In dieser Ausarbeitung geht es um die Umsetzung der Entwicklungsziele und – strategien in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Mithilfe von Experteninterviews wird versucht, Fragen der Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Evaluierung von Entwicklungsprojekten zu klären. Von einer erfolgreichen und nachhaltigen Projektausführung hängt nicht nur das Schicksal der von Armut betroffenen Menschen ab, sondern genauso das Image und vor allem die Spenden und Subventionen, welche die einzelnen Organisationen erwarten können. Immerhin bringen die kirchlichen und privaten österreichischen Organisationen Spendenmittel von jährlich über 70 Millionen Euro1 auf.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Entwicklungshilfe – Ziele, Wirksamkeit und Probleme
Ziele und Erfolge der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Entwicklungszusammenarbeit
Nachhaltigkeit
Wirksamkeit
Bewertung von Entwicklungszusammenarbeit (Ex-Post-Evaluierungen)
Grundprobleme der Entwicklungshilfe
Nachhaltigkeit österreichischer Entwicklungszusammenarbeit
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung von Entwicklungszielen und -strategien in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, wobei insbesondere die Fragen der Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Evaluierung von Projekten im Fokus stehen, um zu ergründen, ob diese trotz schwieriger Rahmenbedingungen tatsächlich nachhaltige positive Veränderungen erzielen können.
- Analyse der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit österreichischer Projekte in Äthiopien
- Kritische Auseinandersetzung mit Projektplanung und Zielerreichung
- Methodik der Experteninterviews mit verschiedenen Hilfsorganisationen
- Untersuchung von Ex-Post-Evaluierungen als Instrument der Erfolgskontrolle
- Diskussion allgemeiner Grundprobleme der modernen Entwicklungshilfe
Auszug aus dem Buch
Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Entwicklungszusammenarbeit
Spricht man von Nachhaltigkeit der Entwicklungshilfe, muss zuerst eine Unterscheidung zwischen ‚Nachhaltigkeit’ (sustainability) und ‚Wirksamkeit’ vorgenommen werden. Weiters ist eine definitorische Abgrenzung von dem auf die Projekt- und Programmebene bezogenen Nachhaltigkeitsbegriff vorzunehmen (vgl. Stockmann 1996: 17).
Generell gilt Nachhaltigkeit als eine über kurzfristige Lösungen hinausgehende Strategie, als eine Entwicklungspolitik, die über die Gegenwartsorientierung und ihre von Versuchen und Irrtümern geleitete Umsetzung hinausreicht. Im Mittelpunkt stehen die Diffusionsfähigkeit, die langfristige Tragbarkeit und die Folgenberücksichtigung entwicklungspolitischer Lösungen (besonders auch für zukünftige Generationen). Für alle Entwicklungsorganisationen ist die Nachhaltigkeit von Entwicklungshilfe in den letzten Jahren zu einem Erfolgskriterium geworden. So wurde die Nachhaltigkeit von technischer, personeller und finanzieller Unterstützung eine zumindest implizite Zielsetzung mit übergeordneter Gültigkeit (vgl. Stockmann 1996: 17). Nachhaltige Entwicklung bedeutet, Projekt-Interventionen in nachhaltige Entwicklungsprozesse umzusetzen, in gesellschaftliche Innovationen, welche die materiellen und ideellen Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung langfristig verbessern (vgl. Stockmann/Gaebe 1993: 25-26).
Man ist sich zwar über die Bedeutung des Nachhaltigkeitskonzepts einig, jedoch gibt es sehr unterschiedliche Definitionen. Man kann diese wie folgt auf einen Nenner bringen: Ein Entwicklungsprogramm bzw. –projekt gilt als nachhaltig, „wenn es in der Lage ist, für eine ausgedehnte Zeitperiode ein angemessenes Niveau von Nutzen sicherzustellen, nachdem die finanzielle, organisatorische und technische Hilfe eines externen Gebers beendet ist“ (Stockmann 1996: 17). Allerdings wird hier die ausgedehnte Zeitperiode nicht näher festgelegt, sondern es wird angemerkt, dass dies von Projekt zu Projekt variiert. Der geschaffene Nutzen ist dann gegeben, wenn der Nutzenstrom bezüglich der Investitions- und Folgekosten zur Erhaltung des Nutzens als vernünftig beurteilt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird das Ziel der Arbeit vorgestellt, die Entwicklungsstrategien der österreichischen Organisationen durch Experteninterviews auf ihre Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu prüfen.
Entwicklungshilfe – Ziele, Wirksamkeit und Probleme: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Herangehensweise der Experteninterviews mit österreichischen Hilfsorganisationen in Äthiopien.
Ziele und Erfolge der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: Es wird analysiert, inwiefern die NROs ihre Ziele in Äthiopien erreichen können und welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Entwicklungszusammenarbeit: Das Kapitel definiert die theoretischen Konzepte von Wirksamkeit und Nachhaltigkeit im Kontext der Entwicklungspolitik.
Bewertung von Entwicklungszusammenarbeit (Ex-Post-Evaluierungen): Es wird die Bedeutung von Ex-Post-Evaluierungen zur langfristigen Erfolgskontrolle von Hilfsprojekten diskutiert.
Grundprobleme der Entwicklungshilfe: Es werden allgemeine Kritiken an der Entwicklungshilfe dargelegt, insbesondere durch Stimmen, die das aktuelle System in Frage stellen.
Nachhaltigkeit österreichischer Entwicklungszusammenarbeit: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit den Erfahrungen der befragten Experten zur Nachhaltigkeit österreichischer Projekte.
Schlüsselwörter
Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Äthiopien, Nachhaltigkeit, Wirksamkeit, Experteninterviews, Ex-Post-Evaluierung, Projektplanung, NRO, Hilfe zur Selbsthilfe, Innovationsprozess, Lebensbedingungen, Entwicklungsziele, Projektmanagement, Erfolgskriterien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie österreichische Organisationen ihre Entwicklungsziele und Strategien in Äthiopien umsetzen und wie es um die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit dieser Hilfsprojekte bestellt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition und Anwendung von Nachhaltigkeit, die Bedeutung einer sorgfältigen Projektplanung, der Umgang mit externen Risiken und die methodische Messung des Projekterfolgs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu klären, ob die österreichischen Entwicklungszusammenarbeit-Projekte in Äthiopien trotz vielfältiger demographischer, ökonomischer und ökologischer Probleme tatsächlich wirksam und nachhaltig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt Experteninterviews mit Vertretern österreichischer Organisationen durch, die in Äthiopien tätig sind, und wertet diese mithilfe der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit, die praktische Umsetzung durch die Organisationen, die Rolle von Evaluierungen sowie eine Diskussion allgemeiner Grundprobleme der Entwicklungshilfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Entwicklungszusammenarbeit, Nachhaltigkeit, Wirksamkeit, Äthiopien und Ex-Post-Evaluierung.
Warum ist die Durchführung von Ex-Post-Evaluierungen so schwierig?
Ex-Post-Evaluierungen sind mit einem sehr hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden, weshalb viele Organisationen sie nur selten und meist nicht über einen ausreichend langen Zeitraum durchführen.
Wie unterscheidet sich "ökonomische" von "soziokultureller" Nachhaltigkeit?
Ökonomische Nachhaltigkeit ist gegeben, wenn Strukturen nach dem Projektende finanziell eigenständig fortbestehen können; soziokulturelle Nachhaltigkeit ist erreicht, wenn die eingesetzten Methoden und Technologien von der lokalen Bevölkerung akzeptiert und angewandt werden.
Welche Rolle spielt die lokale Bevölkerung für den Erfolg?
Der Erfolg hängt maßgeblich von der Miteinbeziehung der Bevölkerung ab, da Projekte nicht als Intervention, sondern als Unterstützung der lokalen Anstrengungen verstanden werden müssen, um Vertrauen und aktive Mitarbeit zu sichern.
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- MA Markus Scholze (Autor), 2010, Entwicklungshilfe heute. Ziele, Wirksamkeit und Probleme, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215857