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Schlaglichter zur Entwicklung des deutschen Strafvollzugs

Title: Schlaglichter zur Entwicklung des deutschen Strafvollzugs

Seminar Paper , 2002 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cindy Gajewsky (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

[...]
Mein Schwerpunkt liegt zwar im deutschen Strafvollzug, jedoch schließe ich das Ausland
nicht aus, da dieses in bestimmten Hinsichten die deutsche Strafvollzugsgeschichte
beeinflusst hat.
Beginnen tue ich in der Antike (Kap. 2), auch wenn man hier nur von einem Strafvollzug in
Ansätzen sprechen kann. Das Mittelalter (Kap. 3) unterteile ich in den kirchlichen und
staatlichen Strafvollzug. Die Strafhaft war zunächst im kirchlichen Bereich zu finden und
stellte im staatlichen Bereich nur eine untergeordnete Folge für ein straffälliges Verhalten dar.
Denn dort herrschte das System von Leibes- und Lebensstrafen (Vgl. Laubenthal 1998, S.30).
Ein weiteres Kapitel (4) beinhaltet die Entstehung der Zuchthäuser in London, Amsterdam
und Deutschland. Zu dieser Zeit spricht man erstmals von der modernen Freiheitsstrafe.
Im 18. und 19. Jahrhundert (Kap. 5) werde ich dann auf die Entwicklung von Zuchthaus und
Zuchthausstrafe eingehen. Zu dieser Zeit kam es dann zu den ersten Gefängnisreformen;
bedeutende Gefängnisreformer waren u.a. Howard und Wagnitz, auf die ich auch eingehen
möchte. Zudem wird in diesem Kapitel auf die Nordamerikanischen Vollzugssysteme
eingegangen, weil diese wesentliche Impulse vom Ende des 18. Jahr. bis zur Mitte des 19.
Jahrhunderts Deutschland gegeben haben. Der letzte Punkt in diesem Kapitel ist die
Gefängnisreform in den deutschen Partikularstaaten im 19. Jahrhundert, wo wir dann
feststellen werden, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unterschiedliche Systeme
und Formen der Inhaftierung herrschten.
Auch das Reichsstrafgesetzbuch (Kap. 6) hielt wenige Regelungen über die Ausgestaltung
freiheitsentziehender Sanktionen. Zudem möchte ich auf die Bundesratgrundsätze von 1897
und auf die Reichsratgrundsätze von 1923 eingehen. Das Kapitel (7) der NS-Zeit brachte ein
Abbruch der Reformbemühungen für einen Strafvollzug.
Das letzte Kapitel (8) beschreibt im ersten Teil die Entwicklung und auch bedeutende
Ereignisse (z.B. die Einführung der Bewährungsstrafe 1953) des Strafvollzugs bis zur
Einführung des Strafvo llzugsgesetzes von 1976. Der zweite Teil beschreibt die Vorentwürfe,
die letztlich zur Einführung des Gesetzes von 1976 geführt haben. Weiterhin möchte ich auf
das wesentliche Vollzugsziel (Resozialisierung) eingehen.
Zum Abschluss möchte ich außerdem eine zusammenfassende Aussage bzw. ein Fazit über
diese historische deutsche Strafvollzugsgeschichte geben.

Excerpt


Gliederung

1. Vorwort

2. Straf- und Haftsituation in der Antike

3. Die Strafvollzug von der Spätantike bis zum Ende des Mittelalters

3.1 Kirchlicher Strafvollzug

3.2 Staatlicher Strafvollzug

4. Die Entstehung der Straf- und Zuchthäuser

4.1 Bridewell

4.2 Amsterdam

4.3 Deutschland

5. Der Strafvollzug im 18. und 19. Jahrhundert

5.1 Die Entwicklung von Zuchthäuser und Zuchthausstrafe

5.2 Gefängnisreformen

5.3 Nordamerikanische Vollzugssysteme

5.4 Gefängnisreform in den deutschen Partikularstaaten

6. Die Entwicklung des Strafvollzuges vom Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuch von 1871 bis zum Ende der Weimarer Republik

7. Der Strafvollzug unterm Nationalsozialismus

8. Das Strafvollzugsgesetz von 1976

8.1 Die Entwicklung bis zum Strafgesetzbuches 1976

8.2 Entstehung und Inhalte des Strafvollzugsgesetz von 1976

9. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des deutschen Strafvollzugs von der Antike bis zur Einführung des Strafvollzugsgesetzes im Jahr 1976. Dabei wird untersucht, wie sich das Ziel des Vollzugs über die Jahrhunderte von reiner Vergeltung und Abschreckung hin zum modernen Resozialisierungsgedanken gewandelt hat.

  • Historische Betrachtung der Haftbedingungen und Strafzwecke seit der Antike.
  • Die Entstehung und Ausbreitung moderner Zuchthaussysteme in Europa.
  • Einflussreiche Gefängnisreformen des 18. und 19. Jahrhunderts.
  • Die Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen bis zur Schaffung des Strafvollzugsgesetzes von 1976.

Auszug aus dem Buch

4.2 Amsterdam

1595 wurde in Amsterdam das erste Zuchthaus das „Tuchthuis“, für Männer geschaffen, das 1596 eingeweiht wurde. Bei diesem Gebäude handelte es sich um ein ehemaliges Kloster. Im Gegensatz zu Bridewell wird das Amsterdamer Zuchthaus als das erste moderne Gefängnis bezeichnet.

Der Unterschied zwischen dem Bridewell Zuchthaus und dem ersten Amsterdamer Zuchthaus bestand darin, dass die Amsterdamer Anstalt von vornherein eine Verbindung zur Strafrechtspflege hatte (Vgl. Krause 1999, S.34).

„Unmittelbarer äußerer Anlass für ihre Einrichtung war nämlich der Fall des Ende 1588 verhafteten 16 Jahre alten Diebes Evert Jans, den das Amsterdamer Stadtgericht nach damaliger Rechtsauffassung eigentlich zu Tode oder wenigstens zu einer schweren Körperstrafe hätte verurteilen müssen“ (zit. nach Krause 1999, S.34).

Da dieser Angeklagte aus einer angesehenen Familie stammte, scheute man sich vor diesen Bestrafungen. Man versuchte für diesen Angeklagten und weitere ähnliche Fälle nach einer milderen Sanktion. Es entstanden Pläne für ein Haus, in dem man alle Vagabuden, Übeltäter, Spitzbuben und dergleichen zur Züchtigung einsperren und arbeiten lassen könnte, und zwar so lange, wie es die Schöffen nach ihren Delikten oder Missetaten für angemessen befinden würden (Vgl. Krause 1999, S.34). Durch diese Pläne wurde das erste Zuchthaus 1596, das „Tuchthuis“ wie bereits erwähnt eröffnet. Dies kam für den 16 jährigen Angeklagten zu spät. Denn der wurde 1590 zur Zwangsarbeit verurteilt, die seit den siebziger Jahren des 16. Jahrhunderts auch in Amsterdam existierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in das Thema und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der zeitlichen Eingrenzung.

2. Straf- und Haftsituation in der Antike: Analyse der antiken Strafpraxis, die primär auf Rache, Abschreckung und Unschädlichmachung basierte.

3. Die Strafvollzug von der Spätantike bis zum Ende des Mittelalters: Darstellung des kirchlichen und staatlichen Strafvollzugs, bei dem die Klosterhaft eine prägende Rolle einnahm.

4. Die Entstehung der Straf- und Zuchthäuser: Untersuchung der Anfänge der Freiheitsstrafe als Erziehungsinstrument, insbesondere in England und Holland.

5. Der Strafvollzug im 18. und 19. Jahrhundert: Behandlung der Gefängnisreformen und internationaler Impulse für das deutsche Vollzugswesen.

6. Die Entwicklung des Strafvollzugs vom Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuch von 1871 bis zum Ende der Weimarer Republik: Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die aufkommende Gefängniswissenschaft.

7. Der Strafvollzug unterm Nationalsozialismus: Beschreibung der Abkehr vom Erziehungsgedanken hin zur menschenfeindlichen Vergeltung und Sicherung im NS-System.

8. Das Strafvollzugsgesetz von 1976: Detaillierte Analyse der Entwicklung und Inhalte, die zur modernen gesetzlichen Grundlage der Resozialisierung führten.

9. Schlusswort: Fazit zur langen historischen Entwicklung bis hin zu einer gerechteren gesetzlichen Regelung des Umgangs mit Straffälligen.

Schlüsselwörter

Strafvollzug, Freiheitsstrafe, Zuchthaus, Gefängnisreform, Resozialisierung, Strafvollzugsgesetz 1976, Einzelhaft, Kriminalpädagogik, Rechtsgeschichte, Deutschland, Strafrechtspflege, Besserung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die historische Entwicklung des deutschen Strafvollzugs über mehrere Jahrhunderte hinweg, von den antiken Anfängen bis hin zur Etablierung moderner Gesetze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Haftformen, der Wandel der Strafzwecke von Rache und Vergeltung zur Besserung sowie die Einflüsse von Reformbewegungen auf das Strafvollzugsrecht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie und warum sich der Strafvollzug in Deutschland zu einem System entwickelte, das heute das Ziel der Resozialisierung verfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und historischen Rechtsquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Etappen: von der Antike und dem Mittelalter über die Entstehung der Zuchthäuser, die Gefängnisreformen des 18. und 19. Jahrhunderts bis hin zum NS-Strafvollzug und der Entstehung des Gesetzes von 1976.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Strafvollzug, Freiheitsstrafe, Zuchthaus, Gefängnisreform, Resozialisierung und Strafvollzugsgesetz 1976.

Welche Rolle spielte die Konzentrationslager-Thematik im Text?

Die Arbeit beleuchtet, dass das NS-Regime die Konzentrationslager zur Ausschaltung politischer Gegner nutzte, was einen Bruch mit rechtsstaatlichen Prinzipien des regulären Strafvollzugs darstellte.

Was zeichnet die Entstehung des Strafvollzugsgesetzes von 1976 aus?

Es wird als entscheidender Meilenstein dargestellt, da es erstmals eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage schuf, die das Vollzugsziel der Resozialisierung gesetzlich festschrieb.

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Details

Title
Schlaglichter zur Entwicklung des deutschen Strafvollzugs
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit)
Course
Die Freiheitsstrafe in der historischen, juristischen, soziologischen und sozialpsychologischen Analyse
Grade
1,3
Author
Cindy Gajewsky (Author)
Publication Year
2002
Pages
33
Catalog Number
V22633
ISBN (eBook)
9783638259156
Language
German
Tags
Schlaglichter Entwicklung Strafvollzugs Freiheitsstrafe Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cindy Gajewsky (Author), 2002, Schlaglichter zur Entwicklung des deutschen Strafvollzugs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22633
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