Das Weltklima ist im Wandel und das Ansteigen der globalen Temperaturen wirkt sich schon heute auf das Wettergeschehen auf. Der Meeresspiegel steigt und die Frequenz und Intensität der Extremwetterereignisse nimmt zu. Auch wenn alle Treibhausgasemissionen heute gestoppt würden, würden die in der Vergangenheit emittierten Treibhausgase den Klimawandel noch für die weiteren 30-40 Jahre vorantreiben (Defra, 2010).
In der heutigen Öffentlichkeit geht es vor allem um die Vermeidung des Klimawandels bzw. den Versuch seiner Minderung. Jedoch gibt es bereits Auswirkungen und es wird unvermeidbar zu weiteren Folgen der Klimaveränderung kommen. Auf genau diese unvermeidbaren und prognostizierten Folgen des Klimawandels, ob natürlich oder anthropogen verursacht, kann der Mensch mit Anpassung (Adaption) reagieren. Aufgrund der Komplexität dieses Themas, wurde es lange vernachlässigt. Als Querschnittsthema sind auch Bereiche betroffen, welche sich zuvor kaum mit den Folgen der Klimaveränderung beschäftigten (IFOK GmbH, 2009).
Diese Arbeit soll sich mit den Strategien der Adaption befassen. Zusätzlich werden zwei Fallbeispiele näher beleuchtet. Zum einen der Skitourismus in den Alpen und zum anderen der Weinbau. Geographisch beschränkt sich diese Arbeit auf den deutschsprachigen Raum.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
2.1 Geschichte der Anpassungstheorien
2.2 Praktische Anpassungsmaßnahmen
3 Theoretischer Überblick: Mitigation, Adaption, Vulnerabilität, Kapazität
4 Adaption oder Mitigation?
5 Interaktion zwischen Mitigation und Adaption
6 Unterschiede der Anpassungsstrategien von Entwicklungsländern und Industrieländern
7 Merkmale und Erfolgsfaktoren für Strategien zur Anpassung an den Klimawandel
8 Kosten der Anpassung
9 Sektoren, in denen Anpassung an den Klimawandel notwendig ist
10 Erstes Fallbeispiel (Landwirtschaft): Anpassung des Weinbaus an den Klimawandel
10.1 Hintergrund
10.2 Anpassungsstrategien
10.3 Konkrete Anpassungsmaßnahmen
10.4 Positive Aspekte des Klimawandels für den Weinbau
11 Zweites Fallbeispiel (Tourismus): Anpassung des Skitourismus in den Alpen
11.1 Hintergrund
11.2 Anpassungsstrategien und Maßnahmen
12 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert Strategien der Adaption an den Klimawandel im deutschsprachigen Raum, wobei der Fokus auf der theoretischen Einordnung sowie der praktischen Anwendung in den Sektoren Landwirtschaft und Tourismus liegt, um Handlungsoptionen aufzuzeigen.
- Grundlagen von Mitigation und Adaption
- Erfolgsfaktoren für Anpassungsstrategien
- Kosten und ökonomische Herausforderungen der Anpassung
- Fallstudie: Klimaanpassung im Weinbau
- Fallstudie: Strategien zur Anpassung des alpinen Skitourismus
Auszug aus dem Buch
10.1 Hintergrund
„Die Landwirtschaft ist einer der am meisten dem Klima ausgesetzten Wirtschaftsbereiche.“ (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Institut für Gesellschaftspolitik München, 2010)
Die Auswirkung des Klimawandels speziell auf den Weinbau sind vielfältig. Nicht nur der Temperaturanstieg von 2°C in den nächsten 50 Jahren, sondern vor allem die Änderungen des hydrologischen Kreislaufes, welcher sich immer schneller vollzieht, werden sich drastisch auswirken. Obwohl eine große Unsicherheit in den Prognosen besteht, ist die Tendenz eindeutig, dass es mehr Winterniederschläge bei gleichzeitig trockeneren Sommern geben wird. Außerdem werden Extremereignisse häufiger und intensiver. Welche Veränderungen würde der Weinbau durch die Folgen des Klimawandels erfahren? Dass das Risiko für die Eisweinproduktion steigen wird, ist wohl das geringste Übel. Die phänologische Entwicklung würde 15 Tage früher beginnen und auch die Lesereife wäre drei Wochen eher als üblich. Zu hohe Temperaturen bei der Lese führen zu mehr Fäulnis und Essigstich. Außerdem sind die Reben im Sommer vermehrt Hitze- und Trockenstress ausgesetzt. Schaderreger wie Zikaden oder der Escapilz wandern nordwärts. Die Zunahme ihrer Populationsdichte erhöht den Befallsdruck. Die zunehmenden Winterniederschläge und sommerliche Extremereignisse erhöhen das Erosionsrisiko und die Nitratauswaschung. Erwartet werden ebenfalls Veränderungen der Inhaltsstoffe in den Beeren und damit einhergehend eine Veränderung von Weinaromen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auswirkungen sowohl positive als auch negative Rückkopplungen erzeugen werden. Jedoch ist allgemein mit höheren Ertrags u. Qualitätsschwankungen zu rechnen, was die Winzer einem höheren ökonomischen Risiko aussetzt. Obwohl das Ausmaß derzeit noch nicht vollständig erfasst werden kann, bewertet Hoppmann die Auswirkungen des Klimawandels für den Weinbau insgesamt negativ. Weitere gefährdende Faktoren sind die Zunahme der UV-B-Strahlung und die Belastung mit bodennahem Ozon. Die Reben würden sich den neuen thermischen Bedingungen zwar anpassen, allerdings dürfte die Temperaturerhöhung pro Jahrzehnt höchstens 0,1°C betragen (Hoppmann, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Unausweichlichkeit des Klimawandels dar und definiert die Zielsetzung, Strategien der Adaption sowie zwei spezifische Fallbeispiele zu untersuchen.
2 Historischer Überblick: Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung der Anpassungstheorien von der Lamarckschen aktiven bis zur Darwinschen passiven Anpassung und führt zur modernen Klimarahmenkonvention.
3 Theoretischer Überblick: Mitigation, Adaption, Vulnerabilität, Kapazität: Es werden die zentralen Fachbegriffe für den Klimadiskurs definiert, um die theoretische Basis für die nachfolgende Analyse der Anpassungsstrategien zu schaffen.
4 Adaption oder Mitigation?: Hier wird das Spannungsfeld zwischen Verminderung des Klimawandels und notwendiger Anpassung diskutiert, wobei beide Ansätze als komplementär bewertet werden.
5 Interaktion zwischen Mitigation und Adaption: Das Kapitel untersucht die Wechselbeziehungen und potenziellen Synergien sowie Konflikte zwischen Verminderungs- und Anpassungsmaßnahmen auf verschiedenen Entscheidungsebenen.
6 Unterschiede der Anpassungsstrategien von Entwicklungsländern und Industrieländern: Es werden die unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Ausgangslagen sowie die Barrieren bei der Umsetzung von Anpassungsstrategien gegenübergestellt.
7 Merkmale und Erfolgsfaktoren für Strategien zur Anpassung an den Klimawandel: Basierend auf der IFOK GmbH werden fünf Merkmale und zehn Erfolgsfaktoren für eine gelungene Klimaanpassung identifiziert.
8 Kosten der Anpassung: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen bei der Prognose von Anpassungskosten und die Notwendigkeit frühzeitiger Investitionen.
9 Sektoren, in denen Anpassung an den Klimawandel notwendig ist: Eine Übersicht zeigt die Vielfalt der betroffenen Bereiche wie Wasserressourcen, Nahrungsmittelproduktion, Gesundheit und Naturschutz.
10 Erstes Fallbeispiel (Landwirtschaft): Anpassung des Weinbaus an den Klimawandel: Das Kapitel analysiert die spezifischen Auswirkungen auf den Weinbau und stellt wissenschaftliche Anpassungsstrategien und Maßnahmen vor.
11 Zweites Fallbeispiel (Tourismus): Anpassung des Skitourismus in den Alpen: Es wird die Bedrohung der Schneesicherheit durch den Klimawandel beleuchtet und Anpassungsoptionen wie technische Beschneiung sowie die Diversifizierung hin zum Ganzjahrestourismus diskutiert.
12 Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit, Anpassung als umfassenden und kontinuierlichen Prozess zu verstehen, um künftigen Verwundbarkeiten erfolgreich zu begegnen.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Anpassungsstrategien, Adaption, Mitigation, Vulnerabilität, Anpassungskapazität, Weinbau, Skitourismus, Nachhaltigkeit, Klimaszenarien, Risikomanagement, Alpenraum, Umweltschutz, Klimafolgenforschung, Landwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema der Anpassung an den unvermeidbaren Klimawandel im deutschsprachigen Raum und analysiert Strategien, mit denen menschliche Systeme auf Klimaveränderungen reagieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Abgrenzung von Anpassung und Verminderung, die ökonomischen Kosten der Anpassung sowie konkrete Handlungsstrategien in den Sektoren Landwirtschaft und Tourismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für Strategien zur Schadensminderung und Chancennutzung im Kontext des Klimawandels zu schaffen und anhand von Fallbeispielen praktische Anpassungsoptionen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Klimafolgenforschung, die Auswertung von Szenarien (z.B. Huglin-Index) und die Betrachtung von Fallstudien zur praktischen Umsetzbarkeit von Anpassungsmaßnahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick über die Begriffe der Klimaanpassung und eine detaillierte Analyse der Anpassungsstrategien im Weinbau sowie im alpinen Tourismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Klimawandel, Adaption, Mitigation, Vulnerabilität, Weinbau, Skitourismus, Anpassungskapazität und Nachhaltigkeit.
Wie wirkt sich der Klimawandel konkret auf den Weinbau aus?
Die Auswirkungen reichen von veränderten phänologischen Entwicklungsphasen und steigenden Risiken durch Hitze- und Trockenstress bis hin zu potenziellen Standortverschiebungen der Rebsortenanbaugebiete.
Was sind die Hauptstrategien im alpinen Skitourismus zur Klimaanpassung?
Die Strategien reichen von kurzfristiger technischer Beschneiung und Pistenoptimierung bis hin zur langfristigen, notwendigen Diversifizierung des touristischen Angebots in Richtung eines Ganzjahrestourismus.
- Quote paper
- Matthias Breuer (Author), 2011, Anpassungsstrategien an den Klimawandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214049