Sengende Sommerhitze, milde Winter und zerstörerische Hurrikans, schmelzende Gletscher, überflutete Landstriche und Wüsten die sich immer weiter ausbreiten. Der fortschreitende Klimawandel lässt sich heutzutage kaum noch leugnen. Weltweit hat man die Gefahren des durch Menschen verursachten Klimawandels erkannt und versucht nun zu retten was noch zu retten ist und das Schlimmste zu verhindern. Hauptverursacher des Klimawandels sind, wie wir heute wissen, Treibhausgase wie CO2. Daten aus Forschungsprojekten wie den antarktischen Bohrkernen, zeigen eindeutig auf, dass der Co2 Verbrauch noch nie so hoch geklettert ist wie in den letzten hundert Jahren. Die Weltgemeinschaft wurde sich schnell einig, dass nur ein gemeinsames Handeln helfen kann. Im Zuge des Kyoto-Protokolls, welches im Jahre 1997 entstanden ist, verständigten sich 38 Industriestaaten darauf, insgesamt 6 Treibhausgase, insbesondere CO2Emissionen, im Zeitraum von 2008-2012 um 5,2% gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Neben den 5,2 % die das Kyoto-Protokoll vorschreibt, hat sich die Europäische Union dazu verpflichtet, 8% der so genannten Kyoto-Gase in selbigem Zeitraum einzusparen. Deutschland setzte sich selbst das hohe Ziel, eine Reduzierung von 21% zu erreichen. Eines der wichtigsten umweltpolitischen Instrumente zur Bekämpfung der Umweltprobleme ist der am 01.01.2005 in Kraft getretene Emissionshandel der Europäischen Union. Damit wird der CO2-Ausstoß für Anlagenbetreiber beschränkt und nur noch dann gestattet, wenn entsprechende Emissionszertifikate vorliegen. Bei Nichteinhaltung ist mit Sanktionen zu rechnen. Dieses Instrument der Umweltpolitik soll Luft zu einem „werthaltigen Gut“ machen. Die Europäische Union bestimmte außerdem, dass jeder Mitgliedsstaat einen sogenannten Zuteilungsplan aufstellen muss, indem festgelegt wird, wie viele Zertifikate der Mitgliedsstaat in einer Handelsperiode zuteilen will und wie sich die Verteilung im einzelnen abspielen soll. Deutschland als hoch entwickeltes Industrieland, sollte natürlich mit der Einführung seines nationalen Allokationsplanes eine Vorreiterrolle in der Europäischen Union einnehmen und auch im weltweiten Vergleich ein positives Beispiel abgeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der NAP1 in der BRD
3. Der NAP2 in der BRD
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die Implementierung des Nationalen Allokationsplans (NAP) in der Bundesrepublik Deutschland als gescheitert betrachtet werden kann, indem sie die ökologische Wirksamkeit gegen die politisch-ökonomische Umsetzung abwägt.
- Grundlagen des Emissionshandels der Europäischen Union
- Struktur und Funktionsweise des NAP 1 und NAP 2 in Deutschland
- Einfluss von Lobbyismus und Sonderregelungen auf die CO2-Reduktionsziele
- Analyse der Marktsituation durch Zertifikate-Zuteilungen
- Ökologische Bewertung der Klimaschutz-Ergebnisse
Auszug aus dem Buch
Der NAP1 in der BRD
Will man sich genauer mit dem Thema „nationaler Allokationsplan“ in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen, muss man zuerst die Maßnahmen der Europäischen Union zur Reduktion der Treibhausgase näher betrachten. Der wichtigste Bestandteil der EU-Strategie zur Senkung der Treibhausgasemissionen ist das EU-Emissionshandelssystem 2005, welches als erstes internationales „Cap-and Trade“ System für den Handel mit Emissionsrechten für Treibhausgase auf Unternehmerebene eingeführt wurde. Durch das Festsetzen eines Preises für jede Tonne ausgestoßenes Treibhausgas, kann die EU durch das Emissionshandelssystem in CO2-arme Technologien investieren. Emissionskosten rücken so auf die Agenda der Unternehmensleitungen und fördern somit Kreativität und Einfallsreichtum bei der Suche nach kostengünstigen Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels.
Entscheidend für das Emissionshandelssystem ist die gemeinsame Währung, die Emissionszertifikate. Eines dieser Zertifikate berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne CO2. Derzeit müssen die Mitgliedsstaaten deshalb sogenannte nationale Zuteilungspläne aufstellen. Der nationale Allokationsplan NAP ist ein zentraler Bestandteil des Emissionshandels und legt die Aufteilung der geplanten CO2- Emissionsbegrenzungen auf einzelne Sektoren wie Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Haushalte, Handel und Dienstleistungen fest und bildet somit gleichzeitig die Grundlage für das Zuteilungsgesetz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt die wissenschaftliche Basis durch die Darstellung des menschengemachten Klimawandels und führt in das Instrument des Emissionshandels der EU sowie die Rolle Deutschlands ein.
2. Der NAP1 in der BRD: Dieses Kapitel beschreibt die Einführung des ersten nationalen Allokationsplans und analysiert die Mechanismen sowie die frühen politischen Fehler bei der Zertifikatevergabe.
3. Der NAP2 in der BRD: Das Kapitel beleuchtet die zweite Handelsperiode, die geänderten Anforderungen an die Energiewirtschaft und das Fortbestehen politischer Sonderregelungen.
4. Fazit: Das Fazit bewertet die Implementierung des NAP als administrativ erfolgreich, aber ökologisch aufgrund von Sonderregelungen und Spekulationsanreizen als verfehlt.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Emissionshandel, NAP, Nationaler Allokationsplan, CO2-Reduktion, Treibhausgase, Europäische Union, Bundesrepublik Deutschland, Kyoto-Protokoll, Zertifikate, Lobbyismus, Klimaschutz, Energiewirtschaft, Handelsperiode, Zuteilungsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Umsetzung der nationalen Allokationspläne (NAP) für den Emissionshandel in Deutschland und prüft, ob das Ziel der CO2-Reduktion effektiv erreicht wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das EU-Emissionshandelssystem, die Struktur der nationalen Zuteilungspläne sowie der Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf ökologische Klimaziele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Implementierung des NAP in Deutschland als gescheitert angesehen werden muss, insbesondere unter ökologischen Gesichtspunkten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Berichten und Daten zu Emissionsvorgaben basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der erste und zweite nationale Allokationsplan (NAP 1 und NAP 2) detailliert beschrieben und kritisch im Hinblick auf deren Umsetzung und Effizienz evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emissionshandel, NAP, CO2-Reduktion, Klimapolitik und Lobbyismus charakterisiert.
Warum wird im Fazit zwischen administrativer und ökologischer Perspektive unterschieden?
Weil die Einhaltung der administrativen Fristen und Vorgaben der EU erfolgreich war, während der ökologische Kernnutzen des Systems durch Ausnahmeregelungen für die Industrie untergraben wurde.
Welche Rolle spielt die Energiewirtschaft im zweiten Allokationsplan?
Die Energiewirtschaft wurde im NAP 2 strenger reguliert als im NAP 1, unter anderem durch die Verpflichtung, Zertifikate teilweise ersteigern zu müssen.
- Citation du texte
- Vanessa König (Auteur), 2013, Das Scheitern der Implementation des NAP in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213331