Verbale Quantifikation in der Sprachgeschichte des Deutschen

Gotisch und Althochdeutsch - Die Kategorie des Aspekts im Vergleich


Seminararbeit, 2013

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Aspekt im Gotischen
2.2 Aspekt im Althochdeutschen

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen der Proseminar-Arbeit zum Titel „Numerus und Zählbarkeit“ wurde das Thema „Verbale Quantifikation in der Sprachgeschichte des Deutschen“ ausgesucht. Im vorangegangenen Referat wurde jeweils ein Abriss der einzelnen sprachgeschichtlichen Entwicklungen dargestellt, die Kategorie des Aspekts im allgemeinen sowie im Gotischen, Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen, Neuhochdeutschen bis hin zur Gegenwarts-sprache, wo diese Kategorie nur noch im Partizip II ausgedrückt wird, allerdings keine Kategorie des Aspekts mehr erkennbar ist. Da es sich hierbei allerdings um ein sehr umfassendes Thema handelt und die jeweilige Darstellung der sprachlichen Entwicklung mit dem geplanten Ausmaß dieser Arbeit nicht konform geht, wurde das Thema dieser Arbeit begrenzt auf „Gotisch und Althochdeutsch - Die Kategorie des Aspekts im Vergleich“. Im Fokus stehen zwei Arbeiten zu diesem Thema, die einleitend im Hauptteil vorgestellt werden. Im Hauptteil selbst wird sowohl Forschungsstand, Problematik desselben sowie die Erläuterung einer Kategorie des Aspekts im Gotischen sowie im Althochdeutsch getrennt voneinander dargestellt. Im Kapitel über das Gotische wird vor allem die Arbeit von Leiss, Elisabeth (2000): Artikel und Aspekt. Die grammatischen Muster von Definitheit. behandelt sowie am Rande einige andere Arbeiten, die Elisabeth Leiss in ihrer Forschung hervorhebt. Im Kapitel über das Althochdeutsch wird die Forschung von Elisabeth Leiss der von Silvia Kirova eingereichten Dissertation: Kirova, Silvia (2000): Das althochdeutsche Verbalsystem: Grundzüge und Weiterentwicklung: Aspekt. gegenübergestellt. Wobei markante Unterschiede herausgearbeitet werden sollen umso erneut die Schwierigkeit in der Forschung darzustellen. Im letzten Kapitel wird das Gotische selbst dem Althochdeutschen gegenübergestellt, um aufzuzeigen, ob und welche Änderungen sich ergeben haben. Schlussendlich werden die einzelnen Betrachtungen zusammengefasst.

Diese Arbeit befasst sich mit keiner eigenen Forschungsfrage. Es werden lediglich bereits gewonnene Erkenntnisse dargestellt, wobei in der Zusammenfassung eine eigene Meinung anhand der Argumentation gebildet werden soll. Das Ziel ist es einen Einblick in das Aspektsystem im Gotischen sowie im Althochdeutschen zu geben bzw. darzustellen welche Veränderungen zwischen diesen beiden Sprachstufen erkennbar ist.

2. Hauptteil

Im Hauptteil dieser Arbeit soll nun die grammatische Kategorie des Aspekts im Gotischen als auch im Althochdeutschen näher beleuchtet werden, basierend auf zwei bereits erwähnten Arbeiten. Zum einen Leiss, Elisabeth (2000): Artikel und Aspekt. Die grammatischen Muster von Definitheit. sowie Kirova, Silvia (2000): Das althochdeutsche Verbalsystem: Grundzüge und Weiterentwicklung: Aspekt. Wenn nichts anderes genannt, wird Bezug auf diese beiden Arbeiten genommen. Auch wenn gelegentlich im Rahmen des Vergleiches bzw. Erläuterung des Forschungsstandes erwähnt, liegt der Fokus dieser Arbeit auf der Kategorie des Aspekts und nicht auf der Entstehung des Artikels, obwohl dieser sich hauptverantwortlich zeichnet für ein sich auflösendes Aspektsystem. Jedoch würde die Betrachtung, beider Kategorien und dazu der Vergleich der beiden oben genannten Arbeiten, den Umfang und auch den zeitlichen Rahmen dieser Arbeit sprengen. Daher sei der Artikel am Rande genannt, jedoch kein Hauptakteur dieser Arbeit.

2.1 Aspekt im Gotischen

Seit dem Erscheinen von Streitbergs Arbeit „Perfective und imperfective Actionsart im Germanischen“ (1891) ist die Frage, ob das Gotische eine Aspektkategorie aufzuweisen hat, umstritten (Leiss 1992:54). Die Schwierigkeit in der Forschung zu Aspekt (und Artikel), liegt bei der kontroversen Betrachtung der einzelnen Kombinationen. So ist auch der Forschungsstand ein sehr unsteter, je nachdem welche der zahlreichen Arbeiten betrachtet werden. Fakt ist: Der definite Artikel hat sich in allen germanischen Sprachen herausgebildet (Leiss 2000:114). Da diese Entwicklung mit dem Zusammenbrechen eines ursprünglich intakten Aspektsystems im Altisländischen zusammenhängt, ist es nach Leiss obligatorisch sich dies auch im Gotischen näher anzusehen, da es die einzige überlieferte germanische Sprache ist. Hierfür listet Leiss die bereits untersuchten Kombinationen auf: Vorhandensein von Artikel und Aspekt (W. Krause 1953/1968), Fehlen sowohl des Artikels als auch des Aspekts (W.P. Lehmann 1994) sowie Vorhandensein von Aspekt, aber nicht des Artikels (Streitberg 1910). Die vierte mögliche Kombination, nämlich Fehlen des Aspekts, aber Vorhandensein des Artikels würde laut Leiss nie formuliert werden, denn bei der bloßen Konfrontation mit gotischen Texten wird klar, dass es eine vorhandene Kategorie des Aspekts gibt, ganz gleich welche Maßstäbe für eine grammatische Kategorie ansetzt (Leiss 2000:115).

Ausschlaggebend für die regelmäßig erschienen Arbeiten und dessen Kontroverse ist die Entdeckung des Verbalpräfixes ga- [1] als Mittel zur Perfektivierung. Die Meinungen gehen hierbei auseinander, da die einen ga- als morphologisches Mittel zur Bildung des Verbalaspektes betrachten, die anderen sprechen dem Gotischen die Kategorie des Aspekts ab. Allerdings wird die perfektivierende Funktion von ga- nicht mehr bestritten. Diskutiert wird lediglich der Umstand, ob das Gotische überhaupt über genügend Aspektpaare verfügt, um überhaupt eine solche Kategorie anzusetzen, da nur ein stark begrenzter Textkorpus überliefert ist (Leiss 2000:120).

[...]


[1] Ga- ist das semantisch leerste Präfix im Gotischen. Ursprünglich war die Bedeutung von ga- ‚zusammen‘, wie bei den Wortbildungen von Ge- plus Substantiv noch heute deutlich ist (Gehirn als Gesamtheit des Hirns, Gewässer etc.) (Leiss 1992:62).

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Verbale Quantifikation in der Sprachgeschichte des Deutschen
Untertitel
Gotisch und Althochdeutsch - Die Kategorie des Aspekts im Vergleich
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Veranstaltung
PS Sprachwissenschaft: Numerus & Zählbarkeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V215106
ISBN (eBook)
9783656428077
ISBN (Buch)
9783656438045
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verbale, quantifikation, sprachgeschichte, deutschen, gotisch, althochdeutsch, kategorie, aspekts, vergleich
Arbeit zitieren
Daniela Ammann (Autor), 2013, Verbale Quantifikation in der Sprachgeschichte des Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215106

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