Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Auswertung eines Interviews mithilfe der zusammenfassenden Inhaltsanalyse und dem Programm MAXQDA durchzuführen und die Ergebnisse darzulegen. Bei dem zugrunde liegenden Material handelt es sich um ein Interview von einem männlichen Schulleiter einer Berliner Gesamtschule. Das Interview wurde im Rahmen eines Projekts zur Auswirkung von Lernstandserhebungen auf die Arbeit von Lehrern und die Organisation von Schulen erhoben. Lernstandserhebungen sind dabei meist standardisierte Tests zu bestimmten Inhalten oder Unterrichtsfächern. Sie überprüfen Bildungsstandards und sollen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung auf Ebene der Einzelschule beitragen. Dabei kann es sich um Vergleichsarbeiten, wie etwa VERA, ein vergleichbarer Test, der in Berlin seit dem Schuljahr 2004/5 in verschiedenen Jahrgangsstufen durchgeführt wird oder um internationale Leistungsstudien wie PISA handeln (vgl. Bildungsserver Berlin-Bandenburg, 2012).
Die Schulen sollen mit den Lernstandserhebungen etwas über ihre gegenwärtige Situation erfahren und Zielvorhaben formulieren können. Das Leistungsniveau der Schüler sowie die Kontextfaktoren lassen sich so im Vergleich mit Anderen untersuchen. Vergleiche mit Parallelklassen, vergleichbaren Klassen und Schulen in Berlin, zu Standards oder Vorjahresergebnissen werden möglich.
Der Nutzen der Erhebungen hängt jedoch davon ab, wie die Schulen mit den rückgemeldeten Ergebnissen umgehen. Zum Umgang mit diesen auf Schul- und Unterrichtsebene liegen bisher wenig empirische Ergebnisse vor. Daher soll es Ziel dieser Arbeit sein, anhand des vorliegenden Interviews die Fragestellung: „Wie gehen die Lehrkräfte mit den statistischen Informationen aus den Lernstandserhebungen um?“
zu untersuchen.
Hierfür soll zunächst die verwendete Analysetechnik kurz dargelegt werden, bevor der genaue Ablauf dieser beschrieben wird, der zur Einwicklung eines Kategoriensystems führt. Dieses Kategoriensystem wird genauer vorgestellt, um anhand dessen nachfolgend die Kategorien mithilfe von Ankerbeispielen aus dem Interview auszuwerten und Antworten auf die Fragestellung zu finden. Abschließend soll ein Fazit hinsichtlich der Fragestellung und des Instruments der Lernstandserhebungen aus der Interviewauswertung gezogen werden und das Vorgehen kurz eingeschätzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verwendete Analysetechnik
3. Entwicklung des Kategoriensystems
4. Auswertung des Interviews
4.1 Praktischer Umgang mit Testergebnissen
4.2 Wahrgenommene Probleme mit den Testergebnissen
4.3 Wahrgenommenes Potential der Tests
4.4 Zu Beachten bei der Betrachtung der Testergebnisse
4.5 Verbesserungswünsche hinsichtlich Tests
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Umgang von Lehrkräften mit statistischen Daten aus Lernstandserhebungen zu analysieren und hierbei die Anwendbarkeit der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring unter Nutzung der Software MAXQDA zu demonstrieren.
- Methodische Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse auf ein Schulleiter-Interview.
- Untersuchung des praktischen Umgangs mit Testergebnissen im Schulalltag.
- Identifikation von wahrgenommenen Problemen und Potenzialen der Lernstandserhebungen.
- Analyse von Verbesserungswünschen zur effektiveren Datennutzung an Schulen.
Auszug aus dem Buch
4.1 Praktischer Umgang mit Testergebnissen
Um die Fragestellung des Umgangs der Lehrkräfte mit den statistischen Informationen aus den Lernstandserhebungen zu beantworten, wurde betrachtet, welche Äußerungen sich im Interview zum praktischen Umgang mit den Testergebnissen finden lassen. Diese Kategorie wurde über das gesamte Interview elf Mal vergeben. In elf Auswertungseinheiten wurde demnach durch den Schulleiter etwas zum praktischen Umgang mit den Testergebnissen geäußert. Diese Äußerungen wurden acht Unterkategorien zugeordnet, die insgesamt 14 Mal zugewiesen wurden.
Der Schulleiter gibt dabei an, grundsätzlich den statistischen Ergebnissen zu trauen und diesen offen gegenüber zu stehen: „Das ist vielleicht auch so der Mathematiker in mir, der sagt, ich vertraue auf Statistik und eben nicht nur denen, die ich selbst gefälscht habe, sondern ich vertraue auf solche Aussagen, dass sie höchst wahr sind. Ich habe da nicht solche Berührungsängste.“
Häufiger wird erwähnt, dass es im Umgang mit den Testergebnissen eine Kooperation und einen Austausch zwischen den Fachlehrern gibt. Es scheint ein wesentliches Vorgehen in der Schule zu sein, dass die Lehrer der Fachbereiche miteinander über sie betreffende Testergebnisse diskutieren und darauf basierende Entscheidungen treffen können. Die Betrachtung der Ergebnisse geschieht außerdem jahrgangsweise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit definiert, die Auswertung eines Schulleiter-Interviews zu Lernstandserhebungen vorzunehmen und der theoretische Kontext dieser Erhebungen erläutert.
2. Verwendete Analysetechnik: Dieses Kapitel führt in die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ein und begründet die Entscheidung für die zusammenfassende Inhaltsanalyse als methodisches Vorgehen.
3. Entwicklung des Kategoriensystems: Hier wird der Prozess der Kategorienbildung durch Paraphrasierung und Generalisierung im Programm MAXQDA detailliert beschrieben.
4. Auswertung des Interviews: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Analyse, unterteilt in fünf Hauptkategorien, die den Umgang, Probleme, Potenziale, Beachtenswertes und Verbesserungswünsche umfassen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Ergebnisse, den methodischen Prozess und den Unterstützungsbedarf der Schulen.
Schlüsselwörter
Lernstandserhebungen, Qualitative Inhaltsanalyse, MAXQDA, Schulleitung, Datenverarbeitung, Unterrichtsentwicklung, Testergebnisse, Bildungsstandards, Kategoriensystem, Schulentwicklung, Leistungsstudien, Kooperation, Lehrkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte an einer Berliner Gesamtschule die statistischen Informationen aus Lernstandserhebungen interpretieren und nutzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die praktische Handhabung der Testergebnisse, die Herausforderungen bei der Datenverarbeitung, das Potenzial für die Unterrichtsentwicklung sowie die Wünsche nach besserer Unterstützung durch die Schulverwaltung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung lautet: „Wie gehen die Lehrkräfte mit den statistischen Informationen aus den Lernstandserhebungen um?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewandt, wobei die Software MAXQDA zur Kategorienbildung und Textstrukturierung genutzt wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung des Kategoriensystems und die anschließende empirische Auswertung des Interviews anhand von fünf Hauptkategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lernstandserhebungen, qualitative Analyse, Schulentwicklung und Datenakzeptanz geprägt.
Warum betont der Schulleiter die Notwendigkeit von Kontextdaten?
Der Schulleiter argumentiert, dass Testergebnisse ohne die Einbeziehung der spezifischen Ausgangslage und Hintergrundfaktoren der Schülerschaft nicht aussagekräftig für die tatsächliche Qualität der Schule sind.
Welche Rolle spielt die Software MAXQDA in dieser Studie?
MAXQDA dient dazu, das umfangreiche Interviewmaterial durch Kodierung systematisch zu reduzieren, Kategorien zu verwalten und die Verteilung der Themen im Text visualisierbar zu machen.
- Citation du texte
- Ricarda Albrecht (Auteur), 2012, Techniken zur Auswertung eines Interviews: Die zusammenfassende Inhaltsanalyse und das Programm MAXQDA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213742