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Die Ära Ulbricht. Biomacht und Gesellschaftsstruktur

Título: Die Ära Ulbricht. Biomacht und Gesellschaftsstruktur

Trabajo Escrito , 2013 , 24 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Marina Ehrngruber (Autor)

Ciencias Culturales - Europa
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Für das Modul Interkulturelle Studien im B.A. Kulturwissenschaften wollte ich mich mit dem Thema Biomacht und Biopolitik am Beispiel der Deutschen Demokratischen Republik auseinandersetzen. Der Begriff der Biomacht wurde vom französischen Historiker und Philosophen Michel Foucault eingeführt und bezeichnet eine Machttechnik, die sich nicht auf die einzelne Person, sondern auf die gesamte Bevölkerung konzentriert. Das Ziel der Biopolitik ist die Regulierung der Bevölkerung eines Staates, indem sie in die Geburten- und Sterblichkeitsraten, das Gesundheitsniveau, die Wohnverhältnisse u.ä. eingreift. Neben der Theorie zur Macht und Biomacht von Michel Foucault werden ebenso der Literaturwissenschaftler Michael Hardt und der Philosoph Antonio Negri in die Thematik miteinbezogen.
Anfangs wird sich der Frage der Entstehung und des Ursprungs der Biomacht im Sinne von Foucault gewidmet. Hier soll der Wandel von der Disziplinarmacht zur Biomacht und zudem die Entwicklung der Biopolitik im Sozialismus aufgezeigt werden.
Anschließend wird uns im dritten Kapitel ein kurzer Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR gegeben.
Das vierte Kapitel widmet sich den Techniken und Anwendungsgebieten der Biomacht im wirtschaftlichen Sektor unter der Regierung von Walter Ulbricht. Die darauffolgenden Unterpunkte zeigen auf, wie die Biopolitik „von oben“ auf die arbeitende Bevölkerung einwirkte und welche Maßnahmen die Sozialistische Einheitspartei in den einzelnen Sektoren einsetzte. In weiterer Folge soll geklärt werden, inwieweit die Biopolitik der DDR imstande war eine politisch homogene, sozialistische Gesellschaft von Erwerbstätigen zu erschaffen. Waren im sozialistischen Arbeiter und Bauernstaat wirklich alle gleich? Inwieweit konnte man sich als Einzelner den Verhaltenserwartungen der (Bio-)Politik der DDR entziehen und seinen persönlichen Weg gehen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprung und Entstehung der Biomacht

2.1. Von der Disziplinarmacht zur Biomacht

2.2. Sozialismus und Biopolitik

3. Wirtschaftliche Ausgangssituation in der SBZ/DDR nach dem Zweiten Weltkrieg

4. Homogenisierung der Bevölkerung durch die Biopolitik im wirtschaftlichen Sektor in der Ära Ulbricht

4.1. Biopolitik in der Landwirtschaft

4.2. Biopolitik im industriellen Sektor

4.3. Biopolitik im Dienstleistungssektor

5. Der Ausnahmezustand, Bau der Berliner Mauer

6. Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtstrukturen in der DDR unter der Ära Walter Ulbricht anhand der theoretischen Konzepte von Michel Foucault sowie Michael Hardt und Antonio Negri. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Biomacht und biopolitische Maßnahmen eingesetzt wurden, um die Bevölkerung in wirtschaftlichen Sektoren zu homogenisieren und eine sozialistische Gesellschaft zu formen, und ob dies tatsächlich zu einer vollständigen Disziplinierung führte.

  • Theoretische Fundierung der Begriffe Biomacht, Disziplinarmacht und Biopolitik.
  • Analyse der wirtschaftlichen Transformation in der SBZ/DDR nach 1945.
  • Untersuchung biopolitischer Einwirkungen in der Landwirtschaft, Industrie und im Dienstleistungssektor.
  • Diskussion des Bau der Berliner Mauer als biopolitisches Instrument des Ausnahmezustands.
  • Reflexion über Widerstandsmöglichkeiten und die passive Stärke der Bevölkerung innerhalb des Systems.

Auszug aus dem Buch

4.1 Biopolitik in der Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft beschlossen die Sowjets am 29. August 1945 die vollständige Enteignung aller Kriegsverbrecher und jedes Großgrundbesitzers, der über einhundert Hektar Land besaß. Unter der Propaganda „Junkerland in Bauernhand“ wurden so 3,3 Millionen Hektar Land beschlagnahmt und davon 2,2 Millionen an rund 500.000 Landarbeiter, Kleinlandwirte und Heimatvertriebene abgegeben. Die restlichen 1,1 Millionen Hektar eignete sich der Ostdeutsche Staat selbst an. Die verteilten Bodenflächen an die Kleinbauern waren jedoch oft zu klein, um rentabel sein zu können und eine Familie zu ernähren.

Auf der II. Parteikonferenz im Juli 1952 sicherte sich die SED ihre umfassende Entscheidungsgewalt innerhalb der DDR personell wie inhaltlich weiter ab. Industrie, Handel, sowie die bis dahin privaten Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe wurden einer noch strafferen Steuerung und Kontrolle „von oben“ unterworfen. Im landwirtschaftlichen Sektor wurde nach sowjetischem Vorbild die Planwirtschaft eingeführt und die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet. Die LPG sollte den Anschein eines „freiwilligen“ Zusammenschlusses von Bauern zu einer Genossenschaft erwecken.

Funktionäre und Genossen wurden über das ganze Land geschickt, um die Bauern zu einem Eintritt in die LPG zu bewegen. Am leichtesten gelang dies noch bei Neubauern, die durch die Bodenreform nur wenige Hektar Land zugewiesen bekommen hatten und oftmals durch fehlende Erfahrungen mit der Bewirtschaftung des Bodens überfordert waren. Der Eintritt in die LPG wurde darüber hinaus durch niedrigere Abgabenormen schmackhaft gemacht. Ebenso durfte die Viehhaltung weiterhin in den eigenen Ställen und auf den eigenen Feldern erfolgen. Somit stellte man zunächst nur den Acker- und Feldbau unter die kollektive Nutzung. Ebenso konnten sich die Bauern, die in die LPG eintraten, die Landmaschinen der MTS zu bevorteilten Konditionen ausleihen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Forschungsfrage zum Thema Biomacht in der DDR und stellt die theoretische Grundlage durch Foucault, Hardt und Negri vor.

2. Ursprung und Entstehung der Biomacht: Dieses Kapitel definiert die Konzepte der souveränen, Disziplinar- und Biomacht und überträgt die Theorie des Sozialrassismus auf sozialistische Staaten.

3. Wirtschaftliche Ausgangssituation in der SBZ/DDR nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Text beschreibt die schwierigen Nachkriegsjahre, die Demontagepolitik und die darauf folgende sozialistische Umgestaltung der Wirtschaft.

4. Homogenisierung der Bevölkerung durch die Biopolitik im wirtschaftlichen Sektor in der Ära Ulbricht: Hier wird die Wirkung der Biopolitik in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungssektor unter Ulbricht analysiert.

5. Der Ausnahmezustand, Bau der Berliner Mauer: Das Kapitel thematisiert den Mauerbau als Instrument, um die Bevölkerung einzuschließen und die Abwanderung zu stoppen.

6. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der umfassenden Machtansprüche der SED, die Bevölkerung dennoch Räume für autonomes Verhalten behielt.

Schlüsselwörter

Biomacht, Biopolitik, DDR, Michel Foucault, SED, Planwirtschaft, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG, Disziplinarmacht, Berliner Mauer, Sozialismus, Rassismus, Normalisierungsgesellschaft, Widerstand, Überwachung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das SED-Regime in der DDR unter Walter Ulbricht mithilfe biopolitischer Instrumente versuchte, die Bevölkerung zu steuern, zu homogenisieren und ein sozialistisches Gesellschaftsbild zu etablieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Macht nach Foucault, die Transformation der DDR-Wirtschaft, die Kollektivierung der Landwirtschaft, die industrielle Arbeitswelt sowie die politische Funktion der Berliner Mauer.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Biopolitik der DDR in der Lage war, eine politisch homogene sozialistische Gesellschaft zu formen, und wie sich Einzelne diesen Erwartungen entziehen konnten.

Welche theoretische Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine machttheoretische Analyse durchgeführt, basierend auf den Schriften von Michel Foucault (Biomacht, Disziplinarmacht) sowie auf gesellschaftstheoretischen Ansätzen von Michael Hardt und Antonio Negri.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die praktische Anwendung der Biomacht in verschiedenen Wirtschaftssektoren (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistung) und beleuchtet den Bau der Berliner Mauer als biopolitischen Ausnahmezustand.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Biomacht, Biopolitik, Disziplinarmacht, Planwirtschaft, SED, Kollektivierung, Mauerbau und Normalisierungsgesellschaft.

Wie bewertet die Autorin die Wirksamkeit der sozialistischen Erziehung in der DDR?

Die Autorin stellt fest, dass die SED zwar versuchte, mittels der Schule einen „sozialistischen Idealtyp“ zu formen, die Macht aber an Grenzen stieß, da sie nicht als absolut repressiv wahrgenommen wurde, sondern den Menschen auch Freiräume ließ.

Was bedeutet das Beispiel der LPG für die Untersuchung?

Die LPG dient als Fallbeispiel für die „indirekte Enteignung“ und zeigt auf, wie Bauern durch Drohungen zur Kollektivierung gezwungen wurden, aber dennoch verschiedene Strategien entwickelten, um sich mit dem System zu arrangieren oder zu widersetzen.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Ära Ulbricht. Biomacht und Gesellschaftsstruktur
Universidad
University of Hagen  (Kulturwissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Marina Ehrngruber (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
24
No. de catálogo
V214918
ISBN (Ebook)
9783656431312
ISBN (Libro)
9783656432739
Idioma
Alemán
Etiqueta
ulbricht biomacht gesellschaftsstruktur eine analyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marina Ehrngruber (Autor), 2013, Die Ära Ulbricht. Biomacht und Gesellschaftsstruktur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214918
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