Die lokalen Massenmedien und die lokale Kommunikation sind durch die Wissenschaft lange in ihrer politisch-gesellschaftlichen Bedeutung unterschätzt worden. Mit steigender Komplexität kommunaler Strukturen und dem sich rasant verändernden Medienmarkt wird das Forschungsinteresse am Lokaljournalismus wieder größer.
Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es festzustellen, welche Rolle PR-Quellen in der lokalen Berichterstattung spielen. Folgende Fragestellungen interessieren die Autorin im Konkreten: Welche Quellen dominieren als Informationsgeber in der Lokalberichterstattung? Nutzen Lokaljournalisten nur eine Quelle oder recherchieren sie noch weiterführend? Inwieweit beeinflusst PR lokale Berichterstattung? Aufgrund dieser Fragestellungen wurden zwei Forschungsfragen formuliert und neun entsprechende Hypothesen abgeleitet.
Im ersten Teil der Hausarbeit gibt die Autorin einen Überblick über verschiedene Eigenschaften des Lokaljournalismus und leitet eine eigene Definition aus den Begriffen „Journalismus“ und „Lokales“ her. Danach beschreibt sie die Informationszugänge in Lokalredaktionen und Besonderheiten des lokalen Informationsflusses. Anschließend gibt die Autorin einen Überblick über die bisherigen Forschungen im Umgang mit Quellen in Lokalredaktionen und den Einfluss der PR auf die Lokalberichterstattung.
Im zweiten Teil beschreibt die Autorin ihre durchgeführte Inhaltsanalyse lokaler Medien. Ausgehend von der Erläuterung des Untersuchungsdesigns stellt sie Forschungsfragen und entsprechende Hypothesen auf. Abschließend stellt sie ihre Ergebnisse dar und zeigt inhaltsanalytische Problemfelder auf.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Was ist und wie funktioniert Lokaljournalismus?
1. Definition „Lokaljournalismus“
2. Die Informationszugänge zu Lokalredaktionen und Besonderheiten des lokalen Informationsflusses
3. Forschungsstand: Umgang mit Quellen in Lokalredaktionen und Einfluss der PR auf die Lokalberichterstattung
III. Inhaltsanalyse lokaler Berichterstattung und ihre Ergebnisse
1. Vorbemerkungen und Forschungsdesign
2. Forschungsfragen und Hypothesen
3. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4. Probleme im Forschungsprozess
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Public Relations (PR) auf die lokale Berichterstattung sowie den Umgang von Lokaljournalisten mit verschiedenen Informationsquellen. Ziel ist es, auf Basis einer Inhaltsanalyse zu klären, inwieweit PR-Akteure die Themenwahl und Textgestaltung lokaler Medien dominieren und welche Rolle dabei die journalistische Eigenleistung spielt.
- Analyse der dominierenden Informationsquellen in Lokalredaktionen.
- Untersuchung der Rollenverteilung zwischen PR-Akteuren und Journalisten (Themeninitiative und Textleistung).
- Vergleich unterschiedlicher Zeitungstypen (Qualitätsmedien vs. Boulevardpresse) im lokalen Kontext.
- Einfluss der Artikelgröße auf das journalistische Rechercheverhalten.
- Bewertung des Einflusses von PR auf die journalistische Unabhängigkeit.
Auszug aus dem Buch
Die Informationszugänge zur Lokalredaktion
Der lokale Informationsfluss hat seine Besonderheiten. Diese hat Haller in seiner Forschung über lokale Medien beschrieben. So ist zum Beispiel anzumerken, dass der Nachrichtenfluss in einer lokalen Redaktion diskontinuierlich ist. Das bezieht sich sowohl auf Wochentage (der Informationsstrom nimmt in der zweiten Wochenhälfte zu) als auch auf Jahreszeiten (in der Vorweihnachtzeit und im ersten Quartal des Jahres gibt es mehr Informationen als im Sommer).
Diese Schwankungen zeigen auch eine weitere Besonderheit des Informationsflusses und zwar, dass er weniger von politischem Geschehen und vielmehr von der lokalen Veranstaltungskultur abhängig ist. Das ergibt sich aus dem Fakt, dass das Stadtleben geplant und gesteuert verläuft: „Wird wenig unternommen, berichten die Medien praktisch alles; sind die Kulturveranstalter aktiv, gibt es viel mitzuteilen, doch wird stark gefiltert“.
Eine dritte Besonderheit des Informationsflusses besteht darin, dass er in erster Linie der Organisation des soziokulturellen Stadtlebens dient: „In diesem Feld findet die Selbstverständigung der Stadtgesellschaft statt mit dem Effekt, dass sich eine lokale, auf Urbanität bezogene Stadt-Identität herausbilden kann“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende wissenschaftliche Bedeutung des Lokaljournalismus und führt in die Problemstellung des PR-Einflusses auf die lokale Berichterstattung ein.
II. Was ist und wie funktioniert Lokaljournalismus?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Lokaljournalismus, erläutert die Informationswege in Redaktionen und gibt einen Überblick über den bisherigen Forschungsstand zur Quellenproblematik.
III. Inhaltsanalyse lokaler Berichterstattung und ihre Ergebnisse: Hier werden das Forschungsdesign, die Hypothesen und die detaillierten Ergebnisse der Inhaltsanalyse von vier ausgewählten Zeitungen präsentiert sowie methodische Probleme reflektiert.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die PR-Dominanz zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungen.
Schlüsselwörter
Lokaljournalismus, Public Relations, Inhaltsanalyse, Quellenanalyse, Medienberichterstattung, Lokalredaktion, Themeninitiative, Textleistung, Informationsfluss, Journalismus, Lokalkommunikation, Boulevardzeitung, Qualitätszeitung, PR-Einfluss, Nachrichtenagenturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das schwierige Beziehungsverhältnis zwischen Public Relations und Lokaljournalismus und analysiert, wie stark PR die Inhalte lokaler Zeitungen beeinflusst.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Themenfindung, die Quellenwahl der Journalisten und der Grad der redaktionellen Eigenleistung bei der Verarbeitung von PR-Material.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ermitteln, welche Quellen in der lokalen Berichterstattung dominieren und ob Journalisten bei der Texterstellung eigenständig recherchieren oder primär auf zugelieferte PR-Texte zurückgreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Inhaltsanalyse, wobei sie auf Basis eines Kodierschemas Artikel aus vier verschiedenen Zeitungen (taz, SZ, LVZ, BILD) systematisch auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Definition des Lokaljournalismus, der Darstellung des Informationsflusses in Redaktionen sowie der Präsentation und Interpretation der empirischen Analyseergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Lokaljournalismus, Public Relations (PR), Quellen, Themeninitiative, Textleistung, Inhaltsanalyse und die spezifischen Untersuchungsmedien.
Welche Rolle spielt die Größe des Artikels für das Ergebnis?
Die Studie belegt, dass in größeren Artikeln tendenziell mehr Quellen genutzt werden und der journalistische Anspruch sowie die Eigenleistung des Autors höher ausfallen als bei kurzen Meldungen.
Wie unterscheiden sich Boulevardzeitungen von Qualitätsmedien in dieser Analyse?
Die Analyse zeigt, dass Boulevardmedien wie die BILD Quellen häufiger verschweigen oder weniger intensiv recherchieren, während Qualitätszeitungen bei längeren Beiträgen eher eigene journalistische Standards anwenden.
- Citar trabajo
- Liudmila Flad (Autor), 2009, Public Relations und Journalismus – eine schwierige Beziehung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213625