Seit Beginn der 90er Jahre gilt Prozessorientierung als unverzichtbare Maxime der Unternehmensgestaltung. Besonders in den letzten Jahre haben viele Unternehmen Maßnahmen zur verstärkten Ausrichtung an ihre Geschäftsprozesse initiiert. Die Veränderungen des wirtschaftlichen Umfeldes haben viele Unternehmen dazu gezwungen, ständig ihre Position am Markt zu überprüfen. Der zunehmenden Komplexität, resultierend bspw. aus Veränderung des Käuferverhaltens (Individualisierung des Nachfrageverhaltens) und der zunehmenden Wettbewerbsdynamik, kann nicht einfach durch zusätzliche Koordinationsmechanismen begegnet werden.1 Zum Erfolg führt vielmehr die Steigerung der Effizienz und innovativen Durchführung innerbetrieblicher Abläufe. Möglichkeiten für die Optimierung von innerbetrieblichen Abläufen, und damit Geschäftsprozessen, bestehen z.B. in der Durchführung von Prozessoptimierungs-Maßnahme, mit dem Resultat über effizientere Prozesse die Produktqualität und die Arbeitseffizienz zu steigern und damit nicht zuletzt die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Zusätzlich ist auch die Einführung und sich i.d.R. daran anschließende Zertifizierung eines Qualitätsmanagementsystems zu empfehlen, um bereits durch optimierte Abläufe sicherzustellen, dass bspw. der Ausstoß von fehlerhafter Ware in einem Unternehmen nahezu ausgeschlossen ist. Diese beiden Maßnahmen werden in der vorliegenden Arbeit vorgestellt, wobei ein Schwerpunkt auf dem Total Quality Management, also dem ganzheitlichen Qualitätsmanagement liegt. Außerdem werden die Zusammenhänge zwischen Qualitätsmanagement und Prozessoptimierung näher beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. PROZESSMANAGEMENT
2.1 DER PROZESSBEGRIFF – DEFINITION UND ABGRENZUNG
2.2 GESCHÄFTSPROZESSOPTIMIERUNG – DEFINITION UND ABGRENZUNG
2.2.1 Optimierungskriterien
2.2.2 Unterstützungstools zur GPO
2.2.3 Beispielhafte Geschäftsprozessoptimierung
2.3 BUSINESS REENGINEERING
3. QUALITÄTSMANAGEMENT
3.1 QUALITÄT – DEFINITION UND ABGRENZUNG
3.2 QUALITÄTSREGELKREISE
3.3 ZERTIFIZIERUNG NACH DIN EN ISO 9000 BZW. DIN EN ISO 9000:2000
3.4 TOTAL QUALITY MANAGEMENT
3.4.1 Total Quality Management – Definition und Abgrenzung
3.4.2 Ziele einer TQM-Einführung
3.4.3 Risiken einer TQM-Einführung
4. INTEGRATION VON PROZESSMANAGEMENT UND TQM
4.1 PROZESSORIENTIERUNG ALS ASPEKT DES QUALITÄTSMANAGEMENT
4.2 PROZESSORIENTIERTE TQM EINFÜHRUNG
4.2.1 Phase 1: Projektorganisation
4.2.2 Phase 2: Prozessoptimierung
4.2.3 Phase 3: Qualitätsmanagement-Dokumentation
4.2.4 Phase 4: Auditierung und Zertifizierung
5. FAZIT
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die enge Verknüpfung von Geschäftsprozessmanagement und Total Quality Management (TQM) als zentrale Erfolgsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine prozessorientierte Gestaltung und eine konsequente Qualitätsstrategie die Effizienz und Produktqualität gesteigert sowie Prozesse nachhaltig optimiert werden können.
- Grundlagen des Prozessmanagements und der Prozessoptimierung
- Methoden und Ansätze des Total Quality Managements (TQM)
- Integration von Prozessorientierung in das Qualitätsmanagement
- Vorgehensmodelle zur prozessorientierten Einführung von QM-Systemen
- Anwendung von Unterstützungstools wie ARIS bei der Prozessmodellierung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Optimierungskriterien
Die Geschäftsprozesse eines Unternehmens sind im Hinblick auf den Kundennutzen zu optimieren. Dabei wird die Güte dieser betrieblichen Abläufe im Wesentlichen durch drei Dimensionen bestimmt (vgl. Abb. 2):
1. Kosten
Die Kosten von Abläufen sind für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ein entscheidender Aspekt. So kann der Kostenführer einer bestimmten Branche z.B. das allgemeine Marktpreisniveau zum Nachteil der Konkurrenz senken und dadurch den Kundennutzen steigern.
2. Zeit
Im Hinblick auf den Kundennutzen kann die für den betrieblichen Ablauf benötigte Zeit ein wichtiges Differenzierungsmerkmal sein. Maßgeblich für eine höhere Effektivität sind beispielsweise kürzere Produktlieferzeiten oder auch schnellere Entwicklung und Markteinführung.
3. Qualität
Weiterhin wird der Kundennutzen signifikant von der Qualität des Ablaufes bestimmt. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Höhe der Prozesssicherheit, die hierbei ausdrückt, inwieweit Prozesse reibungslos ablaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Notwendigkeit von Prozessorientierung und Qualitätsmanagement als Reaktion auf zunehmende Marktdynamik und Komplexität.
2. PROZESSMANAGEMENT: Klärung des Prozessbegriffs sowie Darstellung von Methoden und Tools zur Geschäftsprozessoptimierung, inklusive radikaler Ansätze wie Business Reengineering.
3. QUALITÄTSMANAGEMENT: Analyse verschiedener Qualitätsbegriffe, Vorstellung von Regelkreisen und der TQM-Philosophie als umfassendes Managementkonzept zur Kundenzufriedenheit.
4. INTEGRATION VON PROZESSMANAGEMENT UND TQM: Erläuterung der Verbindung beider Disziplinen und eines konkreten Vorgehensmodells zur Einführung eines prozessorientierten Qualitätsmanagementsystems.
5. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung, dass Prozessmanagement und TQM wesentliche, eng miteinander verwandte Grundlagen für den nachhaltigen Unternehmenserfolg darstellen.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Total Quality Management, TQM, Prozessoptimierung, Prozessorientierung, Business Reengineering, Qualitätsmanagement, ARIS, DIN EN ISO 9000, Effizienzsteigerung, Kundenzufriedenheit, Prozessmodellierung, Unternehmensführung, Prozesssicherheit, Prozessdokumentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Relevanz von Prozessmanagement und Total Quality Management (TQM) zur Steigerung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Geschäftsprozessen, Methoden der Prozessoptimierung, dem Qualitätsmanagement gemäß ISO-Normen sowie der Integration dieser Bereiche in ein prozessorientiertes Managementsystem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine gezielte Prozessgestaltung und TQM-Ansätze ihre Effizienz steigern und eine fehlerfreie Leistungserstellung sicherstellen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung, die durch Literaturanalysen gestützt wird und Methoden wie die Prozessmodellierung mit ARIS sowie Vorgehensmodelle zur TQM-Einführung präsentiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Prozessmanagement (inkl. Reengineering), Grundlagen des Qualitätsmanagements und deren Zusammenführung in einer prozessorientierten TQM-Einführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Geschäftsprozessmanagement, TQM, Prozessoptimierung, ISO 9000, Prozessmodellierung und Kundenzufriedenheit.
Was ist das „ARIS Haus“ und welche Rolle spielt es?
Das ARIS Haus stellt einen Ordnungsrahmen zur Sichtenintegration dar, der hilft, die Komplexität von Prozessmodellen durch verschiedene Sichten (Prozess-, Organisations-, Daten-, Funktions- und Leistungssicht) zu reduzieren.
Warum scheitern viele Business Reengineering-Maßnahmen?
Häufige Gründe für das Scheitern sind überforderte Mitarbeiter, mangelnde Bereitschaft zur Anpassung an veränderte Strukturen und die Komplexität der Umsetzung anstrengender organisatorischer Umgestaltungen.
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- Martin Wienand (Author), 2003, Geschäftsprozessmanagement und Total Quality Management in heterogenen Systemlandschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21387