Verliert in der heutigen Gesellschaft das traditionelle Modell der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und die Versorgerehe zunehmend an Relevanz und Attraktivität und haben sich die Geschlechterverhältnisse und Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert, hin zu einer Pluralität von Lebensformen (vgl. Stolz-Willig 2004, S.124), so zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt immer noch das Fortbestehen einer geschlechtshierarchisch strukturierten Arbeits- und Lebensordnung mit einen geschlechtspezifisch segregierten Arbeitsmarkt, sowie Einkommensbenachteiligungen und begrenzte Karrieremöglichkeiten erwerbstätiger Frauen. Frauen leisten außerdem nach wie vor den Hauptteil der Familienarbeit, trotz zunehmender Erwerbsarbeit. Hieran konnten auch die Gleichberechtigungspolitik und die Frauenförderung mit ihren Gleichberechtigungsgesetzen und –richtlinien nur bedingt etwas ändern. Im Rahmen dieser Problemstellung soll mithilfe des entwickelten Fragebogens die Existenz solcher Ungleichheitsfaktoren auf dem Arbeitsmarkt überprüft werden können, die Art und Weise mit der im Betrieb mit dieser Thematik umgegangen wird, sowie ein Instrument entwickelt werden, um deren Ursachen zu ergründen.
Geschlecht wird in der neueren Geschlechterforschung häufig als soziale Konstruktion betrachtet, also nicht als etwas, was Menschen sind, sondern als etwas, was sie tun. Es handelt sich demnach um eine kulturell produzierte Differenz, nicht um Unterschiede aufgrund biologischer Voraussetzungen (vgl. Engler 1999, S.107), die jedoch von den Beteiligten als natürlich fundierte, gegebene soziale Ordnung erfahren und legitimiert wird. Daher ist es bedeutsam zu untersuchen, wie im Alltag Geschlechterdifferenzen immer wieder reproduziert werden und wie wir als Akteure an dieser Herstellung beteiligt sind. Die Wahrnehmung der Leistungsbeurteilung wird beeinflusst durch in der Sozialisation ausgeprägte Sichtweisen vom anderen Geschlecht. Diese wahrnehmungsverzerrenden Geschlechterstereotype, können somit als wichtige Ursache für die Ungleichbehandlung der Geschlechter angesehen werden (vgl. Tondorf/Jochmann-Döll 2005, S.26). Das Vorhandensein solcher stereotypen Einstellungen bei den Akteuren als Ursache für die herrschenden Ungleichheiten soll mit dem Fragebogen überprüft werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Theorie
2. Methode
3. Ergebnisse
3.1. Deskriptive Statistiken, Schwierigkeiten und Verteilungen
3.2. Trennschärfe und Reliabilitäten
3.3. Faktorstrukturen, Dimensionalität und Validität
4. Fazit und Diskussion
5. Literatur
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, ob sich Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt empirisch nachweisen lassen und wie die betroffenen Akteure im Betrieb mit dieser Thematik umgehen. Im Fokus steht dabei die Operationalisierung durch einen Fragebogen, der sowohl strukturelle Barrieren als auch geschlechtsstereotype Denkmuster der Akteure erfasst, um Ursachen für ungleiche Karrieremöglichkeiten zu identifizieren.
- Empirische Analyse von Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt
- Konstruktion und Evaluation eines Fragebogens zur Erhebung von Einstellungen
- Untersuchung horizontaler und vertikaler Segregation
- Identifikation von Geschlechterstereotypen als Ursache für Ungleichbehandlung
- Analyse der Relevanz von Gleichstellungsmaßnahmen in Betrieben
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Theorie
Verliert in der heutigen Gesellschaft das traditionelle Modell der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und die Versorgerehe zunehmend an Relevanz und Attraktivität und haben sich die Geschlechterverhältnisse und Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert, hin zu einer Pluralität von Lebensformen (vgl. Stolz-Willig 2004, S.124), so zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt immer noch das Fortbestehen einer geschlechtshierarchisch strukturierten Arbeits- und Lebensordnung mit einen geschlechtspezifisch segregierten Arbeitsmarkt, sowie Einkommensbenachteiligungen und begrenzte Karrieremöglichkeiten erwerbstätiger Frauen.
Frauen leisten außerdem nach wie vor den Hauptteil der Familienarbeit, trotz zunehmender Erwerbsarbeit. Hieran konnten auch die Gleichberechtigungspolitik und die Frauenförderung mit ihren Gleichberechtigungsgesetzen und –richtlinien nur bedingt etwas ändern. Im Rahmen dieser Problemstellung soll mithilfe des entwickelten Fragebogens die Existenz solcher Ungleichheitsfaktoren auf dem Arbeitsmarkt überprüft werden können, die Art und Weise mit der im Betrieb mit dieser Thematik umgegangen wird, sowie ein Instrument entwickelt werden, um deren Ursachen zu ergründen.
Unter der sozialen Ungleichheit der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, sollen hier differente Zugangschancen zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten sozialen Gütern und Positionen verstanden werden, die zugleich mit ungleichen Macht-, Anerkennungs- und Interaktionsmöglichkeiten einhergehen und die die Lebenschancen von Individuen oder Gruppen relativ dauerhaft positiv oder negativ beeinflussen, d.h. zu strukturierter sozialer Ungleichheit führen (vgl. Gottschall 2000, S.23, nach Kreckel 1992, S.17).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Theorie: Das Kapitel führt in die Problematik der Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt ein und definiert zentrale Begriffe wie horizontale und vertikale Segregation sowie soziale Konstruktion von Geschlecht.
2. Methode: Hier wird die Erstellung und Durchführung der Befragung mittels eines Online-Fragebogens beschrieben sowie das Vorgehen bei der Operationalisierung der Items erläutert.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Daten, die Analyse der Trennschärfen und Reliabilitäten der Skalen sowie die durchgeführte Faktorenanalyse zur Überprüfung der Dimensionalität.
4. Fazit und Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Einschränkungen diskutiert und Vorschläge für zukünftige Forschungsarbeiten gemacht.
5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die im Text verwendeten Quellen auf.
Schlüsselwörter
Geschlechterungleichheit, Arbeitsmarkt, Geschlechterstereotype, Fragebogenkonstruktion, horizontale Segregation, vertikale Segregation, soziale Konstruktion, Gender-Pay-Gap, Führungspositionen, Gleichstellung, empirische Sozialforschung, Diskriminierung, Karriere, Arbeitswelt, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Geschlechterungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und wie diese durch Strukturen und stereotype Einstellungen in Betrieben reproduziert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die berufliche Segregation (horizontal und vertikal), die Rolle von Geschlechterstereotypen bei der Personalentscheidung und die Wirksamkeit von Gleichstellungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung eines Instruments, um die Existenz von Ungleichheitsfaktoren zu überprüfen und zu ergründen, inwiefern traditionelle Deutungsmuster bei den Akteuren weiterhin bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, basierend auf einer Online-Befragung (Fragebogen) und anschließender statistischer Datenanalyse (Deskriptive Statistik, Reliabilitätsanalyse, Faktorenanalyse).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Geschlechterverhältnisse, die methodische Vorgehensweise bei der Konstruktion des Fragebogens und die detaillierte statistische Auswertung der gewonnenen Datensätze.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Geschlechterungleichheit, Arbeitsmarkt, Geschlechterstereotype, Segregation und Fragebogenkonstruktion definieren.
Warum war die Stichprobe klein und homogen?
Die Stichprobe bestand hauptsächlich aus dem persönlichen Bekanntenkreis der Autorin, was zu einer hohen Homogenität bei Alter und Bildungsgrad führte und die Repräsentativität für die Gesamtbevölkerung einschränkt.
Warum wurde eine Faktorenanalyse durchgeführt?
Die Faktorenanalyse diente dazu, die interne Struktur der Skala „Geschlechterstereotype“ zu prüfen und zu validieren, ob die gewählten Items tatsächlich das zugrunde liegende theoretische Konstrukt messen.
Welche Rolle spielt die „soziale Konstruktion“ für die Untersuchung?
Die Autorin betrachtet Geschlecht nicht als biologisch determiniert, sondern als kulturell produziert, was bedeutet, dass im Alltag reproduzierte Verhaltensweisen und Einstellungen maßgeblich zur Entstehung von Ungleichheit beitragen.
- Arbeit zitieren
- Ricarda Albrecht (Autor:in), 2010, Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213730