Kompetenzen im Deutschunterricht - Handlungs- und produktionsorientierte Zugänge zu einer Sage in der Grundschule


Hausarbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Zu erwerbende Kompetenzen

3. Der Text - Vorstellung und Begründung der Textauswahl

4. Möglichkeiten handlungs- und produktionsorientierter Zugänge
4.1. Produktionsorientierte Verfahren
4.1.1. Restaurieren und Antizipieren
4.1.2. Transformieren
4.2. Szenische Gestaltungen
4.3. Visuelle Gestaltungen

5. Fazit

Abkürzungs- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Ziel dieser Arbeit ist es herauszustellen, welche der Kompetenzen, die laut Kemcurriculum durch die Behandlung einer Sage im Unterricht förderbar sind, sich mit denen decken, die sich durch verschiedene handlungs- und produktionsorientierte Verfahrensweisen schulen lassen. Dadurch kann festgestellt werden, ob bzw. inwieweit ein handlungs- und produktionsorientierter Unterricht auch ein kompetenzorientierter Unterricht ist und in Zeiten von "Kerncurricula" und "Bildungsstandards" noch seine Berechtigung hat.

Als erstes werden die Kompetenzen vorgestellt, die laut Kerncurriculum durch das Kennenlernen und Untersuchen einer bestimmten Textsorte, wie z. B. der Sage, herauszubilden bzw. zu trainieren sind. Diese Kompetenzen bilden den Ausgangspunkt für den späteren Vergleich.

Danach wird die Sage "Der Zankapfel" vorgestellt und begründet, warum sich dieser Text für eine Behandlung in der Grundschule und für einen handlungs- und produktionsorientierten Umgang besonders anbietet.

Im vierten Kapitel werden dann die einzelnen handlungs- und produktionsorientierten Zugangsweisen vorgestellt, die sich für diesen Text eignen. Die Reihenfolge der Behandlung folgt dem Auswahlverzeichnis, das Haas, Menzel und Spinner ihrem Artikel "Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht"[1] beigefügt haben. Jede Verfahrensweise wird ausführlich dargestellt und anschließend darauf untersucht, welche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, die laut Kerncurriculum für den Deutschunterricht der Grundschule wichtig sind, dadurch gefördert werden können.

Im letzten Schritt werden die Kompetenzen, die den Ausgangspunkt bilden, dann mit denen verglichen, die durch die entsprechenden Verfahrensweisen geschult werden konnten.

2. Zu erwerbende Kompetenzen

Zu Beginn der Arbeit[2] soll untersucht werden, an welcher Stelle sich laut Kerncurriculum die Behandlung einer Sage anbietet und welche Hauptkompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern dadurch geschult werden können. Ich beziehe mich hierbei jeweils auf die im Kerncurriculum für den vierten Schuljahrgang geforderten Kompetenzen, da mein gewählter Text auf einer höheren Schwierigkeitsstufe von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden soll.

Da nicht alle Kompetenzen, die in den verschiedenen Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts aufgelistet sind, durch die Behandlung einer Sage berührt werden können, genügt es nicht, nur auf den betreffenden Tabellenabschnitt des Kerncurriculums zu verweisen. Vielmehr ist es nötig, die möglichen schulbaren Kompetenzen konkret zu benennen und näher auszuführen.

Im Kerncurriculum werden im Kompetenzbereich "Lesen" unter dem Feld "Über Leseerfahrungen verfügen" verschiedene Textsorten genannt, die die Schülerinnen und Schüler kennen, erkennen und voneinander unterscheiden können sollen. Dazu gehören auch Erzähltexte, worunter u.a. konkret die Sage aufgelistet wird.

Die Auseinandersetzung mit einer Sage ist demnach in erster Linie dem Kompetenzbereich "Lesen" zuzuordnen. Dieser teilt sich in drei Teilkompetenzbereiche:

- Über Lesefähigkeiten verfügen
- Über Leseerfahrungen verfügen
- Texte erschließen und präsentieren

Aus allen drei Bereichen werden nun die Kompetenzen ausgewählt, die durch die Behandlung einer konkreten Textsorte wie der Sage geschult werden können. Die Auswahl der entsprechenden Unterrichtsmethode bestimmt dann, welche der jeweiligen Kompetenzen tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern gefördert wird.

Über Lesefähigkeiten verfügen:

Durch das eigenständige Lesen eines Textes, wie z. B. einer Sage, entwickeln die Schülerinnen und Schüler ihre grundlegenden Lesefertigkeiten weiter. Entsprechend ihrer Altersstufe werden sie mit einer hinsichtlich des Inhalts und Ausdrucks angemessenen Sage konfrontiert und sind in der Lage, den Sinn dieses Textes zu erschließen und darin vorkommende wichtige Informationen zu verwerten. Des Weiteren sind sie bereits in der Lage, Arbeitsaufträge zu der Sage zu lesen und zu verstehen.

Über Leseerfahrungen verfügen:

Die Schülerinnen und Schüler sind aufgrund ihrer vielfältigen Leseerfahrungen in der Lage, Vermutungen zum Sinn der Sage zu äußern, Fragen zu ihr zu stellen und ihr Vorwissen mit Informationen aus dem Text zu verknüpfen und so zu weiterführenden Erkenntnissen zu gelangen. Des Weiteren lernen sie mit der Textform "Sage" eine bestimmte Textsorte, nämlich einen Erzähltext, kennen. Längerfristig geht es darum, mehrere Textsorten kennenzulernen. Texte werden in der Grundschule grob in "kontinuierliche" und "nicht-kontinuierliche" Texte differenziert. Die kontinuierlichen Texte lassen sich nochmals unterscheiden in "literarische" und "nicht-literarische" Texte. Zu den literarischen Texten zählen nun solche, die sich in die Gattungstrias "Epik, Lyrik, Dramatik" einordnen lassen: Erzähltexte (Kurzgeschichte, Märchen, Fabel, Sage) / Lyrische Texte (Gedicht) / Szenische Texte (kurze Szenen, Sketche, Hörspiel). Mit der Sage lernen die Kinder demnach auch die literarische Gattung "Epik" kennen, was im Kerncurriculum so aber noch nicht bezeichnet wird.

Texte erschließen und präsentieren:

Die Schülerinnen und Schüler verfügen bereits über grundlegende Texterschließungsverfahren und verschiedene Präsentationsformen. Sie sind in der Lage, Texte handlungs- und produktionsorientiert zu bearbeiten. Sie können außerdem gezielt Informationen aus der Sage heraussuchen, indem sie z. B. wesentliche Textstellen kennzeichnen oder Zwischenüberschriften formulieren. Verstehen sie etwas nicht, können sie gezielt nachfragen.

Da die Schüler bereits einige Textsorten kennengelernt haben (z. B. das Märchen), können sie diese mit der Sage vergleichen. Sie lernen die Textmerkmale einer Sage kennen und erweitern damit ihre Kenntnisse über die Merkmale bestimmter Textsorten.

Je nach Aufgabenstellung werden auch weitere Kompetenzbereiche bei der Auseinandersetzung mit einer Sage angeschnitten, vor allem der Bereich des "Schreibens". Wenn die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe zu der Sage schriftlich bearbeiten müssen, sind sie in der Lage, dies in einer angemessenen Handschrift, Form und Orthographie zu tun. Sie können aber auch eigene Texte und Schreibideen planen und dann verständlich, strukturiert, adressaten- und funktionsgerecht schreiben.

Aber auch die Ausbildung von Kompetenzen im Bereich "Zuhören und Sprechen" wird gefördert.

Wird im Unterricht über eine Sage diskutiert, reden die Kinder mit und vor anderen und halten sich an die Gesprächsregeln. Sie verwenden beim Reden einen altersgemäßen Wortschatz und achten auf eine angemessene Redeweise. Sie können sich auf die Aussagen eines Vorredners beziehen und ihre eigene Meinung äußern und angemessen vertreten.

Beim Vorlesen der Sage durch die Lehrerin hören die Schülerinnen und Schüler verstehend zu und fragen gezielt nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben.

Sollte die Aufgabenstellung es fordern, sind sie in der Lage, die Sage auch szenisch darzustellen und sich in die darin vorkommenden Personen oder Situationen hineinzuversetzen.

Wurden alle Aufgaben gelöst, können die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Arbeitsverhalten und das ihrer Mitschüler reflektieren und diese dadurch in ihren Lernprozessen unterstützen.

Bei der Vorstellung der handlungs- und produktionsorientierten Zugangsmöglichkeiten zu einer Sage, die in Kapitel 4 folgt, wird noch einmal ausführlicher auf einzelne Kompetenzen eingegangen, da diese sich erst aus dem jeweiligen methodischen Verfahren ergeben und deshalb direkt an dieses gebunden sind.

3. Der Text - Vorstellung und Begründung der Textauswahl:

Bei dem gewählten Text handelt es sich um die Sage "Der Zankapfel" aus dem Buch "Die schönsten griechischen Sagen" von Dimiter Inkiow, welches 2005 zum ersten Mal erschien. Der Autor erzählt darin klassische antike Sagen nach, die er kindgerecht formuliert und durch Hintergrundinformationen zur griechischen Mythologie ausmalt.

Die hier vorgestellte Geschichte "Der Zankapfel" schildert den mythischen Ausgangspunkt für den Trojanischen Krieg, über den in dem großen Heldenepos "Ilias" von Homer ausführlich berichtet wird. Das antike Werk liegt seit ca. 600 v. Chr. in der uns heute bekannten Form vor.[3]

Zum Inhalt: Bei der Hochzeit des phrygischen Königs Peleus und der Meeresnymphe Thetis werden alle Götter bis auf Eris, die Göttin der Zwietracht, eingeladen. Aus Rache wirft die Göttin einen goldenen Apfel mit der Inschrift "Der Schönsten" auf die Festtafel, woraufhin ein Streit zwischen den drei Göttinnen Hera, Athena und Aphrodite ausbricht, wem dieser Apfel zustehe. Schließlich wird Paris, der schönste Jüngling auf Erden, zum Schiedsrichter gewählt. Nachdem die Göttinnen versuchen, ihn von ihren Vorteilen zu überzeugen und ihm jeweils Versprechungen machen, entscheidet sich Paris für Aphrodite, da diese ihm Helena, die schönste Frau der Welt, zur Gemahlin verspricht. Helena, die bereits mit Menelaos, dem König von Sparta, verheiratet ist, lässt sich schließlich von Paris bekehren und flieht mit ihm nach Troja. Aufgrund dessen kommt es zum Krieg zwischen den Griechen (Spartanern) und Trojanern.

[...]


[1] Vgl. Praxis Deutsch, S. 24

[2] Im Folgenden vgl.: Kerncurriculum Grundschule Deutsch, S. 21-26

[3] Vgl. Krefeld, S. 135

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kompetenzen im Deutschunterricht - Handlungs- und produktionsorientierte Zugänge zu einer Sage in der Grundschule
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Germanistik)
Veranstaltung
Einführung in die Literaturdidaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V213570
ISBN (eBook)
9783656418467
ISBN (Buch)
9783656419242
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kompetenzen, deutschunterricht, handlungs-, zugänge, sage, grundschule
Arbeit zitieren
Nadine Wilbrandt (Autor), 2011, Kompetenzen im Deutschunterricht - Handlungs- und produktionsorientierte Zugänge zu einer Sage in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213570

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