Schulangst. Diagnostik und Förderung bei Störungen


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definitionen: Angststörungen
1.1. Differenzierung der einzelnen Schulverweigerungen

2. Verlauf einer nicht dissozialen Schulverweigerung
2.1. Therapie
2.1.1. Differenzierte Behandlungsansätze
2.1.1.1. Die Verhaltenstherapie
2.1.1.2. Multimodale kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze
2.1.2. Vorschlag für eine erfolgreiche Therapie
2.1.2.1. Wahrnehmung der Angststörung: Schulangst oder Schulphobie?
2.1.2.2.. Die generelle Empfehlung zur Vorgehensweise in der Therapie

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

Man kennt es von StudentInnen, die eine wachsende Angst vor der Klausur entwickeln. Meist wird im Nachhinein bemerkt, dass dieses Verhalten unbegründet gewesen ist.

Aber was ist mit SchülerInnen, die sich gar nicht erst trauen zur Schule zu gehen? Die somatischen Beschwerden entwicklen, wenn sie bloß an schulspezifische Termini, sprich Hausaufgaben, denken. Diese Kinder leiden. In drei von vier Fällen kann es schnell zu einer Besserung führen, wenn man die Alarmsignale rechtzeitig erkennt und dem mit einer ganzheitlichen Therapie begegnet wird. Die Statistik belegt, dass Schuleschwänzen in Deutschland immer mehr zunimmt und das vor allem in Großstädten (ca. 100.000-200.000 SchülerInnen). In Berlin fehlten 2005 (ca. 4 %) der SchülerInnen mind. 20 Tage. Am häufigsten ist dies bei männlichen Schülern (im Alter von 12-13 Jahre) der Fall, weniger bei Mädchen (im Alter von 15 Jahren) (vgl. Lehmkuhl/Rentschler 2007). Oft sind es auch hochbegabte bzw. unterforderte Jugendliche, die die Langweile in der Schule nicht mehr aushalten. Aber auch Lernschwächen oder ein (ständiger) Schulwechsel kann eine Ursache darstellen. Nicht nur, dass es sich im beruflichen Werdegang negativ bemerkbar macht, sondern es kann auch ein Auslöser für eine psychische Störung werden, wie die Psychologen Ulrike und Gerd Lehmkuhl 2004 anhand von Studien zeigen konnten, die 30 Jahre zurückreichen.

Diese Hausarbeit will in einem ersten Schritt die Angststörungen per se differenzieren, um dann die einzelnen Schulverweigerungen zu erläutern. Anschließend gehe ich auf die verschiedenen Behandlungsansätze in der Therapie von nicht dissozialen Schulverweigerungen ein und versuche, die generelle therapeutische Vorgehensweise deutlich zu machen. Diese Facharbeit schließt mit einem resümierenden Schlusswort.

1. Definitionen: Angststörungen

Um die Begrifflichkeiten „Angst“, „Furcht“ und „Ängstlichkeit“ voneinander abzugrenzen, werden diese in einem ersten Schritt erläutert.

Angst

„[...]ursprünglich nicht auf bestimmte Objekte oder Situationen bezogenes, subjektives Bedrohungsgefühl mit auffälligen klinischen Symptomen [Blässe, Schweißausbruch, Zittern, Herzklopfen, Blutdruckanstieg]; im täglichen Gebrauch nicht von Furcht abgegrenzt und oft auch als Synonym für Phobie verwendet“ (Reute 005)

Furcht

„[...]sich auf ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation beziehende Angst; wird heute meist mit Angst gleichgesetzt“ (ebd.)

Phobie

„[...]phobische/krankhafte/pathologische Angst, krankhafte Furcht, phobische Störung; krankhafte, sich gegen besseres Wissen und Vernunft aufdrängende Angst vor Personen, Tieren, Gegenständen, Situationen usw.[...]“ (ebd.)

Angststörungen werden unterschiedlich stark in ihrem Erleben wahrgenommen. Die fünf wichtigen Formen sind die generalisierte Angststörung, die Panikstörung, Phobien, Zwangsstörungen und die posttraumatische Belastungsstörung (PBS) (vgl. Gerrig/Zimbardo 2008).

Erläutern möchte ich die drei ersten Formen.

Die generalisierte Angststörung

Bei einer generalisierten Angststörung besteht ein andauerndes Gefühl der Ängstlichkeit (mind. 6Monate). Dieser Form betrifft bestimmte Lebensumstände (z. B. Sorgen) und beeinträchtigt die Lebenstüchtigkeit des Betroffenen. Damit eine Diagnose gestellt werden kann, muss der Leidtragende mindestens drei weiteren Symptomen vorweisen (wie z. B. Muskelspannung, Schlafstörungen). Der Betroffene hat bei einer generalisierten Angststörung auch körperliche Symptome zu verzeichnen. (vgl. ebd.)

Panikstörungen

Im Gegensatz zu der generalisierten Angststörung währen Panikattacken nur wenige Minuten. Sie werden erst subtil wahrgenommen (starker Besorgnis) und steigen dann an bis zu massiven, somatischen Beschwerden (Herzrasen, Schwindel, Benommenheit etc.). Tauchen wiederholt Panikattacken auf, wird eine Panikstörung diagnostiziert. Oft tritt sie in zusammen mit der Agoraphobie[1] auf. (vgl. ebd.)

Phobien

„Furcht ist eine rationale Reaktion auf eine objektiv vorhandene und erkannte Gefahr (z. B. Feuer in der Wohnung oder ein Raubüberfall), die bei einer Person entweder zu Flucht oder zu einem Gegenangriff führen kann.“ (ebd.)

Dagegen ist die Phobie eine eher irrationale Angst, die bestimmte Objekte betrifft, deren tatsächliche Bedrohung eher gering ist. Von Betroffenen wird „die Gefahr“ hingegen extrem übertrieben wahrgenommen. Phobien können, in bestimmten Formen (z. B. Agoraphobie), das Leben der Leidtragenden erheblich beeinträchtigen. Man unterscheidet zwischen sozialer und spezifischer Phobie. Die soziale Phobie ist die Angst davor, beobachtet zu werden, während man etwas Beschämendes tut. Die spezifische Phobie[2] ist gegen eine bestimmte Sache gerichtet (vgl. ebd.).

1.1. Differenzierung der einzelnen Schulverweigerungen

Die Schulangst

Sie bezieht sich auf die Schulsituation bzw. auf den Schulweg. Ihre ätiologischen[3] Faktoren können unterschiedlich sein z. B. Angst bei Leistungsmessungen in der Schule zu versagen. Ebenso kann es eine Angst vor dem Lehrer (Viktimisierung[4]) oder anderen SchülerInnen (z. B. durch Hänseleien) betreffen (vgl.Lehmkuhl/Lehmkuhl 2004, S. 890). SchülerInnen weisen oft eine Hypersensibilität, Überbehütung, Probleme bei der Kontaktaufnahme mit Peers (soziale Ängstlichkeit), mangelnde Durchsetzungsfähigkeit und eine verminderte Versagenstoleranz auf (vgl. Ihle/Jahnke/Esser 2003). Andere Forscher fanden eine gehäufte Anzahl von anomalen Familiensituationen, eine gute Kooperationsbereitschaft und eine zukünftig gute Prognose (vgl.Overmeyer et al. 1994). Blieb die Trennungsangst mit einer häufigen Schulverweigerung unbehandelt, so fand man heraus, dass etwas 30 % der Kinder in späterem Alter eine Panikstörung und/oder eine Agoraphobie entwicklen konnten, d. h. eine Komorbidität[5] (vgl. Tonge 1994).

[...]


[1] „Agoraphobie bezeichnet man die Angst vor öffentlichen Plätzen oder großen Räumen, wo ein Rückzug oder eine Flucht nur schwer möglich ist oder peinlich wäre. Personen, die an Agoraphobie leiden, vermeiden gewöhnlich Orte wie überfüllte Räume, Einkaufszentren, Busse oder Autobahnen.“ (Gerrig/Zimbardo 2008, S. 559)

[2] Phobie vor Tieren, Naturereignissen oder vor bestimmten Situationen

[3] Ätiologie= Grund, Ursache

[4] vik|ti|mi|sie|ren [v...] <nach gleichbed. engl. to victimize zu victim »Opfer«, dies aus lat. victima »Opfer(tier)«>: zum Opfer [einer Straftat] machen; schikanieren (Duden 2007).

[5] Begleiterkrankungen

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Schulangst. Diagnostik und Förderung bei Störungen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Entwicklung, Lernen, Diagnostik und Förderung
Note
1.0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V215310
ISBN (eBook)
9783656431503
ISBN (Buch)
9783656434733
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schulangst, diagnostik, förderung, störungen
Arbeit zitieren
Marco José (Autor), 2013, Schulangst. Diagnostik und Förderung bei Störungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215310

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