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Die Polemik zwischen Ibn Hazm und Ibn Adret

Der Fisal fi l-Milal wa-n-Nihal und die verspätete jüdische Antwort

Titre: Die Polemik zwischen Ibn Hazm und Ibn Adret

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 16 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Thorsten Muth (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Sciences de l'Islam
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die mittelalterliche Polemik gegen Juden ist dominiert von christlichen Autoren. Antijüdische Polemik von muslimischer Seite ist eher die Seltenheit. Noch geringere Aufmerksamkeit wird der jüdischen Entgegnung geschenkt, die sich speziell gegen muslimische Angriffe richtet. In dieser Arbeit kommt von allem ein wenig vor. Hier werden zwei Persönlichkeiten aus verschiedenen Zeiten behandelt. Die beiden Protagonisten dieser Betrachtung sind sich nie begegnet. Auch hatte der eine nie die Möglichkeit, sich gegenüber dem anderen zu rechtfertigen. Zu jener Zeit, als Salomo ben Abraham Ibn Adret lebte und wirkte, war Aḥmad Ibn Ḥazm al-Andalusī schon mehr als 200 Jahre lang tot. Während der eine im christlichen Aragón lebte und dort mit Dominikanermönchen diskutierte, musste der andere zwei Jahrhunderte zuvor den Zerfall des Kalifats von Córdoba miterleben. Der Muslim argumentierte gegen alle ihn umgebenden Glaubensgemeinschaften, die relevanten wie die irrelevanten gleichermaßen. Der Jude dagegen stieß auf den Mönch Ramon Martí, einen Christen – und schrieb eines der wichtigsten Beispielwerke jüdischer Polemik seiner Zeit. Was bewog Salomo Ibn Adret dazu, sich – noch dazu in einem geradezu unerhört bösen Ton – dem „Ismael“ (wie er Ibn Ḥazm anonymisierend und gleichzeitig verallgemeinernd nennt) zuzuwenden? Und was war der Gegenstand der Auseinandersetzung?
Mit den Hintergründen und unmittelbaren Umständen des Dialogs über die Jahrhunderte, den polemischen Elementen sowie den handfesten Inhalten möchte ich mich in dieser Arbeit ein wenig eingehender befassen. Dazu orientiere ich mich einerseits an verschiedenen Übersetzungen unterschiedlicher Wissenschaftler, aber auch an den Originaltexten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

2.1 Salomo Ibn Adret: Sein Wirken im mittelalterlichen Katalonien und die Begegnung mit Ramon Martí

2.2 Aḥmad Ibn Ḥazm al-Andalusī: Sein Leben und sein Werk

3. Ibn Ḥazms Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal

3.1 Rezeptionsgeschichte

3.2 Überblick über den Inhalt des Fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal und die Methodologie des Ibn Ḥazm

3.3 Die Themen und Argumente des Ibn Ḥazm gegen das Judentum

4. Ibn Adrets Antwort auf Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal

4.1 Überblick über Adressaten, Leserschaft und Rezeptionsgeschichte der Streitschrift

4.2 Vokabeln der Polemik

4.3 Inhaltliche Auseinandersetzung mit Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die theologische Polemik zwischen dem muslimischen Gelehrten Ibn Ḥazm und dem jüdischen Rabbiner Salomo Ibn Adret. Ziel ist es, die Hintergründe der gegenseitigen Auseinandersetzung, insbesondere den Vorwurf der „Verfälschung der Torah“ (taḥrīf) und die Frage der Abrogation, historisch und inhaltlich zu analysieren, wobei der Schwerpunkt auf den polemischen Strategien beider Autoren liegt.

  • Historische Biografien von Ibn Ḥazm und Salomo Ibn Adret
  • Analyse des Werkes Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal
  • Untersuchung der jüdischen Streitschrift gegen den Islam
  • Die Rolle der Textverfälschung und Abrogation im interreligiösen Diskurs
  • Polemische Ausdrucksformen und rhetorische Mittel

Auszug aus dem Buch

b) Der Mangel an glaubwürdiger Überlieferung (tawātur)

Camilla Adang zeigt in ihrem Jewish Reply to Ibn Hazm noch einen weiteren Aspekt auf, den Ibn Ḥazm anspricht und für wichtig erachtet: Die Unregelmäßigkeit der jüdischen Überlieferung, ihr ungesicherter Status und die dadurch hervorgerufene Unglaubwürdigkeit der jüdischen Schriften zur Zeit des 10. Jahrhunderts.

Nach Ibn Ḥazm begann der Abfall der Israeliten von der Torah schon nach dem Tod Mose, als die Richter an die Herrschaft gekommen waren. In der Zeit bis zur Regentschaft König Salomons existierte – nach seinem Verständnis – nur ein einziges Exemplar der Torah, welches sich in der Hand der Priester befand. Veränderungen im Text konnten niemandem auffallen, da das normale Volk keinen Zugang zu den Schriften hatte. Ein Nachfolgekönig aus der Reihe Davids, Jehoahaz, löschte den Namen Gottes aus der Heiligen Schrift, einer seiner Nachfolger verbrannte gar die verbliebenen Reste der Torah. Mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch Nebukadnezar konnte kein Vers der Torah als Schriftstück überlebt haben, so Ibn Ḥazm. Das Judentum, das der muslimische Gelehrte kannte, identifizierte er als Produkt der Rabbinen, die Entstehung der Gebete und Rituale führte er auf das Babylonische Exil zurück. Nach Adang fließen hier karäische Ansichten in die Argumentationsweise Ibn Ḥazms ein. Schließlich legte er Esra fest als Autor der Torah, wie man sie zu seiner Zeit kannte. Diese Torah habe aber reichlich wenig gemein gehabt mit der Offenbarung, die Moses am Berg Sinai erhalten haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert die Motivation für die Untersuchung der seltenen jüdischen Entgegnung auf muslimische Polemik und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten Quellen.

2. Einleitung: Es werden die Lebenswege der beiden Protagonisten, Ibn Adret und Ibn Ḥazm, vorgestellt und der historische Kontext ihrer jeweiligen Wirkungszeit in Spanien dargelegt.

3. Ibn Ḥazms Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal: Dieses Kapitel widmet sich der Struktur und den zentralen Argumenten von Ibn Ḥazm, insbesondere seiner Kritik an der Authentizität der Torah.

4. Ibn Adrets Antwort auf Al-fiṣal fī l-milal wa-l-ahwāʾ wa-n-niḥal: Hier erfolgt die Analyse von Ibn Adrets polemischer Reaktion, seinen rhetorischen Mitteln und der inhaltlichen Verteidigung des Judentums.

5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit resümiert die Erkenntnisse zur mittelalterlichen Religionspolemik und diskutiert die Motive hinter Ibn Adrets teils scharfer Ausdrucksweise.

Schlüsselwörter

Ibn Ḥazm, Salomo Ibn Adret, Judentum, Islam, Polemik, Torah, taḥrīf, Abrogation, nasḫ, Religionsgeschichte, Mittelalter, Mittelalterliche Philosophie, Glaubensgemeinschaft, Disputation, Textverfälschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theologische Auseinandersetzung zwischen dem jüdischen Gelehrten Salomo Ibn Adret und dem muslimischen Denker Ibn Ḥazm über die Glaubwürdigkeit der Torah.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Kerngebiete sind die mittelalterliche Religionspolemik, die Kritik an biblischen Texten (taḥrīf) und das Konzept der Abrogation (nasḫ) von religiösen Gesetzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ibn Adret auf die muslimischen Vorwürfe reagierte und welche theologischen Verteidigungsstrategien er dabei einsetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die sich an Übersetzungen und den Originaltexten der beiden Autoren orientiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Argumente Ibn Ḥazms gegen das Judentum sowie die detaillierte Verteidigung durch Ibn Adret, einschließlich der polemischen Sprache des Rabbiners.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ibn Ḥazm, Ibn Adret, Polemik, Torah, taḥrīf, Abrogation, Mittelalter, Interreligiöser Dialog und Religionswissenschaft.

Warum nennt Ibn Adret seinen Gegner „Ismael“?

Der Name dient als symbolische Bezeichnung für den Islam, da Ibn Adret seinen anonymen Gegner nicht direkt beim Namen nennen wollte, um eine allgemeine Auseinandersetzung mit muslimischen Vorwürfen zu führen.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff „taḥrīf“ in der Arbeit zu?

Taḥrīf beschreibt den muslimischen Vorwurf der Textverfälschung der Torah durch Juden und Christen, der den Kern der gesamten polemischen Debatte bildet.

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Résumé des informations

Titre
Die Polemik zwischen Ibn Hazm und Ibn Adret
Sous-titre
Der Fisal fi l-Milal wa-n-Nihal und die verspätete jüdische Antwort
Université
University of Tubingen  (Evangelisch-theologische Fakultät)
Cours
Vom Religionswechsel zur Religionspolemik: Konvertiten als Polemiker
Note
1,5
Auteur
Thorsten Muth (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
16
N° de catalogue
V215835
ISBN (ebook)
9783656456681
ISBN (Livre)
9783656459347
Langue
allemand
mots-clé
polemik adret fiṣal antwort
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Thorsten Muth (Auteur), 2013, Die Polemik zwischen Ibn Hazm und Ibn Adret, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215835
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Extrait de  16  pages
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