Bali, die „Insel der Götter“ oder „Insel der tausend Tempel“, ein exotisches Südseeparadies in Südostasien. So, oder so ähnlich wird Bali schon seit hundert Jahren, seit der Eröffnung des ersten Tourismusbüros durch die holländischen Kolonialherren, beworben. Balis Kapital liegt dabei neben der atemberaubenden Landschaft vor allem in der einzigartigen Kultur der Insel. Die nur 5632,86 qm² große Insel wird zu 92% von Hindus bewohnt. Dies stellt eine Besonderheit in dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, Indonesien, dar. Hier entstand unter dem Einfluss von acht verschiedenen Königshäusern, die die Insel unter sich aufteilten eine ganz besondere religiöse Kultur, die sich durch viele bestimmte Rituale auszeichnet. Die Verehrung der Götter manifestiert sich auch in der Errichtung von 4661 Tempeln, die heute eine Attraktion darstellen. Somit ist der Slogan „Insel der tausend Tempel“ noch untertrieben. (Hitchcock & Putra 2007: 13-15)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte des Tourismus
3 Das Konzept „nachhaltige Entwicklung“
4 Tourismus auf Bali
4.1 Entwicklung des Tourismus auf Bali
4.2 Tourismus Heute und in Zukunft
4.3 Untersuchung und Vergleich verschiedener Tourismusprojekte
4.3.1 Pecatu Indah Resort
4.3.2 Puri Lumbung Cottages
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Massentourismus auf der Insel Bali im Hinblick auf seine Auswirkungen und hinterfragt, ob durch bewusste Lenkung eine nachhaltige Entwicklung gefördert wird oder kurzfristige Profitinteressen dominieren.
- Historische Entwicklung des Tourismus als Massenphänomen
- Definition und Dimensionen nachhaltiger Entwicklung
- Analyse der touristischen Entwicklung auf Bali
- Vergleichende Untersuchung von Tourismusprojekten (Pecatu Indah Resort vs. Puri Lumbung Cottages)
- Bewertung der Auswirkungen auf lokale Bevölkerung und Umwelt
Auszug aus dem Buch
4.3.1. Pecatu Indah Resort
Am 18. Mai 1996 begann im Westen von Bukit der Bau eines neuen Tourismuskomplex` mit einer Größe von 710 Hektar. Das Pecatu Indah Resort (PIR) besteht neben einem künstlich erweiterten Sandstrand unter anderem aus einer Go-Kart Bahn, einer Pferderennbahn, einem Sportzentrum und verschiedenen Unterbringungsmöglichkeiten für unterschiedlich solvente Reisende. Eine besondere Einrichtung des Resorts ist das balinesische Kulturdorf, das den Anspruch hat, dem Besucher einen Einblick in die einzigartige Kultur der Insel zu geben. Das PIR kann diesem Anspruch jedoch nicht gerecht werden, denn „die Balinesische Kultur wird hier auf ihren künstlerisch kommerziellen Wert reduziert…“. (Rieländer 2000: 47) Soll heißen, dass hier nur der Teil der Kultur gezeigt wird, der sich gut in Form von Souvenirs verkaufen lässt.
Das Pecatu Indah Resort soll nun anhand der drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales auf seine Nachhaltigkeit untersucht werden.
Ein großes Problem, das in den letzten 20 Jahren entstanden ist, ist die Wasserknappheit, vor allem im Süden der Insel. Durch die vielen Hotels mit ihren tropischen Gärten, Swimming Pools und natürlich dem hohen pro Kopf Verbrauch der Gäste, kann der Wasserbedarf durch die natürlichen Reserven nicht mehr gestillt werden. (Waldner 2000: 30) Es wurden zwar neue, tiefere Grundwasserbrunnen gebohrt, doch die verfügbare Wassermenge reicht bei weitem nicht aus, da das Tourismusangebot hier immer weiter wachsen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt Bali als "Insel der Götter" vor und skizziert die Fragestellung, ob der Massentourismus auf der Insel eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht.
2 Geschichte des Tourismus: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Tourismus von einer exklusiven Freizeitbeschäftigung für Privilegierte hin zur Massenbewegung infolge industrieller Veränderungen.
3 Das Konzept „nachhaltige Entwicklung“: Hier wird der Nachhaltigkeitsbegriff in seinen drei Dimensionen – ökologisch, ökonomisch und sozial – theoretisch hergeleitet und definiert.
4 Tourismus auf Bali: Das Hauptkapitel befasst sich mit der Historie des Tourismus auf Bali, der gegenwärtigen Situation sowie dem direkten Vergleich von zwei unterschiedlichen Tourismuskonzepten.
5. Fazit: Das Fazit bilanziert den Tourismus als zwiespältigen Entwicklungsimpuls, der zwar Infrastruktur schafft, aber durch Massenabfertigung das wertvolle Markenimage und die kulturelle Identität Balis gefährdet.
Schlüsselwörter
Bali, Tourismus, Massentourismus, Nachhaltige Entwicklung, Ökotourismus, Pecatu Indah Resort, Puri Lumbung Cottages, Kultur, Umweltprobleme, Wasserknappheit, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Globalisierung, Entwicklungsimpuls, Balinesische Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Einfluss des Massentourismus auf die Insel Bali und untersucht, inwieweit dieser Entwicklungsprozess nachhaltig gestaltet ist.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die Geschichte des Tourismus, die theoretische Konzeption nachhaltiger Entwicklung sowie die praktische Umsetzung touristischer Projekte auf Bali.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Leitfrage untersucht, ob die Tourismusindustrie das Leben der örtlichen Bevölkerung auf Bali positiv und nachhaltig verändert oder primär kurzfristigen Profitzielen dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem vergleichenden Fallbeispiel (Pecatu Indah Resort versus Puri Lumbung Cottages) unter Anwendung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die touristische Entwicklung auf Bali, die Zukunftsperspektiven und eine detaillierte Fallstudie zu unterschiedlichen Hotelkonzepten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Massentourismus, Nachhaltigkeit, balinesische Kultur, Wasserknappheit und sozio-ökonomische Auswirkungen.
Wie unterscheidet sich das Pecatu Indah Resort vom Puri Lumbung Konzept?
Während das Pecatu Indah Resort auf Massentourismus, künstliche Attraktionen und hohen Ressourcenverbrauch setzt, verfolgen die Puri Lumbung Cottages einen umweltbewussten, kleinräumigen Ansatz unter Einbindung der lokalen Gemeinschaft.
Welche ökologischen Gefahren werden für Bali identifiziert?
Die Arbeit benennt insbesondere die durch den Massentourismus verschärfte Wasserknappheit sowie die Gefahr der Zerstörung natürlicher Lebensräume, wie etwa Mangrovenwälder, durch touristische Infrastrukturprojekte.
- Citation du texte
- Moritz Bannert (Auteur), 2008, Tourismus als Entwicklungsimpuls. Das Beispiel Bali, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215145