Im Briefwechsel über das Trauerspiel und später in der Hamburgischen Dramaturgie unternimmt Lessing den Versuch, Aristoteles neu zu interpretieren und konzipiert in diesem Zusammenhang Schritt für Schritt seine eigene Wirkungslehre. Für seine Argumentation bemächtigt er sich dazu der aristotelischen Werke Poetik und Rhetorik.
Inhalt
I. Einleitung
II. Briefwechsel über das Trauerspiel
II.1 Der Mitleidsbegriff
II.2 Schrecken oder Furcht?
III. Exkurs: Pierre Corneille
IV. Hamburgische Dramaturgie
IV.1 Vom Schrecken zur Furcht
IV.2 Die Katharsis: Der Zusammenhang von eleos und phobos
IV.3 Der tragische Held
V. Zusammenfassung
VI. Literatur
Häufig gestellte Fragen
Wie interpretiert Lessing Aristoteles' Begriffe „eleos“ und „phobos“?
Lessing übersetzt diese als Mitleid und Furcht. Er argumentiert, dass die Tragödie Mitleid erregen soll, wobei die Furcht das auf uns selbst bezogene Mitleid ist.
Was ist der Unterschied zwischen Schrecken und Furcht bei Lessing?
Während Schrecken eine plötzliche, oft oberflächliche Reaktion auf ein furchtbares Ereignis ist, ist die Furcht die nachhaltige Erkenntnis, dass uns das gleiche Schicksal wie den Helden treffen könnte.
Welches Ziel verfolgt Lessings Wirkungslehre?
Ziel ist die moralische Besserung des Zuschauers durch die Reinigung (Katharsis) der Leidenschaften, indem er lernt, Mitleid mit seinen Mitmenschen zu empfinden.
Warum kritisiert Lessing Pierre Corneille?
Lessing wirft Corneille vor, die aristotelischen Regeln falsch verstanden zu haben und durch die Darstellung von Bewunderung statt Mitleid die eigentliche Wirkung der Tragödie zu verfehlen.
Was kennzeichnet den tragischen Helden nach Lessing?
Der Held darf weder vollkommen gut noch völlig böse sein. Er muss uns „von gleichem Schrot und Korn“ sein, damit wir echtes Mitleid und Furcht empfinden können.
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- Bastian Keller (Author), 2012, Schrecken und Mitleid oder Furcht und Mitleid? Das Trauerspielkonzept von Gotthold Ephraim Lessing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214104