Eine Prise "Cross Kommunikation"

Von der Möglichkeit der Grenzerweiterung


Hausarbeit, 2012

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Neue Dimensionen der Mediennutzung
1.1 Cross Media
1.2 Mediale Gegenwart

2. Folgen für die PR Theorie und Praxis
2.1 PR Entwicklung durch Cross Media
2.2 PR als Leitinstrument integrierter Kommunikation
2.3 Cross Media. Segen und Fluch für die PR
2.4 Issue Management- Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

3. Fallbeispiel
3.1 Fakten
3.1.1 Die Organisation
3.1.2 Die Ausgangssituation
3.1.3 Das Problem
3.2 Drei Wege zum Ziel
3.2.1 Das Stadionmagazin "Arena"
3.2.2 TV Spot "Gemeinsam zum Stern"
3.2.3 "Tweets" und "Likes" für den Rückkanal

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Erde dreht sich und wir drehen uns mit ihr mit. Oft erfahren wir am eigenen Lebensweg wie sich, wenn wir uns verändern, auch unsere Umwelt verändert. Weil wir mit dieser in Interaktion stehen, befinden wir uns in einem Geflecht von Zahnrädern, in einem Uhrwerk, in dem das eine des anderen stetiger Antrieb ist. Verändert sich also ein wichtiges Zahnrad unseres Lebens, so verändert sich auch unser Uhrwerk in diesem Gebiet. Vielleicht macht uns diese Veränderung Angst, vielleicht sehen wir sie zunächst als nicht richtig, als nicht gut an, erkennen aber doch, dass wir durchaus positives daraus schöpfen können bereit für Wachstum zu sein. Veränderungen und Grenz- bzw. Horizonterweiterungen können uns sozial, wie auch ökonomisch einen Mehrwert schaffen. Soweit wir uns trauen, uns diesen anzunehmen. Soweit wir bereit sind, zur stetigen Weiterentwicklung. Zur Bewegung.

Inwieweit sich Veränderungen innerhalb des ökonomischen Raums abspielen und wie es für die Akteure bedeutet, ihre Grenzen zu erweitern, sich zunächst fremden Mitteln zu bedienen und daran zu wachsen, soll die folgende theoretische Erläuterung sowie das Fallbeispiel zur FIFA Frauen Weltmeisterschaft Deutschland 2011 darstellen.

1. Neue Dimensionen der Mediennutzung

1.1 Cross Media

Laut Strobel versteht sich der Begriff Cross Media als eine neue Ebene der Kommunikation, der Mitteilung von Botschaften durch die Verknüpfung verschiedenster Massenmedien. Hierzu gehören die Klassiker, wie Printmedien, Radio, TV, aber auch das neue Massenmedium Internet und mobile Applikationen (2010, 133f.).

Er nennt dies "Crossmedia-Storytelling" (ebd.). Als Hinweis auf den roten Faden, welcher sich in einer Kommunikation auf verschiedenen Kanälen wiederfinden sollte (ebd.). Missverständnisse sind bei diesem Schlagwort nicht ausgeschlossen, denn die crossmediale Kommunikation verpflichtet nicht dazu auf allen Kanälen zu "senden", sondern diese Auserwählten in einem zusammenhängendem Kontext zu platzieren, sowie eine feinfühlige Abstimmung der Inhalte (ebd.).

Soweit ist Cross Media eine, oder die neue, medienübergreifende Kommunikationsstrategie mit der sich der Journalismus, aber auch die Wirtschaft, vermehrt beschäftigen. Die Kommunikation auf verschiedenen Medien ist aber allein keine herausragende Veränderung. Hier bringt sich das World Wide Web als zentrale Schlüsselfigur dieser neuen Ebene ins Spiel. Eine Feedbackfunktion wurde geschaffen, welche es dem Rezipienten ermöglicht selber aktiv an der Kommunikation teilzunehmen, selber nicht nur Empfänger, sondern auch Sender von Botschaften zu sein (ebd.).

1.2 Mediale Gegenwart

Sicherlich wäre es für alle Beteiligten, und damit ist nicht nur der Journalismus gemeint, einfacher gewesen, es würde alles beim Alten bleiben. Das spricht zwar für die Gemütlichkeit und die Angst vor Neuerungen, doch aber im gewissen Maße gegen die Natur der Menschen sich weiterzuentwickeln und auch gegen den digitalen Fortschritt, welchen die Medien kontinuierlich durchlaufen. Medien sind im modernen Alltag allgegenwärtig. In dieser Mediengesellschaft, in der die Nutzung eines oder mehrerer Medien zu unserem Alltag gehört und die Massenmedien Einfluss auf unsere Wirklichkeitswahrnehmung haben, verändern sich durch diese auch gesellschaftliche Strukturen (vgl. Jäckel 2008: 19ff.).

Die Informationsvermittlung über Medien tritt auf drei verschiedenen Ebenen auf. Auf institutionellen Ebene (Makroebene), auf Organisationsebene (Mesoebene) und zuletzt auf der individuellen Ebene (Mikroebene) (vgl. Saxer 1998: 53). Ganz gleich ob im privaten oder wirtschaftlichen Raum, es ist eine Anpassung an die Medienkommunikation und ihre Anforderungen zu erkennen (ebd.)

Was so viel bedeutet wie, dass die Medien über eine gewisse Macht verfügen und sich die Gesellschaft, sei es im soziologisch oder ökonomischen Raum, nach gewissen medialen "Spielregeln" richtet. Die mediale Realität wird auch zu gesellschaftlichen Realität, da Massenmedien eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung darüber, welche Themen und Ereignisse der objektiven Realität herausgefiltert und für die Öffentlichkeit aufbereitet werden, tragen (vgl. Bonfadelli 2009: 18ff.). In der Medienwirkungsforschung spricht man bei diesem Phänomen über die "Agenda Setting Theorie" (ebd.). Die Entscheidung worüber letztendlich berichtet wird, welche Themen zur Wirklichkeitsvorstellung der Gesellschaft beitragen, erfolgt nach einem Schema. Nach den so genannten Nachrichtenfaktoren (ebd.). Journalisten glauben also eine gewisse Vorstellung davon zu haben was die Nachrichtenbedürfnisse ihrer Empfänger betrifft. Auf die Nachrichtenfaktoren soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Die Massenmedien beherrschen also unseren Alltag, unsere Realitätsvorstellung, ob wir es nun wollen oder nicht sind sie Teil unserer Gesellschaft (vgl. Burkhart 2002: 274).

Digitalisierung ist hier das Zauberwort der Stunde, welches neue Herausforderungen bietet. "Die Welt ist kleiner geworden" sagt man im Volksmund gerne wenn man von den Folgen der Globalisierung spricht, dem internationalen Zusammenrücken einzelner Teilbereiche der Gesellschaft (vgl. Röttger et al. 2011: 68ff.). Dieses enge Netzwerk ist möglich, weil Technologien geschaffen wurden, welche die Überbrückung von Zeit und Raum einfacher denn je gemacht haben (ebd.). Röttger et al. behaupten eine maßgebliche Rolle trägt hierbei das Internet, welches sich durch seine zumindest in der westlichen Welt weitestgehende Verbreitung zum neuen Leitmedium entwickelt hat und welches der neue digitale Kommunikationskanal ist (2011, 73).

Der Konsument ist immer weniger abhängig vom Trägermedium, sei es die Tageszeitung am Morgen oder die Tagesschau am Abend. Die Marktsituation verschiebt sich dahingehend, dass sich der Konsument nun in der, ja man kann es fast schon machtvollen Position nennen, befindet, sich aufgrund seiner situativen Bedürfnisse für eine Nutzungsrichtung zu entscheiden (vgl. Jakubetz 2008: 12ff.). Informationen werden mobil, jederzeit erreichbar, also zeitlich unabhängig und in ihrer Aufbereitung ausdifferenziert (ebd.). Es wird also ausgegangen, Digitalisierung bedeutet für die Massenkommunikation: Beschleunigung bzw. Zeitlosigkeit, Mobilität, Vielfalt und Vernetzung (ebd.).

Um diese Faktoren bedienen zu können bedarf es einer Interaktion mit dem Konsumenten. Hier sieht Jakubetz auch die Schnittstelle, wie sich Digitalisierung und Cross Media Kommunikation schlussendlich wieder treffen beziehungsweise gegenseitig sogar bedingen (2008, 21). Wie bereits erläutert, gehört zu einer cross medialen Kommunikation unbedingt ein Rückkanal zum gegenseitigen Austausch von Informationen. Aber eben auch die Digitalisierung funktioniert nicht ohne diesen Rückkanal, ohne Interaktion (vgl. Röttger et al. 2011: 73).

Was nun aber ist Interaktion und wieso ist sie für die moderne mediale Vermittlung von Informationen so wichtig? Zunächst ist Interaktion ein Begriff aus der Soziologie, der eine Wechselbeziehung von Handlungen beschreibt, wogegen Kommunikation nur ein Hilfsmittel während einer Interaktion, wie beispielsweise die Gestik oder Sprache, ist. Interaktion ist also immer Kommunikation, aber Kommunikation nicht zwangsläufig Interaktion (vgl. Jäckel 2008: 55f.). Dies führt oft zur Missinterpretation der Begrifflichkeiten. Wichtig ist, dass die Anwesenheit der Handelnden, zumindest zeitversetzt, für eine Interaktion notwendig ist und weshalb sich der Begriff der Massenmedien herauskristallisiert hat, denn durch die Zwischenschaltung von Technik ist eine Interaktion bislang nicht möglich, oder zumindest nicht mit allen Nutzern (ebd.). Als Beispiel kann hier die Kommunikation von Nachrichten über das Medium Fernsehen aufgeführt werden, bei der der Rezipient lediglich die Informationen erhält, aber nicht mit dem Sender der Botschaft interagieren kann. Anders sieht es bei Online Plattformen wie beispielsweise "Spiegel Online" aus. Hier kann der Konsument aktiv werden. Den Beitrag kommentieren, ihn bewerten, oder, und das ist das schlussendlich spannende an dieser neuen Technologie, ihn teilen. Ein Netzwerk entsteht. In diesem Beispiel wird nicht mehr nur Massenkommunikation betrieben, sondern auch Masseninteraktion.

In der digitalisierten Welt mit immer mehr Möglichkeiten des Austausches wird die Interaktion also auch für die klassischen Massenmedien immer präsenter, aber vor allem realisierbar. Denn wenn die Möglichkeit besteht, auch zum Empfänger von Informationen zu werden und nicht nur Sender zu sein eröffnet es einem doch völlig neue Ebenen des Verständnisses für den Konsumenten und könnte somit einen Mehrwert schaffen?

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Eine Prise "Cross Kommunikation"
Untertitel
Von der Möglichkeit der Grenzerweiterung
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V215426
ISBN (eBook)
9783656441939
ISBN (Buch)
9783656442639
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, prise, cross, kommunikation, möglichkeit, grenzerweiterung
Arbeit zitieren
Ines Emmert (Autor), 2012, Eine Prise "Cross Kommunikation", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215426

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