee, welches das Nationalgetränk der Türkei ist. Er wird traditionell süß und schwarz getrunken. Bei gläubigen Muslimen ist es üblich, vor und nach jeder Mahlzeit die Hände zu waschen[53]. Trotz interkulturellem Basiswissen ist es jedoch immer wieder von hoher Wichtigkeit, die Bewohner selbst im Blick zu haben, um individuelle Bedürfnisse herauszufinden, damit folgende "Kulturfallen" vermieden werden können.

-Ausscheiden-

Nach dem Stuhlgang ist es üblich, das Gesäß mit Wasser zu waschen. Auch dazu wird fließendes Wasser verwendet. In islamischen Ländern steht in der Regel ein Krug oder eine Kanne in jeder Toilette. Zum Waschen des Gesäßes wird die linke Hand benutzt, die rechte Hand ist dem Essen vorbehalten[54].

-Sich als Mann/Frau fühlen und sich kleiden-"

Diese beiden AEDLs wurden zusammengefasst, da sie eine große Schnittmenge haben.

Im Islam gibt es strenge Richtlinien für den gegengeschlechtlichen Umgang. Daher erscheinen muslimische Patienten oft sehr schamhaft. Es gibt jedoch große individuelle und kulturelle Unterschiede. Besonders ältere Frauen aus ländlichen Gebieten haben Schwierigkeiten, wenn sie sich entkleiden müssen. In der Kommunikation im islamischen Kulturkreis sind z. B. Gespräche über familiäre Probleme tabu.

Auch die Frage nach dem Familienstand wird von noch ledigen älteren Personen als unangenehm empfunden, da nicht verheiratet zu sein als Makel gilt. Ebenfalls kann es als Beleidigung aufgefasst werden, wenn eine verheiratete kinderlose Frau gefragt wird, ob sie Kinder habe. Die Frau hat dann das Gefühl, man werfe ihr ihre Kinderlosigkeit vor.

[...]


[1] vgl. Hinz-Rommel 2001, S. 3

[2] vgl. http://www.bmfsfj.de, 2009

[3] vgl. Der Spiegel 2001, Heft 11, S. 54

[4] vgl. Bruns 1996, S. 31

[5] vgl. Reinspach 2001, S. 12

[6] vgl. Pantenburg 1996, S. 119

[7] vgl. Pantenburg 1996, S 122f.

[8] vgl. Peschke 2001, S. 1

[9] vgl. Loffing/Geise 2005, S. 354

[10] vgl. Schütte 2004, S. 307f.

[11] vgl. Becker 2005, S. 189

[12] Mecheril 2004, S. 18

[13] vgl. Arbeiterwohlfahrt 2006, S. 6

[14] vgl. Zeman 2005, S. 81

[15] vgl. Herbert 1986, S. 220 f

[16] Treibel 1999, S.116

[17] vgl. Herbert 1986, S. 200

[18] vgl. Herbert 1986, S.220f

[19] vgl. Akkaya 1998, S. 225 - 231

[20] vgl. Akkaya 1998, S. 231 f

[21] vgl. Kellnhauser/Schewior-Popp 1999, S. 49

[22] vgl. u Becker/Wunderer/Schulz-Gambard 1998, S. 14 f

[23] vgl. Al Mutawaly 2000, S. 17

[24] vgl. Akkaya 1998, S. 165

[25] vgl. Akkaya 1998, S. 165 f

[26] vgl. Al Mutawaly 2000, S. 18

[27] vgl. Akkaya 1998, S. 169f

[28] vgl. Statistischesbundesamt, 2009, S. 36-37

[29] vgl. Zeman 2005, S. 31

[30] vgl. Zeman 2005, S. 45 f

[31] vgl. Dietzel-Papakyriakou 1993, S.36

[32] vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005, S. 430 f

[33] vgl. Özcan/Seifert 2006, S. 61

[34] vgl. hierzu Hamburger 2006, S. 88

[35] Hamburger 2006, S. 95

[36] vgl. Zemann 2005, S. 27

[37] vgl. Zeman 2005, S. 45

[38] vgl. Kollak 2002, S. 9

[39] vgI. Dietzel-Papakyriakou 1993, S. 29

[40] vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005, S. 429

[41] vgl. Olbermann 2003 b, S. 132

[42] vgl. Zeman 2005, S. 36

[43] vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005, S. 426

[44] vgl. Zeman 2005, S. 63

[45] vgl. Salman 2001, S. 88

[46] vgl. Zemann 2005, S. 69

[47] vgl. Gerling 2001, S. 94

[48] vgl. Domenig 2001, S. 146

[49] Domenig 2001, S. 152

[50] vgl. Berga/Pangritz 2004, S. 11 f

[51] vgl. Becker/Wunderer/Schultz-Gambard 1998, S. 24

[52] vgl. Al-Mutawaly 2000, S. 25

[53] vgl. Al-Mutawaly 2000, S. 26 f

[54] vgl. Al-Mutawaly 2000, S. 36

Ende der Leseprobe aus 127 Seiten

Details

Titel
Kundenorientiertes Marketing - Managementinstrumente im Prozess der interkulturellen Öffnung
Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Note
1
Autor
Jahr
2010
Seiten
127
Katalognummer
V213304
ISBN (eBook)
9783656415022
ISBN (Buch)
9783656415756
Dateigröße
1215 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kundenorientiertes, marketing, managementinstrumente, prozess, öffnung
Arbeit zitieren
Dipl. Sozialarbeiter Michael Rapp (Autor), 2010, Kundenorientiertes Marketing - Managementinstrumente im Prozess der interkulturellen Öffnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213304

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