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Der Einfluss Amerikas auf die deutsche Sozialdemokratie

„Amerika steht hinter der SPD“

Titel: Der Einfluss Amerikas auf die deutsche Sozialdemokratie

Hausarbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fabian Rink (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Von der Besatzungszeit des besiegten Deutschlands, über die Phase der Opposition in der Bundesrepublik bis zur schließlichen Regierungsübernahme durch die deutsche Sozialdemo-kratie befand sich die SPD stets in der Auseinandersetzung mit Amerika oder gar unter dem direkten Einfluss der US-Politik, wie das im Titel verwendete Zitat aus dem Bundestagswahl-kampf 1961 zeigt.
Die hier vorliegende Hausarbeit will sich mit der Frage auseinandersetzten, inwieweit die SPD „amerikanisiert“ wurde. Genauer soll gezeigt werden, wo die SPD inhaltlich und wann sie zeitlich dem direkten und indirekten Einfluss der USA auf politischer und ideeller Ebene ausgesetzt war und wie sie auf diesen reagierte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ära Kurt Schumacher

2.1. Die Konstellation des Konflikts zwischen Schumacher und den Westalliierten

2.2 Die ordnungspolitischen Differenzen bei der Ausarbeitung des Grundgesetzes

3. Die 50er Jahre: Die SPD und der Konsensliberalismus

4. Die 60er Jahre: Ein Jahrzehnt der Zäsur

4.1 Die Bindung der SPD an die Kennedy-Administration

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der „Amerikanisierung“ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) im Zeitraum von 1945 bis 1965. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die SPD inhaltlich und ideell dem Einfluss der USA ausgesetzt war, welche Anpassungsprozesse sich innerhalb der Partei vollzogen und wie diese zur Etablierung einer westlich orientierten Sozialdemokratie beitrugen.

  • Die Ära Kurt Schumacher und die Konflikte mit den Besatzungsmächten
  • Ordnungspolitische Differenzen und die Rolle der SPD bei der Grundgesetzwerdung
  • Die innere Erneuerung der Partei und das Godesberger Programm von 1959
  • Die außenpolitische Neuausrichtung unter Willy Brandt in den 1960er Jahren
  • Die wachsende Übereinstimmung mit der amerikanischen Politik („Wandel durch Annäherung“)

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Bindung der SPD an die Kennedy-Administration

Für die Bundestagswahl 1961 kandidierte aufseiten der SPD der regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt. Die Wahl konnten die Sozialdemokraten zwar erneut nicht gewinnen, ein relativer Stimmenzuwachs in vor allem SPD-fernen Milieus bezeugte aber den Anspruch Volkspartei zu sein.46 Als Bürgermeister von Berlin traf der Mauerbau Brandt besonders hart, was ihn zu neuen außenpolitischen Überlegungen veranlasste. So wurde in der SPD unter dem Schlagwort „Wandel durch Annäherung“ zwischen 1961 und 1965 ein Konzept ausgearbeitet, das später zu Brandts neuer Ostpolitik werden sollte.47 Diese Politik war jedoch nur vorstellbar auf der Basis einer starken westlich-atlantischen Bindung und setzte die Integration in dieses Bündnis voraus.48 So war es Brandt selbst, der die Freundschaft mit Amerika zum wichtigsten Element der Außenpolitik erklärte.49

In den Vereinigten Staaten erfolgte 1960 der Regierungswechsel. Nach dem Republikaner Eisenhower kam nun mit John F. Kennedy ein Demokrat an die Macht, der keine besondere Bindung zur CDU/CSU in Deutschland sah und auch die außenpolitischen Vorstellungen der SPD denen der Union vorzog.50 Und auch auf persönlicher Ebene pflegten Kennedy und Brandt durch gemeinsame programmatische Berührungspunkte ein gutes Verhältnis.51 Das Kennedy’sche Programm der „New Frontier“ enthielt einige Reformen im Bereich der Sozialpolitik und den Bürgerrechten und wies Gemeinsamkeiten zum Reformprogramm von Kanzlerkandidat Willy Brandt auf.52 Fritz Erler, ein Vertrauter Brandts, hatte schon einige Jahre zuvor begonnen auf politischer Ebene Kontakte in die USA zu knüpfen, wovon die Partei nun profitierte.53 Anfang der 60er Jahre konnte Erler Gespräche mit den Beratern Kennedys führen und eine weitestgehende Kongruenz in der Militär- und Ostpolitik feststellen.54

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen von 1945 bis 1965 und stellt die Forschungsfrage nach der „Amerikanisierung“ der SPD sowie deren westlicher Neuausrichtung.

2. Die Ära Kurt Schumacher: Dieses Kapitel analysiert die konfliktreiche Beziehung zwischen dem Parteivorsitzenden Schumacher und den amerikanischen Besatzungsmächten, geprägt durch ideologische Differenzen und gegenseitiges Misstrauen.

2.1. Die Konstellation des Konflikts zwischen Schumacher und den Westalliierten: Es wird dargelegt, wie Schumachers „Als-ob-Politik“ und sein Festhalten an traditionellen Denkmustern zu Spannungen mit den Interessen der US-Militärregierung führten.

2.2 Die ordnungspolitischen Differenzen bei der Ausarbeitung des Grundgesetzes: Die Untersuchung zeigt auf, wie die SPD ihre föderalistischen Konzepte und zentralistischen Vorstellungen gegen die Wünsche der Alliierten zu verteidigen suchte.

3. Die 50er Jahre: Die SPD und der Konsensliberalismus: Das Kapitel beschreibt den Wertewandel innerhalb der Partei, der im Godesberger Programm von 1959 kulminierte und die Abkehr vom marxistischen Dogmatismus markierte.

4. Die 60er Jahre: Ein Jahrzehnt der Zäsur: Die Analyse thematisiert den gesellschaftlichen Umbruch und die außenpolitische Neuorientierung der SPD in einem veränderten internationalen Umfeld.

4.1 Die Bindung der SPD an die Kennedy-Administration: Hier wird der enge politische und persönliche Austausch zwischen Willy Brandt und der Kennedy-Administration sowie die zunehmende Übereinstimmung in der Sicherheits- und Ostpolitik beleuchtet.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zwanzigjährige Entwicklung der SPD zu einer fest im westlichen Ideengefüge verankerten Partei zusammen und gibt Ausblicke auf weitere Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, SPD, Amerikanisierung, Westbindung, Kurt Schumacher, Willy Brandt, Godesberger Programm, Konsensliberalismus, Kalter Krieg, Außenpolitik, NATO, Wandel durch Annäherung, Kennedy-Administration, Demokratischer Sozialismus, Deutschlandpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Prozess, wie sich die deutsche Sozialdemokratie zwischen 1945 und 1965 von einer durch Traditionen der Weimarer Zeit geprägten Partei hin zu einer westlich orientierten politischen Kraft entwickelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Besatzungsmacht, der ideologische Wandel im Kontext des Godesberger Programms sowie die außenpolitische Integration unter der Ära Willy Brandt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit die SPD im betrachteten Zeitraum „amerikanisiert“ wurde und auf welchem Grad der Übereinstimmung ihre Politik mit der der NATO-Staaten und der Hegemonialmacht USA basierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, bei der anhand der Parteientwicklung und relevanter Programmpapiere der politische Abgleich mit amerikanischen Idealen und Strategien nachgezeichnet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Phasen: die Ära Schumacher (Konflikte mit den Alliierten), die 50er Jahre (innerparteiliche Erneuerung und Godesberg) sowie die 60er Jahre (Annäherung an die Kennedy-Administration).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Westbindung, Sozialdemokratie, Godesberger Programm, Konsensliberalismus und Wandel durch Annäherung definieren.

Welche Rolle spielte der Regierungswechsel in den USA 1960 für die SPD?

Der Amtsantritt von John F. Kennedy veränderte die Dynamik, da die neue Administration keine einseitige Bindung zur CDU/CSU pflegte und eine größere inhaltliche Übereinstimmung mit dem Reformprogramm von Willy Brandt zeigte.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Godesberger Programms?

Das Godesberger Programm wird als Meilenstein der Westernisierung gewertet, da es den Bruch mit dem marxistischen Dogmatismus vollzog und die SPD ideologisch für den westlichen Konsensliberalismus öffnete.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss Amerikas auf die deutsche Sozialdemokratie
Untertitel
„Amerika steht hinter der SPD“
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar : „Amerikanisierung“ 1945-1970 – Westdeutschland, Großbritannien, und Frank-reich im Vergleich
Note
1,3
Autor
Fabian Rink (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V215941
ISBN (eBook)
9783656445449
ISBN (Buch)
9783656446453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SPD Sozialdemokratie Kurt Schuhmacher Willy Brandt USA Amerikanisierung Kennedy Godesberger Programm BRD Deutschland NATO
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Rink (Autor:in), 2011, Der Einfluss Amerikas auf die deutsche Sozialdemokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215941
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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