In der Arbeit wird in klar strukturierter Weise und unter Einbeziehung verschiedener vorhandener Messinsstrumente aus Kommunikationswissenschaft und Psychologie ein Befragungsinstrument zum Einfluss der Persönlichkeitsfaktoren Angst und Dominanz auf die Genre-Präferenzen in Film und TV erarbeitet. Der Anhang bietet den fertig layouteten Fragebogen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Gegenstandsbenennung
3. Theorie- und Hypothesenbildung
a) Theoriebildung – Der Einfluss der Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit und Dominanz auf die Genre-Präferenzen
b) Hypothesenbildung – Spezialisierung des Untersuchungsgegenstandes
4. Operationale und nominale Begriffsdefinitionen
5. Konstruktion des Untersuchungsinstrumentes
a) Wahl des Instrumentes
b) Makroplanung
c) Mikroplanung
d) Auswertung
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit konzipiert eine empirische Befragungsstudie, um den Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit bzw. Dominanz und der Präferenz für bestimmte fiktionale Film- und Seriengenres zu untersuchen und wissenschaftlich zu begründen.
- Analyse der Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit und Dominanz als psychologische Dispositionen.
- Untersuchung von Genre-Präferenzen bei Film und Fernsehen im Kontext individueller Charaktertypen.
- Operationalisierung psychologischer Konstrukte für ein standardisiertes Messinstrument.
- Theoretische Herleitung und Spezialisierung von Prüfungshypothesen für eine Befragungsstudie.
Auszug aus dem Buch
Theoriebildung – Der Einfluss der Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit und Dominanz auf die Genre-Präferenzen
„Wenn ich die gesellschaftliche Umwelt als problemhaft erfahre, mache ich mir ein Bild, das in der Realität offenbar nicht zutrifft. Ich muss deshalb dieses Bild im (...) systematischen Verfahren formulieren, um es an der empirischen Wirklichkeit zu überprüfen.“
Dementsprechend gilt es also im folgenden, auf der Basis des bisher gewonnen Wissens eine hypothetische Aussage als Erklärung des in der Forschungsfrage formulierten Zusammenhangs zwischen den Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit und Dominanz und den Präferenzen für bestimmte Genres zu formulieren. Erst die Formulierung einer solchen allgemeinen Theorie auf der Basis genereller Vermutungen ermöglicht dann im folgenden eine systematische empirische Untersuchung und damit eine Falsifizierung bzw. Verifizierung der formulierten Aussagen.
Erste brauchbare Hinweise für die Formulierung einer solchen Theorie über den Zusammenhang von psychischen Dispositionen und Genre-Präferenzen bietet dabei ein Artikel im Complete Film Dictionary, in dem der Autor den Erfolg der Genres bei den Rezepienten zu erklären versucht und damit auch Rückschlüsse auf die Motive des Konsums bestimmter Genres zulässt:
„There is a great satisfaction in finding one´s self in a familiar filmic world. (...) We can also say, that genre films are popular because they deal with personal dilemmas and appeal to (...) psychic neads.“
Bezogen auf unsere Forschungsfrage ließe sich also zunächst ganz allgemein vermuten, dass Rezipienten vor allem solche Genres bevorzugen, in denen sie sich selbst, ihre Persönlichkeitseigenschaften und damit zusammenhängende persönliche Verhaltensweisen oder Probleme wiederfinden können, um ihre eigene Existenz in gewisser Weise bestätigt zu sehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Aufgabenstellung des Seminars ein und definiert die zentrale Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von Ängstlichkeit, Dominanz und Genre-Präferenzen.
2. Gegenstandsbenennung: Hier werden die Kernbegriffe „ängstliche Menschen“, „dominante Menschen“ sowie „fiktionale Genres“ theoretisch definiert und eingegrenzt.
3. Theorie- und Hypothesenbildung: Das Kapitel entwickelt die theoretische Basis für die Untersuchung und leitet daraus konkrete Prüfungshypothesen ab.
4. Operationale und nominale Begriffsdefinitionen: Es werden die empirischen Indikatoren für die komplexen Variablen Ängstlichkeit, Dominanz, Stärke und Schwäche operationalisiert.
5. Konstruktion des Untersuchungsinstrumentes: Dieses Kapitel erläutert die methodische Planung, von der Wahl des Fragebogens bis zur Mikroplanung der einzelnen Item-Blöcke und der Auswertung.
Schlüsselwörter
Ängstlichkeit, Dominanz, Genre-Präferenzen, Medienforschung, Befragungsmethode, Persönlichkeitspsychologie, Protagonisten, Operationalisierung, Fiktionale Genres, Horrorfilm, Actionfilm, Abenteuerfilm, Selbstbewusstsein, Medienrezeption, Fragebogenkonstruktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer sozialwissenschaftlichen Befragungsstudie, die untersucht, wie die Persönlichkeitsmerkmale Ängstlichkeit und Dominanz die Vorlieben für bestimmte fiktionale Genres im Fernsehen und auf Video beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft medienwissenschaftliche Aspekte (Genre-Präferenzen, Rezipientenforschung) mit psychologischen Dimensionen (Angst als Eigenschaft, soziale Dominanz, Selbstbild und Verhaltensdispositionen).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche fiktionalen Genres von ängstlichen bzw. dominanten Personen aus welchen Gründen bevorzugt werden, wobei die Bestätigung des eigenen Charakters durch den Protagonisten als zentrales Motiv fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der Befragung gewählt, wobei ein stark strukturiertes, schriftliches Instrument in Form eines standardisierten Fragebogens mit verschiedenen Item-Blöcken konzipiert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Operationalisierung der Begriffe durch Indikatoren (z. B. gedankliche Erscheinungen, körperliche Symptome) sowie die detaillierte Planung des Befragungsinstrumentes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Persönlichkeitspsychologie, Medienrezeption, Genre-Präferenz, Operationalisierung, Horror, Action, Abenteuer und Befragungsdesign charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Ansatz für ängstliche Personen von dem für dominante Personen?
Während bei ängstlichen Personen davon ausgegangen wird, dass sie zur Selbstwertsteigerung Genres mit ängstlichen Protagonisten suchen, benötigen dominante Personen Genres mit starken Charakteren, um sich in ihrer sozialen Rolle bestätigt zu fühlen.
Warum wurde eine "Kartenspiel-Befragung" innerhalb eines Heftchens gewählt?
Dieses System wurde gewählt, um Reihenfolge- und Ausstrahlungseffekte bei den sehr persönlichen Fragen zu minimieren und die Konzentration der Probanden durch einen abwechslungsreichen Aufbau zu erhalten.
- Arbeit zitieren
- Christian Schäfer (Autor:in), 2002, Der Einfluss der Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit und Dominanz auf die Genre-Präferenzen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21357