In der vorliegenden Arbeit wird exemplarisch das Märe „die Frauentreue“ analysiert. Zu dieser Untersuchung werden die elementaren Charakteristika zum Märe dargelegt sowie eine sprachliche und zeitliche Einordnung vorgenommen. Im Anschluss daran werden die Überlieferung und Edition des Märes betrachtet. Daran anknüpfend werden die Protagonisten und ihre Ständezugehörigkeit thematisiert.
Es folgt die Darlegung des Aufbaus in Kapitel 2.5. Das Kapitel 2.6 schließt mit einem ersten Interpretationsansatz hinsichtlich Sinn, Bedeutung und Funktion des Märes. In der Sekundärliteratur lassen sich kontroverse Deutungen hinsichtlich einzelner Textpassagen finden. Aus diesem Grund soll im weiteren Verlauf, mit Hilfe einer genaueren Analyse der Motive, versucht werden eine Deutung sinnvoll zu erschließen. Dabei wird zunächst die Intertextualität des Märes als zielführendes Merkmal identifiziert und im dritten Kapitel betrachtet. Unter Bezugnahme eines neuzeitlichen Verständnisses der Treue wird nach einer eigenen Interpretation des Märes im vierten Kapitel, die Bedeutung der Treue in Kapitel fünf diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Elementare Charakteristika des Märes „Die Frauentreue“
2.1 Sprachliche Einordnung
2.2 Zeitliche Verortung
2.3 Überlieferungen
2.4 Protagonisten
3. Inhaltliche Auseinandersetzung
3.1 Literarische Einordnung
3.2 Intertextualität – Motive als Verknüpfungspunkte
4. Analyse des Märes „Die Frauentreue“
5. Der Triuwe Begriff und der neuzeitliche Treuebegriff
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, anhand einer Einzeltextanalyse des Märes „Die Frauentreue“ zu untersuchen, inwieweit der mittelalterliche Begriff der „Triuwe“ Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zum neuzeitlichen Verständnis von Treue aufweist. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie sich diese Konzepte unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Weltbilder und Denkstrukturen der jeweiligen Epochen darstellen.
- Elementare Charakteristika und Einordnung des Märes
- Strukturanalyse des Handlungsverlaufs
- Motivanalyse unter besonderer Berücksichtigung der Intertextualität
- Diskussion des Treuebegriffs im historischen und postmodernen Kontext
- Gegenüberstellung von höfischer Minnedichtung und modernen psychologischen bzw. soziologischen Treuekonzepten
Auszug aus dem Buch
4. Analyse des Märes „Die Frauentreue“
Da ein Zugang über den Entstehungskontext aufgrund der fehlenden Informationen über den Autor, die Lokalisation und zeitliche Datierung des Textes nicht möglich ist, „bleibt also nur der Weg über eine genauere Lektüre des Textes.“
Der auktoriale Erzähler lässt den Leser wissen, warum er die Geschichte von „der Frauentreue“ erzählt. Eine ihm tradierte Geschichte mit eigenen Worten zu erzählen, erklärt der Autor mit der Hoffnung, dass „der Gang der Welt davon zusammengehalten würde“. Die beiden Themen, die der Autor dem Leser näherbringen möchte, sind mit „Liebe“ (V.2) und „vollkommener Minne“ (V.3) benannt. Eine direkte Leseransprache, die sich mit den Worten „So will ich Euch in dieser Geschichte mit meinen Worten erzählen“ (V.6-7) einleitet, richtet sich direkt an den Rezipienten und weist auf eine auktoriale Erzählform hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel legt die Zielsetzung der Arbeit dar, das Märe „Die Frauentreue“ zu analysieren und den mittelalterlichen Treuebegriff dem modernen Verständnis gegenüberzustellen.
2. Elementare Charakteristika des Märes „Die Frauentreue“: Hier werden die gattungsspezifischen Merkmale, die sprachliche Einordnung, die Datierung sowie die Überlieferungsgeschichte des Textes behandelt.
3. Inhaltliche Auseinandersetzung: Dieses Kapitel widmet sich dem Aufbau der Erzählung, der literarischen Einordnung in den Kreis der Minnedichtung sowie der intertextuellen Verknüpfung durch zentrale Motive.
4. Analyse des Märes „Die Frauentreue“: Eine detaillierte Untersuchung der Erzählstruktur, der Charakterzeichnung der Protagonisten und der zentralen Konflikte innerhalb des Märes.
5. Der Triuwe Begriff und der neuzeitliche Treuebegriff: Ein theoretischer Vergleich zwischen der mittelalterlichen „Triuwe“ und modernen Auffassungen von Treue unter Einbeziehung soziologischer und philosophischer Perspektiven.
6. Fazit: Das Fazit bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und stellt fest, dass die willentliche Entscheidung zur Hingabe als verbindendes Element zwischen den Epochen dienen kann.
Schlüsselwörter
Die Frauentreue, Märe, Triuwe, Treuebegriff, Mittelalter, Minne, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Einzeltextanalyse, höfische Dichtung, Kleideropfer, Hemdmotiv, Opferbereitschaft, Postmoderne, Soziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Interpretation des mittelalterlichen Märes „Die Frauentreue“ im Hinblick auf den darin zentralen Begriff der „Triuwe“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Gattungsmerkmale des Märes, die Analyse literarischer Motive wie das „Kleideropfer“ und der Vergleich zwischen mittelalterlicher Treuevorstellung und modernen, postmodernen Konzepten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der mittelalterlichen „Triuwe“ und dem neuzeitlichen Verständnis von Treue herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Einzeltextanalyse durchgeführt, die durch den Einbezug der Sekundärliteratur sowie soziologischer und philosophischer Theorien ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung des Märes, die Untersuchung der Erzählstruktur sowie die tiefgehende Analyse der Motivik und des Treuebegriffs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Die Frauentreue“, „Triuwe“, „Märe“, „Intertextualität“ und „Minne“ charakterisiert.
Wie interpretiert der Autor das „Hemdmotiv“ im Kontext des Märes?
Das Hemdmotiv bzw. die Bloßstellung wird als ein Akt der Freiheit und als ein radikaler Liebesbeweis interpretiert, der tief in die höfische Motivik eingebettet ist.
Welche Rolle spielt der Ehemann in der Erzählkonstellation?
Der Ehemann fungiert als bürgerlicher Gegenpart, dessen Unverständnis gegenüber dem Handeln seiner Frau die tragische Zuspitzung und den Konflikt innerhalb der Erzählung verdeutlicht.
- Quote paper
- 1. Staatsexamen Hanna Rauschen (Author), 2011, Analyse und Interpretation des Märes "Die Frauentreue", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213641