Problemstellung
Globalisierung der Märkte, Technisierung der Arbeitswelt, steigender Wettbewerbsdruck sind Faktoren, die den raschen Wandel unserer modernen Industriegesellschaft kennzeichnen.
Daraus ergibt sich ein stetiger Anstieg der Anforderungen im beruflichen Leben. „Wissen erweist sich mehr und mehr als entscheidende Ressource im Wettbewerb der globalen Märkte“(1) und gilt als ein wichtiger Punkt für das Überleben eines Unternehmens. Strukturen, die lange als selbstverständlich galten, werden durch neue innovative Techniken abgelöst.
Dies wird größere Auswirkungen auf die Arbeitsanforderungen und die Arbeitsorganisation haben. Die Qualifikation der Mitarbeiter wird „immer stärker zu einem eigenständigen Gestaltungspotential, zum entscheidenden Faktor für Innovationsprozesse.“(2) Diese
Qualifikationen sind nicht mit dem Abschluss einer Lehre oder einem Studium parat, sondern vielmehr wird das „lebenslange Lernen“ eine elementare Anforderung an jeden Arbeitnehmer darstellen. In zehn Jahren „werden 80% der Arbeitskräfte über formelle Bildungs- und
Berufsbildungsgrundlagen verfügen, die über zehn Jahre alt sind. Wichtiges Detailwissen von heute wird dadurch morgen überholt und nicht mehr anwendbar sein.“
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1 Herbst, D. (2000), S. 1
2 Dybowski-Johannson, G. (1996), S. 57
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Neue Medien
2.2 Betriebliche Weiterbildung
3 Computergestützte Lernsysteme
3.1 Geschichte der computergestützten Lernsysteme
3.2 Didaktische Modelle als Grundlage computergestützter Lernsysteme
3.2.1 Behaviorismus
3.2.2 Kognitivismus
3.2.3 Konstruktivismus
3.2.4 Learning Cycle
4 Typen und Einsatzarten der multimedialen Lernsysteme
4.1 Differenzierung nach der Art der Lernbeziehung
4.1.1 Open Distance Learning
4.1.2 Teleteaching
4.1.3 Teletutoring
4.2 Differenzierung nach dem Aufbau der Lernumgebung
4.2.1 Drill & Practice
4.2.2 Präsentationssysteme
4.2.3 Simulationssysteme
4.2.4 Tutorielle Systeme
4.2.5 Intelligente Tutorielle Systeme
4.2.6 Hypertext – Hypermedia – Systeme
5 Einsatz neuer Medien in der betrieblichen Weiterbildung
5.1 Technische Voraussetzungen
5.2 Möglichkeiten und Grenzen
5.3 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Anforderungen des Einsatzes neuer Medien innerhalb der betrieblichen Weiterbildung, um dem wachsenden Bedarf an lebenslangem Lernen in einer globalisierten Wirtschaft gerecht zu werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie computergestützte Lernsysteme methodisch und technisch sinnvoll integriert werden können.
- Grundlagen moderner Lernbegriffe und didaktischer Modelle
- Klassifizierung und technische Einordnung multimedialer Lernsysteme
- Anforderungen an die Infrastruktur und das Lernumfeld
- Wirtschaftlichkeitsanalyse und strategische Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Behaviorismus
Der Behaviorismus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und galt bis etwa 1970 als die Hauptrichtung der Psychologie. Dabei wird der Lernende selbst als „Black Box“ betrachtet. Den internen Abläufen während des Lernprozesses wird keine Beachtung geschenkt. Die Behavioristen lehnen die Beachtung von Gedanken, Absichten, Gefühlen und andere geistige Vorgänge als Teil des Lernprozesses ab. Für sie läuft das Lernen als eine reine Reiz-Reaktion-Verknüpfung ab. Das Lernen selbst kann durch Belohnung und Bestrafung gesteuert werden.
Wissen wird objektiv betrachtet und liegt demnach nur extern in einer korrekten und vollständigen Art vor. Somit kann man darüber auch nur eindeutig wahre oder falsche Aussagen treffen, unabhängig vom Bewusstsein des Lernenden. Die Grundposition des Behaviorismus wird deshalb dem Objektivismus zugeordnet. Das Lehren erfolgt folglich durch das eindeutige Vermitteln von Fakten und Tatsachen und der Lernende hat die passive Funktion der Aufnahme.
Für die Entwicklung eines Lernsystem gilt also, dem Lernenden das Wissen in Fakten zu präsentieren. Der Ablauf muss klar definiert sein und eine quantitative Zeit- und Antwortstatistik sollten erstellt werden. Bei Abfragen ist nur die Unterscheidung zwischen richtig und falsch vorzusehen, denn das Lernziel liegt in der richtigen Beantwortung der Fragen. Als idealer Softwaretypus für ein Lernsystem nach dem Behaviorismus gelten Tutorielle Systeme.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt und die Notwendigkeit, betriebliche Weiterbildung durch neue Technologien flexibler und effizienter zu gestalten.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Neue Medien“ sowie „betriebliche Weiterbildung“ erläutert und deren wechselseitige Bedeutung für den Lernprozess dargelegt.
3 Computergestützte Lernsysteme: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick und analysiert didaktische Modelle wie Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus als Basis für moderne Lernsoftware.
4 Typen und Einsatzarten der multimedialen Lernsysteme: Hier erfolgt eine systematische Einteilung der Lernsysteme nach ihrer Lernbeziehung (z.B. Teletutoring) sowie nach ihrem Aufbau (z.B. Simulationen oder Hypermedia).
5 Einsatz neuer Medien in der betrieblichen Weiterbildung: Das Hauptkapitel behandelt die technischen Voraussetzungen, die strategische Planung, mögliche Grenzen des Einsatzes sowie die betriebswirtschaftliche Rentabilitätsbetrachtung.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über die Notwendigkeit eines kulturellen und strukturellen Wandels in Unternehmen zugunsten mediengestützter Lernformen ab.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Neue Medien, Computergestützte Lernsysteme, CBT, WBT, Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Learning Cycle, Multimedia, E-Learning, Teletutoring, Wissensvermittlung, Wirtschaftlichkeit, lebenslanges Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, computergestützte Lernsysteme zur effizienteren Gestaltung der betrieblichen Weiterbildung einzusetzen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf didaktischen Grundlagen, verschiedenen Typen computergestützter Lernsysteme und der praktischen sowie wirtschaftlichen Umsetzung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen Überblick über den Einsatz neuer Medien in der Weiterbildung zu geben und zu untersuchen, wie diese die Wissensvermittlung flexibler und anforderungsgerechter gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Einordnung pädagogischer Modelle in den Kontext der angewandten Medientechnik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den technischen Voraussetzungen, der Bedeutung von Lernumgebungen und einer kritischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Investition in Lernsoftware.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind E-Learning, betriebliche Weiterbildung, Computer-based Training (CBT), didaktische Modelle und multimediale Lernumgebungen.
Warum ist laut Autor die Planung der Lerninhalte so entscheidend für den Erfolg?
Der Autor betont, dass Lernsoftware nicht pauschal eingesetzt werden kann, sondern je nach Lernziel (theoretisch, affektiv oder psychomotorisch) spezifisch ausgewählt werden muss, um Frustration bei den Nutzern zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Motivation der Mitarbeiter bei der Einführung neuer Medien?
Motivation wird als entscheidender Erfolgsfaktor gesehen; da selbstgesteuertes Lernen hohe Selbstdisziplin erfordert, müssen alle Beteiligten von Anfang an aktiv in den Prozess einbezogen werden.
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- Andreas Schebesta (Author), 2001, Einsatzmöglichkeiten von Neuen Medien in der Betrieblichen Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2212